Aufstehen und die Furcht vor Rechtsextremen überwinden – Thorsten Hoffmann im Interview

Kein Fussbreit - nach einem Original von Robert Agthe | CC BY 2.0 Michael Renner

Kommentare

8 Kommentare zu Aufstehen und die Furcht vor Rechtsextremen überwinden – Thorsten Hoffmann im Interview

  1. FrauMaja schrieb am

    Ich empfinde dieses Interview als sehr seltsam bis unpassend und am heutigen Tag veroffentlicht sogar ganz ud gar daneben.

    Erstens: Es gibt in Dortmund viele engagierte Piraten, die sich aktiv gegen Rechts einsetzen. Die zu Teil offen oder auch versteckt von eben jener ‘winzigen Minderheit’, den Nazis bedroht werden. Jeden Tag. Warum fragt ihr die nicht nach ihren Erfahrungen?

    Zweitens: Der Interviewpartner spricht davon im Rat neben dem Mitglied der Rechten zu sitzen und findet das nicht schlimm. Widerum frage ich euch: Warum fragt ihr nicht die Dortmunder Ratsmitglieder der Piratenpartei nach ihren Erfahrungen? Von denen lese ich nämlich Berichte, die das Gebaren der Rechten im Stadtrat als ‘Horrorfilm’ bezeichnen.

    Drittens: Die CDU als Kämpfer gegen Rechts in Dortmund darzustellen ist schon sehr kurios. Vorallem wenn ich dann Sätze lese wie ‘Die Antifa mit ihrem schwarzen Block schadet diesem Kampf’. Entschuldigung mal. Seit Wochen hetzt die Rechte jede Woche ein- oder mehrmals gehen Geflüchtetenunterkünfte. Eine oder mehr Kundgebungen pro Woche, in denen die Nazis in der Nähe von Geflüchtetenunterkünften auflaufen und ihre Parolen verbreiten. Und wer stellt sich denen jede Woche in den Weg und ist immer präsent? Genau. Die Antifa. Und noch allenfalls die SPD. Aber die CDU definitiv nicht. Ich selber schaffe es nur zu den größeren Gegendemos nach Dortmund. Da wo großflächiger aufgerufen wird, weil die Anmeldungen der Rechten Demos nicht so kurzfristig erfolgen. Wen sieht man da? Piraten, SPD, Linke, Grüne… aber NIE die CDU.

    Dieses Interview ist eine Farce und peinlich auf einem ‘offziellen Parteimedium’ veröffentlicht worden zu sein. Es tritt das Engagement der Piraten vor Ort in Dortmund mit Füßen und verharmlost die Situation.

    • Moin Maja,

      danke für deine Anmerkungen. Weil du kritisiert hattest, dass wir “ausgerechnet am 8. Mai” ein Mitglied der CDU zum Thema “Mut gegen rechts” interviewten hatte ich gleich im Kalender geschaut, ob wir ein Piratenevent zum 8. Mai übersehen hatten. Doch da steht tatsächlich kein Termin. Auch im Redaktionskonto fand sich keine Mail, die auf ein Event der Piratenpartei zum 70. Jahrestag der Befreiung aufmerksam machte. Es gab tatsächlich keine (uns bekannte) Veranstaltung der Piratenpartei zu diesem Jahrestag, der unsere Demokratie, die wir als Piraten erhalten und verteidigen wollen, erst möglich machte (das ist keine Kritik an der Tatsache, dass wir zum 8. Mai keine Gedenkveranstaltung auf die Beine stellten. Jeder,der sich in der Piratenpartei engagiert, hat derart viel zu tun, dass es mehr als unangebacht wäre Kritik für das anzubringen was nicht getan wird).

      Dass du meinem Interviewpartner in deinem Kommentar das Wort im Mund umdrehst ist allerdings ziemlich daneben! Er sagte “Im Stadtrat sitze ich seit der Wahl neben dem Mitglied der Rechten, und ich habe keine Angst.” Du machst ein “findet das nicht schlimm” daraus. Ich frage dich: Was soll das? Verstehst du “Politk machen” darunter? Unser Interview handelt von der ersten bis zur letzten Zeile vom notwendigen Mut, sich Rechten in den Weg zu stellen. Herr Hoffmann spricht davon, selbst keine Angst zu haben – und wird von dir dafür in die Nähe der rechten Ecke gestellt. Das ist extrem unwürdig.

