Sozial aber nicht links – geht das?


Kommentare

15 Kommentare zu Sozial aber nicht links – geht das?

  1. tux. schrieb am

    IMO: Viele Linke vereinnahmen gern die Piraten für sich, weil sie fälschlicherweise annehmen, sozial ginge nur links. Die Piratenpartei hat in ihrer Gründungsphase eine Menge Ideale gehabt, die sie sowohl nach links als auch nach rechts klar abgrenzten. Das herkömmliche Parteienschema passt in die “Demokratie-Zweinull”-Partei einfach nicht rein.

    Ich meine, was heißt schon Demokratie? Athen, das demokratische Vorbild der Mitbestimmungspartei, war durch und durch nationalistisch. Ist das jetzt etwas schlimmes? Ja, nach 2006 kamen viele Leute zu den Piraten, die nach einer linken Heimat gesucht haben; die haben das mit der Mitbestimmung dann halt so verstanden, dass sie ihre politische Agenda zum Parteiprogramm machen können, wenn sie sich nur genug engagieren.

    Ich persönlich sehe “links” und “rechts” grundsätzlich ohne “aber Hitler” und “aber Stalin”, ich messe die Protagonisten allein an ihren Taten. Mir ist es eigentlich auch egal, was meine Mitstreiter für ein besseres digitales Miteinander gern anzünden wollen, so lange es nicht ihren Einsatz für die Ziele der Piratenpartei gefährdet. Ja, die Piratenpartei steht für ein faires Miteinander im 21. Jahrhundert. Aber dafür muss sie nicht “links” sein, denn das tut die CDU irgendwie auch, wenn auch auf ihre ganz eigene Weise.

    Leben und sterben lassen. Sozial, aber nicht linksrechts. Geht super!

  2. Sara schrieb am

    Ob die Piraten “links” in irgendeinem Sinne und nach irgendeiner (Wikipedia-) Definition sind, ist doch vollständig wurscht. Einzig und allein entscheidend ist es, ob sich eine politische Kraft findet, die glaubwürdige Antworten auf die Fragen geben kann, die die digitale Durchdringung des Lebens aufwirft. Man lese das hier https://berlin.ccc.de/wiki/TUWAT.TXT und frage sich: Haben die Piraten, hat sonst irgendjemand eine Antwort auf die Fragen, die schon vor 34 gestellt wurden? Nie waren sie aktueller als heute.

    Es fängt bei der Infrastruktur für den Überwachungsstaat an: Schaut nach Dortmund. Schaut Urteile deutscher Gerichte an, wo es das selbe Strafmaß wie Schwarzfahren hat, wenn ein Abgeordneter einer Partei, die auch schon mal die Anzahl jüdischer Einwohner “für ihre politische Arbeit braucht” eine Piraten-Abgeordnete schlägt. Schaut die Kommentare in sozialen Medien an, wenn über die aktuelle Welle flüchtender Menschen berichtet wird und denkt an die nächste Wahl. Wollen wir bald dasselbe erleben, wie die Amsterdamer Juden im zweiten Weltkrieg? – Weil ja alles und jede gespeichert ist und neue Machthaber sich dieses Datenpools natürliche keinesfalls bedienen werden, um ihre Widersacher unter Druck zu setzen. Weit hergeholt? Euer Listenzweiter für die Europawahl hat einmal gesagt: Wer denkt, dass sich das politische System in Deutschland nicht innerhalb eines Jahres verändern kann, der braucht nur zu schauen, was 1989 passiert ist. Wie wahr. Wollt ihr (und jetzt meine ich nicht nur die Piraten), dass eure Kommunikations-Daten, Meldedaten, die laufenden Standort-Meldungen eures Mobiltelefons und was weiß ich noch alles solchen Typen in die Hände fallen, die sich gerade vor die neue Das-Boot-ist-voll-Bewegung schnallen?

