Licht aus, Spot an – ARD und ZDF im Fokus der Kritik


Kommentare

12 Kommentare zu Licht aus, Spot an – ARD und ZDF im Fokus der Kritik

  1. H.-P. Kraus schrieb am

    “auch in Piratenkreisen gibt es Pläne die Haushaltsabgabe juristisch zu Fall zu bringen” Was ich bisher bei den Piraten in Sachen Rundfunkgebühr/-beitrag beobachten konnte, war eine positive Einstellung gegenüber den öffentlich-rechtlichen Sendern und dem Abgabensystem. Es mag Kreise geben, die nicht diese Position haben, aber das ist belanglos, so lange intern keine Mehrheiten zustande kommen. Was ich nicht verstehe, das ist, wie die Piraten dieses Thema – und es fing ja schon mit der PC-Gebühr an – derart verschlafen konnten. Denn es ist ja nun mal eine Frage von Freiheit im Umgang mit Medien, wenn ich auf Rundfunk verzichten möchte. Wie kann das unpiratisch sein? Hängen die alle an der Glotze?

    • Michael Renner schrieb am

      Moin, die bayrischen Piraten haben folgende Positionen beschlossen: Öffentlich-Rechtlicher-Rundfunk ist (an sich) eine gute Sache. Er muss sich aber mehr in Richtung “Grundinformation” bewegen. Keine teuren Sportrechte, keine teuren Unterhaltungssendungen (nebst eingeflogenen Filmsternchen, die ihre 2 Minuten Sendezeit nutzen den neuen Streifen zu bewerben), keine Werbung. Die Rundfunk- und Fernsehräte müssen reformiert werden: Weg von gesellschaftlichen Abbild der 50-er Jahre (Vertriebenenverbände, 3 Religionen, Parteien) hin zur gesellschaftlichen Realität unserer Zeit: Einwanderer, Bürgerinitiativen, digitale Chancen. Die Haushaltsabgabe wird wie die GEZ abgelehnt. Favorisiert wird eine Finanzierung aus staatlichen Töpfen (schwierig wegen Deutschland-Fernsehen-GmbH-Urteil 1961), ich persönlich mag ein “pay by view”-Modell, wer schaut soll auch zahlen. Digitaler Unsinn wie DePub oder “Streaming nur innerhalb der Landesgrenzen der Bundesrepublik” lehnen wir Piraten ab. Beim medienpolitischen Kongress in Würzburg werde ich versuchen diese Positionen anderen Landesverbänden zu vermitteln.

  2. Peter Proxy schrieb am

    Ob gut oder schlecht ist völlig unwichtig und egel.

    Ich möchte entscheiden was ich schaue oder benutze und will nicht für etwas zahlen was ich nicht nutzen WILL !

    Und ich WILL KEIN ARD, ZDF, WDR etc. und schluß. Auch wenns kostenlos ein sollte, schaue ich kein ARD, ZDF etc. !!!

    Ich zahl nicht und ENDE !

  3. Dennis H. schrieb am

    Ich finde es ebenso schade das sich die Piraten nach all der Zeit in der das Thema praesent war bzw noetig war zu informieren sich nicht wirklich positioniert haben bzw diese Position nicht oefter oeffentlich gezeigt haben. Jetzt wo das Thema fast schon totberichtet wird springt man quasi auf den Zug auf was ich nicht okay finde. Ich habe bei Google+ Gez-boykott in meinen Kreisen und verfolge gespannt deren Beitraege und verlinkte Beitraege und ich habe oft geschrieben das ich mir von den Piraten eine solche Einstellung wuenschen wuerde gerade weil ich die Piraten als Partei bevorzuge aber das sie sich nie wirklich kritisch dazu geaeussert haben hat mich sehr enttaeuscht. Es gab soviele Berichte und vorallem ereignisse zu berichten ueber die neue Haushaltsabgabe usw aber die passende Reaktion von den Piraten hat gefehlt was ich mir nicht erklaeren kann weil man gerade mit diesem Thema neue Stimmen und Waehler gewinnen kann. Ich weiss das sollte kein Hauptkriterium sein aber zumindest wenn die Piraten schon aehnliche Ansichten haben kann man sich wenigstens mit dem Herrn von gez-boykott absprechen oder mindestens in der Zeit wo es wichtig ist/war sich zu positionieren, um zu signalisieren auf wen man vertrauen kann, sich auch wirklich zu positionieren. Keine andere mehr oder weniger grosse Partei hat ein GEZ-kritischen Punkt und in Zeiten in denen 60% bei Umfragen gegen diese Steuer sind kann das ein Joker sein. Das wollte ich nur mal loswerden als Piratenwaehler… auch wenn jetzt gesagt wird das man sich dieser Tatsachen bewusst ist kann ich nicht verstehen warum man es dann nicht angeht bzw diese Tatsachen nicht nutzt… MfG Dennis

