Was wir tun können!

Was wir tun können

Eine Kolumne von Ullrich Slusarczyk

Bullauge Ziemlich genau vier Wochen ist es her, seit ich über den neuen Vorstand geschrieben habe. Da war es noch ein erster, freundlicher Blick, geschrieben in dem Bewusstsein, dass man in 100 Tagen nicht unbedingt gleich die Welt ändert bzw. ändern kann. Aber langsam wird es Zeit für etwas Greifbares, für Ergebnisse, die auch Wirkung zeigen. Und leider vermisse ich die doch sehr.

Dabei sind die Möglichkeiten doch groß und die Auswahl wie ich finde auch nicht wirklich schwer.

#IchBinArmutsbetroffen

Es ist das Thema überhaupt zurzeit. Warum? Wenn Menschen sich ohne eigenes Verschulden plötzlich nicht mehr ernähren können, dann hat das alles, was es für eine Revolution braucht. Allerdings leben wir heutzutage in einer Demokratie, da gibt es weniger Revolutionen, dafür werden Regierungsparteien abgewählt. Dummerweise werden im Zuge solcher Probleme auch die ewig-gestrigen, nämlich die Faschisten, Neonazis etc. hochgespült und kommen vielleicht sogar an die Macht. Und das zu verhindern, sollte unser aller Ziel sein. Wir haben ja gerade erst das 9-Euro-Ticket beerdigt. Auch hier war und ist die Zielgruppe ja genau die mit wenig Geld. Also warum das nicht mal sinnvoll fortführen?

Am 15.10. war in Berlin eine Demo, unter anderem mit Ulrich Schneider vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. Zwischen 200 – 350 Menschen waren zur Demo vor dem Kanzleramt erschienen. [1]

Ich selbst wäre gerne auch dahin gegangen, leider hat mir die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung gemacht und so wurde ich eine Nacht vorher von einer Kolik niedergestreckt. Aber, wo war eigentlich der Rest der Piratenpartei? Da sind wir doch so auf Twitter fixiert, und dann bekommen wir eine ganze Bewegung, die über Twitter entstanden ist, nicht mit?

Ich kann und werde alles, was damit zusammenhängt, unterstützen. Schon alleine deswegen, weil ich ja selbst betroffen bin. Denn ich bekomme Hartz 4. Und da ich ab diesen Monat 100 € mehr monatlich an Strom bezahlen muss, wird das ein echtes Problem. Und wie mir geht es Millionen Menschen. 13,8 Millionen Menschen sind armutsgefährdet. Ich finde diese Bezeichnung sehr verharmlosend.

Sehen wir uns das Ganze doch mal etwas genauer an.

Ukraine Kriegsfolgen:

  • Speiseöl wird teurer. Ebenso Haferflocken und viele Dinge auf Weizenbasis
  • Fleisch kostet das doppelte, weil auch Tierfutter davon betroffen ist
  • Gas wird teurer, weil uns Russland damit versucht zu erpressen

Klimakatastrophe:

  • Strom wird teurer, da die insgesamt 58 Kernkraftwerke in Frankreich entweder kaputt, in Wartung oder aufgrund von fehlendem Flusswasser nicht ausreichend gekühlt werden können
  • Strom wird teurer, weil aufgrund der verfehlten Energiepolitik der Vorjahre die Solarindustrie in Deutschland fast völlig zerstört wurde.
  • Strom wird teurer, weil der Ausbau der regenerativen Energien wie Wind und Solarenergie nur viel zu langsam vorangeht und von vielen bürokratischen Hemmnissen zugunsten fossiler Energien gebremst wird.
  • Es gäbe noch so viele Gründe, die aufzuzählen, hier aber den Rahmen sprengen würden.

Inflation

  • Aufgrund der gestiegenen Energie und Spritpreise sind viele Produkte – vor allem Lebensmittel – im Preis stark gestiegen.
  • 10 % ist der Stand der Inflation. Seit mehr als 7 Monaten über 7 % [2]

Corona

  • Obwohl manche Menschen ja tatsächlich glauben, Corona wäre vorbei, so steigen doch die Zahlen wieder, und mit mehr als 200 Toten an einem Tag, ist ein neuer schwarzer Tag erreicht, wie ich finde. Also Masken und Schnelltest kaufen.

Das sind die 4 hauptsächlichen Treiber der, wie ich finde, gesamtgesellschaftlichen Katastrophe. Für eine Partei wie die unsere, die sich in der Opposition befindet, müsste das doch geradezu ein Schlaraffenland sein. Jede Menge zu tun. Ideen und Konzepte zu entwickeln, wie man es besser machen könnte. Vielleicht mal ein bisschen weniger Show und dafür mehr harte Arbeit.