      Dass das Gebahren der Rechten in Dortmund einem ‘Horrorfilm’ gleicht glaube ich dir und allen die sich dort politisch betätigen sofort. Dortmunds rechte Szene dort war ja auch ein Thema in diesem Artikel. Von “Rechten in Dortmund” berichten auch viele Zeitungsartikel, auch über Twitter ist davon zu lesen. Wir möchten auch gene aus Piratensicht darüber schreiben. Da bisher noch keiner der Piraten aus Dortmund deswegen auf uns zu kam bitte ich dich den Kontakt zu uns herzustellen.

      Du sprichst in deinem dritten Absatz der CDU ein ehrliches Engagement gegen Nazis ab. Das blendet tatsächlich die Realtität aus. Die Antifa tendiert dazu alle, die nicht für sie sind selbst zu Nazis zu erklären. Es gibt aber tatsächlich mehr Möglichkeiten gegen rechtsradikale Umtriebe zu kämpfen als in der Antifa! Deswegen hatte ich Herrn Hoffmann nach Ausstiegsprogrammen gefragt, wir sprachen auch über finanzielle Mittel und das öffentliche Bekenntnis (du kannst das “aufstehen” nennen) gegen Rechts. Die Piratenpartei ist nicht der politische Arm der Antifa. Leider stellen Piraten mit Anfifa-Background gelegentlich Kritiker von Gewalt und Körperverletzung in die Rechte Ecke – nämlich dann, wenn diese Kritik die Antifa mit einbezieht. Dass du keine CDU-ler bei Gegendemos siehst mag auch auch am Auftreten der Antifa liegen. Diese Sicht kann zumindest in das Interview interpretiert werden und wird von weiteren Kommentaren zu diesem Artikel bestätigt. Denkbar ist auch, dass das typische CDU-Mitglied nicht auf Demos zu finden ist, weil es andere Möglichkeiten hat politisch Einfluss zu nehmen. Hier ist es der Mix an Möglichkeiten, der als Chance gesehen werden muss um sich den Rechten entgegen zu stellen – eben auf unterschiedlichsten Ebenen.

  2. Ysann @dalFionavar schrieb am

    Also liebe Leute! Gerade heute, am 08.05.1945 hätte ich mir wirklich einen anderen Artikel hier gewünscht als ausgerechnet indirekte CDU-Werbung, noch dazu, wo ein Peter Tauber von der CDU auf Twitter sich für Dinge rühmt, die den Nazis wirklich gefallen hätten. (Maut, VDS) https://twitter.com/petertauber/status/596657857413644289 und der dann auch noch klar macht, daß ein echter CDU’ler eh nie mit Piraten oder sonstigen Andersdenkenden zu reden braucht. https://twitter.com/petertauber/status/596664153726701569

    Sind die 70 Jahre Freiheit nach dem 8.5.1945 Euch wirklich keine Erwähnung wert? Wäre Deutschland damals nicht befreit worden, wären Parteien wie die unsere heute überhaupt nicht möglich. https://twitter.com/dalFionavar/status/596693991346823168 Das nur mal am Rande erwähnt.

    Alles in allem finde ich leider diesen Artikel wenig hilfreich, um die vielen unterschiedlichen Strömungen in unserer Partei zusammen zu führen. Aber das ist natürlich nur meine ganz persönliche, subjektive Meinung. Es grüsst Ysann

  3. @HuWutze schrieb am

    Solange Engagement gegen Nazis mit abstrusen politischen Zielen verquickt wird, schafft man keine Akzeptanz in der bürgerlichen Mitte. Die aber brauchen wir, wenn der Kampf gegen Nazis ein bürgerliches Gesicht bekommen soll. Recht hat er damit. Auch wenn seine CDU in Dortmund eher mit Abwesenheit glänzt und auch sonst in NRW und im Bund recht merkwürdige Ansichten hat. Und die Dortmunder Piraten hätte ich auch eher auch nicht gefragt. Denn die stellen die “Bürgerliche Mitte” ja eher nach rechts, statt die Dinge einfach mal differenziert zu betrachten. Denn alles was nicht so tickt wie sie, kann nicht gegen Nazis sein. So ist hier in Dortmund die vorherrschende Denkweise.