    Aber selbst wenn es gelingt, das rechte Gespenst wieder in den Orkus der Geschichte zurückzutreiben, wo es hingehört: Meint ihr, mit dem Verbieten von Uber ist die Veränderung der Arbeitswelt und die damit einhergehende Veränderung der Gesellschaft abgewendet? Ein Ursprung der Piratenbewegung liegt im Wunsch nach einem Urheberrecht für Urheber/innen und Nutzer/innen statt für die dazwischengeschalteten wirtschaftlichen Machtblöcke aus Verlegern und Rechteverwertern. Die Strukturen immer weiterer Bereiche der Wirtschaft und damit des Lebens werden genau denselben Herausforderungen unterworfen sein, wie die “Verwertung” von Musik in Zeiten des 100 MBit-Downloads. Wie viele Arbeitsplätze werden verloren gehen, weil “die Politik” mit fragwürdigen (Leistungsschutzrecht) und fragwürdigsten (TTIP, TiSA) Mitteln versucht, die Macht dieser rückwärts gewandten Strukturen überkommener Konzerne aufrecht zu erhalten? Wie viel Leid wird daraus entstehen, dass sogar mühsam erkämpfte Schutzrechte durch gefährlichen Unfug wie diese “Freihandelsabkommen” wieder aufs Spiel gesetzt – oder direkt auf dem Altar des Baal geopfert – werden?

    Alles nur die Spitze eines Eisberges. Ich könnte mich stundenlang weiter aufregen: Ein verrottetes Bildungssystem, in das – gemessen am Bruttosozialprodukt – seit Jahrzehnten immer weniger Mittel fließen; eine Sozialpolitik, die sich nicht richtig zwischen unsozial und asozial entscheiden kann; den Verfall der Demokratie, in der selbst 60 sogenannte “Neinsager” (ein Begriff für nur ihrem Gewissen unterworfene Abgeordnete, bei dem ich gar nicht so viel essen kann, wie ich…) die Regierungsmehrheit nicht ankratzen können, wo aber offen darüber filosofiert wird, ob man nicht die Wahlperiode auf 5 Jahre verlängern. Pfui Deibel.

    Leutz, ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden.

    Und die Piraten? Über ein Jahr nach Halle, zwei Jahre nach der Klatsche bei der Bundestagswahl, haben wir immer noch nichts besseres zu tun, als darüber zu filiosofieren, was am Programm denn “links” sei? Geht’s noch? Überlegt Euch lieber mal was Zukunftsweisendes. Mit den Themen oben könnt ihr mal anfangen. Und fangt auch endlich an, es den Menschen so zu erklären, dass sie an Euren Lippen hängen, weil sie merken: “Da haben sich die Leute mit dem merkwürdigen Namen echt Gedanken gemacht – und sie haben Antworten auf die Fragen gefunden, von denen ich noch nicht mal wusste, dass ich sie habe.” Weckt die Menschen aus der Selbstzufriedenheit der Merkel-Republik, die in immer mehr Arbeitslosigkeit und Fremdenfeindlichkeit mündet. Und tretet dieser Lobbyrepublik endlich in den A….

    Und. Hört. Endlich. Auf. Mit. Dieser. Tütensuppe.

    Danke.

    Ich bin Sara, und ich bin Pirat. Und ich möchte es gern noch länger sein.

  3. foo schrieb am

    Klar geht das. Weder die “rechts-links”-Aufteilung noch die liberal-autoritär-Achse hängen notwendig damit zusammen. Das soziale – also daß man sich um andere, die Gemeinschaft kümmert und dieser Wert beimißt – wird zwar gerne vereinnahmt, steht aber grundsätzlich allen Richtungen offen.

    Das heißt leider auch, daß es Fanatikern offensteht. Sowohl religiöse als auch rechte Fanatiker gewinnen gerne Sympathien durch soziale Aktionen. “sozial” ist nicht automatisch gut. Soziales kann auch zur Abgrenzung genutzt werden – durch Gruppenverhalten.

    Zurück zum speziellen Fall, den Piraten: das wichtigste ist bei den Piraten m.e. die Achtung vor dem Individuum. Alles andere, auch das Soziale, kommt als Folgerung daraus zustande – oder, je nach Fall, auch mal nicht.

  4. exex schrieb am

    “Warum wird versucht, alle sozialen Forrderungen als “links” zu vereinnahmen?” Jeder weiß, links ist böse. Links ist aber auch sozial und darum ist sozial gleich böse. So einfach kann die Welt sein wenn man nicht gerne differenziert.

  5. Carsten schrieb am

    Links und rechts liegen oft nah beieinander. Sie postuliere.einen besserwisserischen Staat, der die Menschen bevormundet, überwacht und unterdrückt. Platz für Indviduen gibt es weder rechts noch links. Dem entgegen stehen Toleranz, Freiheit, Respekt und Liebe. Hier sehe ich die PP.

