Asylpolitik und Rechtsradikalismus – Stefan Körner im Interview

Kundgebung vor dem Polizeipräsidium | CC BY Steve König

Kommentare

8 Kommentare zu Asylpolitik und Rechtsradikalismus – Stefan Körner im Interview

  1. David schrieb am

    Warum ist Stefan Körner nicht mitgefahren nach Heidenau? Am Bahnhof Neustadt wurde verkündet, dass es dort offiziell weitergeht. Schade, denn die besten Erfahrungen hätte er vermutlich dort gesammelt.

  2. der Fachidiot schrieb am

    Eine Schande, dass es hier in Deutschland so viel Hass gegen die Flüchtlinge, oder Vertriebenen, gibt. Jeder Einzelne muss etwas dagegen tun, um die Gewalt zu stoppen. Ich kann jeden verstehen, der sagt, 800.000 Flüchtlinge (allein dieses Jahr) können nicht für immer in Deutschland bleiben. Der Hass und die Gewalt von Rechts, die Argumente bzgl. Überfremdung etc. treffen jedoch die Falschen. Man muss das “große Ganze” sehen und dort braucht es Politik, und zwar internationale Politik, um die Probleme anzugehen. Wenn die Neonazis hierzulande auch nur eine Minute nachdenken würden (was natürlich zu viel gefordert ist), könnten sie sehen, dass die Interventionspolitik der USA Schuld an der Flüchtlingswelle ist. Die USA spielen die Schlüsselrolle in allen großen, jahrzehntelang andauernden, bewaffneten Konflikten im Mittleren und Nahen Osten. Im Bezug auf die aktuelle Flüchtlingswelle sind sie speziell für das Erstarken des IS mit verantwortlich, der durch eine beispiellose Schreckensherrschaft die Menschen aus Syrien und dem Irak vertreibt. Ich kann dazu jedem das Interview mit Ex-DIA-Chef Michael T. Flynn empfehlen, er gibt offen zu, dass die USA schon in 2012 den IS, Al-Kaida etc. mit Waffenlieferungen unterstützt haben, mit dem Ziel Assad zu stürzen. Man darf in all dem Chaos nicht den Blick für die Ursprung des Übels verlieren, und hier kann man es finden. Auf Geheiß des schmutzigen militärisch-industriellen Komplexes züchten sich die USA kontinuierlich Terrorismus bzw. radikale Bewegungen heran, um sie zu benutzen und ein paar Jahre später bombardieren zu können. Hauptsache, die US-Armee kann irgendwen bombardieren und dabei billiges Öl erobern. Mit den USA in der momentanen Form kann es keinen Weltfrieden geben. Erst wenn die USA, z.B. durch ein echtes Kräftegleichgewicht, durch internationale Rechenschaftspflicht, Transparenz und notfalls internationale Sanktionen in die Schranken gewiesen werden, hört die Gewaltspirale auf, kann es Frieden geben, können Flüchtlinge wieder in ihr Heimatland, zu ihren Familien zurückkehren. Das muss die Welt begreifen. Bis dahin muss der Rest der Welt die Konsequenzen der kriegslüsternen USA ausbaden, inklusive Terroranschläge, soziale und ökonomische Schwierigkeiten durch Flüchtlingsströme und Aufbauhilfen in den verwüsteten ehemaligen Kriegsgebieten. Als Konsequenz aus dieser Erkenntnis brauchen wir in ganz Europa eine respektvolle Distanz zu den USA, ein Verhältnis auf Augenhöhe, wenn wir das o.g. Kräftegleichgewicht herstellen wollen. Für die Piraten bedeutet das: Werdet international noch stärker aktiv, setzt euch noch stärker in der Europapolitik für Transparenz ein und lasst nicht zu, dass sich Deutschland weiter als Außenposten der USA instrumentalisieren lässt. Ihr könnt etwas bewirken, wo die Mehrheit wegschaut 🙂

    • Antiamerikanismus scheint wieder salonfähig zu sein. Es scheint derzeit kaum etwas zu geben, wofür “die Amerikaner” nicht verantwortlich gemacht werden. Wie immer bei einfachen Erklärungsmustern lohnt es sich einen Augenblick inne zu halten umd dann zu sehen, dass das Unsinn ist.

