Warum sollten Grüne Piraten wählen?


Kommentare

17 Kommentare zu Warum sollten Grüne Piraten wählen?

  1. Mike Karst schrieb am

    Guter Artikel – wenn er nicht zwischendurch immer absichtlich die Piraten besser da stehen lassen würde, dann könnte man ihn sogar Grünen schicken…

    😉

  2. Im Artikel fehlt mir die Energiepolitik und der Praxischeck.

    So stimmen die Grünen in der Praxis für Überwachungsgesetze, zum Beispiel auch die Bestandsdatenauskunft (Bundesrat, zuletzt Schleswig Holstein).

    Die Grünen stimmen zum Teil gegen ihr Programm und Koalitionsvereinbarungen. In Niedersachsen wurde etwa pro Monat ein Wahlversprechen gebrochen, zuletzt stimmten die Grünen und SPD in NRW gegen die Kennzeichnungspflicht der Polizei, obwohl im Koalitionsvertrag vereinbart.

    Auch die Überwachung ala PRISM und TEMPORA dürften den Grünen während der Rot-Grünen Koalition unter Schröder bekannt gewesen sein.

    In der Energiepolitik haben die Grünen auf ihrem Atom-Parteitag für den Schwarz-Gelben Atomausstieg gestimmt und das eigene Ziel 2017 expilzit abgelehnt. Dazu gab es eine extra Abstimmung, ob an 2017 festgehalten werden soll. Siehe: http://www.anti-atom-piraten.de/2011/06/grunes-licht-zum-schwarzen-ausstieg/

    Auch beim Fracking handeln die Grünen zu kurzsichtig und lehnen es nicht wirklich ab. Siehe: https://stemke.piraten-nds.de/2013/06/25/fracking-wer-ist-dafuer/

    In wichtigen Punkten halten die Grünen in der Praxis nicht, was sie vor der Wahl versprechen. Das ist schade, aber wichtig, bei der Wahl-Entscheidung.

  3. Ich halte es für bedenklich, wie hier Postgender als Parteikonsens dargestellt wird. Nur weil wir keinen Beschluss zur Quote haben, erklärt uns das nicht automatisch postgender.

    • Das wir nicht gendern war 2009 und davor schon konsens. Die Gender-Debatte kam gefühlt erst irgendwann 2012 deutlicher hoch. Das ging ziemlich einher mit der Beitrittswelle 2.5 und dem Rückgang der Umfragewerte. Ob die Treiber von Quoten-Regelungen hier mit an Bord kamen habe ich aber nicht geprüft. Das dürfte auch müßig sein.

      Im Frühjahr 2010 gab erstmals kurz eine Debatte, zum Begriff “Piratin” und die ML der Piratinnen und Mitte 2010 wurde diskutiert, ob oder wie man deutlicher machen kann/sollte, dass wir keine reine Männer-Partei sind, ohne aber anfangen zu gendern.

      Debatten zum Gendern außerhalb der Piratinnen-Blase gab es 2010 allenfalls auf Stammtischen, wenn unsere Frauen verwirrte Grüne Gäste aufklärten.

      Ein mancher mag sich auch an die Kandidatur von Lena für den BuVo erinnern, die in Ihrer Rede gewählt werden wollte, weil sie eine Frau ist und das im BuVo gut täte. Sie hat sich dann beim Grillen bravurös geschlagen, Hut ab, aber mit so einer Forderung, wählt mich wegen meines Genders, konnte man keinen Blumenstrauß gewinnen.

      Ich denke wir sind auf dem richtigen Wege, wenn wir nach den Ursachen für unterschiedliche Beteiligung suchen und dort ansetzen, so notwendig, und nicht versuchen dem Symptom etwas auf zu zwingen.

      Die Geschäfte unserer Fraktion führt übrigens eine Frau. Hier unsere Stellenausschreibung: http://wolfsburg.piratenpartei-nds.de/2011/10/stellenangebot-fraktionsgeschaftsfuhrer/

      • Ich habe nie behauptet, dass wir plötzlich gendern sollen. Das ist eine ganz andere Baustelle. Ich habe lediglich gesagt, dass das Prinzip “Postgender” kein Parteikonsens ist.

  4. Hauke Holtkamp schrieb am

    @Mike: Vielen Dank. Der Artikel erscheint von einem Piratenautor in der Piratenzeitung. Daher ist eine Neigung zu den Piraten sehr wahrscheinlich.

    @Jürgen: Danke für die vielen Ergänzungen. Die Grünen bieten viel Angriffspotential in der Begutachtung ihrer vergangenen Entscheidungen. Ich hatte erst überlegt, das in den Artikel mit aufzunehmen. Dann habe ich mich allerdings dagegen entschieden, weil man das gleiche Maß aufgrund unserer kurzen Vergangenheit noch nicht bei uns Piraten anlegen kann.

    @Marvin: Danke für den Kommentar. Der Parteikonsens ist vielleicht noch nicht gegeben, das stimmt. Aber der Punkt bleibt ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Grünen.

    • Um ein Alleinstellungsmerkmal darzustellen müsste die Position eine Mehrheit innerhalb der Partei haben. Das ist nicht der Fall. Wir sind nicht postgender und wir waren nie postgender. Auch wenn wir uns das zwischenzeitlich gerne eingeredet haben.

