Abitur in Coronazeiten – Ein Rückblick

Hochgestellte Stühle in einem Klassenzimmer

Unser Redakteur Julian Häffner (LordJulius) machte im Jahr 2021 sein Abitur unter Corona-Bedingungen und berichtet hier von seinen Erfahrungen.

Das Abitur 2021, es wird vielen in Erinnerung bleiben. Während eine weltweite Pandemie nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch das soziale Leben aller auf den Kopf stellt, bleiben auch die Schulen davon nicht unberührt. Von nahezu einem Tag auf den anderen war alles anders. Statt in der Schule fand der Unterricht plötzlich zu Hause statt. Zu Beginn hat es alle etwas überrumpelt und dementsprechend war auch kaum jemand auf das Homeschooling vorbereitet.

Homeschooling

Wie an vielen Schulen wurde auch an meiner zügig nach einer Lösung gesucht. Das landeseigene Schulportal MEBIS wurde schnell aufgrund seiner mangelnden Eignung und Ausgereiftheit verworfen. Vorerst beschloss man auf Sharepoint zu setzen, um dort die Arbeitsaufträge einzustellen und als Online-Datei zu verteilen. Als sich abzeichnete, dass eine längerfristige Lösung nötig werden würde, fand man Microsoft Teams ideal. Fast über ein einziges Wochenende wurde für alle Schüler:innen eine schuleigene E-Mail-Adresse erstellt und ein eigenes Teams-Konto. In Windeseile gab es auf Teams für jede Klasse und jedes Unterrichtsfach (bzw. jeden Kurs in der Oberstufe) ein Team zur Organisation. Fortan wurden nicht nur Arbeitsaufträge und Hausaufgaben auf Teams geteilt, es gab auch in fast allen Fächern (bis auf ein paar Ausnahmen, wo der Fokus auf Arbeitsaufträgen lag) Online-Konferenzen nach Stundenplan. Man hatte also relativ zügig einen geregelten Tagesablauf und fast normalen Unterricht, mit dem einzigen Unterschied, dass man, statt in die Schule zu gehen, nur aus dem Bett aufstand, sich an den Schreibtisch setzte, den PC hochfuhr und Teams startete. Damit verglichen, was über andere Schulen zu lesen war, die Arbeitsblätter per Post versandten oder auf das unter der Last zusammen brechende MEBIS setzten, war unsere Schule musterhaft. Auch an Microsoft Teams gibt es viele Kritikpunkte, besonders beim Datenschutz, aber die Lehrer:innen, mit denen ich sprach, sahen es als alternativlos an, obwohl es einige gute Open-Source-Alternativen gibt wie etwa schul.cloud oder SchoolFox.

Es ging also vorerst mit Teams-Konferenzen weiter, bis 2021 wieder Unterricht in der Schule möglich war. Zu Beginn, als erst mal nur die Oberstufe in der Schule war, hatten wir jeden Tag normalen Unterricht, jedoch wurde jeder Kurs aufgrund des Wechselunterrichts auf zwei Klassenzimmer gemäß Gruppe A und Gruppe B aufgeteilt. Dies änderte sich, als der Wechselunterricht nach und nach für weitere Jahrgangsstufen erlaubt war und wir dann auch im tageweisen Wechsel in die Schule kamen. Aber es gab natürlich dennoch zu jeder Zeit Online-Konferenzen für krankgemeldete, das andere Klassenzimmer oder eben für die zu Hause gebliebene Hälfte des Kurses.

Klausuren fanden kaum statt und es gab die Möglichkeit, schlechtere Noten in einem Halbjahr mit den anderen Halbjahren auszugleichen. Im letzten Halbjahr mussten dann aber doch Klausuren geschrieben werden für jeden Schüler in seinen festgelegten schriftlichen Abiturfächern. Danach ging auch schon bald die Abiturphase los und statt in die Schule zu gehen, paukt man zu Hause für die Prüfungen. Aber wie läuft das Abitur während Corona eigentlich ab? Zuerst muss man angeben, ob man sich vor den Prüfungen testen lassen möchte oder nicht. Für die schriftlichen und mündlichen Prüfungen wurden dann getestete, nicht getestete und in Quarantäne befindliche Schüler:innen in verschiedene Räume eingeteilt.

Fazit

War das Abitur 2021 leichter oder schwerer? Da ich keinen Vergleich zu den Abiturprüfungen und Umständen der letzten Jahre habe, möchte ich hierüber kein Urteil fällen. Für mich persönlich erschien es machbar und ich kam auch gut mit den Umständen klar. Aber natürlich gab es auch Schüler:innen, die sich schwerer taten im Homeschooling. Letzten Endes bleibt lediglich festzuhalten, dass es definitiv besondere Umstände waren und besonders durch die ausgefallene Oberstufenfahrt, haben wir einen wichtigen Teil unserer Schulzeit verpasst, was sehr schade ist.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Omikron-Variante dieses Jahr nicht ebenso große Auswirkungen auf die Schulen und das Abitur haben wird und dass diesjährige Abiturient:innen wieder eine weitgehend „normale“ Abifeier und Studieneinstieg haben werden.

Dieser Artikel erschien zuerst als Blogbeitrag auf der Webseite des Kreisverbands Nürnberger Land & Roth der Piratenpartei.


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