Quo Vadis Piraten – Auf den Inhalt kommt es an


Kommentare

14 Kommentare zu Quo Vadis Piraten – Auf den Inhalt kommt es an

  1. Fresser schrieb am

    Sanft wie ein Lämmchen stellt sich derjenige, der sich ein Büro mit Herrn Höffinghof teilt, der immerhin ehrlich genug ist zu sagen, dass er ein Sozialismus will.

    Und Sie, wollen sie auch ein Sozialismus wie Herr Höffinghof?

  2. CK_eins schrieb am

    @Fresser: Und wenn, wo ist das Problem? Da selbst die engsten Kernthemen der Piraten den Prinzipien des Kapitalismus ein gutes Stück entgegenstehen, sollten grundlegende Alternativen zumindest bedacht werden. Man muss sich ja nicht damit abfinden, am vermeintlichen Ende der Geschichte angekommen zu sein.

  3. kritischer Beobachter schrieb am

    schön sachlich zusammengefasst. Aber so sachlich Herr Reinhardt auch argumentieren mag, sofort im ersten Kommentar wird aus einer Bürogemeinschaft eine Glaubensgemeinschaft konstruiert, so nach dem Motto wer mit Herrn Höfinghoff in einem Büro sitzt, muss auch dessen Meinung teilen. Wenn der innerparteiliche Diskussionsprozess unsachlich in Form eines Glaubenskriegs geführt wird, wird das aber leider gar nichts. Sehen wir uns die Argumente an: Herr Reinhardt stellt die Macht- und die Gerechtigkeitsfrage. Nicht zu Unrecht. Wie man diese Fragen aber auflöst, also zum Beispiel durch politisches Handeln dafür sorgt, dass Macht besser verteilt wird, und in ihrer Wirkung dem sozialen Ausgleich und nicht dem Gegenteil dient, oder ob man es bevorzugt, die Macht bei den Schwachen zu konzentrieren, diese also mächtiger zu machen, um die Umverteilung von oben nach unten zu verbessern, und ab wann die “Macht der Schwachen” in einen wie auch immer gearteten Sozialismus übergeht, in dem zu geringes Verantwortungsbewusstsein zu Wohlstandsverlust für alle führt, das sind Fragen, die man politisch ausdiskutieren sollte, um Lösungen, angepasst an die Problemlagen, zu finden und zu promoten. Was spannend dabei ist: innerparteilich kann die Piratenpartei, da sie dabei sehr große Freiheiten hat, eine politische Richtung schon mal organisieren, also z.B. innerparteiliche Machtfagen austarieren und so organisieren dass keiner zu mächtig wird, aber die Mächtigen ihre Macht auch nicht missbrauchen können, und Dinge, die sie politisch nach aussen fordert, wie mehr Teilhabe oder direktere Demokratie, schon mal parteiintern vorleben. Wenn die Akteure innerhalb der Partei, Reinhardt ist einer von ihnen, es nicht hinbekommen, das zu organisieren, werden sie es extern, also in der Gesellschaft, erst recht nicht hinbekommen. Die Analyse der Situation wie von Reinhardt vorgenommen ist dabei der erste Schritt. Schon diesen überspringen manche Piraten sehr gerne, sie sind ungeduldig, und wollen sofort “Dinge tun”. Diese Impulsivität hat ihren Charme, führt aber nicht zu dauerhaftem Erfolg. Es müssen nämlich fundiert auf eine sorgfältige Analyse, also dem Stellen der richtigen Fragen, zweite und dritte Schritte folgen, also die Diskussion von Lösungswegen, das Sich-Verständigen auf einen oder an verschiedenen Stellen auch ggf. mehreren Wegen, die man gehen will, und das In-Die-Tat-Umsetzen, also das Gehen dieser Wege. Wenn Piraten dabei neue Wege gehen wollen, ist das zusätzlich schwierig, denn wie der Sänger Heinz Rudolf Kunze in seinem Lied “Ich geh meine eigenen Wege” richtig feststellte: “eigene Wege sind schwer zu beschreiten, sie entstehen ja erst beim Gehen”. Sehr schnell rutsch man dabei ab, und fällt auf eingefahrene Gleise, die alten Wege eben, zurück. Insbesondere in Krisen ist der Reflex, sich die alten Feindbilder zurückzuholen, oder zu projezieren, groß. Das ist menschlich, und menschlich verständlich. Begegnen kann man dem nur durch Klugheit, genügend Distanz und umfassende Bildung und Kompetenz. Die Piratenpartei hat sich zudem etwas besonders Schweres vorgenommen: neue Wege gehen in der Demokratie. Das war der Gründungsgedanke. Hilfe erhoffte man sich dabei von den neuen Medien, und der IT. Die neuen technischen Wege sind aber nicht notwendigerweise neue inhaltliche Wege. Wenn ich konservative Politik mit Hilfe des Internets fortsetzen, ist sie immer noch konservativ. Wenn ich gar versuche, mir durch die Nutzung der neuen Medien und social media einen Vorteil vor dem politischen Gegner zu verschaffen, werde ich scheitern, sobald dieser ‘nachgerüstet’ hat. Die “LINKE mit Internetanschluss” gibt es schon, es ist die LINKE, die bereits nachgerüstet hat. Sie ist sogar erfolgreicher, denn es gelingt ihr, ihr Spitzenpersonal nicht in Shitstorms und Flamewars auf twitter abzufackeln. Denn sie hat etablierte, ausreichend stabile Strukturen ‘off line’. “GRÜNE mit Internetanschluss” gibt es auch schon. Und über die FDP rede ich jetzt lieber nicht.

