Piratenpartei als Partei des digitalen Wandels

CC-BY-SA Flaschenpost "Commons iOS app beta on various devices" CC-BY-SA 3.0 by Brion VIBBER "Old computers" CC-BY-SA 2.0 by Eurleif "Analytical Machine Babbage London" CC-BY-SA 2.5 by Bruno Barral (ByB)

Kommentare

23 Kommentare zu Piratenpartei als Partei des digitalen Wandels

  1. Rüdiger schrieb am

    Der Artikel ist sehr vielseitig! Viele Punkte sollten wirklich auch umgesetzt werden. Die Technik an sich ist wohl das größte Risiko, denn wir wissen nicht, was staatliche “Datenmagnete” mit unseren Daten anrichten oder noch anrichten werden. Ich vermisse auch Europäische eigene Computer-Systeme. Besonders Wichtig ist, dass der Mensch auch noch ein lebenswertes Leben führen kann, wenn er diese Technik für sich ablehnt. Das Bedingungslose Grundeinkommen müsste dringend mal an Teilen der Bevölkerung oder Regional auf unterschiedliche Weise erprobt werden! Wenn ich hingegen die Ökonomische Verschwendung an allen Ecken und Enden in unserer Gesellschaft beobachte, dann sehe ich noch sehr viel Potenzial per Computer-Logistik und Optimierung einiges zu verbessern. Machbar ist fast alles, doch das Optimale kann nur gefunden und eine Chance haben, wenn viel gleichzeitig erprobt wird. Ideenwettbewerbe könnten grundsätzlich ebenfalls sehr förderlich sein.

  2. Bernd schrieb am

    Zitat letzter Satz “Da unser Parteiprogramm stetig weiterentwickelt wird ist absehbar, dass das Profil der Piratenpartei als Partei des digitalen Wandels sowohl auf der Grundsatz- als auf der Forderungsebene weiter geschärft wird.”

    Leute, macht euch bitte ehrlich. Wo ist in den letzten 2 Jahren dieses Parteiprogramm weiterentwickelt worden? Bitte Beispiele nennen. Mehr sag ich nicht.

    Der Technik- und Fortschrittsoptimismus der in obigem Text steckt hat auch eine Kehrseite: Technischer Fortschritt nützt immer demjenigen, der die Macht und die Ressourcen hat, sie für sich nutzbar zu machen. In einer Zeit, in der Monopolisten wie Google, Twitter, facebook, ebay, amazon usw. auf Grund der Digitalisierung und Beschleunigung solcher Prozesse durch das Netz binnen weniger Jahre aus dem Boden sprießen und alles plattmachen oder aufkaufen was im Weg steht, also 90%-Monopole oder Oligopole errchten, in der Phänomene wie AirBnB oder Uber ganze Märkte plattmachen und neu aufrollen, dann aber in ihrer Hand, kommt man politisch mit einer libertären Haltung genau von hier bis zur nächsten Wand. Klar gibt es im WWW auch Brosamen für die Kreativen, und wer kreativ genug ist kann dann bei den ‘ganz großen’ mitspielen, oder wird sogar zu einem Spezialpreis aufgekauft. Aber von einer Partei des digitalen Wandels erwarte ich äußerst kritisches und sachkundiges Beobachten der Situation, Finger in die Wunde legen an allen identifizierten kritischen Stellen, und vor allem die sozialen Folgen dieses Wandels streng im Blick zu behalten. Die Geschwindigkeit, mit der die Reichen reicher und Arme ärmer werden ist im digitalen Zeitalter deutlich erhöht. Coca-Cola brauchte 100 Jahre um weltweit die Märkte zu erobern, Mc Donalds 50, Google nicht mal 10. Zwar sorgt der technische Fortschritt durch die Rationalisierung auch dafür, dass der materielle Wohlstand insgesamt in die Höhe geht. Das aber wie gezeigt in ganz unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Wenn die Piratenpartei nicht die sozialen Aspekte des digitalen Wandels umfassend berücksichtigt und in ihrer Programmatik sowie in praktische Politik umsetzt, bleibt sie nur wählbar für eine kleine Gruppe von technikaffinen Profiteuren dieser Entwicklung und damit ähnlich wie die FDP Mini-Klientelpartei.

