Die Stille nach dem Abgang


Kommentare

25 Kommentare zu Die Stille nach dem Abgang

  1. IG schrieb am

    “jenseite [sic] von ihr ist nur Leere.”

    Ich bin ja mal gespannt, wann sektenausstieg.net die Piratenpartei als weitere (Polit-)sekte in ihr Programm aufnimmt. Im Artuikel der Flaschenpost wird suggeriert, dass ausserhalb der Organisation keine Existenz (in dem Fall eine politische Existenz) möglich wäre. Das ist eine typische Strategie von Sekten: Zu suggerieren, die Welt außerhalb der Organisation sei tot und leer und nur innerhalb der Organisation sei ein erfülltes Leben möglich. Damit soll Angst vor einem Verlassen der Organisation geschürt werden.

    Aus eigener Erfahrung kann ich euch aber berichten: So schlimm wie im Parteiorgan Flaschenpost suggeriert ist es allerdings nicht, ausgetreten zu sein.

  2. Manfred Steffan schrieb am

    Stimmt alles, außer dem letzten Satz mit der “Leere”. Die Welt dreht sich auch ohne die PIRATEN, die Demokratie funktioniert, schlecht oder recht, auch ohne sie. Es wurde lediglich in hoffnungsvoller Ansatz für ein Update vergeigt. Nicht erst der Streit, sondern die Abwesenheit hinsichtlich Sachthemen in der Öffentlichkeit führen die PIRATEN in die Bedeutungslosigkeit. Wo werben sie z.B. mit konkreten Entwürfen für eine Grundgesetzänderung zur Ermöglichung von Volksbegehren und Volksentscheid, mit einem Entwurf für ein neues Urheberrechtsgesetz, mit einer stimmigen Neukonzeption der Grundsicherung etc.? Stattdessen Demonstrationen und Symbolpolitik, Streit und Empfindlichkeiten um Begriffe, Streit um das richtige “Weltbild”. Was fehlt, wenn ich mich für die Protagonisten solcher “Politik” nicht engagiere?

  3. Martin schrieb am

    Für jeden, der es immer noch nicht kapiert hat: Die Piratenartei ist von linksradikalen Ideologen gekapert worden, die jeden, der gegen sie auftritt, mit stalinistischen Methoden fertig machen.

    Die fitteren Leute haben den Kampf gegen diese Leute längst aufgegeben, weil sie gemerkt haben, dass er nicht mehr zu gewinnen ist. Übriggeblieben sind eben jene Linksradikalen und dazu noch Naivlinge, die immer noch an die Piratenpartei glauben, sowie ein paar Hinterwäldler, die das ganze noch nicht wirklich mitgekriegt haben.

    Deshalb kann man jedem, der selbst nicht linksradikal ist, nur raten, möglichst bald auszutreten um dem Spuk endlich ein Ende zu setzen.

    Wer anständig ist, sollte auch andere davor warnen durch seine Stimme bei der Europawahl den linksradikalen Piratenpartei-Zerstörern Ressourcen in Form von Mandaten und Wahlkampferstattungen zu verschaffen.

  4. moonopool schrieb am

    Danke für diesen Text.

    Geht $jemand, weil es sich nicht mehr mit dem Programm identifizieren kann, dann ist es schade. Denn ich glaube, unser Programm ist gut – saugut sogar. Ich weiß das. Ich schlage täglich darin nach, wenn ich Leserkommentare auf der Bundeswebseite beantworte 😉

    Aber wenn es ein Weggang aus Frust ist, dann tut er weh.

  5. thruther schrieb am

    “Deswegen ist sie auch für viele noch die politische Heimat – jenseite von ihr ist nur Leere.

    Sowas sagen sonst nur die Zeugen Jehovas

  6. sarion schrieb am

    Kodex der (Erst-) Wähler: 1. Wir werden keine Personen wählen, die zu Gewalt – sei es tätlicher oder verbaler Art aufrufen, oder Andersdenkenden ihr Recht auf ihre persönliche Meinung absprechen, oder dieses bejahen und/oder anstelle diesem tätlich entgegenzuwirken durch ihr Stillschweigen zustimmen. 2. Wir werden keine Personen wählen, die nicht zu dem stehen was sie gesagt/getan haben oder nicht gesagt/getan oder durch ihr Stillschweigen geduldet haben. 3. Wir werden keine Personen wählen, die sich über die weitreichenden Konsequenzen ihres Handels nicht bewusst sind, oder durch nichtdurchdachte Provokationen nicht nur sich selbst, sondern auch die hinten ihnen stehenden Parteien/Organisationen diskreditieren und damit auch die Werte für die diese stehen unglaubwürdig machen. 4. Wir werden keine Personen wählen, die der Lüge/des Betruges oder ähnlichen gegen den Wähler gerichteten überführt oder wegen einer Straftat vor einem ordentlichen Gericht verurteilt worden sind.