    Zurück zu den Piraten:

    Wenn sie das “Gehen neuer Wege” innerparteilich nachhaltig hinbekommt: Hut ab!

    Dann wäre sie auch gerüstet, so etwas gesellschaftlich hinzubekommen.

    Das Experiment läuft. Noch.

  4. person schrieb am

    Schöne Worte, wie das aber in der Praxis von Herrn Reinhardt behandelt wird schreibt er selbst hier noch viel schöner:

    https://twitter.com/Enigma424/status/446053351667793921 “Putin beruft sich auf Snowden: http://www.heute.de/putin-stimmt-vertrag-zum-anschluss-zu-und-wendet-sich-in-rede-an-russland-32393998.html … Man könnte den ja mal auffordern, seine Kooperation mit Putins Regime einzustellen…”

    Da ist also ein Abgeordneter der Piratenpartei, der in diesem Debattenbeitrag über mundäne Schlagwörter in Bezug auf die Kernthemen der Partei nicht hinaus kommt und auf der anderen Seite, ungeachtet der tatsächlichen Rede von Putin (http://www.chartophylakeion.de/blog/2014/03/18/putins-rede-zum-beitritt-der-krim/ tl;dr: Snowden kommt darin weder direkt noch indirekt vor), sich tatsächlich zu der Bemerkung hinreißen lässt, diesen Menschen, der sein Leben für eine Sache riskiert hat, die Fabio Reinhardt uneingeschränkt teilen sollte, und ganz nebenbei der Piratenpartei ein riesengroßes Silbertablett mit Goldrahmen vor die Füße gestellt hat, könne man ja mal auffordern, seine Kooperation(!) mit Putins Regime einzustellen.

    Keine weiteren Fragen …

  5. Lothar Lammfromm schrieb am

    Schöner Artikel, mit nur wenigen – aus meiner Sicht – schwammigen Passagen. Besonders gelungen fand ich die Beschreibung, wie aus der eigenen Politisierung (Kampf gg Studiengebühren, Datenschutz bzw. Beschränkung digitaler Herrschaft) ein roter Faden kondensiert wurde: Teilhabe und Bekämpfung von Machtmissbrauch. Ob das BGE Ausdruck von Expertise in sozialen Fragen darstellt, oder nicht eher eine Wegmarke dorthin, darüber könnte mensch ggf. noch diskutieren.

    Da ich nicht an die Finanzierbarkeit und Umsetzbarkeit eines BGE glaube (leider absolut nicht), fände ich eine Position schöner, die zunächst ein BGE beschränkt auf 500.000 Menschen (das wäre immer noch sehr viel – aber leistbar) als eine Art bürgerkontrolliertes/vergebenes Stipiendiatensystem überlegt. Das ließe sich dann auch – eines von heute aus betrachtet wohl eher fernen Tages – in eventuelle Koalitionsverhandlungen einbringen – und wäre ein echter Freiheitsschub für die Gesellschaft.

    @ “Fresser”

    Ich glaube, du hast da so einiges nicht verstanden.

    Herr Höfinghoff ist Anarchosozialist, und hier einer, der in Fragen politischer/sozioökonomischer Theorie gelegentlich auch mal zu Platitüden neigt. Kein Marxist. Kein Sozialist. Es liegt bei ihm auch kein Insurrektionalismus vor, auch wenn es sich bei ihm manchmal so anhört. Ist eher so eine Art Party-Anarchist und Sprücheklopfer. Geselliger Mensch und geht gerne in die Kneipe. Ein ganz harmloser Vertreter, Sie brauchen sich also keine Sorgen machen.

    Seine Mitarbeiter haben im Übrigen einen eigenen Kopf. Was nicht unbedingt falsch ist.

  6. someone schrieb am

    Inhaltlich ein guter Beitrag. Das wir die Spaltung nicht mehr aufhalten können zeigen die Kommentare in beiden Artikeln. Es wird massiv von beiden Seiten versucht Stimmung zu machen (inkl. mir) und somit die Meinungshoheit zu gewinnen. Auf zum Bruch!