  3. Sakölabo schrieb am

    Wenn dieses Plakat eine Provokation sein soll – okay. Wenn jemand ernsthaft sowas aufhängen wollte – Leute, dann können wir uns auch gleich einen Bolzen durch den Fuß schießen. Diese ganze Debatte bewegt sich bereits wieder auf einer Meta-Ebene, die die meisten Wähler überhaupt nicht verstehen werden, weil das ganze für den Einzelnen vielfach überhaupt nicht greifbar ist.

    Mit der nötigen medialen Aufmerksamkeit könnte man sich vielleicht dahingehend positionieren, Workshops, Präsentationen, Presseartikel… Die haben wir aber nicht. Und die werden wir auch nicht so schnell in einem Maße bekommen, das für eine Kampagne nötig wäre, die man um dieses Thema z.B. für eine Bundestagswahl stricken könnte.

    Dieses kritiklos Positivistische “Technik ey – voll gut und so”-Gequatsche geht mir mittlerweile ganz erheblich auf den Keks. Dieser StarTrek-verbrämte Traum, dass Technik dereinst alle menschliche Arbeit ersetzen wird und wir dann das Paradies auf Erden haben werden… Schonmal versucht, ein leeres Bankkonto zu essen? 100% Freizeit bei 0% Einkommen sind irgendwie nicht so schick. Warum sind denn wohl plötzlich so viele aus Industrie, Politik und Wissenschaft am BGE interessiert? Nicht, weil sie den Nerds was Gutes tun wollen, sondern weil ihnen klar ist, dass sie das globale Präkariat irgendwie durchfüttern müssen, damit es ihnen nicht die Paläste anzündet. Klar kann jeder per Mausklick zum Freelancer werden. Freelancer heißt aber auch oft: keine Krankenversicherung, hüpfen von einem schlecht bezahlten Auftrag zum Nächsten und dazwischen Bohnen aus der Dose.

    Die Welt befindet sich im Wandel. Das, was dabei herauskommen wird, ist eine Gesellschaft, die sich unsere Eltern-Generation nicht einmal vorstellen kann. Die kommen teilweise jetzt schon nicht mehr hinterher. Die soziale Frage, die hier entsteht, ist mit der der ersten industriellen Revolution vergleichbar – die muß unbedingt gestellt und mit neuen Konzepten unterfüttert werden. Wenn die Piraten das nicht schaffen, haben sie auf diesem Feld versagt. Wer Technik-Jubelperser braucht, der kann auch einfach in den MediaMarkt gehen. Oder zu Microsoft. Und die Leute auf der Straße werden weiterhin sagen “Träumer und Spinner”.

  4. Bernd schrieb am

    Sakölabo +1

    Um zu sekundieren: Arbeit abzuschaffen wird nie gelingen, und in einer Welt in dem Roboter alles erledigen und 100% der Menschen paradiesisch nur noch bedient werden (ok, ein paar müssen zwischenzeitlich die Roboter entwickeln, bis die sich dann selbst reproduzieren) will ich jedenfalls nicht leben.

    Piratenpartei ohne Klärung der sozialen Frage=gescheitert. Diese Partei bräuchte niemand. Wenn die FDP schlau ist, würde sie diese Fragestellungen mit mehr Geld und Manpower selbst bearbeitet bekommen und die Piratenpartei endgültig für überflüssig erklären.

    Ihr bekommt bei Menschen, die immer mehr rudern müssen um ihre Miete bezahlt zu bekommen keine fünf Stimmen mit so einem Spruch wie auf dem Plakat. Zudem ist das Plakat unverständlich, wollen die Piraten ein 99%-Hartz-4-Volk oder ein Heer von BGE-lern? Eine Gruppe der ‚Proles‘ wie in 1984?