  4. Julia schrieb am

    “Die Antifa mit ihrem schwarzen Block schadet diesem Kampf. Man muss nicht linksextrem sein, um gegen Rechtsextreme zu sein. “

    +1

    Mit solchen Angriffen auf Polizisten:

    http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/dortmund/44147-Nordstadt~/Polizei-veroeffentlicht-Fotos-Diese-Kirchen-Besetzer-sollen-Steine-auf-Polizisten-geworfen-haben;art930,2471700

    erreicht die Dortmunder Antifa doch nur das Gegenteil. Von sowas MÜSSEN sich auch die Dortmunder Piraten distanzieren und linksextreme Gewalt verurteilen. Das ist aber bisher ausgeblieben, meine Frage: Warum?

  5. Stinne schrieb am

    Das Problem mit der AntiFa ist, das dort eine Menge Gestalten herumturnen die nicht demokratisch sind und repressiv gegen Andersdenkende vorgehen. Jeder der nicht ihrer Meinung ist, der ist ein Nazi. Zu einer Demo gegen rechts wrde ich nur gehen, wenn dort keine militanten linksradikalen laufen, denn mit denen mache ich nichts gemeinsam. Mit Kommunisten, Anarchisten (in der Klischeebedeutung) und anderen Vollpfosten wie Maoisten mache ich nichts gemeinsam

    Und das trifft auch auf linke Piraten aus der autonomen Szene zu. Mit Ihnen will ich nicht gesehen werden da sie Andersdenkende als Nazis betiteln und liberale Piraten als konservativ beschimpfen – nicht wenige sind gut erkennbar an der komischen orangen AntiFa-Fahne.

  6. Klüver schrieb am

    Meine Motivation, auf Demos gegen Rechts aufzutreten, wird gedämpft, wenn ich sehe, welche radikalen Meinungen ich dabei äußerlich noch vertrete. Darum schadet der radikale Teil der Antifaschisten eine breite Bewegung gegen Rechts. Denn ich gehe nicht davon aus, dass es nur mir so geht.

  7. Rüdiger schrieb am

    Es gehört wohl mehr und mehr zum Charakter der Piraten Politik in Rechts und Links einzuteilen und sich fast eher mit der Linken Gewalt zu solidarisieren (dazu findet man sogar einige für mich sehr anstößige Filme mit der Antifa) als mit der Rechten Gewalt. Ich finde Politik ist allumfassend und sollte in der Sprachlichen, argumentativen Auseinandersetzung möglichst wenig bis keine Tabuthemen kennen. Gewaltfrei hat für mich oberste Priorität. Das gilt ebenso für Konflikte in und um Europa oder in der Welt. Der eine hat sein Augenmerk auf Zahlen und Fakten, der andere sieht den Formal juristischen Aspekt oder den sozialen Aspekt und wieder ein anderer sucht nach seinen eigenen Wurzeln und einer gemeinsamen Identität. Der eine spezialisiert sich auf ein Thema und der andere möchten sich überall mit einbringen. Und das finde ich gut so. Mich selbst interessiert zudem der Systemische Aspekt oder auch der Finanzielle Aspekt. Ich finde es geschickter Politik in Wahrheit oder Lüge einzuteilen, als in Rechts oder Links.

    Als ich übrigens das Buch gekaufte Journalisten von Udo Ulfkotte gelesen hatte, kam ich durchaus zum nachdenken, denn gekaufte Politiker könnte es ebenso heißen und deren Karriere beginnt früher als mancher denkt.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Verbindlich einzugebende Felder werden mit diesem Zeichen kenntlich gemacht: *

Weitere Informationen

Archiv aller Artikel

  • Feinstaubsensoren
  • SH-STOPPT-CETA