  7. Ich hätte es für sinnvoller gehalten mal zu durchleuchten, warum die Leute gehen. Es ist nicht das Programm. Die meisten stehen weiterhin zu den Zielen der Partei. Bei den meisten dürfte es der gegenseitige Umgang miteinander sein sowie dass, was in den letzten Monaten passiert ist.

    Die Aktion von Dresden war dabei eigentlich nur noch der Tropfen auf den heißen Stein. Aber dieser Tropfen zeigt: Die Verantwortlichen kleben auch bei uns an ihren Positionen oder Kandidaturen. In Sachen Machtgeilheit haben wir mit den etablierten Parteien scheinbar schon gleichgezogen.

    Aber auch schon nach der Bundestagswahl haben ja viele ihren Austritt erklärt. Vielleicht aus Frust, weil viele Wähler uns für überflüssig halten? Dann sollte man sich Gedanken machen, warum wir so abgestraft wurden. Denn es sind nicht die Kandidaten, die nicht gewählt wurden, ES WAR DIE BASIS!!!

    Ich bin ernsthaft gespannt, wie viele Piraten aktiv am EU-Wahlkampf teilnehmen. Schon beim Bundestagswahlkampf waren es nicht allzu viele…

    Ich schätze die Mühe sehr, die sich der Autor hier gegeben hat, die Piraten in einem guten Licht erscheinen zu lassen, wobei er nicht mal unrecht hat. Aber einen weiteren Halelujapost brauchen wir nicht. Uns hilft meiner Meinung nach nur noch die ehrliche Auseinandersetzung mit uns selbst. Wir müssen uns wieder zusammenraufen. Dazu gehören Gespräche auf Augenhöhe, um füreinander das Verständnis zu bekommen, welches für eine weitere Zusammenarbeit nötig ist. Und vor allem: Wir müssen aufhören, übereinander herzuziehen. Wenn wir den Menschen beibringen wollen, brüderlich miteinander umzugehen, sollten wir mit gutem Beispiel vorangehen.

    Liebe Grüße

    Thomas Matzka

    • Moin Thomas,

      danke für die Anregung, auch die Hintergründe für Austritte zu beleuchten. Tatächlich ist solch ein Artikel “in der Mache”. Den Fokus legen wir für den Augenblick jedoch auf den Wahlkampf, sodass die Analyse noch ein Weilchen auf sich warten lassen wird.

      CU

  8. Manfred Steffan schrieb am

    Antifaschisten und andere Ewiggestrige gegen Frauenhasser und Verschwörungstheoretiker: Für wen wollt ihr denn Wahlkampf machen?

  9. Max schrieb am

    Ich bin kein Pirat, aber ich kenne einige, darunter auch die Frustrierten, die sich nach einem kurzzeitigen Aufflammen politischen Interesses wieder in die innere Emigration zurückgezogen haben. Diese haben tatsächlich nach dem “Untergang” der Piraten wieder nur noch Leere.

    Erstaunlich ist auch unter diesem – eher aufmunternden als konfrontativen – Artikel, das zerfetzende Kommentare nicht lange auf sich warten lassen: Sekte, Linksradikale, Naivlinge, Hinterwäldler, Zeugen Jehovas … Ihr wisst schon, wirklich gut, wie das mit der Selbstdestruktion funktioniert. Vielleicht sollten die Piraten – sofern es sie auch in Zukunft noch geben sollte – sich als erste Partei lang und breit mit der Funktion und dem Funktionieren von interner Kommunikation beschäftigen. Das wäre avantgardistisch und klug werden aus Schaden. Ich werde euch nicht wählen, denn ich habe eine politische Heimat, aber ich werde euch vermissen, denn es gab wenig, was so aufregend (in vielerlei Hinsicht) und so erfrischend war, wie ihr.

  10. teyron schrieb am

    Auch die Ex-Wähler gehen, manche leise, manche wollen noch die Türe knallen. Werte es selber.

    Wir kennen das alles aus dem richtigen Leben. Man lernt sich kennen, findet Interesse aneinander und wenn die Ziele identisch sind geht man ein Stück des Lebens miteinander.

