Die Politik und der Jetztpunkt – Teil 4 von 4

Wer die ersten drei Teile dieser Artikelserie nicht gelesen hat, möge dies bitte nachholen, bevor er hier weiterliest, denn ohne die anderen Teile ist dieser Teil zwar weitgehend verständlich, aber man hätte wesentliche Teile versäumt und das wäre vermutlich sehr schade 🙂 .

Der Begriff des Jetztpunktes ist für manche evtl. ein bischen anstrengend zu verstehen und umzusetzen. Daher folgen in diesem Teil ein paar einfache allgemein verständliche Ratschläge. Einige sind in der Artikelserie bereits aufgetaucht.

An der Wahrheit kommt niemand vorbei. Gottes Mühlen mahlen langsam aber trefflich. Man darf sich niemals selbst belügen. Du musst im Leben nur sterben und Dir Deines Jetztpunktes bewusst werden. Du lebst, weil Du eine Aufgabe zu erfüllen hast. Deine Aufgabe ist es, ein glückliches Leben zu führen. Herauszufinden, wie das geht, ist Teil der Aufgabe. Tue, was Dich glücklich macht. Indisches Sprichwort: Wenn Kinder klein sind, gib ihnen feste Wurzeln. Wenn Kinder groß sind, gib ihnen Flügel.

Es geht im Leben ganz oft nur darum, sich gegenseitig aus der Ruhe zu bringen. Du darfst Dich nie aus der Ruhe bringen lassen sondern musst lebenslang entspannt in Dir selbst ruhen. Das ist von zentraler Bedeutung für das Leben. Du darfst nie irgendetwas um jeden Preis erzwingen wollen. Daran geht man kaputt. Du musst das Leben nehmen, wie es kommt und Deinen Beitrag dazu leisten, das Leben zu gestalten. Du wirst Menschen treffen, die versuchen werden, Dich gezielt aus der Ruhe zu bringen. Das darfst Du nicht mit Dir machen lassen. Trotz aller Bemühungen, trotz allem Training wird es Momente in Deinem Leben geben, in denen Du aus der Ruhe gebracht bist. Wenn Dir das bewusst wird, musst Du sofort versuchen, wieder ruhig zu werden. Das ist ganz wichtig! Das ist ganz entscheidend! Ruhig zu werden kann man nicht erzwingen oder in fünf Minuten aus dem Ärmel schütteln. Das muss man üben. Dabei geht es um die Handhabung des aktuellen Augenblicks, des Jetzt. Du hast Menschen um Dich herum, die Dich unterstützen. Aber den letzten Schritt, mit deinen Gedanken klar zu kommen, musst Du ohne Hilfe ganz alleine selber machen. Bei dem letzten Schritt hierbei ist jeder Mensch lebenslang ganz alleine. Das nennt man existenzielle Einsamkeit. Zum ruhig werden kann man die eigenen Gefühle in gewissem Rahmen beeinflussen, zwar nicht beliebig und man kann dabei nichts erzwingen, aber man kann sie begrenzt beeinflussen. Man muss dabei eine Art Eiertanz mit ihnen veranstalten. Man muss akzeptieren und an sich heran lassen, dass man aus der Ruhe gebracht ist, weil man das nicht wegdrücken kann. Man muss sich wünschen und sich darauf konzentrieren ruhig zu werden ohne es erzwingen zu wollen. Wenn man dieses Spannungsfeld lange genug aufrecht erhält, wird man mit der Zeit ganz von selber ruhiger. Leider weiß ich auch nicht, wie ich das noch genauer beschreiben soll. Man muss es üben und dabei seinen eigenen Weg finden…

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf. (angelehnt an die Bibel, 1. Brief an die Korinther, Kapitel 13; leicht überarbeitet; ein Vergleich mit der Version aus der Bibel und Schlüsse daraus wird der Sache nicht gerecht; dieses Bild der Liebe ist gegenüber dem Bild aus der Bibel leicht anders; nach meiner Erfahrung wird das hier dargestellte Bild dem Leben besser gerecht; die Überarbeitungen sollen keine Aufforderung dazu sein, Ungehöriges zu tun oder Böses nachzutragen; die Liebe sollte meiner Meinung nach nicht in ein zu enges Korsett gepresst werden, sondern sollte Luft zum Atmen haben, weil es niemandem hilft, wenn man sich zum Zweck der Liebe selber fertig macht oder die Liebe auf einen so hohen Sockel stellt, dass niemand mehr dran kommt.)

