Nach der Webcam jetzt die Waldcam?

Piraten wirken | CC BY 2.0 Michael Renner

Kommentare

7 Kommentare zu Nach der Webcam jetzt die Waldcam?

  1. Udo Rosehnal schrieb am

    Und ein Voyeur (Spanner) wird sich sowieso nicht an Gesetze halten. Die meißten Jäger sind keine Spanner, und die meißten Spanner sind keine Jäger. Also bleiben die Spanner (oder Menschen die einen Nutzen aus solchen Bildern und Videos erhoffen) völlig autark. Da kann man doch eh nichts gegen machen. Warum dann die Jäger, Forscher, Tierbeobachter, u.s.w. in ihrer Beobachtungsfreiheit einschränken. Das könnte einer Zensur gleichkommen.

    Ist nur ein Gedankengang, Gruß Udo

  2. Rolf schrieb am

    Warum in ein Register, das ist doch wieder was für die Beamten. Wenn eine Kamera aufgestellt ist, sollten Schilder in der unmittelbaren Umgebung darauf aufmerksam machen. Und da Rehe nicht lesen können, stört das noch nicht einmal die Jagt.

    • Was nutzt mir ein Schild wenn ich nicht auch noch im Wald gefilmt werden möchte? Soll ich die 5km bis zur letzten Kreuzung zurück laufen um nicht in den Fokus zu kommen? Die einzigen Schilder die im Wald etwas zu suchen haben sind die “bitte auf den Wegen bleiben”-Bitten und die Wegweiser selbst. Wenn wir anfangen auch noch zwischen den Bäumen einen Schilderwald zu pflanzen …… dann kann ich auch in der Stadt bleiben.

  3. Rüdiger schrieb am

    Ein weiters Beispiel in dem deutlich wird, wie die Digitalindustrie die Politik schachmatt gesetzt hat. Die Frage ist: Mit wieviel Toleranz muss der transparente Mensch ausgestattet sein, damit er wenigstens nicht wegen jeder Kleinigkeit und an jedem Ort und zu jeder Zeit mit dem Gesetz in Konflikt kommt? Eine Überregulierung geht fast immer auf Kosten unserer Freiheit! Schwachsinnige Gesetze gibt es schon in Fülle, doch werden diese dann auch ausgemustert?

    • Ja, das stimmt. Jäger oder Wissenschaftler sind keine Voyeure. Die neuen Richtlinien sollen auch keine Tierbeobachtung verhindern oder Jäger bei der Pflege des Wildbestandes einschränken, aber sie für die Bedürfnisse der Bürger sensibilisieren, denn die stört der Gedanke im Wald versehentlich gefilmt zu werden. Deshalb gibt es viele Bürgeranfragen, wo sich im Wald Kameras befinden. Ein im Internet einsehbares Kameraregister würde helfen. Klar, ist das wieder eine Form der staatlicher Regulierung, die schwer zu kontrollieren ist. Dennoch muss sich der Staat in öffentlichen Räumen mit solchen Problemen auseinandersetzen.Daher gibt es nun Richtlinien, dass Kameras nicht auf Waldwege gerichtet sein dürfen, von Jägern nur bei Kirrungen aufgestellt werden sollen usw. Aus meiner Sicht ist dies für Bürger ein Gewinn, aber die hier erwähnten grundsätzlichen Probleme werden dadurch nicht geregelt. Nur: wie könnte man diese Probleme lösen?

  4. Rüdiger schrieb am

    Aus Sicht eines “Bravbürgers” und mit etwas Obrigkeitshörigkeit kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Jäger oder Wissenschaftler Voyeure sein können. Nüchtern betrachtet frage ich mich allerdings, warum nicht? Das sind doch genau so Menschen wie Du und ich, oder? Richtlinien finde ich ok, wenn ihnen allerdings mittels Verwarnungsgeldern Nachdruck verliehen werden soll, dann hört der Spaß auf. Oder soll dann die Helmkammera, die Handykammera, die Kamera im Auto, das Fotografieren im Wald usw. ebenfalls mit Busgeldern belegt werden können? Wie steht es dann um Google? Bei gefährlichen Straftaten kann jede Kamera durchaus eine wertvolle Hilfe sein. Für den Rest und gerade in der Öffendlichkeit, sollten Bilder als Beweismittel nur in den aller seltensten Fällen und schon gar nicht wegen Bagatellen zugelassen sein.

