Wahlprognose für den Bundesvorstand

Interview | CC BY Michael Renner

Auch dieses Jahr hat die Flaschenpost eine Umfrage zur Wahl des neuen Bundesvorstandes, des Bundesschiedsgerichtes und der Kassenprüfer durchgeführt. Wir verzichteten für diese Umfrage bewusst auf jegliche Kontrollmechanismen. Es gab keine individuellen Einladungsmails, keine Passwörter und keine Abfrage wer wie oft abstimmt. Natürlich ist eine solche Umfrage, wie jede elektronische Abstimmung, nicht sicher gegen Manipulationen. Die Ergebnisse lassen jedoch vermuten, dass die auf Twitter und Mailinglisten verbreitete Anleitung wie diese Umfrage “gehackt” werden kann kaum Nachahmer fand. Die Beantwortung der Umfrage war bis zum Abend des 27.11. möglich. Es haben insgesamt 430 Teilnehmer abgestimmt, bei rund 800 zu erwartenden Parteitagsteilnehmern ein guter Wert.

Bei den bisherigen Umfragen färbten wir die Balken der Kandidaten, denen es gelang eine Mehrheit der Stimmen zu holen, orange. In diesem Jahr hat kein einziger Kandidat diese 50%-Hürde geschafft. Das deutet darauf hin, dass die Wahlen langwieriger werden könnten als bei den bisherigen Parteitagen.

VorsitzVorsitzender: unklar. Zur Wahl standen neun Kandidaten. Insgesamt haben 329 Personen abgestimmt. Stefan Körner kam mit 146 Stimmen der 165-Stimmen-Schwelle der 50% am nächsten. Mit deutlichem Abstand folgt Thorsten Wirth, der 96 Stimmen erhielt. Alle anderen Kandidaten hatten weniger als 20% der Stimmen erreicht. Immerhin 4 Teilnehmer wollten keinen der Kandidaten als Vorsitzenden sehen.

Stellvertreter_2013Stellvertreter: unklar. Für die zwei Posten der Stellvertreter bewerben sich acht Kandidaten. Eigentlich gibt es nur drei aussichtsreiche Kandidaten: Caro Mahn-Gauseweg, Christophe Chan Hin und Björn Niklas Semrau. Mit 14% hat sich ein deutlicher Prozentsatz der Piraten aber noch nicht entschieden oder findet keinen passenden Kandidaten auf der Liste. Das könnte sich inzwischen geändert haben, da es inzwischen zwei weitere Kandidaten gibt: Stephan Bliedung und Daniel Düngel. Vielleicht kandidieren auch noch Kandidaten die nicht zum Bundesvorsitzenden gewählt wurden, oder es gibt Spontankandidaturen auf dem BPT.

Schatzmeister_2013Schatzmeister: unklar. Mit Stefan Bartels gab es bei Erscheinen der Umfrage nur einen Kandidaten. Stefan kam jedoch mit 46% nur nah an die 50%-Schwelle. Inzwischen gibt es drei Kandidaten: die derzeitige Schatzmeisterin Swanhild Goetze, Stefan Bartels und Bastian Krone.

Generalsekretär_2013Generalsekretär: unklar. Auch hier gibt es keine Mehrheit für den einzigen Kandidaten Hendrik Stiefel. Allerdings hat Hendrik inzwischen seine Kandidatur zurückgezogen. Es gibt aktuell einen anderen Kandidaten: Stefan Blaszkowski.

Politischer GeschäftsführerPolitischer Geschäftsführer: unklar. Von den vier Kandidaten bekommt Florian André Unterburger mit 121 Stimmen bzw. 37% die grösste Zustimmung. Das reicht allerdings nicht um ins Amt gewählt zu werden. Trotzdem gilt Fl0range mit 8% Vorsprung vor Björn Niklas Semrau als aussichtsreicher Kandidat auf diesen Posten.

