Zur Lage der Partei

Battlefield CC BY-NC-ND 2.0 Natty Dread

Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht über’s “Knöpfchen drücken”, über Hass, über moralisches Überheblichkeit und den Zustand unserer Partei.

Wir alle, die wir in den innerparteilichen Diskussionen aktiv sind, denken, dass wir das Richtige tun – sei es auf dem sozial-liberalem Flügel oder auch auf dem linken Flügel. Die Arroganz, die manche an den Tag legen, und die Reaktionen darauf führen aber nicht zu einem Miteinander, sondern zu einem gegeneinander und nicht selten zu Hass. Ebenso verhält es sich mit Leuten, die anderen den Spiegel vorhalten (dazu zählte ich bis vor einigen Monaten) – das mag vor allem daran liegen, dass diejenigen, die in den Spiegel sahen, nicht verstehen konnten bzw. wollten, dass sie sich selbst sahen.

Ein weiteres Problem ist – aus meiner Sicht – das “Messen mit zweierlei Maß”, vor allem die Heuchelei dahinter. Auch das führt zu Ablehnung, Geringschätzung und Hass auf andere. Hinzu kommen Fake-News, etwas, das zu einem relativ großen Teil durch eine Person (die ich als pathologischen Lügner betrachte) seit vielen Jahren gestreut werden. Diese Lügen – auch durch Mittelpersonen in andere Piratenparteien hineingetragen, vor allem in die PPAT – vergiften das Klima. Das haben wir nicht verdient.

Wenn wir als Partei überleben wollen, müssen wir einen Weg finden einander zu erklären, um zu verstehen, wieso wir unser Handeln und “reden” für das richtige halten und hielten. Und wir müssen aufhören, aus der Position des moralisch überlegenen oder “alten Hasen” zu argumentieren. Und aufhören, die Partei in noch so kleine Untergruppen (so, wie dies eine weit über das Ziel hinausschießende Identitätspolitik tut) zu definieren, sondern uns wieder als eine Gruppe mit einigen ähnlichen und sehr vielen gleichen Zielen zu sehen. AGs haben Arbeitsgruppen zu sein, in denen unterschiedliche Positionen möglich sind, nicht Kaffeekränzchen Gleichdenkender, die in dem einen oder anderen Flügeln Position beziehen – oder aufgrund der Thematik gezwängt werden.

Und wir müssen (im eigenen Lager) Ross und Reiter bei den Hetzern und Fakenews-Verbreitenden nennen, und zwar auf beiden Seiten. Nur wenn unsere desozialen Mitstreitenden im eigenen Lager sehen, dass Ihr Verhalten nicht mehr weiterhin zu geheuchelter Zustimmung führt (der/die ist zwar ein Arschloch, aber es ist unser Arschloch), haben diese die Chance, diese Verhalten zu verändern. Notfalls muss man auch aktiv dagegen vorgehen.

Das ist, aus meiner Sicht, unsere einzige Möglichkeit den Konflikt zu beenden und in einen zivilen Umgang zu wandeln. Der Hass, den wir erleben, die Verachtung und die unglaubliche Arroganz mancher sind eine Bürde, die wir nicht tragen müssen.

  • Es wird Zeit, dass die Stellvertreterkriege um Anträge an den BuVo aufhören. Sofort.
  • Es wird Zeit, dass wir uns an Beschlüsse, Regeln, Budgetpläne halten. Ab jetzt.
  • Es wird Zeit, dass wir Fake-News bloßstellen statt zu teilen. Wirksam.
  • Und es wird vor allem Zeit, dass Versprechen eingelöst werden. Für alle sichtbar.

Wir alle kennen den Spruch “nur Nixon konnte nach China gehen”, doch wo bleibt “er”?


Kommentare

2 Kommentare zu Zur Lage der Partei

  1. Identitätspolitik führt doch automatisch zu Hass und Hetze. Sowohl die von Rechts als auch die von Links…. Man wird in irgendeine Schublade gepackt und dann wird drauf gehauen. Das ist ein gesellschaftliches Problem. Angefangen hat es bei den Linken mit Woke, Gendern, Cancel Culture und so weiter… Das verschreckt dann Wähler und Anhänger, stärkt rechte und konservative Gruppen statt dessen.

    Das Europaweit Rechtspopulisten Wahlen gewinnen und Linke/Progressive Parteien zunehmend nahezu nicht mehr existent sind hat doch auch mit der Identitätspolitischen Hexenjagdt zu tun. Gabs ja auch bei den Piraten, die Linkspartei hat sich auch deswegen zerlegt und schafft in den Umfragen keine 5% mehr….

    Ich war Jahrzehntelang Antifaschist, aber für einige Woken bin ich ja jetzt neuerdings ein Rechter Fundamentalist weil ich beim Gendern nicht mitmache. Nun, ich wähle dann eben keine Linken Parteien mehr sondern bin dann mal Nichtwähler geworden da ich auf den ewigen Zoff und Verleumderei null bock mehr hatte. Ich war mal Mitglied bei den Piraten, heute spare ich mir das wählen gehen.

    Für die AfD Trolle bin ich ein Linksgrün versiffter Volksverräter. Für die Woken Ideologen auf Facebook und Twitter bin ich neuerdings Rechts, und das nur wegen irgendwelcher unsinniger Sprachregelungen. So macht Politik keinen Sinn mehr und mein Entschluss mich von alle dem zurück zu ziehen war Gold richtig was aus den sogenannten Linken und Progressiven Gruppen und Parteien wird ist mir mittlerweile vollkommen egal geworden. Nur der mit deren Niedergang einhergehende Aufstieg der Rechten macht mir schon Sorgen.

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