Kann der Parteitag das Zerbrechen verhindern?


Kommentare

3 Kommentare zu Kann der Parteitag das Zerbrechen verhindern?

  1. Spinni schrieb am

    Danke für das Interview. Nur leider wird die Frage aus der Überschrift, weder gestellt noch beantwortet. Schade. Mir sind da zu viele Allgemeinplätzchen drin. @Sekor: Was denkst du? Was kann der Parteitag bzw. die BuVo-Neuwahl bewirken und was nicht? Was willst du konkret tun bzw. anders machen als der jetzt noch vorhandene BuVo? Hälst du das Konzept an dem Caro arbeitet für sinnvoll und umsetzbar? Wenn ja, was sind deine Vorschläge wie wir das machen? Wenn nein, was sind deine Ideen? (Wir sind uns ja einig, dass Schnellschüsse nichts bringen, daher wird das vermutlich auch nicht in einer Amtszeit abgeschlossen sein.)

  2. kritischer Beobachter schrieb am

    Diese Wortmarke “Klarmachen zum Ändern” ist ja inzwischen richtig verbrannt, und landläufig als “Klarmachen zum Kentern” verballhornt. Auch ein paar andere Piratenforderungen drohen zu verbrennen, so z.B. die Forderung nach weniger Hinterzimmer und Filz, während der Filz und die Hinterzimmerabsprachen in der Piratenpartei massiv im Wachstum sind. Es ist inzwischen nahezu ausgeschlossen, ohne Protektion von wesentlichen parteiinternen Gruppen in leitende Positionen zu kommen. Schon vor Neumarkt war klar, dass es eine Rochade Nerz-Schlömer geben würde, und, welch Wunder, die ‘Basis’ stimmte ab wie gewünscht.

    Das liegt vor allem daran, dass es überhaupt keine Basis auf dem Parteitag ist, bis auf ein paar wenige, sondern es sind die Zeitreichen und Aktiven, die dort hinfahren, wer besser vernetzt ist, bekommt sogar Reisekosten und Unterkunft bezahlt, weil er eine “Beauftragung” hat.

    Würde jemand kandidieren, der unbelastet aber auch unvernetzt ist, er bekäme die Gegenstimmen aller Netzwerker, und da die inzwischen die Mehrheit bilden, werden solche Personen grundsätzlich nicht gewählt, egal wie geeignet sie für den Posten. In der weiteren Entwicklung einer solchen Folzokratie ist es dann ein Gegenargument, jemanden zu wählen der unvernetzt ist, nach dem Prinzip, der bekommt sowieso nichts gebacken, da gegen die Netzwerke nichts durchsetzbar ist. Die Netzwerke produzieren also ihre eigene Hierarchie, inclusive Spitzenkräfte. Das ist der Anfang vom Ende gelebter innerparteilicher Demokratie. Die Piraten werden schrittweise wie jede andere Partei. So kommen dann diese aus den Altparteien gut bekannten “Absprachen” zu Stande. Wenn 2 Lager, oder gar 3, sich gegenüber stehen, ist es ganz verständlich, wenn man, bevor man “überhaupt keinen” Kandidaten durchbringt, weil das andere Lager dagegenhält, sich auf eine Art “informelle Liste” verständigt, so nach dem Prinzip “tust Du meinem Kandidaten nicht weh, tu ich auch Deinem nicht weh”.

    Der letzte BuVo war genau diesen Prinzipien folgend gewählt worden. Dumm nur, wenn die eine Hälfte einen Satzungstrick anwendet und geschlossen zurücktritt, um dieses informell verabredete Machtbalance zu kippen, weil sie in einer gewissen Überheblichkeit glauben, ihre Zeit (die absolute Mehrheit erringen zu können) sein nun gekommen (#bombergate sei Dank).

    Deshalb das Drängen nach einem sehr sehr schnellen aBPT, denn jeder Tag den #bombergate verblasst ist ein schlechter Tag für diese Gruppe, da die oben beschriebene Chance beständig sinkt. Denn die Lagerbildung ist bereits zu fortgeschritten.

    Jeder Pirat kennt das von Liquid Feedback mit den Delegationen, ab einer gewissen Stufe der Lagerbildung ist es irgendwann unmöglich, ohne Zugehörigkeit zu einem Lager überhaupt noch irgendwas in der Partei voranzubringen in leitender Position, also als Amts- oder Mandatsträger, weil man ohne Lagerzugehörigkeit weder Amt noch Mandat bekommen kann. Das wiederum stärkt die Lagerbildung fast automatisch, der ‘Teufel scheißt auf den größten Haufen’ wie man in Frankfurt zu sagen pflegt, und die früher in der Partei erfolgreichen Freelancer und Freibeuter sind Folklore oder Historie, je nach Sichtweise. Manche haben noch ein Mandat, als alten Zeiten, die meisten von ihnen haben sich aber zurückgezogen oder sind ausgetreten. Es droht nun die Machtübernahme durch die Karrieristen und Technokraten. Mangels Karrieremöglichkeiten bei den Piraten überwiegen momentan die Technokraten. Also die, die denken, man könne die Probleme der Partei mit Techniken, wie Satzungstechnik, elektronischer oder Kommunikations-Technik, SMV, Liquid Feedback und so weiter lösen. Die Richtungsdebatte wird unentschieden bleiben, denn die Alternative (Spaltung und Abdriften in die Bedeutungslosigkeit) ist für jedes der Lager zu nachteilig.

    Herr “Sekor” würde ich nicht wählen, allein schon weil er einem Lager klar angehört. Jeder kluge Basispirat muss stets gegen alle diese Netzwerker voten, so lange sie das Ziel verfolgen, die jeweils andere Seite ausbremsen zu wollen. Allenfalls könnte man Netzwerker wählen, wenn diese sich klar dazu bekennen, auch die Akteure des anderen Lagers arbeiten zu lassen und einzubinden, zum Wohl des gesamten Projekts. Die 3 Rücktrittler, die zuvor zumindest die eher lagerunverdächtige Gefion versuchten, als Mittäterin einzuwerben, haben durch eigenes Handeln bewiesen, dass sie nicht mehr wählbar sind.

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