Viel Rauch im schönen Bayern

Kneipenaschenbecher | CC BY 2.0 Birgit Frank

Kommentare

9 Kommentare zu Viel Rauch im schönen Bayern

  1. Blaudunst schrieb am

    Das ist aber eine sehr “tendenziöse” und einseitige “Berichtserstattung”! Es mag schon sein, dass in manchen touristischen Zonen im Hochsaison manchmal einen Tisch reservieren muss. Wenn man zwischen 18:00 und 20:00 Uhr essen will, sonst kaum. Das sind aber Ausnahmen. Die Situation im Gesamtbayern ist eine ganz andere, wie eine neue Studie (auch) belegt: http://www.vebwk.com/wp-content/uploads/2013/03/Pr%C3%A4sentation_PK_VEBWK__2013_03_21_neu_druck.pdf Jede dritte Gemeinde in Bayern hat keine Schankkneipe mehr. Etwa jede 7. Gemeinde hat kein eigenes speisenorientiertes Wirtshaus mehr. Interessant auch der Vergleich mit den Nachbarnländern Baden-Württemberg und Hessen. Sie haben deutlich weniger Tourismus, aber auch kein absolutes Rauchverbot. Dort gibt es deutlich mehrere Wirtshäuser und Kneipen pro Gemeinde als in Bayern! Warum wohl? Man muss nur 2+2 zählen können! Sicher, wenn Sie abends Sport machen und dabei O-Saft trinken wollen, dann sind Sie in einer bayerischen Kneipe etwas falsch am Platz. Auch dann, wenn man jetzt dort nicht mehr rauchen kann, sitzen die (wenigen) Gäste am Tisch, plaudern und trinken, sie springen nicht dauerhaft herum. Der einzige Unterschied ist, dass es mit Rauchverbot viel ungemütlicher und steriler ist, als früher ohne. Die Spielautomate haben übrigens gar nichts mit den geschlossenen Gesellschaften zu tun, die sind immer da, egal ob die Leute rauchen oder nicht… Vielleicht wäre es gut, wenn Sie akzeptieren könnten, dass andere Leute ihren Feierabend anders als Sie verbringen wollen und dass sie genau so viel Recht zu leben haben, wie Sie auch… Übrigens, Verbotsparteien haben wir genügend und die EU auch noch dazu, die uns alles mögliche verbieten will. Eine zusätzliche Verbots-Piratenpartei ist total uninteressant. Wir brauchen dringend eine Partei, die sich ernsthaft FÜR die Freiheit der Menschen einsetzt. Aber Freiheit nur im Internet und im wahren Leben ein Drittel der Bevölkerung vor der Tür aussperren und diesen Menschen das Recht sich wohl zu fühlen absprechen? NEIN, danke! Dann wähle ich doch lieber die Bayernpartei…

    • Michael Renner schrieb am

      Hallo Frau Blaudunst, regelmässige Leser der Flaschenpost sind im Vorteil, denn sie wissen, dass der “Kommentar”, der gelegentlich Sonntags erscheint, eine Kolumne ist. Sie wird gerne mit einem Augenzwinkern geschrieben, was leicht für den zu erkennen ist der, 2×2 zusammen zählt.

      Die von ihnen verlinkte Studie ist sehr interesant. Auf den ersten Seiten wird das bestätigt, was jeder, der mit offenen Augen durch’s Leben geht sehen kann: Seit 20 Jahren gehen die Umsätze in Gaststätten zurück, den “wirtschaftlichen starken Gebieten” wie Oberbayern geht es im Durchschnitt besser. Der kleinen Eckkneipe, auch das ist zu sehen, geht es deutlich schlechter. Szenelokale florieren, nicht nur in den Metropolen.

      Die Forderungen die in der Studie erhoben werden lassen mir jedoch die Haare zu Berge sehen: Verminderte Mehrwertsteuer, “Rauch frei”, keine Informationen über Hygieneverstösse an die Offentlichkeit, Eingriffe in den Markt, indem unliebsame Konkurenz (z.B. Möbelhäuser mit Restaurant) ausgeschaltet werden, Subventionen. Die Studie ist ein klassisches Lobbypapier, wie es sie in jedem Wirtschaftsbereich gibt. Soll Deutschland wirklich in einer Flasche konserviert werden, in der mit viel Geld und auf Kosten der Gesundheit etwas erhalten wird das sich ändert? Unsere Lebensumstände ändern sich, die Arbeitswelt (im Vergleich zu der Zeit vor 20 Jahren müssen mehr Arbeitnehmer heute geistig fitter morgens “auf der Matte stehen”. Das begrenzt die Verweildauer am Bierglas). Es wird mehr Wert auf Gesundheit gelegt, es rauchen weniger Menschen. Was der Grund sein wird ,dass strikte Nichtrauchergesetze überhaupt denkbar sind, da Nichtraucher inzwischen die Bevölkerungsmehrheit darstellen.