  7. Saarfranzos schrieb am

    Was soll dieses kindische “Wir spielen Politiker!”-Gezanke? Statt sich unproduktiv zu zerfleischen und endlose Ergüsse zu verfassen, sollten die letzten Piraten das Ruder rumreißen und online endlich das Volk fragen, was politisch passieren soll. Nur darin könnten sich die Piraten von den gleichgeschalteten Blockparteien von “rechts” bis “links” unterscheiden!

  8. Sperling schrieb am

    Hallo Saarfranzos,

    online “fragen” ist technisch (noch?) nicht möglich wenn man eine freie Entscheidung der Teilnehmer wünscht. Die 5 Grundsätze einer demokratischen Wahl/Abstimmung (allgemein, unmittelbar, freier, gleich und geheim), sind (aktuell?) digital nicht zu gewährleisten – ein korrupter Admin genügt um alles zu fälschen.

    Es sei denn man verzichtet auf “geheim”, dann ist die Wahl aber nicht mehr frei und nichts wert 🙁

  9. Manfred Steffan schrieb am

    Ich will es mal ohne Reizworte wie liberal, sozial oder links versuchen:

    Sind wir uns einig, dass wir an erster Stelle möglichst viel Freiheit und möglichst wenig Einschränkung für den Einzelnen wollen?

    Sind wir uns einig, dass es trotz des vorgenannten Prinzips Regelungen geben soll, die den Schwächeren vor der Willkür des Stärkeren schützen? Sind wir uns einig, dass zu diesen Regelungen auch solche gehören sollen, die den wirtschaftlich Schwächeren vor dem wirtschaftlich Stärkeren schützen? Sind wir uns einig, dass zur Freiheit, soll sie nicht nur auf dem Papier stehen, auch ein Mindestbestand an wirtschaftlich gesicherter Existenz gehört?

    Sind wir uns über diese Prinzipien einig und darüber, dass man über die Einzelheiten mit Argumenten streiten kann und letztlich nach demokratischer Mehrheit abstimmen muss?

  10. Manfred Steffan schrieb am

    Links sein heißt, eine bestimmte Weltanschauung hinsichtlich gesellschaftlicher Entwicklung zu haben und für deren allgemeine Durchsetzung zu kämpfen. Liberal sein heißt, ein politisches Konzept zu haben, nach dem unterschiedliche Weltanschauungen zusammenleben können, ohne sich wechselseitig die Köpfe einzuschlagen. Weltanschauung ist bei diesem Konzept Privatsache. Momentan geht es bei den PIRATEN darum, ob sie, als Partei (!), für linke Weltanschauung oder liberales Konzept stehen wollen.

  11. Grafenburger schrieb am

    http://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=419995&page=35

    Tendenziell wird sich dann wohl das Freibeutertum heraus schälen, um sich gerade nicht dem Mainstream anzupassen. Sondern mit intelligenten, — am Rande der Legalität — plazierten Aktionen Mindermeinungen zu vertreten,

    Insofern ist sie eine Ikone der PP, hat jetzt schon mal ihren Namen plaziert und wird zukünftig ihren Weg machen; entgegen den ganzen skrotumschaukelnden Typen, die ihre Eier schon im Wasserglas abgegeben

    Und als Wähler werden euch auch nur diejenigen bleiben, welche diese am Rande der Legalität platzierten Aktionen zu schätzen wissen.

  12. Grafenburger schrieb am

    http://anarchobroni.es/2014/04/von-politik-und-richtungsstreit/

    wegen dem ding würden sie wegen öffentlicher blossstellung aus jedem kanichchenzuchtverein rausfliegen.

    es lebe die mitmachpartei in der alle “die fresse halten sollen” die keine ahnung haben.

    45:25 wer keine ahnung hat soll die fresse halten

    ca. ab 50 werden über leute wie drachenrose herzuziehen.

    1:05 meinungspuralität

    aktiv bekämpfen? freudcher versprecher …???!!!

    1:08 ???!

    1:11 abspaltung in regional — haben sie das vor??? — berlin ausscheren zu lassen?

    1:13 sozialismus – kapitalismus — >klar denkender mensch ein böses wort?

    eigentum als ganzes zu hinterfragen

    verteilung von produktionsmittel

    und wo bleibt die solidarität z.b. mit drachenrose ???

  13. Claus Martin schrieb am

    Inhaltlich kann ich den Argumenten zustimmen. Aber nicht, dass die linken Parteien das alles erstritten haben. Das Problem dabei ist natürlich, was alles als links bezeichnet wird. Ich bin zutiefst mistrauisch gegen links und rechts. Marx und Engels haben meines Wissens keine Verbrechen begangen, aber Lenin hat ca. 2 Millionen umgebracht, Stalin 20 Millionen ? , MaoTsetung 50 Milionen ? und auch Castro ist ein Massenmörder ( siehe Afrika zum Beispiel ). Wo steht die Linkspartei heute und wie würde sie sich verhalten, wenn sie die absolute Macht in Deutschland hätte ? Wann würde sie die Pressefreiheit beschränken und schliesslich ganz abschaffen ?

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