Warum Vea Kaiser vor Wut schrie


Kommentare

11 Kommentare zu Warum Vea Kaiser vor Wut schrie

  1. felixccaa schrieb am

    “Der kleine Dorfverein, der fast insolvent ist, dem tun vier Zuschauer schon weh, wenn sie nicht dabei sind. Da geht es um jeden Einzelnen!”

    Dieser Denkansatz scheint zu übersehen, dass jene, die vom Baum aus das Spiel schauen, zu wenig oder kein Geld haben und deshalb vom Baum aus zusehen. Dass der Verein darunter leidet (und singemäß auch der Autor), ist nachvollziehbar, aber nicht lösbar, indem man diese dann als Kriminelle bezeichnet! Die meisten Kriminelle sind einfach nur “von Armut betroffene”.

    Die gesellschaftliche Lösung (ich stimme zu, dass hier eine kollektive Lösung gesucht werden muss, weil das Individuum das nicht leisten kann) muss sein, ein BGE an alle auszuzahlen. Dann haben die Künstler (u.a.) genug Zeit, sich ihren Werken zu widmen und die Konsumenten haben genug Geld auch etwas dafür zu bezahlen (aber vlt sollte man dem Konsumenten dann überlassen, wieviel_(?)_ ).

    • Klaus schrieb am

      BGE weil Leute zu arm sind, um sich Bücher zu kaufen? Geht viel einfacher: Leihbüchereien. In vielen gibt es mittlerweile auch E-Books und sogar die Geräte dazu zu leihen.

    • Holger Karsten Schmidt schrieb am

      Wer kein Geld hat, um Bücher zu lesen, kann in eine Bibliothek gehen.

      Wer sich einen Computer und einen Internetanschluss leisten kann, kann auch das Buch bezahlen, das er sich saugt. Und falls nicht – bleibt die Bibliothek.

      Und nein – der Preis wird nicht von denen bestimmt, die es haben wollen, sondern von denen, die es erarbeitet haben. Wenn es Ihnen zu teuer ist, einfach verzichten.

      • Michael Renner schrieb am

        Hallo Herr Schmidt,

        Sie wollten sicher etwas zum Interview mit Paul G, nicht zu dem mit Vea Kaiser schreiben, oder?

        Der Preis ist immer zu hoch, das Gehalt zu niedrig, die Nacht zu kurz und die Temperaturen draussen …… Sie wissen schon. Schwamm drüber! Aber mein Interviewpartner ging nur kurz auf den Preis für E-Books selbst sein. Viel länger sprachen wir über darüber, dass der Preis für ein E-Book (letztlich nur eine Datei) kaum niedriger ist als das gedruckte und gebundene Buch. Er sprach darüber, dass er es als als flasch ansieht, dass die Datei der englischen Spache hier nicht, oder nur zu einem hohen Preis zu bekommen ist – und umgekehrt. Von technischer Seite betrachtet können wir wohl davon ausgehen, dass die zwei Sprachdateien auf dem selben Server liegen. Meine eigene Einschätzung dieser Situation: Das sind Marktpreise die verlangt werden weil der Händler eben weiss, dass jemand, der ein Buch in einer anderen Sprache lesen will, gewohnt/bereit ist einen höheren Preis dazu zu zahlen. So wie ich Herrn G. kennen lernte ist es für ihn üblich, auch in Ländern zu sein, in denen auch englisch gesprochen wird. Der höhere Preis stellt für ihn einen Anachronismus da.

        Sie sprechen die Bibliotheken an, mir stehen bei den Liziensierungsbedingungen von E-Books die Haare zu Berge. Früher [tm], in der guten alten Zeit schaffte eine Bibliothek eine bestimmte Anzahl eines Buches an und konnte diese verleihen. Auch E-Books können in Bibliotheken ausgeliehen werden. Aber zu welchen Bedingungen? Genau wie zu der Zeit, als nur so viele Exemplare wie physisch im Regal stehen verliehen werden können darf die Bibliothek zeitgleich nur so viele E-Book-Exemplare verliehen wie sie lizenziert hat. Hier werden die Restriktionen, die es in der analogen Welt gibt, ohne Not in die digitale Welt, in der es keine Knappheit geben müsste, weil eine Datei eben beliebig oft rausgegeben werden kann, übertragen. Vorschläge der Bücherreien zu alternativen Lizenzierungsmedalitäten (durchaus zum Vorteil aller) wurden ausgeschlagen, es soll das alte Modell erhalten bleiben. Kann man natürlich versuchen, der Markt sucht sich einen anderen Weg.

        Letztlich ging mein Gesprächpartner noch auf Einschränkungne der E-Books auch für Käufer ein. Dass das E-Book nicht verliehen werden kann, dass die Lizenz widerrufen werden kann (Amazon löscht schon mal per Fernbedienung Bücher wieder vom Kindle runter). Auch beim Umzu in andere Länder wurden schon E-Books aus dem Reader raus gelöscht. Hier denkt der Käufer (und auch ich) durchaus analog: was ich gekauft und bezahlt habe darf mir nicht wieder weeggenommen werden. Natürlich haben Sie Recht wenn sie sagen “der Verlag sagt an, nicht der Käufer”, aber wundert es Sie wirklich, wenn die Käufer unter diesen Bedingungen zu Quellen abwandern, die keine Gefahr eines Totalverlustes bergen?

        Der Peis der E-Books ist ein Ärgernis im Vergelich zur gedruckten Ausgabe. Die anderen Umstände wiegen allerdings schwerer. Das waren die Schwerpunkte des Interviews.