    • Michael Renner schrieb am

      Moin Dennis,

      das Thema “Öffentlich-Rechtlicher-Rundfunk” zündet in Piratenkreisen leider nicht so wie auch ich mir das gewünscht hätte. Es entstanden immer mal wieder AGs zu dem Themengebiet, die schliefen aber auch schnell wieder ein. Einer der Gründe mag sein, dass dieses Thema wie kaum ein anderes die klassischen Querulanten anlockt. Gegen die GEZ zu sein ist polulär, der Applaus ist garantiert. Sobald es aber um mehr geht als “dagegen zu sein” kommt schnell das grosse Schweigen. Alternative Konzepte sind kaum zu finden, die beliebte Forderung “einfach abschalten, wir haben doch die Privaten” kann aber, Hand auf’s Herz, doch nicht ernst gemeint sein!

      Wir Piraten erarbeiten gerade Positionen die sich klar zum Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk bekennen. Dabei soll aber der Aspekt der Grundversorgung weiter im Vordergrund stehen. Viele der Medienpiraten sind der Meinung, dass teure Sportübertragungen im ÖRR nichts zu suchen haben. Die eingetriebenen Gelder wären mit Informationen, Bildungs- und Kulturthemen besser eingesetzt. Viele von uns halten die Beschränkungen, die der Gesetzgeber dem ÖRR auferlegt um die Privaten zu stärken, für falsch. Um konkrete Beispiele zu nennen: Die dePub-Verpflichtung, Beschränkungen was die Inhalte der Webseiten betrifft, ein künstlich schlechter Funktionsumfang bei den Apps für Mobiltelefone und einiges mehr. Dafür wollen wir, dass Streams nicht an der Staatsgrenze enden, auf Werbung kann jedoch gut verzichtet werden! Abseits des Programms selbst wollen wie die Rundfunk- und Fernsehräte modernisieren. Die heutige Zusammensetzung (Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Vertriebenenverbände und einiges andere mehr das es bereits in den 60-er Jahen gab) hat sich überlebt. Wir brauchen weniger Einfluss der Parteien und der Kirchen. In genau dem Mass, in dem deren Einfluss auf die Gesellschaft sank. Wo sind die Vertreter der Einwanderer? Wo die der Zivilgesellschaft? Die Bürgerinitiativen? Ohne die entspricht das gezeichnete Bild der Gegenwart im Fernsehen aber nicht der Realität.

      Am 23.03. treffen sich die am Thema ÖRR interessierten Piraten aus den einzelnen Landesverbänden um eine gemeinsame Position für den Bund zu erarbeiten. Eigentlich ist der Rundfunk ja Ländersache, faktisch einigen sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer aber auf eine gemeinsame Position. Deswegen müssen wir Piraten ebenfalls bundesweit mit einem gemeinsam beschlossenen Konzept an die Öffentlichkeit. Für bessere Inhalte, eine vernünftige Finanzierung und die Ankunft in einer Zeit, in der die Familie den Abend nicht mehr gemeinsam vor dem Fernseher verbringt. Denn auch das ist klar: Das Freizeitverhalten wandelt sich, heute gibt es alternative Abendbeschäftigungen. Wenn das Fernsehen nicht darauf reagiert, wird es bald ein Nischendasein in einem grossen Unterhaltungsmarkt führen. Zwangsweise eingetriebene Gebühren werden daran nichts ändern können.

  4. F. Steffen schrieb am

    Ich finde es sehr traurig, dass das GEZ-Thema nicht bei den Piraten “gezündet” hat! Wie es bekannt ist und von euch selber geschrieben: “Es dürfte sich um den größten Datenabgleich handeln, der in der Bundesrepublik jemals stattfand. Die Schnüffelei ist aller Beteuerungen zum Trotz schlimmer als je zuvor.” So muss ich von den Piraten leider das Gleiche wie auch von den anderen Parteien denken: Entweder sind ihre führenden Köpfe mit dem Milliarden-Verein GEZ zu intim, oder zu hochnäsig sich von beginn an mit GEZ-Boykott Gruppen zu mobilisieren, oder der Grossteil ist schon zu satt, dass es ihm nicht mehr bewusst ist, wie viele Menschen diesen absolut überhöten GEZ-Betrag einfach nicht bezahlen können.

    Gruss

    • Michael Renner schrieb am

      Moin,

      wie schon in einem anderen Kommentar geschrieben: Der Einsatz darf nicht bei einem “GEZ muss weg” enden. Das greift deutlich zu kurz! Was ist, wenn die GEZ weg ist? Wie finanziert sich das Fernsehen? Welches Programm wollen wir? Wie viel sind wir bereit dafür zu zahlen? Wie wollen wir dafür zahlen? Das sind Fragestellungen, die sich mit einem billigen Slogan nicht beantworten lassen.

