Ein Minister und seine „Drohne“ außer Kontrolle


Kommentare

Ein Kommentar zu Ein Minister und seine „Drohne“ außer Kontrolle

  1. Remember Überlingen…

    Mein Name ist Andreas R. Schmidt. Ich bin Jahrgang 1964, befasse mich seit 1990 mit militärischen und zivilen Flugsimulationen, schreibe in verschiedenen Foren zum Thema und gelegentlich für die Zeitschrift FS-Magazin. Der Grund, warum ich mich bei diesem Thema zu Wort melde sind zwei Dinge, die neben der finanziellen Frage zum Thema Euro-Hawk vollkommen in den Hintergrund getreten sind. Aus meiner Sicht vollkommen zu Unrecht, denn hier wird mal wieder das Debakel auf Geld reduziert. Das wird der ganzen Sache nicht gerecht. Es ist die Frage, warum der Euro-Hawk nicht für Flüge in einem Luftraum zusammen mit zivilen Flugzeugen zugelassen werden kann… und ob es ethisch und moralisch zugelassen werden sollte, solche “Roboterflugzeuge” fliegen zu lassen, denn ihr Einsatz stellt aus meiner Sicht einen Bruch des Völkerrechts und Staats-Terrorismus dar. 1. Punkt. Jeder, der für den Microsoft Flightsimulator X mal ein teureres Verkehrsflugzeug-Addon kauft, wird bei den ersten “virtuellen Testflügen” auf ein geheimnisvolles kleines Gerät im Instumentenpanel stoßen, das den Namen TCAS (Traffic Alert and Collision Avoidance System)hat. Es handelt sich um ein Gerät, das den Piloten vor der Annäherung eines anderen Flugzeuges warnt und ihm einen zwingenden Ausweichkurs empfiehlt. Die Geräte beider Flugzeuge “sprechen sich ab” und ein Flugzeug steigt und das andere geht in den Sinkflug. Das System hat schon viele brenzlige Situationen da oben verhindert. Aber, der Haken dabei ist, das der Pilot sich hier überwinden und dem kleinen Ding glauben muss und nicht der Stimme des Fluglotsen im Funk. Weil der Pilot der Tu 154 von Baschkirian Airlines beim Zusammenstoß nahe Überlingen mit einer DHL Boeing 757 am 1. Juli 2002 dem Fluglotsen und nicht dem TCAS vertraute sind so viele Menschen, darunter viele Kinder umgekommen.

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/archive/2/22/20080227001813%21BashTuDHL757.png

    (aus der Rekonstruktion des Unglücks) Quelle: Wikipedia.

    Was hat das mit Drohnen zu tun? Drohnen haben kein TCAS! Sie sind weder in der Lage, selbsttätig und ohne Reaktion des “Drohnenpiloten” am Boden auszuweichen, noch senden sie dem anderen Flugzeug ein Signal, das dem Piloten dieses Flugzeuges ermöglicht auszuweichen. Wenn übrigens ein “Drohnenjockey” am Boden und tausende Kilometer entfernt ein TCAS-Signal bekommen würde, wäre die Vorwarnzeit viel zu kurz. Die Signalübertragung, die Schrecksekunde des Drohnen-Jockeys und seine Reaktion würden in der Regel viel zu lange dauern um eine Kollision zu verhindern. Zwei Flugzeuge, die mit je 800 km/h frontal aufeinander zu fliegen haben nur wenige Sekunden Zeit für eine Reaktion…

    1. Drohnen und Völkerrecht

    Ich verweise auf den Artikel 2, Absatz 4 der Charta der Vereinten Nationen.

    Zitat: 4.All Members shall refrain in their international relations from the threat or use of force against the territorial integrity or political independence of any state, or in any other manner inconsistent with the Purposes of the United Nations.

    Eben bin ich einem Fall von Internet-Zensur begegnet. In der deutschen Wikipedia wurde die Präambel der Un-Charta entfernt! Warum? Ich vermute, weil die amtierende Bundesregierung mit ihrer einseitigen auf Seiten der sogenannten “Rebellen” betriebenen Einmischung in die Belange von Syrien gegen diese Grundsätze verstößt.

    Jeder Flug einer Drohne in den eines als “feindlich” deklarierten Landes ohne dessen Genehmigung ist eine Verletzung der Souveränität des Landes gem. Artikel 2, Absatz 4 der UN-Charta, deren Gültigkeit von unserem Oberdiplomaten, Herrn Dr. Westerwelle öffentlich angezweifelt wurde, und die seit dem Bürgerkrieg um Ex-Jugoslawien von den USA und anderen westlichen Ländern mit Füßen getreten wird. Selbst die im Bundestag vertretenen Parteien, einschließlich der Grünen mit Ausnahme der Linken haben damit offenbar kein Problem. Das Wort Souveränität eines Staates scheint nur noch für die USA und gewisse westliche Staaten einschließlich der Bundesrepublik zu gelten. In und über allen anderen Staaten, einschließlich Russland, China und vielen Staaten mit Problemen mit den USA und der NATO scheint die Frage der Souveränität nicht mehr zu gelten.

    Es geht also eigentlich nicht nur um das Kleingeld, das die Drohne kostet. Es geht um fahrlässig auf´s Spiel gesetztes Leben von Passagieren und Piloten von zivilen Airlinern und Sportflugzeugen und es geht um die völkerrechtliche Frage der Souveränität von Staaten und die Frage ob es eine Souveränität erster und zweiter Klasse auf dieser Welt gibt…

    Das … ist die eigentliche Schweinerei. Die Finanzfrage ist ärgerlich, aber eigentlich nur ein “Nebenkriegsschauplatz.”

    Andreas R. Schmidt Potsdam und Riga

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Verbindlich einzugebende Felder werden mit diesem Zeichen kenntlich gemacht: *

Weitere Informationen

Archiv aller Artikel

  • Feinstaubsensoren
  • SH-STOPPT-CETA