    Man reibt sich, man streitet sich, versöhnt sich und wenn das gemeinsame Ziel immer noch vor einem leuchtet geht es weiter.

    Wenn aber das Ziel nicht mehr identisch ist, dann ist es Zeit einen Schlussstrich zu ziehen und zu sagen: Ok, war eine schöne, eine aufregende Zeit, aber nun geht sie zu Ende. Grosse Menschen gelingt es dabei sich die Hand zu reichen und es im Guten zu beenden.

    Damals als die Piraten wie ein Komet am Himmel aus dem Stand in die Parlamente einzogen lag eine große Hoffnung der Menschen auf ihnen. Zur richtigen Zeit mit den r(w)ichtigen Themen beschäftigt.

    Tolle Worte im Grundsatzprogramm, ganz großes Kino.

    Dann aber holte die Realität uns ein, klein-klein-winzig klein. Streit, Zank, Hader, Ellenbogen die gnadenlos eingesetzt wurden. Gefühlt eine Million Blogs mit dem Thema: So kann es nicht weitergehen. Vernunft ging unter im Geschrei, Gebrüll, Gesinnungsschnüffelei und Eifersucht, ich will aber das große Schüppchen.

    Es wurde geschrieben – intern – in der Presse behandelt, geschrieben und geschrieben aber scheinbar nicht gelesen – zumindest wurde nichts umgesetzt, nun GETAN.

    Infantile Aktionen unter dem Tenor: Das bringt mich auf die 1. Seite überlagerten die vernünftige Arbeit der Familienväter zwischen 30-40. Und verkannte das das Spielen mit emotional hochbeladenen Themen auch nach hinten losgehen und ins Gegenteil, in die Gegenwehr umkehren konnte.

    Geprägt wurden die Piraten mehr und mehr aus dem urbanen Jugendsubkulturen, ein Experimentierfeld in dem alles möglich, heute hier morgen dort, zu sein schien.

    Aus dem „Kiez“ wurde die Partei mit Extrempositionen gespeist die keinen Menschen interessierten, so wie Unisextoiletten, Inzestverbot (wer will schon wirklich mit seiner Mutter), 3 und mehr Personenehen. Die Liste könnte ellenlang fortgesetzt werden.

    Klein-klein-noch kleiner verwässerte es aber die Positionen die wirklich zu diskutieren oder zu ändern waren

    Dumm nur, das wir „das dumme Stimmvieh auf Bild Niveau (org. Zitat im Moment nur zu faul zum suchen) nicht in einem „Kiez mit dem Thaipuff nebenan“ sondern in Kleinkleckersdorf oder Oberklitschbach leben, wohnen, unserer Arbeit (ja volle 8 Stunden – auch dann wenn wir keinen Bock nachgehen, unsere Kinder großziehen und die Probleme des täglichen Lebens meistern müssen.

    Zwei Welten, zwei Lifestyl prallen hier aufeinander die an den Rändern nicht mehr zu verbinden sind.

    Unseres Erachtens ist es aber auch eine Generationenfrage zwischen den, wir wollen sie die Einfachheithalber sie hier Erwachsenen nennen (siehe oben bei den Familienvätern) die mit großer Verantwortung in festen Bezügen leben und den spät pubertierenden, die sich mit Mitte- Ende Zwanzig immer noch in einer Eckspermentierphase befinden. Etwas „mit Kunst machen“, umdenken, sich „neu erfinden“.

    Gut, wir waren auch so, siehe die Krawalle der 70ziger, 80ziger und wir haben es hinter uns gelassen. Alles funny, lebhaft, schrill, aber auch unverbindlich, veränderbar, im Fluss.

    Und damit kommen wir zum Schluss. Politik ist ein ernsthaftes Werk und natürlich steht es jeder Partei zu ihren Kandidaten zu ernennen, zur Wahl zu stellen.

    Und uns dem Wähler steht es frei zwischen all den Angeboten diejenigen herauszusuchen die wir als verantwortungsvoll erleben und von dem wir hoffen dass er einen guten Job macht.

    Das sehen wir seid heute bei der Piratenpartei nicht mehr.

    http://ankedomscheitberg.de/?p=1336

    ***Gewählt wurden auch zwei Kandidaten der PPEU für das Amt des Kommissionspräsidenten.

    Peter konnte leider selbst nicht dabei sein, er wird per Haftbefehl gesucht***

    Ist das was das Fass zum Überlaufen bringt.