      Unbestritten ist, dass Georg W. Bush der schlechteste Präsident war, den die USA jemals hatten. Entsprechend viel Unsinn hat er angestellt zu seiner Zeit. Es ist ein Drama der Geschichte, dass 9/11 ausgerechnet in seine Amtszeit fiel – für die Attentäter war nicht viel Phantasie notwendig um voraus sehen zu können, dass Bush wie erwartet das Rädchen der Gewalt seinerseits ein Stückchen weiter drehen würde.

      Für Deutschland war es ein Glück, dass die Anschläge von 9/11 in die Amtszeit von Gerhard Schröder fielen. Man bedenke was ein Kanzler Kohl (angetreten 1998) oder Stoiber (angetreten 2002) mit einem Schulterschluss zu Bush angerichtet hätten. Polen, das sich dazu verleiten lies beim Einmarsch in den Irak dabei zu sein wurde nicht glücklich.

      Doch inzwischen regiert in den USA Brack Obama. Der hat eine Menge Hinterlassenschaften seines Vorgängers weg zu räumen. Ganz nebenbei betreibet er noch Entspannungspolitik mit Kuba, hat dem Iran die Hand gerecht, erklärte den globalen Klimawandel zum Thema Nr. 1 und hat zudem mit einem Russland zu tun, das sich ständig schneller zu einem Schurkenstaat wandelt. Schau mal in die Länder mit einer gemeinsamen Grenze mit Russland: die baltischen Staaten, Polen (Mitglieder der NATO) und Georgien und die Ukraine (keine Mitglieder der NATO, dort knabbert sich Russland ganze Landstriche raus und verleibt sie dem eigenen Staat ein).

      Der Nahe Osten kolabiert zur Zeit. Daran haben die USA ihren Anteil, aber auch andere Staaten, die beispielsweise Waffen gleich containerweise liefern. Deutschland ist da durchaus ganz vorne mit dabei. Auch Russland spielt hier mit, auf der Seite von Assad – als hätte der kalte Krieg nie geendet und jeder Schurke dieser Welt muss sich nur für einen der beiden Blöcke entscheiden um seine Macht stabilisieren zu können. Als Paradebeispiele mögen der Schah von Persinen gelten, aber auch Castro oder Pinochet. Die Aufzählung lässt sich nahezu beliebig fortführen. Dabei fällt auf, dass die USA mehr “Verbündete” hatte die die UdSSR. Die Erklärung ist einfach: Die USA liesen mehr Freiheiten, während Moskau auf eine starke Anbindung an “sozialistische Brunderstaaten” pochte.

      Die Piratenparteien sind eine internationale Erscheinung, auch wenn die Ausrichtung in den einzelnen Ländern stark unterschiedlich ist. Extremismus und Einflüsterungen mögen wir nicht. Das gibt uns die Freiheit sachorientiert zu entscheiden. Das bringt uns die Möglichkeit Flüchtlinge hier willkommen zu heissen und gleichzeitig die Verwüstung ihrer Heimat, ganz gleich von wem, zu verurteilen. Kritik wird geäussert, Pauschalurteile leiten wir daraus nicht ab.

  3. der Fachidiot schrieb am

    Dachte mir schon, dass konsequente USA-Kritik nicht ganz eure Richtung ist, aber ich begrüße die aufkommende Salonfähigkeit 😉 Zumindest werden die im Mainstream anerkannten Verfehlungen und Verbrechen der USA genannt, z.B. der Irakkrieg. Obama ist nun sicherlich zwei Mal das kleinere Übel gewesen, doch konnte er einige seiner wichtigsten Wahlversprechen nicht halten, z.b. das Strafgefangenenlager Guantanamo Bay zu schließen. Jetzt führt er einen völkerrechtswidrigen Drohnenkrieg in souveränen Staaten, der viele zivile Opfer fordert. Dabei sind auch schon Deutsche getötet worden, die Drohnen-Kommunikation geht z.T. über Deutschland (Ramstein), mutmaßlich auch die Nominierung von Zielen. Man stelle sich die Entrüstung vor, wenn plötzlich politische Gegner der USA in Mitteleuropa mit US-Drohnen gejagt würden. Dann hätte die Bevölkerung schlagartig ein klareres Bild der USA. Die Geheimdienste hat Obama nicht viel besser unter Kontrolle als sein Vorgänger, siehe NSA-Skandal. Whistleblower lässt er gnadenlos verfolgen, statt sie zu schützen. Obama ist immer noch ein US-Präsident, kein Heiliger. Zu Russland: Ja, stimme zu, Putin ist ein Tyrann und achtet das Völkerrecht ebenso wenig wie die meisten US-Präsidenten. Doch Russland ist nur lokal und nicht weltumspannend eine Gefahr für den Frieden. Die Waffenexporte aus Deutschland müssen aufhören, da sind wir, denke ich, einer Meinung. Natürlich ist die Entstehung des IS viel komplizierter und nicht alleinige US-Schuld. Dennoch ist eine Teilschuld nicht von der Hand zu weisen. Eine schlüssige Begründung, weshalb meine vorigen Ausführungen “Unsinn” sein sollen, habe ich in der Antwort nicht gefunden.