      Diese Änderungen schlagen auf die Gaststätten durch. Die in der Studie erhobenen Forderungen würden nahezu wirkungslos verpuffen, weil sich damit das Rad der Geschichte nicht zurück drehen lässt.

      Für Sie mag es beruhigend sein, dass einige Wirte eine Möglichkeit fanden mit dem Rauchverbot umzugehen. Dies geschieht weitgehend unbehelligt von der Polizei. Dass diese einschlägig bekannten Kneipen nahezu leer sind zeigt, dass das Rauchverbot als Sündenbock für sinkende Umsätze nicht einmal bedingt taugt. Hier fallen einfach zwei Veränderungen zusammen.

      • Butox schrieb am

        was für eine schäbige Polemik!

        ‘wird mit einem Augenzwinkern geschrieben’, aber laut weiterer Ausführung von Aspekte, dann doch nicht, sogar zieml ernst. ROFL!

        ‘Die Studie ist ein klassisches Lobbypapier, wie es sie in jedem Wirtschaftsbereich gibt.’ Eine Region oder ein Land ist kein Wirtschaftsbereich! Lobby für die Erhaltung der heimischen Landschaft sollte eigentl wünschenswert sein, aus den selben Gründen wie beim Schutz irgendwelcher bedrohten Tier-/Pflanzenarten, ein beliebtes Thema bei Piraten und Grüne, nehme ich an.

        Textschreiberling, zieml durchgefallen. Ich weiss nicht in welchen Kursen, muss du aber nachholen. Looool

        Die angesprochene Entwicklung (neue Lokale usw), ist sowieso nicht zu stoppen, kann aber auch bald verpuffen, wie ein überholter Trend. Man weiss es nicht, mal sehen was die Zunkunft noch alles birgt. Daher sollte man nicht meckern, dass Andere um die Aufbewahrung traditioneller Wirthäuser bemüht sind, im Gegenteil: man sollte es unterstützen!

        Kommen Sie überhaupt aus München, oder fühlen Sie sich als rheiländischer Allesbesserwisser dazu berufen, München/Bayern einwenig unter die Lupe zu nehmen und sowas wie einen Iquisitor darzustellen? ROFLMAO!

        • Michael Renner schrieb am

          Gelegentlich fällt es mir schwer bei ihren Kommentaren ernsthaft zu bleiben. Jedoch widerstehe ich der Versuchung nach einer kurzen schnippischen Antwort, denn ich möchte weiter verstehen was Sie antreibt 😉 Das sehe ich als Training für die nächste Disikussion bei öffentlichen Veranstaltungen der Freiheit.

      • Blaudunst schrieb am

        Hallo Herr Renner,

        also wenn Sie meinen, ein Artikel kann ruhig die Wahrheit total ignorieren, nur weil es “Kommentar” heißt und die Rubrik sich “Kolumne” nennt, dann haben wir einfach ganz verschiedene Meinungen 🙂 Dazu heißt für mich “mit einem Augenzwinkern” ironisch oder lustig, aber nicht realitätsfremd und boswillig.

        PS: Die “nett-versteckte” Reklame (“regelmässige Leser der Flaschenpost sind im Vorteil”) habe ich zwar nicht übersehen, nur Ihr “Kommentar” hat bestimmt nicht dazu beigetragen, mich für die Flaschenpost zu begeistern…

        Infos, die nicht stimmen, kriegen wir endlos auf allen Kanälen, deshalb lese ich lieber dort, wo die Wahrheit noch respektiert wird. Z. B. hier: http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_dossiers/rauchverbot/

        Was Ihre Argumentation betrifft: Das mit dem Wunschdenken ist schon faszinierend… Faszinierend war es auch, wie in unserer Presse versucht worden ist, alles mögliche für das Kneipen-Sterben verantwortlich zu machen, nur um damit zu sagen: “Nein, das Rauchverbot ist nicht schuld, nein, klar nicht, überhaupt nicht”. So, nach dem Motto, mal sind die Leute anspruchsvoller geworden, mal wollen sie schnelles, billiges Essen (was jetzt?), mal sind die Arbeitsbedingungen schuld (unregelmäßige Arbeitszeiten – gab es früher viel mehr!), mal das Geld (plötzlich haben alle kein Geld mehr), mal haben sich die Menschen total geändert (sie wollen ja seit 4-5 Jahren keine Gastronomie und keine Kneipen mehr…).