  6. Frank Schmidtsdorff schrieb am

    1) links und rechts sind keine hilfreichen Unterscheidungen, sie sind eigentlich nur noch Instrumente der Diskreditierung eines politischen Gegners. Wenn man so will, hat man eine klassische Linke, die sich im großen und ganzen den Wohlfahrtsstaat der 70er zurückwünscht und eine klassische Konservative Gruppe, die sich jeder Änderung solange wiedersetzt, bis sie vollzogen ist. Beide sind strukturkonservativ und laufen einer Vergangenheit hinterher, die es so wahrscheinlich auch nie gegeben hat. Langweilig. 2) wenn die Piraten alleine die Digitalisierung des Alltags lösen wollen, sollen sie sich als,Interessengruppe organisieren, nicht als Partei 3) der entscheidende Regelungsbereich ist der Arbeitsmarkt, die Beziehung von (üblicherweise schlecht geschütztem) Arbeitnehmer und Arbeitgeber, dh. der Bereich, der den Alltag des Bürgers ausmacht und damit auch das Einkommen und damit die Lebensführung zentral beeinflusst. Es geht allgemein um den Zugang zu guter, hochwertiger Ernährung, Gesundheit, Arbeit, Bildung und eine gute Unternehmens- und Regierungsführung (good Governance) Ich ersetze den Begriff Sozialpolitik gegen den Begriff Gesellschaftspolitik. Genauso wie man nicht nicht kommunizieren kann kann man auch nicht nicht sozial sein – oder es interessiert einen wirklich nicht.

  7. xadyn schrieb am

    natürlich geht sozial auch nicht-links. sozial ist zwischenmenschliches, also was mehr als eine person einschließt. also wenn nazis menschen verprügeln ist das sozial (und bekämpfenswert, weil antidemokratisch und menschenverachtend). und wenn sich die piraten nicht links nennen wollen, sind sie halt ne bürgerliche partei, in ner bürgerlichen demokratie. weil die in der vergangenheit ja auch so gut funktioniert, ist es natürlich okay, lieber antilinks zu sein, weil man damit besser stimmen generieren kann. ups.

  8. Heiner Otte schrieb am

    Die SPD hatte vor etwas mehr als 150 Jahren die Parteienlandschaft in so weit aufgemischt als sie weder rechts noch links zu verorten war. Freiheit & Demokratie, so ihr Credo vor 151 Jahren, dafür hatte Brandt in den 1970er Jahren sogar den ungeliebten “Radikalenerlass” eingerichtet.

    Die Piraten kommen aus einer Skandinavischen Tradition und waren in Schweden ein Gegenpol gegen die “Rechts-Orientierung” des Landes. Dass die Piraten jenes Spektakel, das etwas später die AfD heimsuchte auch durchleben musste, macht deutlich, die Piraten wehren sich gegen rechts und wie stehts mit links? Links ist kein echtes Thema mehr, die DKP und die MLPD sind Randgruppen und unwichtig, also auch nicht problematisch, die Nazis jedoch, die randalieren, wie immer laut und brutal.

  9. piratenproll schrieb am

    Jein. 😉

    Links beinhaltet zwangsläufig sozial bzw. rechtfertigt sich dadurch. Das Soziale ist das Kernthema aller linken Bewegungen. Dabei geht es um verbindliche Rechte für Menschen, die ansonsten im Extremfall schutzlos der Ausbeutung ausgeliefert wären oder auf einem unmenschlichen Lebensstandard dahin vegetieren müssten. Die Ausübung dieser Rechte wird von einem linken Staat garantiert, der dazu im Zweifelsfall in erforderlicher Weise die Steuern erhöht.

    Rechts und sozial geht auch, aber zeichnet sich durch Unverbindlichkeit und Akte der Gnade aus. In einem idealtypischen rechten Sozialsystem müssen Bedürftige – falls sie nicht ihrer Familie auf der Tasche liegen möchten/können – soziale Leistungen erbetteln und durch Demut bezahlen, indem sie sich z.B. in Suppenküchen und Kleiderkammern anstellen, während Religionsgemeinschaften oder private Gönner sich durch den Betrieb dieser Einrichtungen profilieren. Wer sich nicht untertänig sondern aufrührerisch verhält, dem kann es passieren, dass er unbürokratisch von der Nutzung solcher privaten Sozialsysteme ausgeschlossen wird, einfach weil sein Gebaren dem Betreiber nicht passt.