    Wenn man Arbeit abschaffen will dann gefährliche, schmutzige, schlecht bezahlte oder menschenunwürdige. Das mögen dann Roboter machen. Aber kreative, gut bezahlte, sinnstiftende, zukunftsorientierte und gesellschaftlich nützliche Arbeit wird in einer gut organisierten Gesellschaft niemals ausgehen, und das kann auch kein Ziel sein. Man muss sie nur gerecht verteilen.

    An der gerechten Verteilung krankt es, manche schuppern 40-50 Stunden oder in Bangladesh sogar 70 und übernachten in der Fabrik, andere sitzen jahrzehntelang als Dauerlangzeitarbeitslose, ewige Studenten oder 450-Euro-Job-Hopper irgendwo rum, und langweilen sich zu Tode oder verzweifeln an dieser Ödnis, trinken, bekommen psychische Probleme und so weiter. Durch die schöne neue moderne Internetwelt steigen die Probleme an, Arbeit und Freizeit entgrenzen sich durch ständige Bereitschaft-/Verfügbarkeit via Smartfon, Heimarbeit, zerfaserte Arbeits- und Erwerbsbiografien, Erhöhung der Komplexität von Arbeit durch digitale Prozesse die langsam nur noch eine bestimmte Kaste, die der Administratoren, versteht.

    Diese Admins, im Gegensatz zum Heer der User, baut in dieser wachsenden Komplexität Herrschaftswissen auf, das auf Grund der zunehmenden Vernetzung für uns alle gefährlich wird. Es gibt einen Snowden, aber es gibt Tausende die das immer noch tun was er tat.

    Mit solchen Fragestellungen muss sich die Piratenpartei beschäftigen und dabei die Lebenwirklichkeit immer im Auge behalten. Dann wird’s auch wieder was mit dem Wähler.

  5. ZITAT: “Arbeit abzuschaffen wird nie gelingen, und in einer Welt in dem Roboter alles erledigen und 100% der Menschen paradiesisch nur noch bedient werden”

    Natürlich kann und wird “Arbeit” nicht grundsätzlich abgeschafft werden! Der nette Entwurf von der Flaschenpost ist eine Antwort auf den wahrlich dummen Standartspruch einiger Politiker verschiedener Parteien, “Sozial ist was Arbeit schafft”, der vor ein paar Jahren den Wählern suggeriert wurde. Es ist ja wohl unbestreitbar, dass durch die Industrie und den erfinderischen Geist des Menschen immer mehr Arbeitsplätze wegfallen. Dass die Menschen dadurch von der Arbeit befreit werden ist ja auch etwas Positives. Aber die Verteilung der daraus resultierenden Erträge sollte nicht in die Industrie fließen, wie es in der Vergangenheit geschah, sondern wirkliche Erleichterung für die Menschen bringen, indem sie durch eine regelmäßige Zuwendung die Menschen unabhängiger und freier macht. http://grundeinkommen.tv/grundeinkommen-ein-kulturimpuls-2/

  6. atomium2012 schrieb am

    Du forderst in Deinem Artikel ein >“Recht auf Erinnern” im Netz. Was einmal legal im Internet war, muss auch weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich bleiben dürfen.< In meiner beruflichen Arbeit mit Jugendlichen bin ich sehr oft mit der Problematik konfrontiert, dass die Kids aus Unüberlegtheit, Verliebtheit, Zwangsgründen etc. Nackfotos (teilweise auch Sexszenen) von sich ins Netz hochladen bzw. diese gegen ihren Willen hochgeladen werden. Da dies wie gesagt oft nicht unter Abwägung möglicher Konsequenzen (Bloßstellung, Verbauung einer beruflichen Karriere) passiert bzw. gerade mit dere Absicht, jemandem Schaden zuzufügen, MUSS es im Sinne des Schutzes der Privatsphäre Möglichkeiten geben, so etwas wieder zu löschen! Die Softwarespezialisten unter uns Piraten sollten daran arbeiten, wie man solche “Bilderlawinen” zerstören kann.