      Mein Anspruch an die Politik geht deutlich weiter! Nehmen wir als Negativbeispiel für GEZ-Protest die Demonstrationen, die am 23. März in einigen Städten stattfinden sollen. Auf den Webseiten zu den Demonstationen findet sich nur billige Polemik. Eingangs wird eine “Reform” gefordert, später findet sich kein einziger Satz der sagt was Inhalt der Reform sein soll. Statt dessen wird von der “Zwangssteuer” geschrieben, die den Rundfunk “fürstlich alimentiert”. Die Forderung auf “Freiheit der Informationsbeschaffung” wird erhoben, ohne zu schreiben wie sie aussehen soll, diese Freiheit. Selbstverständlich wird die ” rote Karte” bemüht und selbst die Opferrolle als ” Melkkuh” eingenommen. Dann wird gegen die “Politikerkaste” geschimpft …. und kein Wort darüber verloren, wie ein besserer gerechterer Rundfunk aussehen soll. Von den Piratenpositionen zur Medienpolitik wirst du solch ein billiges “Wir sind das Volk” nicht hören, da wir den Anspruch an uns haben auch Lösungen oder Alternativen anzubieten! Das zu erarbeiten dauert etwas länger und macht viel Mühe. Deswegen ist es auch aufwändiger zu erreichen als Fundamentalopposition. Und doch ist der Weg den wir Piraten gehen 1000 mal zweckdienlicher, weil am Ende ein Konzept steht! Statt nur Trümmer!

      In einem anderen Kommentar hatte ich geschrieben, dass gerade das Thema “Rundfunkgebühren” auch Spinner anzieht. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass die Demonstrationen am 23. von Mitgliedern der “Partei der Vernunft” (Hintergründe auf [1]) organisiert werden. Nun um den Hintergrund zu verdeutlichen: Diese Partei rekrutiert ihre Mitglieder aus Esoterikern, Verschwörungstheoretikern, Rassisten und Nationalisten. Auf keinen Fall möchte ich mit solchen Leuten auf einer Demonstration auftreten. Wir rufen unsere Leser, Mitglieder und Anhänger auch dazu auf am 23. nicht (!) auf diese Anti-GEZ-Demonstration zu gehen!

      Die Reform des ÖRR ist dringend notwendig. Daran arbeiten wir Piraten. Wir sind Evolutionäre, keine Revolutionäre. Deswegen dauert es manchmal etwas länger. Am Ende wird aber ein tragfähiges Konzept stehen.

      [1] http://pastebin.com/UGJY1yBr

  5. Waldemar Urbainczyk schrieb am

    “Die Schnüffelei ist aller Beteuerungen zum Trotz schlimmer als je zuvor.” – Hat jemand im Ernst etwas anderes erwartet?

  6. Bürger schrieb am

    1) ein “billiges” Wir-sind-das-Volk?!??! Das ist eine ganz klare und völlig plausible Antwort bzw. Re-Aktion auf die Ignoranz der Politik und der ÖRR gegen den Wähler, gegen den Souverän, gegen den Kunden und Eigentümer der ÖRR: das Volk! 2)”Fundamentalopposition”?!??! Was ist schon “Fundamentalopposition” gegen eine solch multiple Fundamental-Repression wie den unsäglichen Rundfunkbeitragsstaatsvertrag?!? 3)”[…] der Weg den wir Piraten gehen 1000 mal zweckdienlicher, weil am Ende ein Konzept steht! Statt nur Trümmer!” Das “Konzept” des Rundfunkbeitragsstaatsvertrags hat die Akzeptanz verspielt. Die Trümmer sind einzig dieser Ignoranz und dem Zwang zuzuschreiben! Nicht aber dem jetzigen Protest, der eine Folge dessen ist! 4) “[…]Demonstrationen am 23. von Mitgliedern der “Partei der Vernunft” (Hintergründe auf [1]) organisiert werden[…]” …da sich keine andere Partei dazu verpflichtet sah? PS: Tragfähige Konzepte gab und gibt es schon genug – man muss sie nur suchen, finden – und umsetzen – nicht aber wie bisher ignorieren! Und: Diskreditieren Sie bitte den Protest und die Demos nicht so sehr – denn all dies ist nur nötig geworden, weil bisher eben die Politik versagt und dem Souverän kein Gehör geschenkt hat! Außer “Polemik” (die der ÖRR im Übrigen in den letzten Wochen und Monaten über Gebühr selbst geboten hat!) gibt es auf den Protestseiten in der Mehrzahl sehr interessante Informationen und Gedanken! Sie dürfen und sollten gern in Ihrem Metier weiter am Thema bleiben – der Bürger wird es in seinem Metier auch tun. In der Hoffnung, dass sich am Ende – jedoch sehr bald! – die Sache zum Guten wendet!

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