Piraten suchen Wahlkampfstrategie mittels Barcamp: „.NEUSTART“ bewegt die Gemüter

Barcamp | CC BY 3.0

Kommentare

12 Kommentare zu Piraten suchen Wahlkampfstrategie mittels Barcamp: „.NEUSTART“ bewegt die Gemüter

  1. Bernd schrieb am

    Toller Bericht, NEUSTART gefällt Mir auch. Ob wir Wollen Oder nicht – ohne Ansprache der Wechselwähler die üblicherweise Protestwahl machen werden wir nicht über unsere 2,1% Stammwähler rauskommen.

    Übrigens wüsste ich nicht dass wir Direktkandidaten hätten die eine Chance haben. Ich vermute mal hier war Listenkandidaten auf den Topplätzen gemeint.

    Da muss ich sagen das finde ich weniger wichtig, wenn wir einen Kandidaten haben bekommt er Rückendeckung. Dass die Top-Plätze hoffentlich aktiver sind ist ein anderes Thema. Ich hab grade kürzlich “Listenplatz 1” aus einer Statement-PM rausgestrichen – brauchen wir nicht. Sebastian ist auch ohne den Zusatz einer der Gesichter der Partei.

    Gruß Bernd

  2. maurice schrieb am

    “In großer Runde arbeiteten Schlömer und Jens Seipenbusch zudem heraus, wofür die Piratenpartei inhaltlich stünde – etwa Bürgerrechte, Transparenz, Informationsfreiheit, Soziales –, auch personell, organisatorisch und in positiver Abgrenzung nach außen.” Das ist zu allgemein: weder wird die persoenliche Betroffenheit der Akteure noch die Konkretheit der Antworten auf das generalisierte Chaos der neoliberalen Modernen gegeben. Das Programm muss einerseits -plausibel (ist BGE nicht trotz Beschluss) andererseits -hoffnungstragend (was krieg ich wenn ich Piraten waehle?) -drittens in der Darstellung plastischer werden (Hochschulassistentenvokabular reicht da nicht).

    Mein Punkt waere nun das Herausstellen des MORALISCHEN Anspruchs der Piraten. Es ist GUT, gegen die Standards der neoliberalen Globalisierung (i.e.: Mobilitaet, Überfütterung mit garbage von Pferdelasagne bis Tablet-unterhaltung…) aber FÜR die Staerkung lokaler Wirtschaftskreise, FÜR das geistige Leben egal in welcher Form, FÜR Verantwortlichkeit (mit allen gigantischen Konsequenzen!!!) FÜR ein Recht der Tiere auf dezentes Leben (gegen Massentierhaltung), FÜR eine universale Gerechtigkeit , die den industriellen Nutzmenschen in die Grenzen des universalen Logos zurueckführt, summa summarum: FÜR eine Rückkehr zur Vernunft! einzutreten und deshalb Piraten zu waehlen.

    Angesichts der Klimakatastrophe, die schon jetzt wirkt, angesichts des Finanzholokausts der alten Welt, angesichts der krassen Saturierung der Maerkte mit den Standardprodukten der neoliberalen Modernen, angesichts der Fragwuerdigkeit und Fragilitaet des deutschen Exportwirtschaftserfolgs (jeder verkaufte Porsche geht zu Lasten der Umwelt!) muss man total blind sein , nicht zu erkennen, dass wir eine neue Gesellschaft brauchen: eine Gesellschaft der Substitution im materiellen Bereich und der Expansion im geistig-kulturellen Bereich.

    Wenn das keine Substanz zur moralischen Fuehrerschaft abwirft, dann ersauf ich mich im Rhumfass!

    Best und Rhum, Maurice

  3. Andreas Frantz schrieb am

    Worthülsen, Gemeinplätze, abstraktes Geschwafel – kurz gesagt der übliche Politik(erInnen)-Sprech; das hätte ich von Euch wirklich nicht erwartet ! Einer der wenigen, klaren und ver ständlichen Aussagen (“…wenn wir ohne klare eigene Identität in den Wahlkampf ziehen, wird es Uns zerlegen..”) scheint mir bereits eingetroffen. Logisch, dass Ihr über die 5%-Hürde kommen wollt – doch woher diese Fixierung auf genau (?!) 6,5% ?!? Traut Ihr Euch nicht mehr zu? Ein enttäuschter und frustrierter Fan !

  4. Skaterpirat schrieb am

    Wenn ihr in den Reichstag einziehn wollt müsst ihr den Menschen klar machen was sich für sie durch EUCH verbessern könnte.Ich bin kein Nerd, mich interessiert Substitution im materiellen Bereich und Expansion im geistig-kulturellen Bereich nicht weil die Wenigsten wissen was damit gemeint ist. Ich will bezahlbares Wohnen, bezahlbare Energie einfach als normaler Mensch normal leben können. Grenzenlose Freiheit im Internet interessiert halt nur 2% der Bevölkerung. Der Strompreis sicher 90%. Wenn es euch nicht gelingt auf die einfachen Fragen u Probleme der Menschen einzugehen.. braucht man euch echt nicht.. oder halt nur 2%… und zum Schluss.. weg mit Ponader.. sucht dem einen Job in der Wirtschaft wo er mal arbeiten lernt.. und was für Probleme der normale Bürger hat.

