Ein Auge auf die Pflege

Sandra Leurs - Pflegepolitikaktivistin

Kommentare

9 Kommentare zu Ein Auge auf die Pflege

  1. Silvia Wölki schrieb am

    Hallo! Ich selber bin Pflegende Angehörige und das seit 30 Jahren.Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Krankenpflege hauptsächlich nur noch virtuell stattfindet. Deswegen bin ich gegen mehr Bürokratie.Insgesamt müssen erstmal mehr Pflegekräfte eingestellt werden, das ist klar, aber die Pfleger und Pflegerinnen müssen auch weg vom PC und wieder am Patienten sein. Wer teure Rettungsschirme finanzieren kann, der ist auch in der Lage, die fatalen Zustände im pflegerischen Bereich zu verändern und zwar für Pflegende Angehörige sowie auch für berufliche Kräfte.

    • sia schrieb am

      ja, es gibt immer mehr Kontroll-Instanzen, die nie eine ganze Schicht mitarbeiten, aber immer mehr anfordern, und noch mehr Mängel beschreiben … also Leute, die NULL Ahnung haben, kommen, gucken und beurteilen! Diejenigen die das Urteil fällen müssen, sind die Pflegenden! Ein riesiger Kontroll-Apparat verdient sein Geld aus den Pflegekassen und tut nichts zur Sache!

  2. manuela Schulte schrieb am

    Alles was ich hier gelesen habe, kann ich klar Bestätigen, eben auch so erlebt. Gewalt in der Pflege findet sehr viel mehr statt als noch vor etwa 3 -2 jahren. Das Personal ist völlig überfordert, Leittragende sind natürlich die Pat/BW/ Kunden usw. vor einigen Monaten, sagte mir mein damaliger arbeitgeber “sie sind überqualifiziert” Ich hielt mich nicht an die zeitangabe des Arbeitgebers PDL 12 Bewohner von 6.30 bis 8.30 Uhr gewaschen und zum Frühstück gebracht zu haben, es waren demenzerkrankte BW. Wenn man zu lange in einem Zimmer blieb, wurde man von der PDL herausgeholt und zwar am arm ziehend mit lauter stimme und in Vorhaltungen zur Arbeitsorganisation. Ich konnte mich verbal dagegen stellen, argumente anbringen und äußerte Kritik- brachte dazu aber auch Verbesserungsvorschläge, dies überhörte die Leitung zu gerne, ging darauf nicht ein. Ich habe noch nie soviel unfähigkeit bei leitenden Kräften gesehen/ erlebt. Mit welch einer FRECHHEIT, sie ihrem personal gegenüberstanden, sie gegenseitig ausspielten, Überwachten ( bis in den Privatenbereich)bishin zur Aufforderung dinge oder Aussagen vor zu nehmen die Gesetzwiedrig waren. Pflege ist und war “GEFÄHRLICHEPFLEGE” Meine Person war da einfach zu anstrengend, meine Zertifikate wollten sie aber gerne für ihre Sammlung an Pflegequalität usw aber bitte nur an den Wänden ausgestellt, bloss nicht umsetzen ” wir haben doch keine ZEIT” Erschreckend, was in der Pflege passiert, passt blöss aufeuch auf!!! 🙁 Ich arbeite weiter auch mit dem Herzen <3 🙂 Liebend gerne würde ich mehr für die Pflege machen wollen, Aufklärung usw Leisten, wenn euchetwas einfällt bitte bei mir melden.

    • sia schrieb am

      Pflege? Es gibt nur mies organisierte Fließband-Arbeit! – Logistik (sämtlich-nötiges Material von A nach B bringen) – Wäsche-Management – Essen-Gastro-Küchen-Dienste – Vorarbeiter, Schulungen, Kontrolle der Mitarbeiter – Telefon- und Bürodienste (während der ganzen Schicht, egal was man tut) wenn es wirklich um Pflege ginge!

