Ein Auge auf die Pflege

Sandra Leurs - Pflegepolitikaktivistin

Kommentare

8 Kommentare zu Ein Auge auf die Pflege

  1. Silvia Wölki schrieb am

    Hallo! Ich selber bin Pflegende Angehörige und das seit 30 Jahren.Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Krankenpflege hauptsächlich nur noch virtuell stattfindet. Deswegen bin ich gegen mehr Bürokratie.Insgesamt müssen erstmal mehr Pflegekräfte eingestellt werden, das ist klar, aber die Pfleger und Pflegerinnen müssen auch weg vom PC und wieder am Patienten sein. Wer teure Rettungsschirme finanzieren kann, der ist auch in der Lage, die fatalen Zustände im pflegerischen Bereich zu verändern und zwar für Pflegende Angehörige sowie auch für berufliche Kräfte.

    • sia schrieb am

      ja, es gibt immer mehr Kontroll-Instanzen, die nie eine ganze Schicht mitarbeiten, aber immer mehr anfordern, und noch mehr Mängel beschreiben … also Leute, die NULL Ahnung haben, kommen, gucken und beurteilen! Diejenigen die das Urteil fällen müssen, sind die Pflegenden! Ein riesiger Kontroll-Apparat verdient sein Geld aus den Pflegekassen und tut nichts zur Sache!

  2. manuela Schulte schrieb am

    Alles was ich hier gelesen habe, kann ich klar Bestätigen, eben auch so erlebt. Gewalt in der Pflege findet sehr viel mehr statt als noch vor etwa 3 -2 jahren. Das Personal ist völlig überfordert, Leittragende sind natürlich die Pat/BW/ Kunden usw. vor einigen Monaten, sagte mir mein damaliger arbeitgeber “sie sind überqualifiziert” Ich hielt mich nicht an die zeitangabe des Arbeitgebers PDL 12 Bewohner von 6.30 bis 8.30 Uhr gewaschen und zum Frühstück gebracht zu haben, es waren demenzerkrankte BW. Wenn man zu lange in einem Zimmer blieb, wurde man von der PDL herausgeholt und zwar am arm ziehend mit lauter stimme und in Vorhaltungen zur Arbeitsorganisation. Ich konnte mich verbal dagegen stellen, argumente anbringen und äußerte Kritik- brachte dazu aber auch Verbesserungsvorschläge, dies überhörte die Leitung zu gerne, ging darauf nicht ein. Ich habe noch nie soviel unfähigkeit bei leitenden Kräften gesehen/ erlebt. Mit welch einer FRECHHEIT, sie ihrem personal gegenüberstanden, sie gegenseitig ausspielten, Überwachten ( bis in den Privatenbereich)bishin zur Aufforderung dinge oder Aussagen vor zu nehmen die Gesetzwiedrig waren. Pflege ist und war “GEFÄHRLICHEPFLEGE” Meine Person war da einfach zu anstrengend, meine Zertifikate wollten sie aber gerne für ihre Sammlung an Pflegequalität usw aber bitte nur an den Wänden ausgestellt, bloss nicht umsetzen ” wir haben doch keine ZEIT” Erschreckend, was in der Pflege passiert, passt blöss aufeuch auf!!! 🙁 Ich arbeite weiter auch mit dem Herzen <3 🙂 Liebend gerne würde ich mehr für die Pflege machen wollen, Aufklärung usw Leisten, wenn euchetwas einfällt bitte bei mir melden.

    • sia schrieb am

      Pflege? Es gibt nur mies organisierte Fließband-Arbeit! – Logistik (sämtlich-nötiges Material von A nach B bringen) – Wäsche-Management – Essen-Gastro-Küchen-Dienste – Vorarbeiter, Schulungen, Kontrolle der Mitarbeiter – Telefon- und Bürodienste (während der ganzen Schicht, egal was man tut) wenn es wirklich um Pflege ginge!

    • Sandra Leurs schrieb am

      Hallo Manuela, in der Piratenpartei kann jeder mitarbeiten. In welcher Stadt lebst du? Stammtisch der Piratenpartei finden, aufsuchen und mitmachen. So hab ich es im April 2012 gemacht. Und ich wurde ghört, und bin fleißig dabei für meine Stadt ein Projekt auf die Beine zu stellen. ” Demenzfreundliche Kommune”, damit Demenzerkrankte und ihre Angehörigen ein weitgehend normales und in die Gesellschaft intergriertes Leben führen können, dabei bleibt mein Auge immer in Richtung Pflege. Es macht Spaß Politik zu machen, vor allem wenn eine gutes Team hinter einem steht. Also mach dich auf den weg. 😉

  3. Jeremias Cornelius schrieb am

    Schon ganz treffend, was hier von dir und den Kommentatorinnen beschrieben wird. Die Forderung nach der Pflegekammer ist typisch für manche Pflegekräfte:Als erstes selbst in Vorleistung treten, eigene Kompetenz nachweisen, dass auch noch selbst finanzieren und damit eine fragwürdige Qualität vortäuschen.Es geht nicht darum, prinzipiell qualitativ hochwertig arbeiten zu können, sondern darum, dies auch reell leisten zu können. Hier ist eine Pflegekammer Beihilfe zum Etikettenschwindel und sonst nichts. Erst die Rahmenbedingungen Gehalt und Arbeitsbelastung verbessern, bevor man Selbstkontrolle fordert.

  4. Karl Karam schrieb am

    Wie kann man politisch solchen Asklepolis-Modellen in die Parade fahren? Das war mein erster Gedanke als ich Deinen Artikel las. Und im Hinterkopf natürlich massive Kapitalismuskritik und der Wunsch, diese neoliberale Flut an Entmenschlichung, Entrechtlichung, “Privatisierung”, tatsächlich zur Norm gewordene menschenfeindliche Politik – dazu NOCH illegal – irgendwie zu stoppen. Dein Bericht geht dann aber weiter mit den Vorschlägen, und die scheinen so mittendrin in der politischen Realität (die ich kaum kannte) dass deren Verwirklichung tatsächlich realistisch scheint innerhalb des komplizierten bestehenden Systems. Den Einwand von Jeremias Cornelius im vorherigen Kommentar kann ich nicht beurteilen, vielleicht hat er Recht, aber er macht es sich auch leicht: “die Rahmenbedingungen ändern” ist natürlich immer das Beste aber auch das Schwerste bis Unmögliche.

    Für mich eine wiederholte Bestätigung, dass die Piraten als Alternative dringend notwendig sind, weil sie kompetent und (wenigstens meistens) näher an der sozialen Realität. Bei den Grünen war das mal ähnlich, aber wenn ich z.B. Renate Künast gelangweilt in ihren teuren Öko-Klamotten im BT sitzen sehe wie gestern, als Gregor Gysi es endlich mal Aussprach: “Drohnen sind zum Töten da und gehören verboten”, hat sie natürlich nicht applaudiert, kein Grüner! Kann sie nicht oder darf sie nicht? Keine Ahnung, Macht korrumpiert und keiner sollte sie zu lange ausüben.

  5. Sandra Leurs schrieb am

    Ich veranstalte in Krefeld einen Infostand zum Thema, am 10.09.2013 von 11.00 Uhr – 18.00 Uhr, am Hansacentrum, Ende Neusser Str. in Krefeld. Vielen Dank für die vielen positiven Kommentare. 😉

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