    Das sind jetzt natürlich extrem archetypische Beschreibungen. Selbst die Union oder AfD wollen die Grundlagen des Sozialstaats nicht abschaffen. Aber bei sowas wie “Taschengeld für Flüchtlinge abschaffen” oder Hartz4-Sanktionen sind solche Denkmuster deutlich erkennbar – insbesondere auch in der heutigen SPD. Was rechtsextremistische Organisationen wie die NPD oder damals die NSDAP angeht, sind die auf dem sozialen Sektor nicht weiter rechts als bürgerlich-konservative Parteien, eher im Gegenteil. (Bloß eben nur für eine rassistisch definierte Teilgruppe der Bevölkerung.) Da funktioniert das eindimensionale politische Rechts-Links-Modell eben nicht mehr. (Um das klarzustellen: Ich meine hier Mehrdimensionalität, nicht das sogenannte “Hufeisenmodell”, dass totaler Bullshit ist.)

    Aus diesen Ausführungen folgt für mich: Die Sozialpolitik der Piratenpartei ist und war seit mindestens 2010 links, wenn auch mit starkem liberalen Einschlag, der sie von der LINKE etc. abhebt. (“Nicht Reichtum verhindern, sondern Armut”, BGE für Alle statt bedürfnisabhängiger Umverteilung, etc.)

    Was aber einfach grotesk falsch war, ist dass folgend Mitglieder in größerer Anzahl der Meinung waren, wenn die Piratenpartei nach diesem Maßstab eine linke Partei sei, müsste sie zwangsläufig auch quasi alle anderen Positionen anderer linker Organisationen übernehmen, je “linker” umso besser. Wer damit nicht einverstanden war, sei eben nicht links, sondern rechts, und habe daher in einer linken Partei wie der Piratenpartei nichts verloren. Leider haben diese politisch völlig ahnungslosen und ungebildeten Leute zeitweise durch ihre starke Präsenz in der Nähe der Hauptstadtpresse die Deutungshoheit über die Partei erlangt und auch inhaltlich die Richtung vorgegeben. Dies ging nahezu zwangsläufig mit einem Niedergang der Piratenpartei einher, denn selbstverständlich kann eine neue Partei nur dann relevant sein, wenn sie sich von allen existierenden Angeboten in ihrer Zusammensetzung deutlich unterscheidet.

    Dass die Piratenpartei eine linke Sozialpolitik verfolgt, bedeutet auch noch nicht, dass sie eine klassisch linke Partei ist. Das gesamte Thema Bürgerrechte, der Gründungsmythos der Partei, ist bspw. ein urliberales. Klar ist es derzeit die LINKE, die diese Themen am konsequentesten auf der bundespolitischen Bühne vertritt. Aber Linke sind tendenziell in der Opposition mehr für Bürgerrechte als in Regierungsmacht und finden immer wieder Argumente, warum Bürgerrechte für politische Gegner besser eingeschränkt werden sollten. Die Annahme, Bürgerrechte wären ein linkes Thema, ist also grob falsch und ignoriert die Geschichte.

    Auch hier gilt natürlich, wie in Bezug auf die CDU und den Sozialstaat, dass die Linke als demokratische Partei meiner Meinung nach keineswegs anstrebt, mit Regierungsübernahme die Bürgerrechte abzuschaffen und den Stalinismus einzuführen. Aber linke Vorgehensweisen und Forderungen in diese Richtung – ob es sich nun um Twitterblocklisten handelt, um PAV-Forderungen gegenüber allen möglichen Leuten mit abweichenden Meiungen, oder um Forderungen nach Verboten sämtlicher “Besorgte Bürger”-Demonstrationen und Zensur derartiger Ansichten durch Facebook und andere Plattformen – zeigen deutlich in eine antiliberale Richtung.

    Ich bin natürlich nicht dafür, dass die Piratenpartei hier eine radikale Gegenposition einnehmen soll, und bspw. Hasspredigten als “Meinungsfreiheit” verteidigen. Das wurde in früheren Jahren teilweise von Piraten vertreten, und ich gehörte damals schon zu der Mehrheit, die die Meinungsfreiheit auch weiterhin durch die Menschenwürde beschränkt sehen möchte.

    Aber ich denke schon, dass die Piratenpartei sich hier ein Stück weit liberaler positionieren und abgrenzen sollte, um das eigene Profil zu schärfen. Insbesondere sehe ich den Widerstand gegen rechte, menschenverachtende Ideologien primär als Aufgabe der Zivilgesellschaft an, die diesen notfalls auch mit Hilfe zivilen Ungehorsams entgegen treten muss. Insofern halte ich selbst Blockaden von Nazidemos für ein gebotenes, bürgerlich-liberales Mittel, anstatt diese Aufgabe auf den Staat abzuschieben und bspw. Einschränkungen der Versammlungsfreiheit zu fordern. (Die dann sowieso bei nächster Gelegenheit auf einen selber zurückfallen, weil sie einmal etabliert nicht nur gegen Rechte angewendet werden.)