    • TurBor schrieb am

      Der Knackpunkt in dem Satz ist das Wort “legal”. Das Veröffentlichen von Nacktfotos von Jugendlichen, oder grundsätzlich von Nacktfotos gegen den Willen der abgebildeten Person, ist ein eklatanter Verstoß gegen Persönlichkeitsrechte und Privatsphäre und muss an der Quelle (also dort, wo es hochgeladen wurde) gelöscht werden können. Da sind wir vollkommen einer Meinung. Das Problem bei der jetzigen Auslegung des “Rechts auf Vergessen” besteht darin, dass Material, das legal im Internet veröffentlicht wurde und auch weiterhin legal online bleiben darf, trotzdem aus Suchergebnissen und Verlinkungen entfernt werden muss. Das erzeugt eine massive Rechtsunsicherheit und widerspricht einem Kerngedanken des Internets. Es ist ähnlich, wie bei der Netzsperren-Debatte 2009: Unsere Forderung war stets “Löschen statt Sperren”.

      Daneben muss aber – und das ist einer der zentralen Punkte im Abschnitt “Bildung” – besonders Jugendlichen Medienkompetenz vermittelt werden. Denn viele Bilder, Texte und Videos, die man ins Netz stellt, können sich negativ auf die beruflichen Perspektiven oder andere Lebensbereiche auswirken, und bei weitem nicht alle davon sind illegal (das klassische Beispiel wären die Partyfotos auf der Facebook-Seite). Hier darf die Politik nicht mit Überregulierung reagieren, sondern muss für Aufklärung sorgen und die Konsequenzen klarmachen.

  7. Jeder Partei die für Trade abkommen sind, sind für Armut Ausbau, Arm Gegen Reich, wer mehr Geld aus den System raus nimmt, Nimmt es der die immer weniger Geld raus bekommt. Mit Digitale Argumente allein sehe ich kein Basis, Wir haben Sozialen Netzwerke die genau das Gegenteil sind als sozial. 60% glotzen die glotze noch in Europa, Wir mussten mit unser digitalen Fähigkeiten liebe die alten sozialen Strukturen erhalten bevor es alles durch Demografischen Wandel weg gefegt wird. Es gibt immer noch Sozialen Engagement die nicht auf digitalen Niveau ist.

  8. Seidenpirat schrieb am

    Im Großen und Ganzen stimme ich dem Anliegen zu. Aus meiner Sicht müssen wir aber auch darauf drängen, dass in der digitalen Welt ähnliche Bürgerrechte gelten wie in der realen Welt. Also ich muss darauf vertrauen können, dass meine Unversehrtheit im Prinzip gewährleistet ist und dass das Gewaltmonopol bei einer demokratischen Institution (Staat?) liegt und nicht bei dem mit den besten Waffen. So wie ich ohne Leibwächter über die Straße gehen kann, so möchte ich mich im Netz bewegen können, ohne Gefahr zu laufen ausgeraubt, bestohlen, verprügelt oder getötet zu werden. Ein Gemeinwesen, welches mir rät nur verschlüsselte Daten zu senden, weil die sonst nicht sicher sind, macht genau das Gegenteil davon. Solange Internetkonzerne die Verfügungsgewalt über die Daten haben, so lange wird es eben nicht geordnet im Netz zugehen. Dann gilt das Faustrecht, und nur die Starken und/oder Geschickten können sich schützen. Der Rest bleibt auf der Strecke.

    Wir müssen dafür sorgen, dass die Anwender keine Angst haben müssen! Das ist alles.

  9. Tensor schrieb am

    @Bernd & Sakölabo: Danke – ihr sprecht mir aus dem Herzen. Ich halte dieses Plakat für – ich versuch’s mal ganz nett auszudrücken – groben Unfug. Das Selbstverständnis des Menschen definiert sich nun einmal zum Großteil aus dem, was er tut. Man kann auch Arbeit dazu sagen, darf das Wort aber nicht, wie das die anderen Parteien ausschließlich tun, auf Erwerbsarbeit reduzieren. Arbeit – das ist in meinem Verständnis JEDE sinnvolle Tätigkeit, die jemand zum Nutzen der Gesellschaft ausführt. Es gibt in diesem Zusammenhang den Spruch: Glück ist, gebraucht zu werden. Der Umkehrschluss, dass die Leute, die das System als “unnütz”, sprich unrentabel aus seinem eigenen Kreislauf ausgeschieden hat, unglücklich sind, stimmt ebenso. Die Frage ist also mitnichten, wie man durch fortschreitende Technisierung Arbeit abschafft, sondern, wie man flankierend zur Technisierung höherwertige, sinnerfüllende Arbeit schaffen kann. Beim Versuch der Beantwortung dieser Frage landen wir unweigerlich beim Thema Bildung; für sich allein gesehen schon ein Hort zur Schaffung solcher Arbeit. Bildung ist aber UNRENTABEL – Teufel auch!