Zu lieben heißt auch, das was man liebt gehen zu lassen, wenn die Zeit gekommen ist.

Die Inhalte dieser Artikelserie werden ein wichtiges Thema bleiben, so lange Menschen existieren und so lange sollte man über diese Dinge nachdenken und sie weiter entwickeln, entspannt, ohne sich dabei selber fertig zu machen 🙂 . In diesem Sinne:

Fly safe! (Wer rausfindet, woher dieser Gruß kommt, erhält einen Fleißpunkt.)

Ahoi!

PS: Diese Artikelserie basiert auf einem 8-seitigen Text, an dem ich ca. 25 Jahre gearbeitet habe. Ich habe Alles gegeben. Wenn jemand bessere/andere Ideen für diese Themen hat, immer raus damit!

About Holger Burbach

Jahrgang 1965; Hobbys: Politik, Tanzen, Fechten, Brettspiele; Beruf: Computer; mehr auf meiner politischen Web-Seite; alle meine Artikel für die Flaschenpost


Kommentare

3 Kommentare zu Die Politik und der Jetztpunkt – Teil 4 von 4

  1. Jürgen Stock schrieb am

    Als ehemaliger Pirat und Redakteur der Flaschenpost schaue ich noch manchmal hinein und ärgere mich fast immer über die fehlinvestierten zwei Minuten, die ich aufwende. Der Titel „Die Politik und der Jetztpunkt“ aber ließ mich aufhorchen. Das schien doch einmal etwas ganz anderes zu sein als „Die Piraten in XYZ und das große Papipapo“, was man da oft findet. Eher etwas Grundsätzliches. Das ist es auch. Allerdings hatte ich keinen Exkurs in die „Lebenshilfe“ erwartet. Das mag jetzt etwas despektierlich klingen, aber so ist das nicht gemeint. Wenn es um die „existentielle Einsamkeit“ geht, bin ich dabei, heißt: ich meine auch, dass sie eine konstitutive oder charakteristische Eigenschaft des Menschseins ist. Dass man sie in dem so definierten „Jetztpunkt“ findet, mag sein, mag sein auch nicht. Das klingt für mich wie Meditation, wenn man aufhört (oder aufzuhören versucht), denken und zu fühlen. Meditation ist mir durchaus nicht fremd. Eines allerdings möchte ich zu der gewählten Formulierung anmerken: „Gefühle denken“ und „Fühlen“ (= Gefühle empfinden) sind zwei grundlegend verschiedene Dinge. Auch wenn früh klar war, dass die Artikelserie in eine vollkommen andere Richtung lief, als ich erwartet oder gehofft hatte, habe ich weiter gelesen, denn ich wollte wissen, was der „Jetztpunkt“ (und wer hat diesen Begriff denn vorher in welcher Bedeutung verwendet?) mit Politik zu tun hat. Auch wenn es nicht explizit ausgesprochen ist, scheint der „Jetztpunkt“ in der Erkenntnis der existentiellen Einsamkeit ein Punkt der Wahrheit zu sein. Zumindest insofern wir uns auf die existentielle Einsamkeit als unsere Bedingung des Menschseins verständigen. Wir lesen dann Folgendes (Zitat): „Für mich geht es in der Politik auch immer um die Suche und das Management der Wahrheit.“ Selbst mit der Einschränkung durch das „auch immer“ ist das mit absoluter Sicherheit falsch. Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, was „Management der Wahrheit“ sein soll (außer vielleicht Fake News). Jegliche Politik der Wahrheit ist totalitäre Politik. Dem steht gegenüber, was Bismarck gesagt hat: „Politik ist die Kunst des Möglichen.“ (zugeschriebenes Zitat siehe https://de.wikiquote.org/wiki/Otto_von_Bismarck). Ich halte diese Beschreibung von Politik für richtig, auch wenn es zur Zeit nicht unbedingt danach aussieht. Noch schwieriger ist die Formulierung (Zitat): „Alles was ich hier über den Jetztpunkt schreibe, ist in diesem Sinne auch Politik.“ Zunächst habe ich gedacht, das sei eine Variante der 68er These „Das Private ist das Politische.“, was in dieser Verkürzung zwar nicht richtig ist, man aber in seinem historischen Kontext sehen muss. Und was hier sicher nicht gemeint ist. Was diese Artikelserie angeht, so hat sie keine formulierte dezidierte politische Aussage, von daher ist der Satz falsch. Wenn aber der Jetztpunkt der Punkt der Wahrheit ist und Wahrheit Gegenstand von Politik, dann wird hier die (philosophische? argumentative?) Position eines Einzelnen totalitär überhöht. Es sei denn, die existentielle Einsamkeit würde als Grundlage von Politik anerkannt (weil Bedingtheit des Menschen), was zu Ende gedacht zu solidarischer Politik führen müsste. Ist das gemeint, Holger Burbach?