Jetzt hab ich viel gemeckert und wahrscheinlich erwartet jetzt alle Welt, dass ich auch gleich sozusagen schlüsselfertige Lösungen anbiete.

Der Titel lautet:

Was wir tun können?

Selbst eine oder besser mehrere Demos organisieren! Dafür sorgen, dass die Betroffenen dort auch hinfahren können. Also eventuell Transporte organisieren. Betroffene dort auch reden lassen. Mit anderen Organisationen zusammenarbeiten.

Ich mache das selten, dass ich eine Organisation nenne, weil ich das unfair anderen gegenüber empfinde. Im Falle von @WirBewegenWas mache ich eine Ausnahme. Der Grund ist, dass ich ja selbst sehr knapp bin mit Geld und ich brauche, vermutlich mehr als manch ein anderer, Masken. Leider sind die sehr teuer. Und dann habe ich bei Twitter die Möglichkeit gesehen, kostenlos Masken zu bekommen und hab mir gedacht, mehr als schiefgehen kann es nicht. Aber es ist nicht schiefgegangen. Im Gegenteil. Nur wenige Tage später standen 20 Masken auf meinem Briefkasten. Also eine persönliche Empfehlung, weil selbst getestet. [3]

Wir haben einen Piraten, der propagiert den Hashtag #Helfenfetzt

Ich finde den sehr passend und genau richtig, um z. B. Transporte zu einer Demo zu organisieren! Wäre eine Möglichkeit. Aber vor allem Lösungen erarbeiten, vielleicht zusammen mit Betroffenen, und diese dann auch auf den Demos durch den Buvo präsentieren.

Fazit

Der gesellschaftliche Sprengstoff ist immens. Seine Auswirkungen sind es aber noch viel mehr.

Sonntagsfrage Landtagswahl Rheinland-Pfalz

Sonntagsfrage Landtagswahl Rheinland-Pfalz

Sonntagsfrage Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern

Sonntagsfrage Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern

Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit gekommen, aktiv zu werden. Ich bin froh, dass der Antrag bezüglich eines Radladers/Baggers zurückgezogen wurde. Wir müssen nicht Geld ausgeben, sondern endlich politisch arbeiten. Wenn man sich dazu um die Wähler kümmert, ist das keine schlechte Sache, wie ich finde.

Ullrich Slusarczyk

[1] https://www.tagesspiegel.de/berlin/nur-200-teilnehmende-in-berlin-initiative-ichbinarmutsbetroffen-demonstriert-vor-dem-kanzleramt-8757706.html 

[2] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/10/PD22_438_611.html 

[3] https://www.wirbewegenwas.com/

About

Ullrich Slusarczyk 1963 in West-Berlin geboren. Jetzt in Hannover. Sehr viel gemacht im Leben und sehr viel gesehen. Schreibe gerne. Bin für direkte Sprache bekannt, manchmal berüchtigt. Halte nichts davon, Fakten auf einem DIN A4 Blatt breitzutreten, wenn das Wort „Idiot“ ausreicht. Schreibe jetzt hier die Kolumne hauptsächlich. Meine Themen sind: Gesundheit, Digitalisierung, Urheberrecht und Energie. Ich bin kein Wissenschaftler, logisches Arbeiten und Denken ist mir aber nicht fremd. Bin ein Wissenschaftsfan. Lese Science Fiction. Habe Karl May gelesen, aber auch Antoine de Saint-Exupéry oder Stanislav Lem. Mastodon


Kommentare

2 Kommentare zu Was wir tun können!

  1. Jesus Anarchistus schrieb am

    Das die Energiewende so lange sabotiert wurde hat natürlich auch mit Korruption und Lobbyismus zu tun !!!

    Nur gibt es eben kaum eine Partei oder Politiker mehr wo das offen und transparent kommunizieren würde. Inflation sind eben die Kosten für Korruption und Spekulation. Vor allem die Linken Parteien, auch Piraten versagen derzeit dabei das offen zu kommunizieren. Dabei wäre genau das notwendig für einen funktionierenden Populismus. Da passiert einfach zu wenig, wer stellt denn den Lobbyismus der Kohle und Gas Industrie in frage. Sehe ich nirgends !!!

    Die Grünen sitzen in der Regierung, schweigen deshalb. Die Linkspartei allen voran Sarah Wagenknecht kriecht dem Öl Oligarchen Putin in den allerwertesten… Es gibt derzeit da einfach keine Opposition. Die Piraten könnten diese Rolle ja durchaus einnehmen, aber aus irgendeinem Grund scheinen Sie das ja nicht zu wollen und verhalten sich brav und angepasst wie eine Mainstream Partei.

    Kein wunder das dann am Ende nur die AfD davon profitiert….

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