Die gesellschaftlichen Auswirkungen von selbstlenkenden Autos


Kommentare

7 Kommentare zu Die gesellschaftlichen Auswirkungen von selbstlenkenden Autos

  1. Lars schrieb am

    Bei Selbstfahrenden Autos herrscht sehr viel Verwirrung zur Zeit.

    Das was es gibt ist eine Art Autopilot. Da sitzt also immer ein Fahrer(Der auch einen Führerschein hat) hinterm Lenker. Ob sich das je ändern wird wage ich zu bezweifeln. (Hat sich mal jemand überlegt was passiert wenn ein selbstfahrendes Auto (Ein leeres Auto das gerade unterwegs ist zum Kunden der es gerufen hat) ein Kind überfährt das ohne zu schauen auf die Straße rennt. Will der Hersteller dann wirklich sagen: “Das Auto hat einwandfrei funktioniert. Wir haben die Video Aufzeichnungen ausgewertet und es steht fest das das Kind den Unfall verursacht hat” Glaubt das irgendwer?) Solange autonomes Fahren aber nur Autopilot heißt und vielleicht noch so was wie selbst ständiges Parken ist das keine Revolutionäre Sache.

    Wenn wir aber wirklich mal davon ausgehen das das Auto wirklich selbst fährt. Dann sind die Konsequenzen doch klar: – Taxi, Bus und LKW Fahrer werden arbeitslos. – Die Haftung trägt komplett der Hersteller. Wer denn auch sonst. Denn es muß ja niemand mehr an Board sein der Fahren kann. (Gegen ende des Fußballtrainings der F Jungend füllt sich der Parkplatz mit den selbst Fahrenden und leeren Autos der Eltern. Die Kleinen steigen ein und werden vom Auto nach Hause gebracht. Dafür macht man das doch, oder?) …

    Das Thema Internet wird in diesem Kontext komplett überbewertet. Es gibt noch genug Funklöcher, sollen da plötzlich alle Autos stehen bleiben. So ein Auto darf doch auch keinen Unfall bauen nur weil die Daten für die nächsten hundert Meter nicht rechtzeitig angekommen sind. Bei Tempo 200 auf der Autobahn kann man nicht mal gerade anhalten um auf die Daten zu warten. Wenn die Daten 2 Sekunden zu spät kommen dann mußte es auch ohne sie gehen.

    Und das Privacy Problem haben wir genau so schon beim “connected car”. Das durch den EU eCall jetzt jedes Auto eine SIM Karte und ein Handy eingebaut haben muß ist Privacy mäßig eine Katastrophe! Bei den Piraten gibt es zwar die Leute die das verstehen, aber auch zu viele iPhone Nutzer die unbedingt ein connected iCar wollen und das einfach nur cool finden. Das sieht man ja auch an diesem Text der wieder nur eine weich Gespülte Version dessen ist was die Massen Medien schon eine ganze weile Berichten. Nicht einmal das die selbst fahrenden Autos von den bösen Politikern nur mißbraucht werden um die Netzneutralität abzuschaffen hat der Autor erkannt.

    Diese iDioten sind es auch weswegen niemand mehr den Piraten Kompetenz zu Privacy Themen zutraut. Das muß jetzt der CCC machen,..

    Wenn man keine Ahnung vom Thema hat sollte man vielleicht einfach mal die Klappe halten, aber das geht ja nicht schließlich ist das ja hier das Internet,..

    PS: Hat sich mal jemand überlegt warum in Flugzeugen noch Piloten sitzen und auf Frachtschiffen noch Kapitäne? Ein Containerfrachter hat kein Problem mit schlecht lesbaren Verkehrsschildern, Schlaglöchern oder spielenden Kindern. Auch GPS funktioniert für Frachter und Flieger besser als für Autos die auch mal im Tunnel abbiegen müssen.