  2. Hallo Jürgen,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Ich tue mich schwer mit dem Einordnen der Artikelserie in verschiedene mehr oder weniger abstrakte Begriffe, so wie es mir bisher auch schwer fällt in öffentlichen Diskussionen politische Standpunkte zu verargumentieren und zu verteidigen. Wir können uns gerne mal im Mumble treffen und über die Artikelserie diskutieren, von mir aus auch mit Audioaufnahme und anschließendem Podcast davon. Ich kann dem Zitiat von Bismark nur beipflichten. Das ist für mich kein Widerspruch zur Aussage, dass es in der Politik immer um Wahrheit geht. Selbst wenn in einem Augenblick die Wahrheit vordergründig nicht beachtet wird, so kommt meiner Meinung nach doch nie irgendjemand an der Wahrheit vorbei. Wenn man die Wahrheit ignoriert, dann kommt eben nur Mist dabei raus. Dann wird eben der Mist verwaltet. Das Management der Wahrheit ist keine einfache Sache. Es kann niemand von sich behaupten, ausgerechnet er kennt die ganze Wahrheit und alle müssen ihm deshalb gehorchen. Letztendlich muss jeder alleine für sich selber entscheiden und dann wird abgestimmt. So sollte Demokratie funktionieren, oder? Über den Begriff ‘existenzielle Einsamkeit als Grundlage von Politik’ und seinen Implikationen könnte man sicher länger diskutieren. Ich denke, die existenzielle Einsamkeit ist ein wichtiger Punkt im Leben eines jeden Menschen und damit auch ein wichtiger Punkt in der Politik. Wie gesagt…diese mehr oder weniger kurzen Kommentare werden dem Thema der Artikelserie vermutlich nicht ganz gerecht. Man könnte versuchen, sich dem in einem Podcast zu nähern.

    Grüße Holger

  3. Eins fällt mir noch zum Begriff ‘Jetztpunkt’ ein: ich habe mir den Begriff zunächst in jahrelanger Arbeit ausgedacht und habe dann entdeckt, dass ich nicht als erster diese Idee hatte. Ich habe den Begriff später tatsächlich im Zusammenhang mit dem Philosoph Nietzsche gefunden. Ob der Begriff noch älter ist, weiß ich nicht. Das müsste man recherchieren. Die Texte von Nietzsche über den Jetztpunkt habe ich nie gelesen, weil sie mir zu schwierig und somit demotivierend waren.

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