    Da wo Gesetze verletzt werden, ob nun Volksverhetzung betrieben wird oder es gar in den terroristischen Bereich hinein reicht, mit Brandanschlägen usw., sind aber natürlich die Sicherheitsorgane gefordert, auch wenn sie da in der Vergangenheit ein ziemlich schwaches Bild abgegeben haben bis hin zur offenen Unwilligkeit.

  10. Rüdiger schrieb am

    Wenn wir die hohe finanzgesteuerte Politik nicht hätten, wenn es nicht für alles Fiese und abtrünnige eine Firma gäbe… Dann wäre weiß eben weiß, gut eben gut und böse eben böse. Aber leider wird die Welt immer komplizierter, weil es letztlich immer noch um die beinahe schon entschiedene restliche Umsetzung der Weltherrschaft geht. Oder weil es um untergeordnete finanzpolitische Dinge geht. Und eben nichts wirklich so ist wie es scheint! Wer heute nicht quer denkt oder sich auf dumme Schablonen wie rechts – links, schwarz – Weiss, oben – unten…. einlässt, oder sonst alles Glaubt, der hat schon verloren. Jedes Ereignis kann heutzutage ein manipuliertes Ereignis irgend einer finanzstarken Gruppe (Firma) sein, welche im Auftrag irgend welcher Interessen gehandelt hat. Die größten denkbaren Manipulationen Geschehen im Zeichen der Kontrolle (was nichts kostet ist nicht kontrolliert) und somit der Macht.

    Auf was wir alle achten müssen ist, dass unsere eigenen Betätigungsfelder nicht von oben her unterwandert werden. Insbesondere wo es fast nur noch pyramidale Strukturen gibt. Bei diesen Strukturen braucht nur der oberste gekauft zu werden um alle Ergebnisse zu verfälschen. So sieht es leider überwiegend aus!

    Sozial ist weder rechts noch links sondern entscheidend für Krieg oder Frieden. Mit Krieg kann ein soziales Gefüge derart durcheinander gebracht werden, dass eine kriegerische Kettenreaktion ausgelöst werden kann. Wir erleben dies übrigens gerade live an Hand der Flüchtlinge, welche aus etlichen Ländern gleichzeitig zu uns wollen. Und dies tun können, weil es keine intakte EU-Außengrenze mehr zu geben scheint. Was das für uns und unser Sozial-System bedeutet, darüber darf heftig diskutiert werden. Die Verursacher und finanzgesteuerten Helfeshelfer stehen leider nicht im Fokus. Nein es geht wieder um rechts oder links…

    Die normalen Menschen finden nicht mehr richtig politisch / sozial zueinander, weil wir uns mehrheitlich entwurzeln und zusammen würfeln mussten, oder haben lassen. Es ist wie so oft: Ein bisschen mag gut sein, aber was zu viel ist ist irgendwann zu viel.

    • Lisa Böhne schrieb am

      Rechte Politik steht immer für elitäre Ausgrenzung und Wertigkeitshirarchien. Daraus leitet sich ab, dass Rechte immer für sich Privilegien in Anspruch nehmen und sich anmaßen, diese zuteilen zu könne. Siehe die letzte Debatte über die Ehe für Homosexuelle. Wer billigt Politiker_innen durch eine Bundestagswahl zu,ihre religiösen Vorurteile in ihrer politischen Arbeit umzusetzen, wie es dabei geschehen ist? Ebenso maßen sie sich an über TITIP die Lebenschacen von Millionen von Menschen für eine Hand voll Absahner zu verschleudern? Linke Politik ist die Forderung nach gleichwertiger Teilhabe ALLER – nicht die “Gleichheit”, denn das ist einmal eine Forderung gewesen, die genau das meinte aber nicht adäquat ausdrückt. Der Unterschied zwischen Rechts und Links besteht einzig darin, denn “soziale” Forderungen von Rechten betreffen IMMER nur die EIGENE INTERESSENSGRUPPE. Natürlich sind Forderungen wie das Bedingungslose Grundeinkommen von Grund auf linke Forderungen – nämlich KOLLEKTIVE Forderungen und das ist gut so. Das Alleinstellungsmerkmal der Piraten ist der Versuch ENDLICH mal ANDERE Politikformen auszuprobieren. Aus diesem Grund werden die Piraten nicht wie die Linke zu “Extremist_innen” umgelogen, sondern lächerlich gemahctz. – Der “Extremismus” Begriff ist wie das Bundesverfassungsgericht (8. Dezember 2010) festgestellt hat, ein politischer Kampfbegriff, der jeweils von der Mehrheit geprägt und gegendie Minderheit verwendet wird – es geht um die Diffamierung politischer Gegner_innen. Wissenschaftlich wird es von seriösen Instituten wie z.B. dem DJI in die Tonne getreten. Anderen die Definitionsmacht für die eigenen Aktivitäten zubilligen – daher rührt ja die Hysterie – bloß keine anständigen Inhalte vertreten, weil die links sind, ist der erste Schritt die eigene politische Mündigkeit aufzugeben.