    So „spielt“ dann weiter Politik, aber hier trennen sich unsere Wege, endgültig. Wir werden uns umorientieren.

    Tschüss…

  11. Manfred Steffan schrieb am

    @Max: Wir leben im 21. Jahrhundert und nicht in den 1920er Jahren. Freiheit und Demokratie steht ein breites Spektrum totalitärer Bestrebungen gegenüber (Faschismus, Stalinismus, Islamismus etc.). Den Kampf lediglich auf den Faschismus zu fokussieren wirkt, wie aus der Zeit gefallen. Und wer dabei selbst totalitäre Methoden anwendet, baut auf, was es zu bekämpfen gilt. Fortschrittlichkeit sieht anders aus.

  12. kritischer Beobachter schrieb am

    Fraglich, ob dieses Sittengemälde realitätsnah ist, das Ex-Piraten als bedeutungslos ansieht, und das Verlassen dieser politischen Heimat als ‘nur noch Leere’ bewertet.

    Hier steckt der Autor scheinbar recht tief in einer Filterbubble und in einem religiös anmutenden Denken.

    Ich sehe zum Beispiel eine Cornelia Otto, die bei den Piraten austrat, und zwar nicht wegen politischem Dissens, sondern wegen der Erfolglosigkeit der Partei bei der letzten BTW, sie wollte in den BT, das klappte nicht, jetzt arbeitet sie im Bundestag, in anderen Zusammenhängen, aber für die gleiche Sache. Bei den LINKEN, einer Partei, die ganz bestimmt nicht durch Leere glänzt, und die inzwischen auch Netzpolitik kann, wie z.B. MdA Halina Wawzyniak täglich beweist.

    In Sachen Snowden und NSU-Affäre ist ein MdB Christian Ströbele emsig aktiv, und entfaltet dabei mehr Wirkung als die gesamte Piratenpartei, der das Thema scheinbar durchgerutscht ist, obwohl die Kernkompetenz voll treffend.

    Umgekehrt wird ein Schuh draus: wenn die Piratenpartei derzeit so aufgestellt ist, dass sie Twittershitstorms und Selbstzerfleischung durch kollektive Rücktritte, um Neuwahlen zu erzwingen und das Kräfteverhältnis in der Partei umzupolen, also reine Machtpolitik, wichtiger nimmt als inhaltliche Arbeit, zumindest ist das in der Außenwahrnehmung seit längerem so, dann wenden sich eben die, denen Inhalte wichtiger sind als Köpfe, ab, und entfalten ihre Aktivitäten an anderen, wirksameren Orten. Piraten gingen zu Mehr Demokratie e.V., Fraktionäre in den Parlamenten machen, zum Teil, gute Arbeit, die überschattet wird in der öffentlichen Wahrnehmung vom Lagerstreit und Machtgerangel auf Parteiebene, und inzwischen arbeiten Piraten, ohne sich dazu zu bekennen, Piraten zu sein, politisch, weil die Bezeichnung ‘Pirat’ langsam einen negativen Touch bekommt. Nicht wegen irgendwelchem Bombergates, sondern wegen dem Machgerangel und den Machtkämpfen, die das Bombergate hypten, als Geschenk des Himmels erkannten und operationalisierten, weil sie Morgenluft witterten. Dises Gerangel hat inzwischen Dimensionen erreicht, die andere Parteien durch Strukturen abfangen, also Präsidien, erweiterte Parteivorstände, kleine Parteitage und Delegierte. Die Piratenpartei als Organisation erweist sich nun, in der krisenhaften Phase, als völlig unfähig, ihre Arbeitsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Zwischen einem durch 3 Putschisten ganz bewußt und kalkuliert handlungsunfähig gemachten BuVo, der nun für genau diese 3 Putschisten einen Wahlparteitag veranstalten soll, und sonst am besten gar nichts mehr tun darf, und einem Bundesparteitag ohne Delegierte liegt an Strukturen genau – nichts. Und strukturelle Reformen in der Krise – vergesst es! Würde man jetzt strukturell reformieren wollen, würden die verschiedenen Lager jeweils versuchen, Vorschläge durchzudrücken die IHNEN nützen und der Gegenseite schaden. Strukturreformen macht man in Friedenszeiten, nicht in der Krise. Was man aber in der Krise machen muss, ist zu lernen. Um in Friedenszeiten dann das Gelernte umzusetzen. Man kann über die GRÜNEN lächeln, und deren komplizierte Regularien und Strukturen. Da gibt es Parteiräte, die aber nur zu maximal 1/3 mit Mandatsträgern besetzt werden dürfen, dazu noch quotiert. Auf Parteitagen gibt es Leitanträge, die nur modifiziert werden könne, wenn sich dafür Mehrheiten finden. Rednerlisten sind quotiert, und Redeplätze werden zum Teil ausgelost, um sich nicht a la Piraten Parteitagen in stundenlangen Dauerdiskussionen und GO-Schlachten zu verzetteln. Es gibt einen Zeitplan, wenn man hängt, wird die Sitzung gestrafft, all das ist dabei stets demokratisch und auch Gegenmeinungen werden nicht nur gehört, sie werden auch nicht mit Schmähungen, Getöse, twittergedisse oder anderem Störfeuer bekämpft. Ein Grünen-Parteitag ist im Vergleich zu bestimmten Piratenparteitagen ein Hort der Fairness, des geordneten Ablaufs, der an Inhalten orientiert, und vor allem geprägt ist durch sachorientierte Debatte und Effizienz. Piraten müssen noch viel lernen, als Organsiation wie als Individuen, um erfolgreich bei Europa-Bundes- und Landtagswahlen zu sein und ihre politischen Inhalte auch umzusetzen, also gehört zu werden.