  5. maurice schrieb am

    @Skaterpirat. Du schreibst: “Wenn ihr in den Reichstag einziehn wollt müsst ihr den Menschen klar machen was sich für sie durch EUCH verbessern könnte.Ich bin kein Nerd, mich interessiert Substitution im materiellen Bereich und Expansion im geistig-kulturellen Bereich nicht weil die Wenigsten wissen was damit gemeint ist. Ich will bezahlbares Wohnen, bezahlbare Energie einfach als normaler Mensch normal leben können.” Im Rahmen dieses Systems und dieser Regierungs-konstellation wird es kein “normales Leben” wie du es gern haettest , geben. Wegen der neoliberalen Geldgier, der Globalisierung, der Bereicherung eines konsumgierigen Mittelstands in den Entwicklungslaendern, der eben auch dieselbe Pizza essen will wie du! Deshalb wird sie teurer und dein Lohn niedriger (durch Inflation). Also muss man nach neuen gesellschaftlichen Mustern suchen und dies moeglichst konkret. Mein Vorschlag KONKRET: weniger Fleisch fressen und Benzin saufen und mehr ins Theater gehen. Sich bilden. Sich kultivieren. Und dadurch die Welt vor dem Totalkollaps bewahren. Andererseits muss man unterstellen, dass du – so wie 90%+ der Deutschen eine Wohnung, Essen und sogar ein Auto hast, was du bezahlst. Oder? Du willst das alles nur “billiger” haben. Dafuer kannst du zB die Linke waehlen, die immer noch einen modernistischen Ansatz der 20 er Jahre hat: mehr Essen fuer alle, bequem! Das dieses Essen aber durch Sklavenarbeit in Spanien oder Rumaenien, durch endloses Tierleid, durch wahnwitzige Transportwege und Energieaufwand, usw erstanden ist, bleibt dir unklar. Du willst nur “bezahlbar” essen. Deinen Wunsch in ein politisches Programm umzusetzen ist ,mE illusorisch und mehr noch: uninteressant. Das man die groben Funktionsmaengel des Staats, die ungerechte Verteilung des Reichtums usw. angehen muss, ist unstrittig. Die WirtschaftsAG arbeitet daran, informier dich. Aber das hat nichts mit dem heute zu Grunde liegenden Wertesystem zu tun: dieses muss geaendert werden. KONKRET kann da am besten jeder bei sich selbst anfangen: jeder kann ab jetzt auf 20, 30, 50 % seines materiellen Konsums verzichten, diesen mit Kulturdienstleistungen ersetzen und… BESSER leben! Maurice

  6. Skaterpirat schrieb am

    Ja, hast recht. Ich werde dann wohl eine andere Partei wählen müssen.. so wie bestimmt 98% der Wähler. Eine Partei die realistisch ist und nicht mehr Theaterbesuche zur Weltverbesserung vorschlägt.. kommt gleich nach den Zeitreisen.Danke für die Aufklärung.

  7. maurice schrieb am

    @Skate wegen mir mach was du willst. Wenn keine Bereitschaft zur offenen Auseinandersetzung da ist, kann es auch nicht vorwaerts gehen. Mein Eindruck ist , du verschlingst gerade orientierungslos realistisch deine billige Pferdelasagne. Bon appetit, man. (gutten Appetit!)

  8. Michael schrieb am

    Maurice, Deine Arroganz ist widerlich. Ich empfehle Dir verzichte auf weitere Theaterbesuche und übe den Umgang mit Menschen. Mein Eindruck ist, du bist das typische Produkt der virtuellen Welt. 1000 Freunde bei FB aber unfähig Menschen und ihre Probleme wahrzunehmen.

  9. maurice schrieb am

    Michael. ich bin gerade das Gegenteil eines Produkts der virtuellen Welt. Woher nimmst du , dass ich arrogant sei? Ich sehe nur keinen Sinn mit Leuten herumzustreiten, die eh nicht bereit sind , offen ueber Dinge zu reden. Insbesondere wenn die nicht in ihre Denkschablonen passen. In Fazebuk kannst du ja mal schauen ob du mich findest. Ich bin bei den Piraten weil ich die Dinge grundlegend aendern und nicht meine persoenlichen Ego-neurosen austoben will. Eure (deine und Skater) Kulturfeindschaft laesst mich allerdings sprachlos. Gerade wollen die Lehrer mehr Geld. Fuer was???