        So ein Schmarn… Seit 2008 hat sich in Bayern nichts bedeutendes geändert, bis auf das bescheuerte, totale Rauchverbot. Es hat die Leute gezwungen, sich ins Private zu ziehen, um dort so feiern zu können, wie sie möchten. Nicht wie der Staat, die WHO, “das Volk” oder irgendwelche Oberlehrer, Gutmenschen und Volkserzieher das wollen.

        Das ist auch der Grund, warum das Catering in Bayern so floriert. Die Leute bestellen das Essen, kaufen die Getränke und dann treffen sich privat. Ich feiere seit 2008 auch fast nur noch privat (es sei denn, ich bin ganz persönlich und als “bestimmte, nicht dauernd wechselnde Person”, zu einer geschlossenen Gesellschaft mit Einlasskontrolle eingeladen).

        Die Wirte, die den Mut haben, ihre Räumen ab und zu für diese Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen, sind nicht sehr viele. Weil die Behörden sie maßlos schickanieren, bedrohen und einschüchtern. Aber damit können sie sich ein wenig übers Wasser halten, weil dann der Lokal NICHT leer, sondern propervoll ist.

        Ja es wäre sehr gut, wenn man dem Wirt überlassen würde, ob er in seinem Lokal rauchen lässt oder nicht. Es ist ja sein Unternehmen und sein persönliches Risiko. Und wenn die Leute sich angeblich so geändert haben und rauchfreie Lokale bevorzügen, dann gibt es doch keine Gefahr, oder? Dann würden ja kaum R-Lokale überleben und wahrscheinlich gar nicht entstehen. Aber die, die uns belügen wollen, wissen selber ganz genau, dass es nicht so ist!

        Deshalb auch das Geschrei nach “gar keine Ausnahmen, überall Rauchverbot!”

        Die Lockerung des Rauchverbots würde auf einem Schlag etwa 20% mehr Kunden den Wirten bringen. Seit 2008 ist das Rauchverbot die Hauptursache für das ÜBERMÄßIGE Sterben der Kneipen. Die Lokerung von 2009 bis mitte 2010 hat ein wenig Ruhe gebracht, dann kam das zweite Massensterben der Kneipen in Bayern durch das Volksentscheid.

        Aber unsere Beamten haben auch gleich die statistische Kriterien geändert, so dass die kleinen Kneipen überhaupt nicht mehr erfasst werden. Und das waren viele, die es jetzt nicht mehr gibt, weder in der Statistik noch in der Realität. Kneipen, die vor dem Rauchverbot ganz gut funktioniert haben!

        Übrigens, das ist kein spezifisches Bayern-Problem. Überall, wo totale Rauchverbote ohne Ausnahmen herrschen, ist eine übermäßige Pleitewelle in der Gastronomie zu beobachten: http://www.chinadaily.com.cn/language_tips/cdaudio/2007-09/26/content_6136001.htm http://www.canada.com/montrealgazette/news/story.html?id=1da0ad3b-d968-4e6e-a4c0-910073a321ba http://www.rundschau-online.de/home/wirte-leiden-unter–dem-rauchverbot,15184882,15630424.html http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Ohne-Aschenbecher-laeuft-das-Roulette-harzig/story/31100526 Usw., die Liste ist endlos lang

        In Bayern wollen viele Leute das bescheuerte Rauchverbot aber nicht und versuchen immer noch verzweifelt, sich zu wehren, wie in NRW auch: https://www.openpetition.de/petition/online/wir-schaffen-das-totale-rauchverbot-in-bayern-wieder-ab-wir-sind-schliesslich-auch-das-volk https://www.openpetition.de/petition/online/kein-neues-nichtraucherschutzgesetz-in-nordrhein-westfalen So weit die Realität, die Ihnen leider entkommen ist… aber vielleicht in einer “Kolumne” braucht man sie auch gar nicht.