    “Jäger bei der Pflege des Wildbestandes” Dazu fällt mir ein: Jäger bekommen kein Geld für eine gute Tat, sondern sie bezahlen eine nicht geringe Pacht, die so hoch ist, dass viele Jäger meinen (und sich vielfach dementsprechend benehmen), der Wald müsse ihnen alleine gehören!

    “Der Staat und seine öffentliche Räume” – Ist der Staat, durch die Umwandlung Tausender Privatisierungsmassnahmen, noch Staat? Oder existiert der sogenannte Staat, wie wir ihn noch vor der Privatisierung kannten, schon längst nicht mehr?

    “Wie könnte man diese Probleme lösen” Gegenseitige Rücksichtnahme, gegenseitiges Entgegenkommen, Höflichkeit, Rechthaberrei und gegenseitiges anpöbeln unterlassen. Siehe auch meinen vorherigen Kommentar.

    In Diskussionen und Kommentaren kann es hilfreich sein, eigene Erfahrungen zu schildern um grundsätzliche Dinge zu verdeutlichen. Mir wurde von Seiten der privatisierten Abfallentsorger (früher ein Staatliches Unternehmen ohne besondere Bedingungen) vorgeworfen: Eierschalen, einige Servietten, ein Papiertaschentuch und ein paar Blätter vom Strassenkehricht nach deren Bestimmungen, falsch entsorgt zu haben. Dies wurde (in Kurzform), mit sogenannten “Beweisfotos” dokumentiert, indem eine einzige in sich verknotete und entsorgte 25l transparente Mülltüte mit einer Klinge aufgeschnitten wurde – vorm Haus auf dem Gehweg ausgebreitet und fotografiert wurde. (Kein Scherz) Die aufgezählten Dinge gehörten ausschließlich in die Biomülltonne und keinesfalls in die Restmülltonne. Also bekam ich eine kostenpflichtige Biotonne zwangszugewiesen (in einem freiheitlichen Staat?). Als selbst Kompostierer benötige ich allerdings lediglich eine Restmülltonne. Die Firma, welche im Grunde vortäuscht staatliche Befugnisse zu haben (Zwangszuteilung einer Biotonne) war zu keinem Entgegenkommen bereit gewesen! Das Ende vom Lied, war eine Gerichtsverhandlung von über 3 Stunden Dauer, mit Drei Richtern, einer Schriftführerin, zwei von der privaten “Abfallbehörde?” und meiner Wenigkeit. Das Gericht war in Koblenz – die Sache war mit sehr viel Schreiberei, Fotos und mit Fahrtkosten verbunden. Ich musste mich für jedes weggeworfene Teil rechtfertigen. Das Ende vom Lied, ich habe mich (dummerweise) auf einen Vergleich eingelassen, dafür entsprach das Ergebnis meinen Erwartungen, denn die Zwangszugeteilte Bio-Tonne wurde rückwirkend zurück genommen. Da die Bestimmungen allerdings nicht korrigiert wurden, kann ich mit der Restmülltonne auch nichts mehr anfangen, denn es genügt, wenn irgend jemand bei mir ein Papiertaschentuch entsorgt, dass ich meine halbjährige Bewährung nicht bestehe. Mein Fazit: Die, die kontrollieren verdienen, wenn sie besonders streng kontrollieren, die Kontrolle selbst liegt alleine in ihrem Ermessen. Die Verletzung der Intimsphäre hat der Zwangskunde hinzunehmen.