    • Bernd schrieb am

      um das weiterzuführen: hat sich mal jemand überlegt warum in S-, U-Bahnen und Zügen vorne Lokführer sitzen? Wo es technisch bereits seit Jahrzehnten null Problemo ist, solche schienengebundenen Fahrzeuge autonom fahren zu lassen? Selbst auf Strecken (die gibt es) wo die Dinger vollautonom fahren, sitzt trotzdem ein Lokführer mit drin und ist jederzeit eingriffsbereit wenn die Technik mal versagt oder Situationen auftreten die auch die Vollautomatik nicht beherrscht, nicht beherrschen kann.

      Mit dem unkritschen Technikoptimusmus, der im Artikel steckt und der fast von einer Zwangsläufigkeit ausgeht, dass alle Taxifahrer, LKW-Fahrer usw. bald arbeitslos werden, weil ohne Fahrer billiger ist, wird die Piratenpartei komplett Schiffbruch erleiden. So jemand wählt niemand.

      Von einer Piratenpartei erwarte ich, dass sie Entwicklungen wie google car oder autonomes Fahren nach allen Regeln der Kunst kritisch auseinandernimmt und so weit es irgend geht vor den Gefahren solcher Entwicklungen warnt, sich politsche Strategien überlegt diese Gefahren und Risiken zu thematisieren, und zu verhindern!

      Bestimmte Dinge wie Wahlcomputer haben nun mal, obwohl technologosch möglich, andere, z.B. demokratiebezogene, schwerwiegende Nachteile dass diese als KO-Kriterium fingieren und es eben NICHT GEHT. Und das muss man erst mal intellektuell erkennen, und dann politisch danach handeln.

      Also z.B. Wahlen weiterhin mit Zettel und Stift in die Low-Tech-Urne, und Auts weiterhin mit einem (sicher zunehmend optimal technisch unterstützten) Fahrer an Bord, der ein Mensch ist, auch mal Fehler macht, und der Verantwortung übernimmt (was eine Blechkiste niemals können wird).

      Wer mit meinen Worten nichts anfangen kann, guckt bitte möglichst bald Kubricks 2001 – A Space Odyssee, Stichwort “Open the gate, Hale!”. Mehr gibt es zu diesem Themenkreis nicht zu sagen.

      • Moin, “null Problemo” würde ich nicht sagen. Sicher wäre es einfach eine Bahn oder einen Wagen automatisch an ein Ziel zu bringen. Dass das funktioniert zeigen beispielsweise die unbemannten Frachtflüge zur ISS und Marschflugkörper seit den 40-er Jahren. Aber du brauchst im Personenverkehr einen Plan B für auftretende Störungen. Das können Probleme von ausserhalb (Person im Gleisbett) oder beispielsweise eine technische Störung sein. Dazu kommt, dass du die Akzeptanz der Passagiere hast. Die brauchen das Vertrauen in die Technik. Bei allem was man so hört kommt das grösste Unfallrisiko für den Wagen von Google darin, dass andere von dem “da sitzt ja gar keiner drin”-Anblick abgelenkt sind – und schon kracht es.

        In Toulouse und Lyon fahren U- und Bergbahnen schon seit vielen Jahren autonom. Ich las vor einiger Zeit, dass auch die U-Bahn in Nürnberg ohne Fahrer verkehren soll. Mich würde es nicht wundern, wenn das in China der Regelfall, nicht die Ausnahme wäre. Die Piratenpartei für die ich stehe sieht in Technik eine Chance. Natürlich müssen Chancen und Risiken untersucht, abgewogen und beurteilt werden. Aber grundsätzlich “auseinandernehmen”? Wir wollen doch nicht zurück in die Höhlen, sondern unsere Umwelt gestalten. Wo sind sie, die von dir angedeuteten Horden arbeitsloser Fahrkartenschaffner und Heizer? Ich sag’s dir: Es gibt sie nicht. Es fand eine Aufwertung der Tätigkeiten statt – quer durch die Bank! Vom Fahrdiensleister bis zum Info-Point-Mitarbeiter muss sich heute niemand mehr die Füsse platt laufen oder im Fahrwind Kohlen schaufeln. Und so wird sich das Transportwesen weiter entwicken. Und wenn niemand mehr Taxi- und Strassenbahnfahrer mehr braucht weil es eben auch anders geht ist das eine Chance für die Qualifizierung – solche Systeme müssen ja auch entwickelt werden!