    Nebenbei gesagt, gibt es durchaus im Moment noch genügend “niedere Arbeit”, die eigentlich getan werden müsste, aber, wiederum aus Gründen der Rentabilität, nicht gemacht wird. Wer’s nicht glaubt, möge sich mit einem tiefer gelegten Sportwagen nur ein paar Stunden auf den Straßen (?) in den ländlichen Gegenden im Osten der Republik bewegen oder unsere Autobahnbrücken unter die Lupe nehmen oder manche Innenstädt näher betrachten oder…

    Sakölabo: “Dieses kritiklos positivistische “Technik ey – voll gut und so”-Gequatsche geht mir mittlerweile ganz erheblich auf den Keks.” Und mir erst! Zumal viele in der Piratenpartei, das nur zu GLAUBEN scheinen, ohne je bemerkt zu haben, dass die durch Technisierung erzielten Erträge zum Großteil in die Taschen der bereits vorhandenen Monopole fließen. “Shared economy” is ja auch so ‘was von geil – stimmts? Dumm ist nur, dass alle Player in diesem Spiel irgendwann von einem großen Anbieter aufgesogen werden, der ihre “shared activities” über das Internet lenkt und koordiniert und dabei ganz nebenbei ein paar Münzen einsackt, die dem Player verloren gehen. Der Druck, den dieser große Anbieter auf seine Schäfchen ausübt, wird dabei immer größer und am Ende haben wir ein, wenn’s nicht ganz schlecht läuft, nur branchenspezifisches Monopol. Und was könnte RENTABLER sein als ein Monopol mit ganz vielen abhängigen, kleinen Schäfchen? Dass bei der “shared economy” steuerzahlende, in der gleichen Branche tätige Unternehmen dem Bach ‘runtergehen, ist nur ein kleiner, aber nicht ganz unbedeutender Nebeneffekt.

    • Rüdiger schrieb am

      “Arbeit – das ist in meinem Verständnis JEDE sinnvolle Tätigkeit, die jemand zum Nutzen der Gesellschaft ausführt.”

      Und was ist in Deinem Verständnis die Tätigkeit, welche Du für Dich selber ausführst? Viele Tätigkeiten, welche früher zum Service gehörten, müssen heute selber ausgeführt werden! …Schon dafür wäre das BGE mehr als berechtigt – Norwegen soll neulich ein BGE von 800 € bereits eingeführt haben.

      Wenn zwischendurch nicht wieder einmal alles kurz und klein geschlagen wird, dann könnte ich mir gut vorstellen, dass künftige Arbeit nicht mehr als Arbeit empfunden wird, sondern als Herausforderung gesehen werden kann oder einfach nur Spaß dahinter steht. Vielleicht besteht Arbeit künftig aus vielen einzelnen und zeitlich begrenzten Projekten, für welche dann geworben wird…

  10. Viktor schrieb am

    Ich stimme erstmal dem Grundanliegen zu, die Piratenpartei als Partei des digitalen Wandels auszurichten. Danke dafür. Dazu gehören natürlich auch der Schutz von Bürgern und Schwächeren, das übersieht der Artikel ein bisschen. Und sonst fehlt auch eine kritische Würdigung des Fortschrittsbegriff. In unserer Wirtschaft ist Fortschritt das, was Profit schafft. Das ist oftmals gut und manchmal schlecht, und gehört daher politisch begleitet.

