Digitale Themen gewinnen die Mitgliederumfrage

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Kommentare

4 Kommentare zu Digitale Themen gewinnen die Mitgliederumfrage

  1. name schrieb am

    Wo sind denn die Rohdaten der Stimmen der angeblich über 4700 sich an der Umfrage Beteiligenden? Laut Rohdaten hätten sich exakt 4700 beteiligt, nicht über 4700.

    Dass eine Legende unter den Bildchen fehlt, was genau die Farben bedeuten: Kann man so machen.

    • Moin, Danke für den Hinweis mit dem Farben. Wir werden die Bildlegende entsprechend erweitern. In der Auswertung die uns vorlag waren genau 4773 Einträge. Wir hatten dabei allerdings übersehen, dass darin auch Zwischenüberschriften und Leerzeilen als Trenner enthalten waren. Zieht man die ab (was richtig ist) reduziert sich die Anzahl der Datensätze entsprechend. Auch hier: Danke für den Hinweis.

  2. Jürgen Stock schrieb am

    Laut Statista (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/201538/umfrage/mitglieder-der-piratenpartei-in-deutschland/) hat die Piraten-Partei zur Zeit 18695 Mitglieder. Das sind ungefähr die 18850, die man in diesem Artikel zusammenzählen kann. Aber: Es sind knapp 11%, die wegen fehlender Email-Adresse gar nicht befragt werden – ist das Basisdemokratie? 4700 Antworten entsprechen knapp 25% der Mitglieder. Das ist “eine außergewöhnlich hohe Zahl”? Da ist ja die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Bremen doppelt so hoch gewesen. Und die ist rundherum beklagt worden wegen ihrer Niedrigkeit. Die PIRATEN sind in Deutschland im Jahr 2006 gegründet worden. Neun Jahre später befragt der Parteivorstand die Basis danach, “wie sich die Piratenpartei zu den Wahlen 2017 ausrichten soll.” (http://www.daniel-schwerd.de/piratenpartei-innerparteiliche-beteiligung-am-ende/). So etwas müsste durch die Parteiprogrammatik längst geklärt sein. Die Piratenpartei ist eben nicht die “Partei des digitalen Wandels” (https://flaschenpost.piratenpartei.de/2015/05/28/piratenpartei-als-partei-des-digitalen-wandels/), sie hat offenbar keine verbindliche Kernthemen. Sie könnte die “Partei des digitalen Wandels” sein, sie ist es aber nicht. Sonst müsste sie sich nicht fragen nach ihren Themen. “Privatsphäre und Datenschutz, Transparenz des Staatswesens, Mehr Demokratie wagen”, das sind keine originären “Digital”-Themen. “Mehr Demokratie wagen” dürfte schon eher auf Willi Brandt zurückgehen. Lange, lange vor dem “Digitalzeitalter” … Und die “verlorengegangene Einigkeit der Piraten” sei zurück: Es waren (laut Statista http://de.statista.com/statistik/daten/studie/201542/umfrage/mitglieder-der-piratenpartei-in-deutschland/) einmal über 34.000 Piraten. Man hat sich also fast halbiert. Was bleibt ist der harte Kern, der sich immer noch selbst finden muss?

  3. Jano schrieb am

    Dieses Ergebnis dieser Mitgliederumfrage ist leider wenig aussagekräftig und enthält sogenannte Kategorienfehler.

    Ich würde als erstes empfehlen, die Daten neu zu analysieren und erstmal vor der Bildung einer Rangfolge eine Faktorenanalyse zu machen, um zu schauen, welche Items ähnliches erfassen und so zu einer Faktor zusammengefasst werden können. Die Aufteilung des Piratenprogramms allein kann nicht als eine Themenkategorisierung angesehen werden, die sich auf eine wissenschaftliche Evidenz berufen kann.

    Mit einer entsprechenden Datenreduktion anhand ähnlicher Merkmale kann man die den Items zugrundeliegenden Dimensionen entdecken, wodurch hier ein gültigeres Ergebnis hinsichtlich der Prioretisierung von unterschiedlichen Themen zu erwarten ist und auch weniger Umfrage-Artefakte, die allein auf die Methode, unterschiedliche Abstraktionsebenen und Reihenfolgeeffekte in der Erstellung des Parteiprogramms zurückführbar sind. Erst, wenn man die (repräsentativ/zufällig) ausgewählten Thesen nach zugrundeliegenden Dimensionen geordnet hat, macht es eigentlich Sinn, den 2. Teil der Umfrage anhand der zugrundeliegenden, realen Themendimensionen zu strukturieren und möglichst gleichmäßig Fragen aus den faktorenanalytisch ermittelten Dimensionen abzufragen.

    Ein weiteres Problem entsteht hier durch die selektive Auswahl von (vglb. wenigen) Einzelaussagen, die schon allein anhand der Anzahl der Aussagen nicht als repräsentativ angesehen werden kann. Über die genaue Systematik des Vorgangs zur Auswahl von Einzelaussagen aus dem Parteiprogramm im zweiten Teil ist leider kaum Info vorhanden. Es ist zudem zu vermuten, dass die Abbildungs- und Interpretationsfehler aus dem 1. Teil sich weiter auf die Gültigkeit, Repräsentativität und Interpretierbarkeit des 2. Teils auswirkt.

    Meine Empfehlung wäre daher, sich konkret zurückzuhalten in der Verbreitung solch methodisch fehlerbehafteter Ergebnisse. Eine Faktorenanalyse ist grundsätzlich die Methode, um zugrundeliegende Kernthemen in einem Parteiprogramm zu finden. Ich schätze aber, dass auch die Ergebnisse einer Faktorenanalyse mit diesem methodischen Vorgehen wenig verallgemeinerbar sind, weil allein schon das Design und die potentiell mit einem Versuchsleiter-Erwartungseffekt behafteten Auswahl der Fragen inklusive der Skalierung hakt. Hier ist eine Korrektur & Neuplanung hinsichtlich des Vorgehens der Ermittlung von Kernthemen unbedingt empfohlen, wenn man sich nicht lächerlich machen will.

    Fazit: Um zuverlässige, gültige und objektivierte Ergebnisse hinsichtlich Anzahl & Prioritäten von Kernthemen/-dimensionen zu bekommen, ist über die Gütekriterien der Einzelaussagen, eine Faktorenanalyse notwendig, um die dem Parteiprogramm zugrunde liegenden Kernthemen zu ermitteln. Für eine methodisch saubere Ermittlung der Kernthemen ist zudem eine repräsentative Auswahl von Einzelthesen zwingend notwendig. Erst, wenn diese Mindestanforderungen erfüllt sind, kann man sich auf ein gültiges, möglichst unverzerrtes Ergebnis hinsichtlich der Prioritäten von Kernthemen berufen. Eine Korrektur & Neuplanung hinsichtlich des Vorgehens zur Ermittlung und Prioretisierung von Kernthemen wird dringend empfohlen.

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