    Im derzeitigen Zustand wird die Partei nicht gehört, weil sie inhaltlich nichts auf die Reihe bekommt, das Ganze wirkt wie eine Abwärtsspirale.

    Tot ist die Partei deshalb noch lange nicht, aber es droht das Schicksal der ödp. Also 1-2%, Nichtvertreten-Sein bzw. das rausfliegen aus sämtlichen Parlamenten, Bedeutung lediglich partiell lokal.

    Nur Professionalisierung kann dafür sorgen, dass die Piraten erneut in Parlamente einziehen, gehört werden, politisch ernst und wahrgenommen werden. Daran ist zu arbeiten, statt sich auf einzelnes inaktzeptables Verhalten zu focussieren, mit nur einem einzigen Ziel: den anderen rauszuekeln bzw. wegzudrängen, um an seiner Stelle dann die eigene Agenda durchziehen zu können. Dafür wurde die Piratenpartei aber nicht gegründet. Gegründet wurde sie um einen kolaborativen Ansatz zu verfolgen, gegen die mächtige Verwertungsindustrie, sharing is caring, das war der Grundgedanke, der sich in weitere Politikfelder ausdehnte. Entkriminalisierung von Drogen, Demokratieupdate mit mehr kooperativen Ansätzen a la Dänemark oder Kommunalpolitik, weg vom Katz-und-Maus-Spiel Koalition-Opposition, so war man angetreten. Nun macht man innerparteilich genau das Gegenteil, versucht, Koalitionen zu schmieden um die vermeintliche Opposition loszuwerden. Man glaubt, wenn man die Machtfrage in der Partei (natürlich jeweils für sich) entschieden habe, wäre der Weg in eine goldene Zukunft frei. Dumm nur, dass das nicht stimmt. Wer wesentliche Gruppen aus der Partei rausdrängen will, schwächt sie insgesamt. Wer dabei noch jegliches Maß an zwischenmenschlichen Umgangsformen vermissen läßt, stört dabei die Organisation zusätzlich. Manche Piraten scheinen zu glauben, wer am lautesten rantet, hat recht. Leider ist es in der Realität umgekehrt.

  13. grafenburger schrieb am

    @ kritischer beobachter Schön geschrieben. Eines von gefühlten 1 Millionen „so kann das nicht weitergehen“. Fragen uns nur – geschrieben wird viel aber liest es auch wer? Von mit auseinandersetzen mal gar nicht gefragt. Ist vielleicht auch ein Nachteil bei den Piraten – schreiben dürfen alle – nur ein Feedback gibbet nicht, oder hat mal wer EX-Wähler gefragt warum sie die „Schnauze voll“ haben? Gibt es außerhalb des „gut vernetzten“ Piratenuniversums noch was??? Vertrag ist gekündigt.

    P.s. Kommentarfunktion ausser Kraft setzen bringt zwar Menschen dazu zu schweigen aber hindert sie nicht am Denken.

