Armut in Deutschland?

Piratenpartei-Flyer als Schiff |Piratenpartei Deutschland||CC BY 2.0|

Kommentare

6 Kommentare zu Armut in Deutschland?

  1. claus martin schrieb am

    Wir müssen aufhören, Steuergelder sinnlos zu verschwenden. Dazu gehört der Umzug des Parlaments und der Regierung nach Berlin. Der Nürburgring, die Philharmonie in Hamburg, der neue Berliner Flughafen, die vielen Zusammenbrüche von Landesbanken usw. Das Geld muss in sinnvolle Ausbildung investiert werden und in Neugründungen von kleinen Firmen. Auch die Verschwendung von Entwicklungshilfe muss gestoppt werden. Kein Geld an korrupte Regierungen. Direkte Hilfe an die Bürger, so wie die Microkredite zum Beispiel.Und Menschen, die direkte Hilfe benötigen, muss sie auch unbürokratisch gewährt werden. Jeden Tag verschwenden wir ca. 30% unserer Lebensmittel und gleichzeitig gibt es Menschen bei uns, die zu wenig zum Essen haben.Das wäre doch ein dankenswertes Betätigungsfeld für die Piratenpartei. Für die nächsten 4 Jahre alle Wahlen vergessen und die dafür eingesparte Arbeit auf direkte Unterstützung von Menschen investieren. Wenn Unterstützungskonzepte sich in der Praxis bewährt haben, werden die Wähler von alleine kommen und auch mehr Menschen aktiv in der Piratenpartei mitarbeiten. Aber erst einmal muss die Piratenpartei durch praktisches Handeln beweisen, dass sie vertrauenswürdig ist und aktiv daran arbeitet, wichtige gesellschaftspolitische Ziele zu verwirklichen.

    • Moin Claus,

      das ist ja jetzt schon etwas pauschal, oder?. Natürlich sind staatliche Ausgaben gerechtfertigt. Die Projekte sollten nur ordetlich geplant sein, nicht von Dilletanten durchgeführt. Warum soll Berlin keinen grösseren Flughafen bekommen wenn er gebraucht wird? Dass scheinbar überforderte Planer die Sache (zusammen mit viel Geld) in den Sand setzen ist zu beklagen! Aus meiner Sicht haben auch die Landesbanken ihre Existenzberehtigung – wenn sie nur täten was man von einer Bank gemeinhin erwartet: Projekte im Land zu finanzieren. Sie wurden aber zu Altersruhesitzen höherer Beamter und schaufeln dort die Gelder in tiefe tiefe Taschen. Ein Beispiel dass es anders gehen kann ist die KfW in Berlin! Faktisch staatlich agiert sie in einem politisch brisanten Umfeld sehr erfolgreich.

      Da ist, bei Grossprojekten wie bei den Landesbanken, viel Restrukturierung notwendig. Allerdings braucht es in der Partei auch die Fachleute dazu. Für Spezialisten im Finanzdienstleistungsbereich scheint die Piratenpartei derzeit kein angenehmes Betätigungsfeld zu sein, da das Misstrauen gegenüber Banken und ihrer Mitarbeiter hier allgegenwärtig ist. Erst wenn wir diesen Generalverdacht beerdigen bekommen wir fähige Leute und mit ihnen tragbare Positionen. Damit können wir dann überzeugen und gesellschaftspolitisch wichtige Ziele verwirklichen. Ein langer Weg. Er beginnt mit “Vertrauen schaffen”.

  2. Manfred Steffan schrieb am

    Bei dem ansonsten begrüßenswerten Beitrag kann ich die Argumentation gegen das Betreuungsgeld nicht nachvollziehen: Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Leistung an Kinder, sondern um die Bezahlung von Erziehungsleistung, wie sie auch das Arbeitsentgelt des Kita-Personals darstellt. Die Leistungserbringung durch die Eltern kommt dabei die öffentlichen Haushalte wesentlich günstiger als teure Kita-Plätze. Wenn man also etwas in Frage stellen will, dann das, ob es sinnvoll ist, Steuergelder für die Betreuung Ein- bis Dreijähriger auszugeben. Letzteres ist dann gerechtfertigt, wenn man Kindererziehung nicht als reine Privatsache sieht, sondern als auch im gesamtgesellschaftlichen Interesse liegend.

  3. Christiane schrieb am

    Ich persönlich halte es für wichtig, die Betreuung ein- bis dreijähriger Kinder als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu sehen und allen Eltern eine möglichst flexibel und qualitativ gute Kita-Betreuung anzubieten. Insbesondere was den Betreuungsschlüssel (also die Frage wie viele Kinder ein Erzieher/Erzieherin betreuen muss) anbelangt, ist noch viel zu verbessern und dies würde den Steuerzahler noch viel Geld kosten. Wenn man dies als Investition sehen möchte, kann man ins Felde führen, dass Statistiken die Wichtigkeit frühkindlicher Entwicklung belegen, also zeigen, dass sich die Investition für die Gesellschaft auszahlt.

    Das Betreuungsgeld wurde oft sarkastisch als “Herdprämie” bezeichnet, weil es Ein-Einkommens-Familien bevorzugt. Natürlich könnte man es durchaus als staatliche Anerkennung sehen, die verdeutlicht, dass damit die erzieherische Leistung der Familien anerkannt wird. Ursprünglich wurde es eingeführt, da August 2013 die Befürchtung bestand, dass die Anzahl der geschaffenen Kita-Plätze nicht ausreichen könnte und eine Klagewelle folgen würde.Dem war nicht so.

    Ich persönlich finde das Betreuungsgeld problematisch, weil es Eltern, die Hartz IV beziehen, das Betreuungsgeld angerechnet bekommen. Auch Alleinerziehende können davon nicht profitieren. Daher ist eben die Frage, ob das Konzept prinzipiell gerecht ist. Aber das ist wirklich Ansichtssache.

    http://www.fr-online.de/arbeit—soziales/betreuungsgeld-hartz-iv-betreuungsgeld-statt-hartz-iv,1473632,24598802.html

    In Anspruch genommen wird es laut Statistiken von Familien mit geringeren Einkommen, daher wird öfter kritisiert, dass das Betreuungsgeld dazu beiträgt, dass Kinder schlechtere Bildungschancen haben, also der Gesellschaft nicht nützlich ist. So würden falsche Anreize gesetzt. Was denkst du?

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/betreuungsgeld-union-verteidigt-umstrittenen-familienzuschuss-a-983262.html

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/betreuungsgeld-setzt-laut-studie-falsche-anreize-a-974611.html

  4. Manfred Steffan schrieb am

    @Christiane: Auf Hartz IV wird jede Form von Einkommen angerechnet, also auch Betreuungsgeld, aber das ist kein Fehler des Betreuungsgeldes, sondern von Hartz IV, das keine Anreize setzt, hinzuzuverdienen, sondern dafür Hindernisse aufbaut. Ich halte es für wichtig, dass Vorschulkinder die Kita besuchen, aber bei Ein- bis Dreijährigen sehe ich keine Gefahr für Entwicklung und Bildungschancen, wenn sie das nicht tun. In diesem Alter brauchen Kinder vor allem individuelle menschliche Zuwendung, und vielen Kitas fehlt aus Kostengründen einfach ein entsprechend hoher Personalschlüssel. Diese Zuwendung bekommen die Kleinkinder aber – von seltenen komplett gestörten Familienverhältnissen einmal abgesehen – in der Familie, und da sind Bildungsstand, Sozialstatus Migrationshintergrund etc. der Eltern völlig zweitrangig.

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