        • Michael Renner schrieb am

          Mit Verlaub: Das ist Unsinn. Sie betrachten das Nachverbot von der falschen Seite. Das Rauchverbot wurde nicht erlassen um Gaststätten zu schaden oder sie zu fördern. Das Rauchverbot wurde zum Schutz der Gesundheit von Gästen und Personal erlassen. Ein Raucher im Raum reicht ja, einige mehr lassen die Augen der anderen Gäste tränen und Haare sowie die Kleidung unangenehm riechen – auch noch am nächsten Tag. Schaut man sich den Aufwand an, mit dem versucht wird die Feinstaub- und Schadstoffbelastung in Städten zu bekämpfen erscheint eine Kneipe in der geraucht wird noch viel birarrer. Arbeitsplätze mit derartigen Schadstoffbelastungen sollte es nicht geben – in anderen Bereichen muss der Arbeitgeber für weniger Dreck in der Luft Atemschutzmasken ausgeben!

          Für mich persönlich kann ich sagen: Seitdem nicht mehr geraucht wird gehen wir viel häufiger aus. Der Abend hat eine andere Qualität! Besnonders auffällig wird das, wenn man in Bundesländern ohne strikten Nichtraucherschutz ausgeht. Aber auch hier ist meine Beobachtung: Die Racuherkneipen sind sehr leer (BW) oder wenig gefüllt (RLP), die ausgewiesenen Nichtraucherlokale sind brechend voll. Ob sich eine Kneipe mit derart wenig Gästen werden halten können bezweifle ich. Sollte, was niemand hofft, wieder mehr Lokale das Rauchen zulassen hätten diese jetzt leere Lokale natürlich eine Überlebenschance; weil es dann egal ist wo man sich zuqualmen lässt.

          Einen Vorschlag zur Güte: mir ist es ja egal wenn jemand raucht. Nur möchte ich nicht darunter leiden. Eine Initiative, die E-Zigaretten in Kneipen und Lokale zulässt würde ich begrüssen. Persönlich halte ich nichts davon eine künstliche Gegnerschaft zwischen Rauchern (von Nichtrauchern “uneinsichtig” genannt) und Nichtrauchern (von Rauchern “uneinsichtig” genannt) zu erzeugen. Beide Gruppen haben das legitime Bedürfnis abends weg zu gehen. Gerne auch gemeinsam. Auch wenn mein Freundeskreis zu 90% Nichtrauchern besteht mag das für andere genau umgekerht sein. Mit E-Zigaretten entfalllen alle Belästigungen die ich erwähnte. Für Raucher, Nichtraucher und für das Personal ein Gewinn. Und billiger sind die E-Zigaretten für den Raucher ohnehin, da (zumindest bisher) die Tabaksteuer nicht auf die Nikotinflüssigkeit erhoben wird.

          Nur auf eines würde ich bei einer solchen Lösung bestehen: Rot leuchtende E-Zigaretten müssen tabu sein. Es gäbe zu viele Spezialisten, die meinten es fiele nicht auf wenn sie doch die Luft verqualmen.

  2. butox schrieb am

    ach, Sie verstehen sowieso kaum was von dem was ich schreibe. jeder kann zu irgendeiner anderen Stadt fahren, dort nach eigenem Geschmack verschiedene Aspekte kritisieren, darüber geschmacklose Texte schreiben und als Artikel bei der eigenen Clownpartei verkaufen

  3. Michael Römer schrieb am

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin 40, sozusagen Mitte der Gesellschaft. Mir war es lange ganz egal ob oder ob nicht geraucht wurde. Es fällt mir nun aber auf, ich hatte nie ein Date in einem Raucherlokal. Und wenn ich Raucherlokale sehe muss ich sagen, Hochkultur in der Gastronomie sieht anders aus.

    Klar geht es um Menschen die von Wirtschaften auch leben wollen. Sollen sie. Aber der Zeit folgen wär auch ganz nett.

    Nett bleiben gefällt mir persönlich auch. Besser wie verqualmte Kleidung.

    Grüsse aus Freiburg

    • butox schrieb am

      noch so einer! startet von sich aus, mit subjektiven Eindrücke und fällt dann sofort Urteile, wie Gastronomie zu sehen hat, und zwar allgemein, für alle! Leute, die Zukunft sieht düster aus, wenn überall solche selbsternannte Diktatoren herumt(r)ollen

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