Das Wespennest

Paris | CC BY 2.0| Moyan Brenn

Kommentare

5 Kommentare zu Das Wespennest

  1. Grundsaetzlich ist dem Autor zuzstimmen, was die Ausbeutung von Bodenschaetzen und Arbeitskraft durch Laender des Nordens in Entwicklungslaendern angeht – und was die Situation und daraus resultierende Fluchtgruende von Menschen aus solchen Laendern betreffen.

    Im Bereich des mittleren Ostens sieht es m. E. aber anders aus. Hier herrscht in verschiednenen Gegenden mittelalterlich – fanatischer Religionswahn, der sich wie eine ansteckende Krankheit auszubreiten droht. Zweifellos hat der vollkommen unbegruendete Einmarsch der US-Amerikaner und Briten 2003 in den Irak die Initialzuendung zur Destabilisierung fast der gesamten Region gegeben, aber eine Folge speziell von Ausbeutung scheint mir der fanatische Religionswahn nicht zu sein. Es ist wohl mehr das Gefuehl, dass die Laender des Westens, die ueberwiegend christlich sind, die islamisch gepraegte Welt in grossen Teilen als rueckstaendig erscheinen laesen, zumal dies vor ca. 7-800 Jahren genau andersherum war.

    • M S. Europa schrieb am

      Obigem Artikel ist zu 100 Prozent zuzustimmen. Das erklärt natürlich nicht den Religionswahn im mittleren Osten, wie uns das Gerhard L. Müller-Debus zu Recht dargelegt hat. Ich denke nur, dass er in seiner Argumentation dem falschen Motiv folgt. Der Krieg gegen den islamistischen Terror begann seitens mit 9/11. Seit dem sind hunderttausende Moslems gestorben. Die wenigsten davon waren wirklich Terroristen und Extremisten. Wenn sich daraus nicht der wachsende Fanatismus innerhalb des Islam gegen den Westen erklären lässt, dann weiß ich auch nicht … das hat meines Erachtens nichts damit zu tun, das der Islam “gefühlt” im Mittelalter stehen geblieben ist und das Christentum sich weiterentwickelt hat. Es hat wohl eher damit zu tun, dass die westlichen Länder genau so selbstgefällig Weltpolitik machen, wie sie es auch schon im ausgehenden Mittelalter getan haben (Kolonialisierung etc.). Und jetzt stelle ich nur mal eine Frage, die sich jeder einmal selber beantworten mag. Was, wenn der Krieg gegen den islamistischen Terror nur ein Ablenkungsmanöver ist … ein sehr willkommenes (um nicht zu sagen ein gewolltes) Ablenkungsmanöver, zu den im obigen Artikel beschriebenen Zuständen und ihren Folgen. Jetzt darf man wenigstens zwischen den “bösen” Wirtschaftsflüchtlingen und den “guten” politischen Flüchtlingen unterscheiden und fühlt sich dabei sogar moralisch noch im Recht, obwohl wir im Westen sowohl für die einen, wie die anderen Flüchtlinge größtenteils ursächlich mitverantwortlich sind. Für mich jedenfalls gehören Wirtschaftsflüchtlinge auch zu den politischen Flüchtlingen. Für mich haben jene das gleiche Recht auf Flucht, auch wenn sie laut unseren Gesetzen kein Recht auf Asyl haben. Es ist darum an der Zeit den Asylbegriff zu aktualisieren und die Grundlage eines fairen Wirtschaftens zu entwickeln, das zur Folge hat, das nicht ganze Bevölkerungsgruppen verarmen weil angeblich keine Arbeit da ist während andere mehrere Jobs annehmen müssen, damit sie davon leben können, dass ganze Landstriche und Länder verarmen, obwohl sie über fruchtbare Böden und Bodenschätze verfügen, die sie aber nicht mehr selbst nutzen können oder weil ihre Märkte vor Ort durch billige EU- oder China-Ware zerstört werden. Der islamistische Terror ist eine für mich vom Westen in erster Linie selbst befeuerter Terror. Genauso wie der Strom der Wirtschaftsflüchtlinge selbst gemacht ist, seien sie nun vom Balkan oder aus Schwarzafrika. Schwache Märkte muss die Möglichkeit gelassen werden, sich selbst zu schützen. Sei es durch Handelsbeschränkungen oder Zölle. Statt dessen wird mantra-artig das Gegenteil propagiert und Liberalisierung und Wachstumspolitik immer als einzige Gegenmittel angeführt. Und all das in Anbetracht eines sich verändernden Weltklimas. Eine solche Politik ist nicht nur nicht schlüssig, sie muss unweigerlich so was von in die Hose gehen, wie das augenscheinlich schon jetzt der Fall ist. Aber machen wir ruhig so weiter. Vielleicht braucht es ja wirklich mal wieder einen Krieg … (damit wir mit dem ganzen Käse wieder von vorne anfangen können, ohne jedoch aus den Fehlern gelernt zu haben).