  11. claus martin schrieb am

    “Übertragung der privaten Vorsorge und Studienfinanzierung an eine staatlich geführte Bank. Die Einbindung profitorientierter Finanzdienstleister, die momentan durch Modelle wie Riester, Rürup oder Bahr stattfindet, ist eine verdeckte Subvention an die Versicherungswirtschaft und gehört abgeschafft.”

    Das halte ich nicht für eine gute Idee, denn es schafft nur eine neue gigantische und ineffektive Behörde, die viel Geld vernichtet und keine zusätzlichen Einnahmen erwirtschaftet. Besser wäre es, wenn die Energieversorgung, die Wasserversorgung, die Transport- und Kommunikationssysteme so strukturiert würden, dass mehr als jeweils 50% durch Renteneinzahlungen finanziert werden und der Profit für Rentenauszahlungen und für die Wertsteigerung von Renten genutzt wird.

  12. Grundlegend richtige Richtung.

    Was mich etwas wundert, ist die Reihenfolge der Forderungen beim ersten Punkt “Arbeit im Digitalen Wandel”. Die hätte ich genau umgekehrt priorisiert. Das BGE würde ich da auch zunächst mal rauslassen oder höchstens als Fernziel beibehalten. So prominent als erste Forderung lockt es unter anderem Leute an, die mit den Grundlegenden Zielen der Piraten nach eigenen Angaben nichts anfangen können. Und mit denen können wir Piraten im Gegenzug dann auch nichts anfangen. Hier fehlen imho primäre Forderungen wie die Auflösung der Trennung von Amateuren und Profis, so dass z.B. Blogger nicht ständig in einer Rechtsunsicherheit leben müssen oder bei Fotorechten für Journalisten etwas anderes gilt als für andere Menschen, etc. Ein wichtiges Element sind da auch die Auflösung von alten Berufszünften und -gilden die heute als Zwangsgemeinschaften wie die IHK oder diverse Berufsgenossenschaften weiter existieren.

  13. claus martin schrieb am

    Das ist eine sehr eigenartige Einstellung zur Arbeit. Schon mal auf die Idee gekommen, dass Arbeit viel Spaß machen kann ?

    Und wer führt die notwendigen Arbeiten für unsere Gesellschaft aus, wenn niemand mehr arbeitet ?

    Keine Müllabfuhr keine Wasserversorgung keine Stromversorgung

    Wenn es keine Stromversorgung mehr gibt, sind übrigens alle Problem des Internets gelöst. Insofern ist das Plakat Klasse.

  14. claus martin schrieb am

    Digitaler Wandel ist nur ein winziger Ausschnitt der gesellschaftlichen und politischen Fragen, die bearbeitet werden müssen. Die Piratenpartei sollte sich hüten, sich auf ein so winziges Spezialthema festzulegen. Dann wird sie immer eine winzige Splitterpartei bleiben, wie die FDP. Visionen und Lösungskonzepte entwickeln, wie unsere Gesellschaft demokratischer entwickelt werden kann, so dass jeder Bürger sein Potential voll entwickeln kann und einen fairen Anteil am Volksvermögen erhält. Ausserdem die EU so stärken, dass sie ein starker Firedensfaktor in der Welt wird und global sich wirkungsvoll für fairen Handel einsetzt und die Menschenrechte verteidigt. Also keine Erbsenzähler werden.

  15. Anonym schrieb am

    Liebe Leute,

    ich bin auf diese Seite gekommen weil ich dachte dort eine Gruppe anzutreffen die die Kompetenz hat sich mit dem schwierigen Thema Internet aus zu kennen! Jedoch bin ich enttäuscht welche Meinungen Sie vertreten! Ich bin nicht gegen das Internet auch bin ich nicht gegen die Neutralität sowie die automatisierte Unterstützung von Abläufen im Alltag jedoch habe ich das Gefühl das grade diese Gruppe von Menschen die dieser Partei angehören reichlich an Realität, Ursprünglichkeit und Wahrnehmungsvermögen im Alltag fehlt. “Fortschritt ist das was Arbeit abschafft” Endlich autet sich die Gruppe mal zu dem was diese Menschen die hier hinter stecken wirklich sind! Nicht faul aber Weltfremd. Geld verdienen mit dem Computer, alltägliche Dinge erledigen mit dem Computer weil wenn alles Automatisiert ist bleibt mehr Zeit für World of Warcraft. Bloß sich nicht im waren leben Zeigen. Schon garnicht Feiern gehen, Sport treiben und mit ehrlicher Arbeit Geld verdienen. Schonmal ein Tag am See verbracht ohne Handy oder durch dem Bayrischen Wald gewandert ?? ich glaube das würde euch mal gut tuen.