        Falls du mit meinen Worten nichts anfangen kannst empfehle ich Caveman. Schöne heile Welt – ganz ohne Anspruch!

        • autsch, grottenschlechter Konter. Technikbegeisterung ersetzt Bildung und kritisches Denken. Die Piratenpartei, für die Du stehst, ist unwählbar, …seit ein paar Jahren schon und in Zukunft. Leider.

  2. Klaus H. schrieb am

    Alles schön und gut.-die frage ist wo wwerden denn diese fahrzeuge weiter benutzt wenn der 1. eigentümer sich ein neues auto lesitet?? Bisher ging es ab in den “osten” oder africa. DA wurden die fahrzeuge dann bis zum zerfallen genutzt.. Das wird aber mit so einem gerät nicht mehr gehen. 01) die infrastructur fwhlt sicherlich. 02) wer repariert solche aparate 03) woher kommen reserveteile? 04) wohin mit all dem electronic schrott. Sehr genau ist bekannt, daß die elektronischen bauteile nur eine begrenzte und fast unbestimmbare lebensdauer haben.-Das es keine unfälle mehr geben wird bezeifel ich zu 100%. – eine sicherheit das hacker das steuer übernehmen wird nicht existieren.Alles was menschen erdenken kann von anderen nachvollzogen werden.-Ich würde so etwas nie kaufen. Zitat vom Daimler chef bei dervorstellung eines neuen S-models im beisein von einem model aus den 60er jahren: ob das neue model nach 40 jahren noch startet ist merh als fraglich.–

  3. Residuum schrieb am

    @Lars: Das mag für den Anfang stimmen und richtig sein, dass immer noch ein Fahrer hinter dem Steuer sitzt und eingreifen kann.

    Mir ging es aber um den weiteren Ausblick. Ab 2004 gab es die DARPA Challenge für vollständig autonome Fahrzeuge [1], auch Fachleute denken über die Abschaffung des Fahrers nach [2]. Das wird sicherlich nicht im ersten Schritt in den nächsten 5-10 Jahren geschehen. Ich glaube aber, dass wir uns über den Zeithorizont hinaus Gedanken machen sollten. Das machen übrigens auch große Firmen [3].

    Zukunftsorientierte Politik sollte sich meiner Meinung nach auch Gedanken über die nächsten 20-30 Jahre machen, ansonsten verweise ich auf das 1. Clarkesche Gesetz [4]:

    Wenn ein angesehener, aber älterer Wissenschaftler behauptet, dass etwas möglich ist, hat er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit recht. Wenn er behauptet, dass etwas unmöglich ist, hat er höchstwahrscheinlich unrecht.

    @Klaus H.: Richtig. Das ist am Rande auch im Artikel beschreiben, wenn auch nur mit Sicherheitsupdates, aber konsequent weiter gedacht, kommt man natürlich auf Deine Punkte.

    [1] http://de.wikipedia.org/wiki/DARPA_Grand_Challenge [2] http://www.tagesschau.de/wirtschaft/autonomes-auto-103.html [3] http://next.mercedes-benz.com/frazzoli/ [4] https://de.wikipedia.org/wiki/Clarkesche_Gesetze

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Wohlwollender Beobachter der Piratenpartei von Anfang an, Mitglied seit 2011 und Vorsitzender des KV München seit 2014. Ich bin der festen Überzeugung, dass es unsere Aufgabe ist, die Zukunft aktiv mitzugestalten, indem wir früh genug Entwicklungen erkennen, Chancen nutzen und Lösungen für die entstehenden Probleme finden

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