  2. LordSnow schrieb am

    Das Rad scheint sich mit der Buchbranche analog zur Musikbranche weiterzudrehen. Kaum jemand kauft DRM-“verseuchte” Datein und immer mehr Menschen suchen sich alternative Wege, obwohl sie eigtl. von den Hauptvertriebswegen der Verlage off- und online gerade zu umzingelt sind. Naja, was soll’s, lieber auf die Tauschbörsen schimpfen und keinen Cent mehr verdienen. Die Musikindustrie hat 10 Jahre gebraucht um zu lernen, dass ohne DRM mehr gekauft wird, dass stärker gekauft wird, was (bei Youtube und co) kostenlos zu haben ist. Mal schauen, wie lange die Verlage und diverse Autoren brauchen, den Knoten zu durchschlagen.

  3. Igor Tykhyy schrieb am

    Das Problem ist doch: DRM zeugt nicht von Vertrauen und lockt vielerlei Leute dieses zu brechen – einfach, weils geht. Richtig? Nö.

    Warum gibt man also irgendwelchen dubiösen Hostern sein Geld statt den Autoren? – weil diese Hoster einen Bruchteil des Preises verlangen – weil man das Buch/Lied/Spiel/Video vermutlich sowieso nicht liest/hört/schaut bzw. nur teilweise – weil – bei Spielen und Liedern – keine Vereine dahinter stecken, die Grundgesetz-widrige Praktiken anwenden, um an das Geld zu kommen (GEMA mit ihrer erkauften “GEMA-Vermutung” bzw. Steam/Origin mit ihren Ansätzen Gebrauchtkopien zu vermeiden) – weil bei weitem nicht jedes Buch/Spiel/Lied/Video ihr Geld wert ist – und um das zu entscheiden, brauch es Zeit

    Ein Beispiel: ich habe von nem Kumpel das Spiel “To the Moon” (freebirdgames) erhalten und ausprobiert, ja fast durchgespielt. Aber das Spiel war SO gut, dass ich mir das Spiel gekauft habe – ganz einfach weil ich der Meinung bin, dass die Autoren es verdient haben. Selbiges gilt auch für eine Menge anderer Spiele/Lieder. Auch kommt z.B. auf meine PS3 nur das, von dem ich überzeugt bin (und es daher gekauft habe).

    Ich gebe zu, dass das Konsumverhalten nicht immer richtig ist – aber insbesondere bei Jugendlichen gibt es einen “Konsumzwang” wenn man “inn” sein will. Richtig? Nö.

    Ich bin auch dafür, dass Künstler etc. einen Lohn für ihr Werk erhalten – aber derzeit gibt es z.B. so viele Zwangsabgaben (auch von z.B. der GEMA auf irgendwelche USB-Geräte, die niemals Werke Dritter sehen werden), dass mein Scham in der Nutzung von zumindest nicht ganz legalen Liedern nicht so hoch ist, werde ich doch für Sachen ausgenommen, die absolut ungerechtfertigt sind. Außerdem profitieren von der Gewinnausschüttung auch zu wenig (insbesondere bei der GEMA).

    Allerdings habe ich angefangen einfach auf z.B. Spiele von EA mit voller Absicht zu verzichten. Selbiges gilt auch für Spiele, Filme usw. von bestimmten “Herstellern”.

    Aber ich frage mich – ganz abseits des Alltags – wo der Mensch wäre wenn es schon immer gewesen wäre wie es jetzt ist. Früher haben die Leute schamlos voneinander kopiert und Dinge als ihre eigenen ausgegeben. Andere haben Werke verbessert oder überarbeitet. Ich frage mich wie viele von ihnen irgendwelche Gebühren gezahlt haben.

  4. Jakob schrieb am

    Danke Vea und Falschenpost-Team! Ein gutes Beispiel dafür, wie die Dinge für die Schaffer des geistigen Eigentums stehen — Und siehe da, das Bild von der “Content-Mafia” ist doch etwas vereinfacht. Ich bin zuversichtlich, dass wir Piraten bessere Lösungen entwickeln können.

    • Holger Karsten Schmidt schrieb am

      Das glaube ich nicht. Wenn die Lösungen der Piraten für Urheber besser wären, hätten die Piratinnen Julia Schramm und Marina Weisband für ihre Romane nicht das Geld der “Content-Mafia” angenommen, sondern wären ihren hehren Überzeugungen gefolgt und hätten ihre Romane für den Privatgebrauch kostenlos zur Verfügung gestellt.

  5. JH schrieb am

    Man hat sie nun supported, … … das ist der einzige und letzte Fehler, … so schreibt sie nicht mehr selbst, …

  6. Stinne schrieb am

    Ich zahle in D für ein E-Book das gleiche wie für ein gedrucktes Buch. Schwachsinn! So lange ich ein E-book weder verschenken, noch verleihen, noch ausdrucken darf bin ich nicht bereit, so viel Geld zu bezahlen.

    E-books sind einfach unverschämt überteuert – wenn der Preis irgendwann einmal angemessen wird ODER die Leistung irgendwann einmal dem Preis (bzw. den Möglichkeiten eines gedruckten Buches) entspricht werde ich auch eines kaufen.

    Vorher nicht, ich bin doch nicht bescheuert.

    Und, liebe Autoren: Jeder der das vollkommen unangemessene Modell der Buchpreisbindung für E-Boks unterstützt, zählt zu denen, die ich NIEMALS kaufen werde. Und das diskutiere ich auch nicht!

    Stinne

  7. butox schrieb am

    Liebe F.lein Kaiser, der Bestseller “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” (auch so’n 500-600seitiger) kostet um die 15€, und Fr Jelinek (Lit-Nobelpr)bietet einige iherer (kürzeren) Schriften sogar umsonst im Internet an, in voller Länge!

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