  10. dowdax schrieb am

    Um all das durchzusetzen, was die Partei sich vorgenommen hat, braucht man zwei Sachen: Erstens ein Konzept und zweitens die Macht, es auch durchzusetzen. Macht bekommt man nur von den Wählern. Hinter dieser Erkenntnis muss alles andere zurückstehen. Der Wähler hat in Berlin gezeigt, dass ihn Transparenz und Offenheit stark interessiert. Das ist das einzige Thema, das viel Zustimmung erzeugen kann und von keiner anderen Partei vertreten wird. Es ist so eine Art Markenkern der Piraten. Und besonders effizient kann die Notwendigkeit von Transparenz deutlich gemacht werden, wenn man aufzeigt, in wie vielen Fällen der Wähler von den etablierten Parteien enttäuscht wurde. Man denke nur an die Wahllisten, die dem Wähler nicht bekannt gemacht werden. Der Wähler kauft die Katze im Sack und die Parteisoldaten sind bei der Wiederwahl nicht von den Wählern, sondern nur von ihren Bossen abhängig, um einen Platz auf der Liste zu ergattern. Sie sind keine Volksvertreter, weil sie nicht unmittelbar gewählt werden, obwohl es von der Verfassung vorgesehen ist. Politiker genehmigen sich, zehn Jahre früher in Pension gehen zu können, Rentenkürzungen gelten noch nicht für die derzeitigen Politiker, Pensionsanspruch gibt es schon nach einem Jahr. Sie genehmigen sich eine Kostenpauschale von ca 50.000 Euro jährlich statt die Kosten dokumentieren zu müssen. Pro Legislaturperiode haben sie sich 30 Bundesverdienstkreuze gesichert ohne Leistungsnachweis. All das erfolgte verfassungswidrig, weil das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat, dass bei Entscheidungen in eigener Sache das einzige Gegengewicht die genaue und klare Information der Öffentlichkeit sein muss. Die hat es nicht gegeben. Zudem haben die Parteien ihre Kontrollorgane selbst okkupiert. Richter und sogar diejenigen des Bundesverfassungsgerichts werden im einvernehmlichen Parteienproporz aufgestellt. Man braucht sich deshalb nicht zu wundern, dass von dort nur moderate Kritik zu erwarten ist und bezüglich der verfassungswidrigen Ämterpatronage noch nicht viel passiert ist. Die öffentlichen Medien wurden ebenfalls von den Parteien okkupiert. Deshalb sind von dort auch nur weichgespülte Sendungen zu erwarten und nichts, was in irgendeiner Weise zu Kritik an Politik oder Parteien führen könnte. Deswegen wurde auch das flächendeckende Gebührensystem eingeführt. Es gibt genügend Leute, die die Piraten unterstützen würden, wenn diese sich gegen die pauschale Gebührenpflicht einsetzen würden. Wir als Gemeinschaft zahlen die öffentlichen Medien, nicht die Politiker. Deshalb sollte die Aufsichtsfunktion von einer von der Gemeinschaft gewählten Institution wahrgenommen werden und nicht von Politikern. Die Ämterpatronage dehnt sich auch aus auf die Wirtschaft. Wenn z. B. RWE als Energiekonzern unter Kartellkontrolle eine Rendite von 26,6% auf das Eigenkapital erwirtschaften kann, liegt das nur daran, dass die dort ansässigen Politiker eine neutrale Kostenkontrolle immer wieder verhindern konnten. Für den Wahlkampf eignet sich auch besonders das Thema Korruption. Unsere Abgeordneten haben sich eine erstaunliche Lösung ausgedacht. Der Paragraph 208e des Strafgesetzbuches besagt lediglich, dass ein Abgeordneter, der seine Stimme verkauft, mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft wird. Nichts sonst. Alle weiteren Arten der Korruption sind nicht unter Strafe gestellt. Das bedeutet im Klartext, dass sie straffrei Geschenke und Geld annehmen können in jeder Höhe. In den 20 Jahren seit Bestehen dieses Paragraphen wurde nur ein einziger Abgeordneter verurteilt. Er war so dämlich, die 100.000 Euro vor der Stimmabgabe anzunehmen. Hätte er sie danach, quasi als Dank, entgegengenommen, wäre alles rechtens gewesen. Mit diesen Argumenten zeigt man den Wählern, wie wichtig Transparenz ist und gleichzeitig, wie wichtig dieses Thema den Piraten ist. Alles andere, was die Piraten im Programm haben, sollte man nicht als Forderung deklarieren, sondern zu Themen erklären, die man zusammen mit der Gemeinschaft erörtern wolle. Der Wähler muss sich mitgenommen und einflussfähig fühlen.

    All das sind Themen, die von den anderen Parteien im Eigeninteresse nie berührt werden. Die Fakten sind peinlich und von der Gegenseite nicht zu entkräften. Und je häufiger man die Wähler darauf hinweist, umso eher kommt das Aha-Erlebnis, was erforderlich ist, um das Ziel von 6,5% zu erreichen. Ich bin sicher, dass es mit der Methode obiger Argumente zu schaffen ist. Was würde Störtebeker, zu seiner Zeit außergewöhnlich verantwortungsvoll für seine Leute, dazu sagen? “Stellt Euch vor die Gemeinschaft, dann wird sie hinter Euch stehen!”

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