Beisitzer_2013Beisitzer: unklar. Insgesamt gibt es drei Beisitzer im Vorstand. Darauf bewerben sich neun Kandidaten. Mit 159 Stimmen blieb Gefion Thürmer 2% unter 50%. Veronique Schmitz folgt ihr mit 37%, Ali Utlu erreicht 34%. Aber auch hier gibt es neue Kandidaten: Stephan Bliedung, Daniel Düngel und Christoph Grüner. Vielleicht sind diese wählbar für die bislang unentschlossenen 11,5%? Dass Gefion so viele Stimmen bekam und damit nur knapp die Mehrheit verfehlte kann auch daran liegen, dass die Leser der Flaschenpost der Chefredakteurin der Flaschenpost auch das Amt als Beisitzer zutrauen. Ob die Mehrheit der akkreditierten Piraten ähnlich wie die Schnittmenge der Umfrageteilnehmer und Flaschenpostleser sieht wird erst die Auszählung der Wahlzettel zeigen.

Schiedsrichter_2013Bundesschiedsrichter: unklar. Das Bundesschiedsgericht besteht aus fünf Richtern und zwei Ersatzrichtern, auch hier gibt es neun Bewerber. Und auch hier konnte keiner eine Mehrheit erreichen. Benjamin Siggel bekam 45% der Stimmen, Markus Gerstel, seit 2011 im Bundesschiedsgericht, holte 40% und Michael Ebner 33% (er zog seine Kandidatur inzwischen zurück). Allerdings folgen vier weitere Kandidaten dicht auf: Daniela Berger mit 32%, Georg von Boroviczeny 31%, Claudia M. Schmidt, ebenfalls seit 2011 im Bundesschiedsgericht, 30% und Florian Zumkeller-Quast 27%. Immerhin 21% konnten sich für keinen der Kandidaten entscheiden. Diese Wahl verspricht auf jeden Fall ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu werden.

Kassenpruefer_2013Kassenprüfer: unklar. Auch hier gab es keine Mehrheit. Auffällig ist der grosse Anteil der “keinen dieser Kandidaten”-Wähler”: 27% – die höchste in der Umfrage. Thomas Gaul holte 40%, Ulrike Mös 36%, Sabrina Augustin, schon jetzt Kassenprüferin, bekam 34% der Stimmen, Christoph Löhr, auch er bereits Kassenprüfer, 28% und Robert Geislinger, der fünfte im Bunde der Bewerber 22%. Die Kassenprüfer verrichten ihre Aufgabe meist still und unauffällig. Dabei ist ihre Aufgabe durchaus verantwortungsvoll: Sie stellen die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung bzw. der Buchführung fest.

Die Ergebnisse könnt ihr als csv-Datei runterladen. Bitte hinterlasst in den Kommentaren eure Eindrücke, wenn ihr die Ergebnisse anders einschätzt!

Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle noch am Sylvia Poßenau, für die Bereitstellung des Limesurvey für unsere Umfrage und selbstverständlich an alle Teilnehmer unserer Umfrage.

About Michael Renner

Meine Karriere als Redakteur bei der Piratenpartei startete 2009 beim Bundesnewsletter, aus dem 2010 die Flaschenpost hervor ging. Im Sommer 2012 wurde ich stellvertretender Chefredakteur, Anfang 2014 Chefredakteur. Da die unzähligen Aufgaben an der Spitze der Flaschenpost einen Vollzeitjob in der Freizeit mit sich bringen machte ich nach zwei guten, aber auch stressigen Jahren zwei Schritte zurück und gab die Redaktionsleitung ab. Die gewonnene Freizeit wird in die Familie und mein zweites grosses Hobby, den Amateurfunk, investiert.


Kommentare

Ein Kommentar zu Wahlprognose für den Bundesvorstand

  1. lupusas schrieb am

    Hi, habe innerparteiliche Diskussion nicht genau verfolgt. Wieso kandidiert unser bestes Pferd im Stall […], die eloquente Marina, für kein Mandat? Da würde es keiner Quote bedürfen, da sie mit weitem Abstand die Piraten am besten repräsentieren würde. Nach meinem letzten Wissenstand war sie nach Abschluss ihres Studiums wieder gewillt, sich für die Sache zu engagieren.

    Anmerkung der Redaktion: der Text wurde etwas gekürzt / Michael Renner

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