      (aus: Teufel, von Johnny Liebling, CD: Nur nicht nach Haus)

      Ich war König, herrlich war mein Land von den Bergen bis zum Küstensand. Es war Frieden und es schlief die Stadt doch wir Menschen hatten Frieden satt. Schrie im Schlaf des Nachts ein Kind dass Teufel vor der Türe sind. jetzt sind sie wieder … jetzt sind die Teufel wieder da.

      Schönen Tach noch.

  2. Rüdiger schrieb am

    Wer ist WIR und wer ist MAN? Ich wurde nie gefragt und hätte auch nie einem Krieg und schon gar nicht einem Krieg wegen z.B. Resourcen zugestimmt. Am Tag des Anschlags in Paris, soll am gleichen Tag, genau wie bei einigen anderen Anschlägen eine Übung durchgeführt worden sein. Ebenso werden fasst immer die Ausweise der sogenannten Terroristen gefunden… Somit ist es naheliegend, dass hier wieder einmal ein ganz anderer Film läuft, wie der, der in den Medien publiziert wird. Und wer ist ein Flüchtling? …..?

  3. Rüdiger schrieb am

    Deine letzten zwei Absätze sind natürlich durchaus trefflich formuliert! Ich habe ebenfalls die Hoffnung, dass ich durch richtiges und konsequentes Handeln die Welt verbessern kann. Leider bin ich aus menschlichen Gründen, nicht immer Konsequent genug. Was aber nicht sein kann, dass die armen, armen Kaufläute dieser Welt keine Verantwortung zu übernehmen bräuchten, weil sie ja genug “dumme oder unkosequente” Kundschaft hätten! Seit 9/11 wurde ganz offen von dem Ziel NWO gesprochen. Es soll sogar eine NWO-Organisation geben (siehe Denver -Airport) Ich finde eine Weltregierung nicht so prickelnd, weil es dann stark nach Diktatur riecht. Außerdem fehlt dann die Orientierung komplett, weil dann kein Vergleich zu anderen Kulturen fast nicht mehr möglich ist. Die bisherige Strtegie zur Erziehlung der NWO hat bereits viele Kriege hinter sich! …

  4. Seepferdchen schrieb am

    Oops – hier hat mal einer die (schmerzliche) Wahrheit gesagt und Gerhard hat den fehlendes Aspekt des religiösen Fanatismus ergänzt. In der Summe kann ich diesem Bild nur zustimmen. Auch wenn es uns nicht gefällt, sollten wir es vor Augen haben, um endlich die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Verbindlich einzugebende Felder werden mit diesem Zeichen kenntlich gemacht: *

Weitere Informationen

Hans vom Schloß ist seit dem Jahr 2012 Mitglied der Piratenpartei im Landesverband Schleswig-Holstein. Als bürgerliches Mitglied arbeitet er in der Kreistagsfraktion Linke/Piraten in Pinneberg mit und engagiert sich im Ausschuss für Umwelt und Sicherheit.

Archiv aller Artikel

  • Feinstaubsensoren
  • SH-STOPPT-CETA