  11. M. S. Europa schrieb am

    Rechts und Links, schwarz und weiß … für mich gibt es nur demokratisch und undemokratisch. Links ist mir das Ideal der Demokratie noch am deutlichsten ausgeprägt zu sein. Hier sammeln sich die machtlosen, klar, dass sie sich Gedanken darum machen, wie man Macht besser verteilen könnte. Rechts ist das Demokratische äußerst schwach ausgeprägt, ihnen geht es nicht darum Macht zu verteilen, sondern nur darum Macht zu erlangen, auszuüben und zu deligieren. In der Mitte aber inzwischen auch, weil die Demokratie hier fast nur noch von finanzmächtigen Interessensgruppen bestimmt wird, die vielfach am Volkswillen und an politischen Mehrheiten vorbei ihre Ziele durchsetzen. Und hier krankt die Demokratie. Sie krankt nicht rechts oder links. Sie krankt in der Mitte. Dort versucht man jedoch diese Krankheit den stärker werdenden politischen Rändern und den wahlmüden Nichtwählern in die Schuhe zu schieben und spielt sie immer mehr gegeneinander aus, in der Hoffnung, dass man sie so “im Griff” behält. Eine schäbige und zudem armselige Strategie.

    • Ah, das liest sich spannend. Du meinst, dass die wahren Demokraten an den extremen Rändern zu finden sind? Dass Pflastersteine von links und Molotov Cocktails von rechts für ein höheres Ziel fliegen? Dass die CDU/SPD/Grüne/FDP und Piratenwähler Gegner, oder zumindest die Brunnenvergifter, des demokratischen Staates sind? Nun, ich glaube du siehst das völlig falsch. In Orwells “1984” gibt es ähnliche Verdrehungen der Tatsachen wenn der “Grosse Brunder” verkündet “„Krieg ist Frieden“, „Freiheit ist Sklaverei“ und „Unwissenheit ist Stärke“”. In dieser Tradition irrst du wenn du schreibst “Die Demokratie. Sie krankt nicht rechts oder links. Sie krankt in der Mitte”. Eine schäbige und zudem armselige Strategie.

      • M. S. Europa schrieb am

        Ich bin links und werfe keine Pflastersteine … aber Du zündelst, indem Du bewusst Vokabular aus der Zeit der Weimarer Republik bemühst, um mich in eine bestimmte Ecke zu stellen. Die Ecke ist Dir dabei wahrscheinlich ziemlich egal … Hauptsache es ist eine Ecke. Genau solche Demokraten sind es, an denen die Demokratie krankt. Sie werfen keine Molotov-Cocktails oder Pflastersteine … sie stellen kritische Stimmen immer in die Ecke und sie finden immer eine. Eine schäbige und zudem armselige Strategie.

  12. 1Hi schrieb am

    Man kann links und rechts klassisch/griechisch/angesächsisch nach der Stellung zum Besitz einstufen. Als Europäer insbesondere betont man eher das emanzipatorische als links und das autoritäre als rechts. So sind die bei uns so beliebten politischen Kompassgeräte a priori defkt, da sie abhängige Größen unabhängig (kartesisch) darstellen – auch deshalb kein symmetrisches Trefferbild.

    Fazit: Unsere Ziele sind sozial und emanzipatorisch, also auch links. Nicht zu verwechseln mit Leuten, die sich “linksextrem” nennen, extrem sind die irgendwie schon – mehr aber auch nicht :-(.

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