    • Sandra Leurs schrieb am

      Hallo Manuela, in der Piratenpartei kann jeder mitarbeiten. In welcher Stadt lebst du? Stammtisch der Piratenpartei finden, aufsuchen und mitmachen. So hab ich es im April 2012 gemacht. Und ich wurde ghört, und bin fleißig dabei für meine Stadt ein Projekt auf die Beine zu stellen. ” Demenzfreundliche Kommune”, damit Demenzerkrankte und ihre Angehörigen ein weitgehend normales und in die Gesellschaft intergriertes Leben führen können, dabei bleibt mein Auge immer in Richtung Pflege. Es macht Spaß Politik zu machen, vor allem wenn eine gutes Team hinter einem steht. Also mach dich auf den weg. 😉

  3. Jeremias Cornelius schrieb am

    Schon ganz treffend, was hier von dir und den Kommentatorinnen beschrieben wird. Die Forderung nach der Pflegekammer ist typisch für manche Pflegekräfte:Als erstes selbst in Vorleistung treten, eigene Kompetenz nachweisen, dass auch noch selbst finanzieren und damit eine fragwürdige Qualität vortäuschen.Es geht nicht darum, prinzipiell qualitativ hochwertig arbeiten zu können, sondern darum, dies auch reell leisten zu können. Hier ist eine Pflegekammer Beihilfe zum Etikettenschwindel und sonst nichts. Erst die Rahmenbedingungen Gehalt und Arbeitsbelastung verbessern, bevor man Selbstkontrolle fordert.

  4. Karl Karam schrieb am

    Wie kann man politisch solchen Asklepolis-Modellen in die Parade fahren? Das war mein erster Gedanke als ich Deinen Artikel las. Und im Hinterkopf natürlich massive Kapitalismuskritik und der Wunsch, diese neoliberale Flut an Entmenschlichung, Entrechtlichung, “Privatisierung”, tatsächlich zur Norm gewordene menschenfeindliche Politik – dazu NOCH illegal – irgendwie zu stoppen. Dein Bericht geht dann aber weiter mit den Vorschlägen, und die scheinen so mittendrin in der politischen Realität (die ich kaum kannte) dass deren Verwirklichung tatsächlich realistisch scheint innerhalb des komplizierten bestehenden Systems. Den Einwand von Jeremias Cornelius im vorherigen Kommentar kann ich nicht beurteilen, vielleicht hat er Recht, aber er macht es sich auch leicht: “die Rahmenbedingungen ändern” ist natürlich immer das Beste aber auch das Schwerste bis Unmögliche.

    Für mich eine wiederholte Bestätigung, dass die Piraten als Alternative dringend notwendig sind, weil sie kompetent und (wenigstens meistens) näher an der sozialen Realität. Bei den Grünen war das mal ähnlich, aber wenn ich z.B. Renate Künast gelangweilt in ihren teuren Öko-Klamotten im BT sitzen sehe wie gestern, als Gregor Gysi es endlich mal Aussprach: “Drohnen sind zum Töten da und gehören verboten”, hat sie natürlich nicht applaudiert, kein Grüner! Kann sie nicht oder darf sie nicht? Keine Ahnung, Macht korrumpiert und keiner sollte sie zu lange ausüben.

  5. Sandra Leurs schrieb am

    Ich veranstalte in Krefeld einen Infostand zum Thema, am 10.09.2013 von 11.00 Uhr – 18.00 Uhr, am Hansacentrum, Ende Neusser Str. in Krefeld. Vielen Dank für die vielen positiven Kommentare. 😉

  6. Tobias Claren schrieb am

    Frage an die Pflegekräfte: Weiter arbeiten nach 30Mio Lottogewinn oder großem Erbe?

    Nein?!? Jeder Beruf den man aufgäbe, wenn man zu viel Geld kommt ist mies. Das ist einfachste Logik. Wenn es Menschen gibt, die diese Arbeit auch mit einem Einserabitur wählen würden, und mit 30Mio auf dem Konto nicht aufgäben, Super. Aber gibt es die?

    In der Simpsons Folge die am Dienstag lief war folgende Szene:

    Bart: Hört zu, diese Nerd haben was Schlimmes rausgefunden! Lisa: Diese Schule hatte die Aufgabe euch auf die Berufe der Zukunft vorzubereiten. Bart: Aber alle Jobs die wir hier gelernt haben, werden dann von Robotern gemacht. Lisa: “Der einzige Beruf den es dann noch für Menschen gibt ist Lisa & Bart: ALTENPFLEGER [schockierte Reaktion der Schüler] Bart: Der einzige Job den selbst Roboter nicht machen wollen. Millhouse: Aber was ist mit STEM? Lisa: Ich sage euch wofür es wirklich steht! Bildschirm: “Sponge Bathing Toileting Elderly Massage”

    Lisa: Schwammbäder, Toilettengang, eklige Massage. Schülerin: Das wird doch wohl nicht wahr sein. [Bilder von Tätigkeiten von anderen Tätigkeiten mit Überblenden in Tätigkeiten von Pflegern: * Schieben eines Einkaufswagen zu Schieben einer alten Frau im Rollstuhl. * Waschen eines Hundes zu Waschen eines alten Mann. * Tragen eines Party-Sub in Lieferwagen zu schieben eines alten Mann auf Trage in Ambulanz-Wagen.]