  5. Michi schrieb am

    “Mehr Demokratie”? Frag mal den Mehr Demokratie e.V. nach der grün-roten Landesregierung. Die haben ihr Wahlversprechen nicht eingelöst. Im Koalitionsvertrag hatten sie gemeinsam vereinbahrt einen Volksentscheid parallel zur Bundestagswahl zu initiieren welcher das Ziel hatte die Quoren für Volksentscheide zu senken. Waren alles nur leere Versprechungen. Es zählt nicht das was im Programm steht sondern das was sie wirklich machen! Es gibt viele weitere Beispiele von Grünen Versprechungen die nicht umgesetzt wurden, wie Polizeikennzeichnung, Informationsfreiheitsgesetzt, …

  6. korbinian schrieb am

    die grünen machen immerhin ne ansage wie sie politisch auf strukturelle diskriminierung aufgrund des sozialen geschlechts reagieren möchten. kann man kritisieren, muss man aber nicht. peinlich für piraten, wenn darauf nur augenverschließend mit “wir sind postgender” reagiert wird ohne maßnahmen vorzuschlagen wie mit dem problem umgegangen wird. beide parteien fordern in ihren programmen ja gender mainstreaming, die grünen durch striktere staatliche regelungen, von piraten höre ich meist nur ideologische grundsatzkritik am “genderismus” (was auch immer das sein soll) anstatt politische forderungen aufzustellen, wofür eine partei ja eigentlich da is. “postgender”-blödsinn, der in keinem programm der piraten steht als gegensatz zu geschlechterquote darzustellen ist wishful thinking und hat nichts mit den forderungen der piraten zu tun.

    genauso dämlich die gegenüberstellung von BGE und schuldenabbau. hat beides irgendwie was mit volkswirtschaft zu tun, aber ansonsten is das nichmal mehr birnen mit äpfeln verglichen. die neoliberal-konservative austeritätspolitik der grünen wäre angreifbar, leider steht dazu noch nichts im piratenprogramm, kommt hoffentlich noch.

    im umweltprogramm kenn ich mich nich so aus aber bernd schreiner von der ag umwelt würde dir wohl was husten wenn du hier behauptest dass die grünen in ihren forderungen da mehr tiefe aufweisen.

  7. TheBug schrieb am

    Na ja, vom Textumfang her haben wir bei Umwelt- und Energiepolitik vielleicht weniger, aber da wir nicht ideologisch an das Thema heran gehen ist die Qualität teilweise deutlich besser.

    Und ein ganz wesentlicher Unterschied in allen Bereichen: Wir sind nicht die, die wissen wie alle Menschen zu leben haben.

  8. sperling schrieb am

    Eine kleine Anmerkung meinerseits: Wo die Piraten in Ihrem Selbstverständnis auf freie Entscheidungen und Motivation setzen, herrscht bei den Grünen eher die Ansicht, man müsse die Menschen/Gesellschaft zu gutem Verhalten zwingen. Zum Beispiel bei Mülltrennung, Frauenquote, Binnen-I, …

  9. Mini.maxx schrieb am

    Hi wenn mir nicht persöhnlich als grünen-Wähler bei den Grünen das Öko-Programm fehlen würde fänd ich das sehr richtig. so muss ich dem in soweit zustimmen das die piraten inzwischen auf platz 2 der wählbarkeit sind.

  10. Uli schrieb am

    Hmm… Also ich war vor 2010 Grünenwählerin (und davor Wechselwählerin)

    Ich muss sagen, dass es die Piraten zumindest bei mir geschafft haben, mich von den Grünen weg zu bringen. Deren Programme begeistern mich zwar immer noch, aber was hilft dass, wenn die dann teilweise entgegen ihres Programmes abstimmen und außerdem gehen die Piraten die Probleme unserer Demokratie grundsätzlicher an und denken dabei an die Veränderungen des digitalen Wandels.

    Das einzige, was mich aber programmatisch an den Grünen stört, ist die Quote. Ich meine im Endeffekt darf das Geschlecht doch nicht darüber entscheiden ob eine Frau oder ein Mann ne Stelle bekommt. Die Quote ist doch nur die Fortsetzung der Überbewertung des Geschlechts. Ich hoffe, die Piraten bekommen das Postgenderdings noch auf die Reihe.

  11. Pingback: Blog Turbotommi Die Welt ist schon verrückt (von Ben) - Blog Turbotommi

  12. Bodo Rüdel schrieb am

    DANKE ! Ich finde den Artikel zumindest gut! Als ich am Anfang meiner politischen Aktivitäten stand, hießen die Grünen bei uns noch “Alternative Liste” und die waren damals, vor gut einem Viertel-Jahrhundert, den Meinungen und Zielen der Piraten näher als viele Piraten dies jetzt selbst sind. Es ist allemal ein guter Denkanstoß! Denn seien wir alle, die rechnen können, mal ehrlich: wenn die Piraten in den Bundestag einziehen bleibt Angela Merkel Bundeskanzlerin – welcher Grüne und welcher Pirat will denn das?

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