    Ich kann verstehen, dass die Piraten zu diesem Zeitpunkt nicht bereit sind, solche (noch) systeminkompatiblen Positionen zu vertreten. Es könnten ja potentielle Wähler abgeschreckt werden. Außerdem hat USA-Kritik nur wenige Berühungspunkte mit den typisch piratigen Themenfeldern.

    Verständnisvoll, der Fachidiot

  4. eine_leserin schrieb am

    Kann hier “Natürlich ist die Entstehung des IS viel komplizierter und nicht alleinige US-Schuld. Dennoch ist eine Teilschuld nicht von der Hand zu weisen. Eine schlüssige Begründung, weshalb meine vorigen Ausführungen “Unsinn” sein sollen, habe ich in der Antwort nicht gefunden.” nur zustimmen.

  5. Stinne schrieb am

    Hallo Fachidiot,

    Deinem Statement entnehme ich das die USA an allem alleine schuld sind und Du Kritik daran nicht wirklich magst.

    Das ist eine sehr einseitige Sicht die aus vielen Gründen falsch ist – das zu erläutern fehlt mir die Geduld, nur soviel: Es sind Stellvertreter-Kriege wie eh und je und es sind selten nur zwei, meist drei oder vier Seiten beteiligt.

    Und das du denkst das die Flaschenpost für die Partei spricht – dem ist nicht so, das hier ist ein journalistisches Medium das frei berichtet und nicht die Funktion einer Pressestelle hat oder im Namen der Partei spricht.

    Stinne

  6. Bernd Meier schrieb am

    Wir sollten immer wieder darauf hinweisen, daß Hitler unfähig und dumm war. Nur ein Dummkopf beginnt einen 4-Fronten-Krieg. Wilhelm II hat einen 2-Fronten-Krieg geführt und selbst Hitler hielt das für falsch.

    Wie haben sich die führenden Nazis verhalten ? Haben sie persönlich Deutschland verteidigt ? Nein, dazu waren sie zu feige. Hitler hat sich in einem Bunker verkrochen und hat sich von 12 jährigen Jungen und Mädchen verteidigen lassen.

    Wo waren alle die strammen Nazis und SS-Leute, als deutsche Mädchen und Frauen vergewaltigt wurden ? Wer von ihnen hat sie verteidigt ? Sie alle waren zu feige dafür. Sie waren auch zu feige, sich vor Gericht zu verantworten und sind lieber nach Südamerika geflohen. . Die Nazi-Ideologie zeichnet sich durch besondere Dummheit aus. Wer von den Nazis entspricht denn dem Ideal eines Ariers ? Hitler und Göring etwa ? Wenn die Neonazis mutig wären, würden sie einmal ihre DNA analysieren lassen, damit sie sehen, zu wieviel Prozent sie Arier sind und zu wieviel Prozent Slawen, Semiten oder von irgendeiner anderen Herkunft. Und wenn weniger als 50% arisch sind, sollten sie konsequenterweise aufhören, Neonazis zu sein, da sie selber ja zu den Menschen gehören, die die Neonazis verachten.

    • anne schrieb am

      Ich muss geschehen, bei eugenischen Betrachtungen wird mir unwohl, egal aus welcher Ecke sie kommen. Vor allem aber stellen die als “Arier” bekannten Völker abseits bräunlicher Interpretationen eine Sprachgruppe dar, keinesfalls eine genetisch einheitliche Ethnie.

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