    Wenn alles Automatisiert ist, am besten noch unter Kontrolle von Apple und Google und Konsorten ist auf diesem Planeten mit Individualität schluss! Die, die schlau und gebildet sind und Coden können werden Geld verdienen. Der Rest wird durch die Automatisierung und dem Kapitalismus kaputt gemacht!

    Ihr seit Nerd und sucht Erfüllung darin weil ihr euch der Richtigen Welt nicht zeigen wollt.

    Mein Beileid!

    und noch was! Sie sind gegen Überwachung und Urheberrecht ? worin soll das enden ? Barbarei ? kann ja nicht sein das sich jeder nehmen kann was er will! Im wahren Leben gibt es auch Regeln dort darf ich auch nicht alles und das ist auch gut so.

  16. Robert schrieb am

    Das Plakat gefällt mir gar nicht, weil es so negativ ist. Sollte nicht eine Partei zeigen wie es besser gemacht werden kann? Ich bin der Meinung, dass ein Fokus auf den digitalen Wandel eine gute Sache ist. Was aber noch fehlt, ist konkrete Forderungen und da bitte auch Forderungen für die Länder (Bildung?) und für die Kommunen nicht vergessen.

  17. Ute schrieb am

    Das Plakat ist hervorragend, weil es die Maximalforderung der menschlichen Selbstverwirklichung darstellt. In den USA gab es einmal die nordamerikanischen Staaten, die auf das Know-how von Wasserleitungssystemen setzten, in den Südstaaten hingegen ließ man Sklaven Wassereimer schleppen. “Sozial ist, was Arbeit schafft” oder ,,Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen”, sind Ideologien aus dem Viktorianischen Zeitalter und leider auch Grundlage für die Agenda 2010 und der Hartz-IV-Gesetzgebung. Was fehlt, ist ein humanistisches Menschenbild, an das sich eigentlich die C-Parteien anlehnen sollten. Wären sie nämlich wirklich so christlich und sozial, wie sie vorgeben, müssten sie alles dafür tun, um Verfechter einer Gemeinwohlökonomie zu sein. Denn in der vom Papst Paul II. herausgegebenen Enzyklika Laborem Exercens von 1981 heißt es sehr schön: Es ist der «Irrtum des Ökonomismus, wenn er die menschliche Arbeit ausschließlich nach ihrer wirtschaftlichen Zielsetzung betrachtet». Dort wird dem Menschen übrigens auch ein Recht auf Selbstverwirklichung zugesprochen. Zeit, um den sogenannten Christenmenschen vielleicht einmal den Spiegel vorzuhalten.

    Mit dem Einzug der Industrie 4.0 werden wir uns von dem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz endgültig verabschieden müssen. Daher führt auch kein Weg an einem europäischen BGE vorbei. An Griechenland können wir schon jetzt ansatzweise erkennen, wie man trotz materiellen Überflusses in der Welt dennoch in einer Mangelbewirtschaftung landen kann. Wer kein Geld für einen Stromanschluss hat, bleibt eben offline.

    Fakt ist, dass wir in einer neoliberal ausgerichteten Gesellschaft leben. Und das schließt jedweden Datenschutz bereits systemisch aus. Jede Verschlüsselungssoftware, die den Markt erobert, ist bereits über den Tisch des Überwachungsapparates (z. B. NSA in Kooperation mit der Finanzindustrie) gewandert. Mittlerweile überwacht jeder jeden und über das ständige Abfotografieren landet “jedermann” auch ohne seinen Willen im Internet. Wie frei bin ich eigentlich noch, wenn ich mich diesen Automatismen nicht mehr entziehen kann? Daher ist ein Grundrecht auf digitales Nichtvorhandensein ein absolutes Muss, das wir wohl nur im Zusammenhang mit einer neuen Verfassung hinbekämen. (siehe hierzu auch http://www.initiative146.de mit dem umgeschriebenen Artikel 7, Recht auf digitales Nichtvorhandensein).