  14. angelika schrieb am

    Ich denke das Problem der PP ist nicht mehr zu lösen, Quadratur des Kreises, indem der Kern des Problems eine Lösung unmöglich macht. Inzwischen ist es doch so, wird es laufengelassen endet es im Nichts, wird eingegriffen ebenso. Hier wird das Problem der PP deutlich erkennbar: http://www.sueddeutsche.de/bayern/umstrittener-facebook-eintrag-piraten-zensieren-piraten-1.1492857 Ich will hierbei Teyrons Klischee erwachsen kontra kindlich naiv anwenden. Wieder (einmal) eine schlecht durchdachte „machen wir mal eben“ Spontanaktion der NAIV-Fraktion, die sich wieder einmal nicht klar war, „mit emotional besetzten Themen spielt man nicht“. In der aber nun „Erwachsene“ eingegriffen und „mit der Faust auf dem Tisch geschlagen haben“. Große Empörung! Die PP muss sich entscheiden ob sie vernünftige, d.h. ernstzunehmende Politik innerhalb des politischen Systems machen will – oder mit hammsammsamm und rattata, d.h. mit gezielten Provokationen auf sich aufmerksam machen will. So sollte es schnell tun, möglichst noch vor den kommenden Wahlen, denn alles andere wäre Betrug am Wähler.

  15. Claus Martin schrieb am

    Ich kann Angelika nur zustimmen: Weniger Worte, mehr Taten, also harte Arbeit. In jeder Gemeinde gibt es Probleme, die durch tatkräftige Bürger gelöst werden können, oft auch, ohne dass dafür öffentliche Mittel benötigt werden. Beratungsstellen im Internet einrichten, an die sich Bürger wenden können, wenn sie Hilfe benötigen oder Misstände anprangern wollen. An den Gemeinderatssitzungen teilnehmen und die Ergebnisse in Kurzform im Internet veröffentlichen ( 1 Din A4 Seite maximal ). Lokale Arbeitsgruppen vernetzen, so dass sie voneinander lernen können. Esperanto als internationale Kommunikationssprache nutzen, um leicht mit Piraten in anderen Ländern kommunizieren zu können.

  16. tomas schrieb am

    Reisende soll man nicht aufhalten und wieviele Mitglieder eine Bewegung hat ist nicht entscheidend, sondern was erreicht unsere Piratenbewegung…, und Martin ich kann nicht erkennen das unsere Piratenbewegung von linksradikalen Idiologen übernommen worden ist oder gar sich auflöst…, die Piraten gibt es inzwischen auf allen Erdteilen und in 50 Ländern dieser Welt, und überall wird für die selben Ziele gekämpft…, und das mit Twitter haben die Piraten sich selber zu zuschreiben, wer öffentlich schmutzige Wäsche wäscht, braucht sich nicht zuwundern wenn man nicht als vertrauenswürdig gilt und dadürch nicht gewählt wird….,

    piratische gute Laune Grüsse

  17. Grafenburger schrieb am

    griechenland:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Piratenpartei_Griechenlands

    Im Laufe des Jahres 2013 kam es zum Austritt mehrerer Gründungsmitglieder und Mitgliedern des Lenkungsausschusses, unter anderem von Giorgio Mariotti und Michalis Petropoulos [9] . Diese begründeten ihren Austritt damit, dass “Machenschaften des alten Systems die Partei gekapert” hätten.[10] [11] [12] Sie gründeten eine neue Partei namens ΠΕΙΡΑΤΕΣ – Αμεσοδημοκρατικό Κίνημα Ελλάδας (Piraten – Bewegung für direkte Demokratie Griechenland).[13][

  18. Grafenburger schrieb am

    schweiz:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Piratenpartei_Schweiz

    Im Herbst 2013 kulminierte ein Richtungsstreit an der Generalversammlung in Genf zu einer massiven Austrittswelle. Zahlreiche aktive Vorstandsmitglieder und ehemalige Parteiexponenten haben mit ihrem Austritt ihren Unmut bekundet. Hauptkritikpunkt war dass die Partei “mit sich selbst beschäftig” war und darum politisch irrelevant wurde. Im Zuge dieser Austrittswelle hat sich die kantonale Sektion Basel aufgelöst und die Sektion Aargau sich von ihrer Mutterpartei getrennt.[18]

  19. Manfred Steffan schrieb am

    Ich will nur eines wissen: Stehen die PIRATEN für das beharrliche Updaten des bestehenden Systems (freiheitlich demokratischer Rechtsstaat und Sozialstaat des Grundgesetzes), d.h. die Arbeit in den Niederungen seiner Gesetze und Institutionen (dann bin ich dabei) oder vertreten sie ein anderes Konzept, mit Fundamentalopposition, Protestkultur und Gewaltbereitschaft? (dann kann weitermachen wer will) Bevor das nicht geklärt ist: kein Handschlag im Europawahlkampf.

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