    Jimbo Jones: Ich will kein erwachsener Arschputzer werden. Kearney Zzyzwicz: Niemand sollte alte Menschen nackt sehen. Außer wenn man darauf steht.

    Laut Experten ist “I. Robot” was die Robotik für das Jahr 2035 angeht realistisch. Also evtl. gibt es in 15 Jahren schon Roboter, die Pfleger autonom ersetzen können. Wenn man sich schon zu Nichtpflegebedürftigen Zeiten einen für den Haushalt, Einkaufen etc. zugelegt hat, kann der einen auch pflegen. Bzw. die KV zahlt den Verleih des Roboter, wie heute Dinge wie den Badewannenlift.

    Wenn es um das Soziale ging, hätten die ehemaligen Pfleger ja die Möglichkeit diese Menschen zu besuchen. Geld gibt es dafür natürlich nicht. Dieses “aber die Sozialkontakte” ist eigentlich nur vorgeschoben, um nicht zu sagen dass es ums Geld geht. Es gibt kein Recht auf Arbeit die nicht mehr gebraucht und evtl. nicht mehr gewollt wird. Oder soll man Rollstühle verbieten, und statt dessem jedem Querschittgelähmten einen oder zwei Pfleger zur Seite stellen? “Hauptsache Arbeit” ist eine widerwärtige und menschenverachtende Einstellung. Konservative in den Südstaaten schwafeln gerne vom “Recht auf Arbeit”. Denen würde ich ins Gesicht sagen dass das Sozialismus ist (Schock ;-] ). Es gibt kein Recht auf Arbeit. Wenn man die Arbeit nicht mehr braucht, wären das nur Alimente. Ein BGE wäre weniger Sozialismus als “Recht auf Arbeit” o_O.

    Pfleger oder deren Beifallsklatscher tun ja gerne so, als würde jeder “Insasse” ihren Umgang haben WOLLEN. Wenn ich 80 bin, und Pflege bräuchte (“bräuchte”, weil immer die Alternative Suizid besteht), will Ich KEINEN Umgang mit diesen Menschen! Wenn Ich es jetzt nicht will, warum sollte Ich es im Alter wollen?!?

    Angehörige finden es ja auch nicht toll, wenn Sie ihre Angehörigen pflegen sollen, wenn die Angehörigen das erwarten, und die Gesellschaft meint man habe eine moralische Verpflichtung dazu. Die sind froh, wenn das jemand anders macht.

    Es empfindet auch nicht jeder Mensch Glück, Erfüllung etc. durch den Umgang mit diesen bzw. bestimmten Menschen. Und es gibt auch keinen Grund jemand dennoch diesen Menschen auszusetzen. Das führt NICHT zu einem besseren Menschen, Akzeptanz, sondern zu Verachtung und entsprechenden Reaktionen. Hätte mich die Bundeswehr nach der ignorierten Aufforderung zur Gewissenserklärung nicht vergessen, und ich hätte Zwangsumgang mit solchen Menschen gehabt, Ohne die Menschen selbst zu “hassen”, die hätten meine Verachtung für den Zwangsumgang mit ihnen gespürt. Das gilt zwar auch für Kinder, aber an ein eigenes gewöhnt man sich, bevor es verbal infantil wird. Außerdem hat man die Möglichkeit ein Kind mit IQ145 zu bekommen (Eizelle und Spermium von Spendern mit IQ190), und dieses von jeglichen rein infantilen Medien fernzuhalten. Kein aktives unterbinden natürlicher Infinatilität, aber auch kein fördern durch Kinderlieder, Kinderbücher, Serien und Filme die nur für Kinder sind etc.. Und man kann es von Kindern dieser Art fern halten. Ein Zehnjähriger mit IQ145 beendet gerade sein Studium… Das dürfte also jedes Kind mit IQ145 können, wenn die Eltern es von Geburt an fördern.

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