    Obwohl ich die neuen Technologien für zukunftsweisend halte, muss ich mich einigen kritischen Stimmen meiner Vorgänger anschließen. Nicht umsonst gibt es Bücher wie die “Digitale Diktatur” von Stefan Aust und Thomas Ammann. Was wir benötigen, ist eine neue Debatte über Humanismus und Ethik. Ist alles erlaubt, was digital machbar ist? Wo ist unsere persönliche Schmerzgrenze? Wären wir bereit, im Zweifelsfalle uns auch selbst von den “Googles” zu verabschieden und uns wieder offline zu stellen? Welche Vorsorgemaßnahmen treffen wir eigentlich, damit wir es sofort könnten? Was passiert, wenn nicht nur der Bundestag, sondern stattdessen ein Kernkraftwerk oder Wasserwerk gehackt wird? Die politische Aufgabe der Piraten ist es nicht den neoliberalen Diktatoren netzverliebt entgegenzulaufen, sondern klare Kante zu zeigen und das ganze System, in dem wir leben, mal interdisziplinär betrachtet in Frage zu stellen. Wofür entscheiden wir uns, wenn Freiheit oder Internet zur Disposition stehen und es beides zusammen nicht gibt?

  18. Peter Buske schrieb am

    “jedoch habe ich das Gefühl das grade diese Gruppe von Menschen die dieser Partei angehören reichlich an Realität, Ursprünglichkeit und Wahrnehmungsvermögen im Alltag fehlt. “Fortschritt ist das was Arbeit abschafft” Endlich autet sich die Gruppe mal zu dem was diese Menschen die hier hinter stecken wirklich sind! Nicht faul aber Weltfremd. Geld verdienen mit dem Computer, alltägliche Dinge erledigen mit dem Computer weil wenn alles Automatisiert ist bleibt mehr Zeit für World of Warcraft.”

    Herrlich! Absolute Zustimmung!

    In der Tat fehlt bei dem aktuellen Plakat nicht mehr viel zur APPD (Anarchistischen pogopartei Deutschlands), welche zuletzt bei der Bundestagswahl mit dem Slogan “Arbeit ist scheiße” angetreten war.

    Ein Besuch auf der Piraten-Seite ist für mich immer wieder erheiternd: es ist einfach unglaublich, mit welcher Ernsthaftigkeit und Überzeugung (und welcher Selbstüberschätzung) hier wieder und wieder völliger Blödsinn gepostet und gefordert wird. Aber hey, ich bin ein Level 85 Paladin, ich muss schließlich Ahnung haben! lol

  19. Oliver schrieb am

    “Digitaler Wandel”, das ist wie Klimawandel etwas nicht-selbst-bestimmtes. Etwas das geschieht. Wenn man selbst etwas bewirkt und gestalten will, dann heißt das “Wende” wie “Energiewende”. Also: Digitale Wende Alternativ ist das, was geschieht eine Digitale Revolution, so wie “Industrielle Revolution”. Vom Digitalen Wandel zu sprechen wäre aber eine herabwürdigende verniedlichung und das Eingeständnis, dass man sowieso nicht viel selbst dran drehen kann. Es geschähe so oder so. “Digitaler Wandel” passt zur CDU. Die Piratenpartei ist die Partei der Digitalen Wende oder der Digitalen Revolution. Soviel Wording muss schon sein.

  20. Ralf Becker schrieb am

    Eine Erkenntnis, die die Piratenpartei sehr positiv von den Altparteien unterscheidet. Mit etwas Nachdenken kommt man also zu der besseren Politik.

    Hier müsste man sich jetzt konkret die Frage stellen, wie man denn überhaupt halbstaatliche Bürokratie reduzieren kann.

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