Tallinn ist kein Vorbild für ÖPNV


Kommentare

8 Kommentare zu Tallinn ist kein Vorbild für ÖPNV

  1. Bernd schrieb am

    Die Definition von “kostenlos” ist an den Haaren herbeigezogen und die Schlüsse daher falsch. Außerdem sind Schüler- und Stidententickets nicht kostenlos.

    Gruss Bernd

  2. Lama schrieb am

    Muss mich da eckes anschließen, da sind einige haarsträubende Argumentationsstränge drin. Es ist gut auch mal die negativen Seiten solcher Modelle zu beleuchten, aber dann bitte ohne solche groben Fehler 🙁

  3. piratenproll schrieb am

    Auch ich schließe mich den Vorkommentatoren an. Meines Wissens steht nirgendwo in unseren Programmen, dass wir “kostenlosen ÖPNV wie in Tallinn” haben wollen, sondern es stehen unsere eigenen Modelle drin, die in Richtung Fahrscheinlosigkeit bzw. vollständige Umlagefinanzierung gehen.

    Auch wenn das nicht dasselbe ist wie in Tallinn, gibt es doch Parallelen, die man durchaus in Argumentationen verwenden kann:

    • Ein nahezu vollständig ohne die Einnahmen durch Fahrkarten betriebener ÖPNV in einer europäischen Großstadt ist kein Hirngespinst, sondern möglich.

    • Als Folge davon hat sich der Individualverkehr verringert.

  4. Andreas Witte schrieb am

    @ Piratenproll: Punkt 1: Der ÖPNV in Tallinn hat einen ganzen Haufen Fahrkarteneinnahmen. Die Finanzierungsquote durch Fahrkarten ist lediglich gesunken. Denn jeder der nicht in Tallinn wohnt – also Tourist oder Auswärtiger – braucht einen Fahrschein. Es ist also ein Hirngespinst, zu behaupten der ÖPNV in Tallinn käme ohne Fahrgeldeinnahmen aus.

    Punkt 2: Bitte beachte die feinen Unterschiede zwischen kostenlos und fahrscheinlos.

    Punkt 3: Wer behauptet, dass wir einen ÖPNV nach Tallinner Vorbild fordern? Wir fordern etwas ganz anderes – und damit das nicht verwechselt wird habe ich diesen Artikel geschrieben.

    @ Bernd: Schüler- und Studententickets sind kosten nicht überall den Gefahrenen oder dessen Angehörige Geld. Daher sind die Schülertickets zwar kein generelles Beispiel für Kostenlos, aber auch kein generelles Beispiel für kostenbehaftet.

    @alle 3: Rosa-ÖPNV-Brille absetzen. Tallinn ist unseren Vorstellungen von fahrscheinlosem oder umlagefinanziertem ÖPNV ferner als das jetzige Finanzierungsmodell mit Regionalisierungsmitteln.

  5. johannes schrieb am

    Die Argumentationskette hinkt und die Abgrenzung gegenüber dem kostenlosen Nahverkehr ist an den Haaren herbeigezogen! Das Beispiel Hasselt zeigt, dass der kostenlose Nahverkehr – natürlich über den Haushalt und anderen staatlichen Töpfen finanziert – damit auch über Steuergelder und anderen Abgaben – in die Bewertung “kostenlos” reinfällt. Die drei verschiedenen Buslinienangebote unterscheiden sich folgendermaßen: Die gelbe Linie in der Innenstadt ist für alle kostenlos und damit auch ein “Nulltarif”. Die blaue Linie die sozusagen die Randgebiet andient ist für die Bürger Hasselts kostenlos und für Fremde/Touristen kostet es einen Fahrpreis (Kontrollmöglichkeit ist natürlich der Perso – muss aber nicht permanent durch den Scanner gezogen werden sondern dient nur dem Kontrolleur falls Kontrolle ist). Die dritte Linie die regionale Anbindung ermöglicht kostet für alle etwas. Kinder bis 12 Jahre fahren bei allen drei Linien “kostenlos” “fahrscheinlos” mit “Nulltarif”. Wenn man dieses Vorbild nimmt, so ist die ganze Differenzierung was jetzt “umlagefinanziert”, “fahrscheinlos” oder “kostenlos” ist meiner Meinung nach unsinnig. Heben wir unsere Kraft lieber für wichtige Auseinandersetzungen auf. Gruss Johannes

  6. Harald Damskis schrieb am

    Ich habe verstanden: Die Bürger von Tallinn fahren Bus ohne zu bezahlen und das ohne die Stadt zu ruinieren. Das soll ziemlich böse sein, weil es Steuerflucht ermöglicht und dem Umland schadet. Die Piraten distanzieren sich daher ganz entschieden von solchen Praktiken. Ich finde, es ist sehr bedauerlich, dass eine solche Steilvorlage nicht intelligent genutzt wird, um die eigenen Vorstellungen daran zu entwickeln und zu zeigen, wie man es in Deutschland umsetzen würde. Stattdessen wird zum Kampf gegen das Tallinner Modell geblasen. Wen interessiert das?

    • sperling schrieb am

      @Harald Damskis

      Ich befürchte du verwechselst gerade einen Artikel in der Flaschenpost mit einer offiziell beschlossenen Parteiposition.

      Davon abgesehen sind Meinungsvielfalt und Diskussionen über Themen aus verschiedenen Positionen heraus eines unser Kennzeichen – bei uns gibt es eben keine Beschlussvorlagen vom Vorstand zum abnicken, das läuft genau anders herum 🙂

      Sperling

  7. Frank & Frei schrieb am

    Aus welchen Motiven heraus Tallinn das eingeführt hat, ist mir relativ egal.

    Entscheidend ist, dass der ÖPNV nicht vor Ansturm zusammenbricht und dass teilweise 15% weniger PKW unterwegs sind. Mit 10% wäre ich auch zufrieden.

    Wir wollen natürlich alle “kostenlos” fahren lassen und damit Kontrolleure, Automaten und Fahrgastdaten sparen.

    Weiß jemand, ob es in Tallinn Probleme mit Leuten gibt, die den fahrscheinlosen ÖPNV als Aufenthaltsort missbrauchen?

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