    Ein zweites Beispiel: Ich hatte mein Auto in der Werkstatt und wurde trotzdem nach “OWiG” beschuldigt 15 km zu schnell gefahren zu sein. Abgesehen davon, dass die “OWiG” sogar abgeschafft und somit ungültig sein soll, war ich zur geblitzten Tatzeit nachweislich und dokumentiert, auf dem Jakobsweg in Frankreich unterwegs. Trotzdem hat diese private Firma, welche früher staatlich gewesen war und derartige Aufgaben fast ausschließlich der POLIZEI überlassen hatte, (POLIZEI ist merkwürdigerweise heute ebenfalls Privat organisiert) mich wegen einer kleinen Ordnungswidrigkeit, falsch beschuldigt und mir eine relativ kurze Einspruchsfrist gewährt. Mein Fazit: Eine private Firma mit der ich nichts zu tun habe, belastet mich wegen einer Geringfügigkeit mit einem “Foto” auf dem ich nicht zu sehen bin und verlangt dafür eine Rechtfertigung meinerseits und verdient daran, wenn deren einspruchsfrist abgelaufen ist. Ergebnis: Aufgrund der abgelaufenen Frist wurde meine Beweisführung nicht angenommen und ich soll nun ca.65€ statt ursprünglich 25€ bezahlen, ich verweigere die Zahlung. Endergebnis ist offen. Ich sage es mal so, wenn jemand wegen Mordes angeklagt wurde, kann er auch nach seiner Verurteilung freigesprochen werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass er es nicht gewesen ist. Bei einer Bagatelle darf jeder jedem alles anhängen und auf dem sogenannten Beweisfoto braucht der Beschuldigte noch nicht einmal abgelichtet zu sein um für Schuldig befunden zu werden.

    Also daher meine Aufforderung: Finger Weg von immer mehr Bürokratischen Regeln! Mit unverbindlichen Richtlinien und einem freundlichen Appel an die Vernunft, kann jeder besser Leben.

    Meine abschließende Bemerkung: In Zeiten, wo mittlerweile neben “Alternativen Medien” nun nach einiger Verzögerung auch noch namenhafte Börsenberater per Mail eindringlich, vor Krieg warnen und sogar ganz aktuell Rüstungsaktien wärmstens und lautstark empfehlen, sollte in Erwägung gezogen werden, ob das Thema “Frieden” im Vergleich zu solchen, dann doch eher belanglosen Themen, genügende Beachtung findet.

    Hier ein Ausschnitt dieser reißerischen Aufmache: [Egal ob Frankreich, die Ukraine oder Syrien … Die POLITIK-MAFIA schürt weltweit Kriege. Es geht dabei um Geld. Viel Geld. Es geht um Milliarden an Dollar. Doch bisher gelangen KEINE Informationen zu dieser Mafia an die Öffentlichkeit …

    Bis heute!

    Denn heute erhalten die Leser des GeVestor-Verlags Zugriff auf das, noch, unveröffentlichte, geheime Dokument!

    Sie können mit diesem geheimen Dokument jetzt schnell 32.000 € verdienen.]

    Egal wie dieser Text nun verstanden werden kann und ob es noch seriös sein kann, auf diese Art zu werben. Bei Texten in dieser Form vergeht mir jeglicher Humor. Das sogenannte “geheime Dokument” kann ich leider nicht enthüllen, weil ich bisher diesen kostenpflichtigen Service nicht angefordert habe.

    Auch Städte mobilisieren meiner Meinung nach zum Thema Krieg. Wie z.B. Kürzlich mit dem Titel: “Tiere im Krieg” – Ausstellung in einem Naturkundemuseum.

    Ich war dort, aber schön war das nicht! Aber immerhin, für Tiere gibt es mittlerweile ein “Tier und Arten Schutzgesetz” für Menschen gibt es das leider immer noch nicht. Natürlich werden im Krieg nur noch selten Gesetze auch wirklich eingehalten!

    • Lieber Rüdiger,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Jetzt kann ich mir besser vorstellen, was du mit dem Begriff “staatliche Überregulierung ” verbindest.

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