Erfahrungsbericht vom 33c3

33c3 works for me. Design by Stella Schiffczyk | CC0 by Stephan Kambor-Wiesenberg

Ich war auf dem 33c3 dem 33. Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs und hier ist meine Geschichte.

Zunächst mal sei darauf hingewiesen, dass der Club sich deutlich gegenüber Parteien abgrenzt, daher veröffentliche ich diesen Artikel mit dem Anspruch eines neutralen Erfahrungsberichts. Ich möchte hiermit keine politischen Aussagen treffen.

Da gab es schon seit vielen Jahren diesen Kongress, der mich immer fasziniert hat und den ich fast so lange kenne, wie es ihn gibt. Warum bin ich nie hingefahren? Aus ganz blödsinnigen Gründen: Lauter Hacker, und dann noch zwischen Weihnachten und Neujahr -: da sagt die Erziehung: So was macht man einfach nicht. Aber irgendwann ist man dann doch alt genug geworden, um sich ernsthaft mit dem Gedanken zu tragen, doch hinzufahren. Aber drüber nachdenken ist eine Sache, ein Ticket zu bekommen ist was ganz anderes.

Da gab es aber dann in einem meiner Lieblingspodcasts die provokative Aussage: “Wenn ihr kein Ticket bekommt, überlegt mal, ob es nicht an Euch liegt. Ich konnte bisher noch jedem ein Ticket verschaffen, der mich drum gebeten hat”.

Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen. Also ein aktives engagiertes Gesicht aufgesetzt und in der Voucher Phase die Leute vom Chaos Treff Dortmund angehauen: Ey, Ticket? Hat nicht so ganz geklappt. Es gab wohl genug Leute mit aktiveren engagierteren Gesichtern und die Voucher Phase war viel zu schnell vorbei.

Aber es gibt ja noch die drei öffentlichen Verkaufsphasen: Einfach anklicken und ein Ticket bestellen. Wer hätte gedacht, dass ein Mausklick eine so komplizierte Sache werden kann. Wie peinlich: Falscher Browser (Safari kommt mit dem selbstsignierten Zertifikat nicht klar) und hatte beim Anklicken auch keine so gute Figur gemacht. Hmmmm! Aber wer lässt sich so leicht entmutigen. Schließlich besitzt man ja ein professionelles Maß an Frustrationstoleranz 🙂 .

Also vor dem zweiten Versuch im Lieblingspodcast informiert, worauf man beim Anklicken achten muss. Und dann gibt es beim zweiten öffentlichen Verkauf dieses neue Portal mit Warteschlange: Immerhin gleich Platz 1732 und als alle Tickets verkauft sind schon Platz 743. Nicht schlecht, aber kein Ticket!

Was soll ich euch sagen, beim dritten Versuch hat zuerst, wie ich später gehört habe, das Portal nicht funktioniert. Für mich hat es wie der Angriff eines Bots gewirkt. Es soll Leute mit Warteschlangenplatz 409393 oder so gegeben haben. Dann schließlich hatte ich Warteschlangenplatz 4231. Ich habe nicht gewartet bis alle Tickets verkauft waren sondern gleich den Rechner ausgeschaltet.

Hmmm. Wie war das noch: Überlegt mal, ob es auch Euch liegt? Schließlich habe ich überlegt, wen ich so vom Club kenne und wen ich von denen erreichen könnte. Natürlich habe ich nur vage Absagen bekommen. Also war klar: Wird nix mit Kongress. Na dann halt einfach Weihnachten feiern und die Beine hochlegen. Überlegt mal, ob es an Euch liegt… Grumpf!!!

Am ersten Weihnachtsfeiertag abends schalte ich meinen Computer mal wieder ein und plötzlich: Ich traue meinen Augen nicht: Holger, möchtest du ein Ticket für den 33c3? Ich habe eins übrig. Was? WAAAAAAS? Ob ich ein Ticket möchte? Also gleich am zweiten Weihnachtsfeiertag, am Tag Null, wie ein Insider hingefahren und das Ticket in Empfang genommen.

Was soll ich Euch sagen: Das Schlaraffenland für einen Nerd! Alle Leute, die man getroffen hat waren gut drauf und man konnte gut mit ihnen reden. Jeder hatte eine kleine Geschichte zu erzählen, wie er sein Ticket bekommen hat 🙂 . Fast jeder hatte ein mehr oder weniger aktuelles Projekt. Es gab einen Ort namens Heaven, wo man sich als Angel hätte melden können um noch besser mitzumachen. Um ehrlich zu sein, das habe ich versäumt, weil ich einfach zu überwältigt war. Ich habe sogar verpennt, mir rechtzeitig ein T-Shirt zu kaufen, jetzt habe ich nur eins vom 26c3, das mir viel zu groß ist. Die Netzwerkhardware im CCH, dem Congress Centrum Hamburg in dem der Kongress stattfand, war ein tolles Spielzeug. 180 gBit Uplink! Nur das beste und teuerste an Netzwerkhardware, natürlich fast alles nur geliehen :-).

Die Vorträge waren sehr interessant (seht selber, wurde alles aufgezeichnet und ins Internet gestellt). Ich werde in Zukunft darauf achten, dass ich immer zwischen Weihnachten und Neujahr Urlaub habe 🙂 . Ich habe sogar die Leute vom Chaos Treff Dortmund wiedergetroffen an ihrem Assembly Tisch in der passenden Halle und auch so manchen Bekannten aus früheren Tagen. So mancher war genauso erstaunt wie ich, dass ich auf dem Kongress war. Der nächste Kongress wird nicht im CCH stattfinden, weil es renoviert wird. Als ich diese Zeilen schreibe, steht der Ort für den nächsten Kongress noch nicht fest und die Gerüchte schießen ins Kraut. Also Leute, wir sehen uns auf dem Kongress! Bis dann!

About Holger Burbach

Jahrgang 1965; Hobbys: Politik, American Square Dance, Brettspiele, Eve Online; Beruf: Computer; mehr auf meiner politischen Web-Seite


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