Warum Piraten sich um die Barrierefreiheit im Netz kümmern müssen

about standards

Kommentare

6 Kommentare zu Warum Piraten sich um die Barrierefreiheit im Netz kümmern müssen

  1. Björn schrieb am

    Ja wenn Anfragen bzgl. der Barrierefreiheit der eigenen Webseiten oder Tools ernst genommen werden würden… Gutes Beispiel und voran und so.

  2. Eberhard Schneider schrieb am

    Eine Fehlinformation steht im Text zu den WCAG2: “Es ist ebenfalls festgelegt, wie die Sanktionen auszusehen haben, wenn die Richtlinien nicht eingehalten werden.” Das habe ich in den WCAG nirgendwo gefunden. Die WCAG liefern maximal Beispiele für gute Praxis. So weit ich weiß, hat nicht einmal die Section 508 des Rehabilitation Act (USA) definierte Sanktionen. Aber dies unter Vorbehalt, dass ich das dicke Werk nicht bis zum Ende gelesen habe. Zum Beitrag von Björn: Sehr richtig! Barrierefreiheit im Web beginnt bei den eigenen Angeboten. Der (relativ tolerante) W3C Validator liefert für die Syntax dieser WordPress-Blogseite 25 Errors und 72 warnings. Korrekte Syntax ist wesentlich für die Darstellung auf assistiven Techniken. Semantisch sind auch dicke Fehler drin. Es gibt keine HTML-Sprachdefinition und keine Überschrift H1. Woran soll sich ein Screenreader orientieren, wenn er die Seitenstruktur aufbereitet? Wordpress barrierefrei hinzukriegen, braucht ein bisschen mehr als runterladen und nach Nullachtfünfzehn installieren. Aber es geht. Wenn man will.

  3. Man kann es auch plakativ verkürzen: Wer ernsthaft für Gleichheit aller eintritt, darf niemanden ausschließen und muss jedem Menschen gleichberechtigten Zugang ermöglichen. Dies gilt für alle Gebiete: Sowohl bauliche, politische, kulturelle als auch netzbezogene. Der Zugang für alle ist indiskutable Grundlage.

    Traurig macht mich nur, dass auch von Piraten hier unterschiedliche Prioritäten gesetzt werden. Beispielsweise werden besonders häufig Menschen mit Behinderungen an der Diskussion gehindert, indem Websites Captchas einsetzen. Trotz Hinweis auf dieses Problem, ändern viele Website-Betreiber dieses dennoch nicht. Sie nehmen es einfach schulterzuckend hin und ändern nichts.

    Für mich machen diese Piraten uns daher durch ihre (un)bewusst(?) vollzogene Diskriminierung auf diesem Gebiet unglaubwürdig. Wie kann man Art 1. der Satzung ernst nehmen, wenn viele Piraten hier so nachlässig handeln?

    Auch verschiedene zentrale Webangebote der Piraten (PShop, Vorstandsseite, das NDS-Wahlkampfportal, uam.) wurden trotz vorhandener Hinweise und Appelle nicht verbessert oder wurden bei ihrer Erstellung nicht entsprechend entwickelt, daß sie zugänglich sind. Besonderes “schön” finde ich auch Blogs von engagierten Piraten die sich gegen Diskriminierung auf anderen Gebieten hervortun, aber Captchas einsetzen und so selbst diskriminieren.

    Auch das was im Artikel oben beschrieben wurde ist nicht erst seit gestern bekannt. In Deutschland wurde bereits 2003 die erste gesetzliche Verordnung (BITV) erlassen, die entsprechendes gesetzlich regelt.

  4. KP schrieb am

    Ein paar Kommentare:

    “Wenn zum Beispiel eine Parlamentsdebatte als Stream mit Silverlight übertragen wird, können viele Internetnutzer, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, diese Debatte nicht verfolgen”

    Könntet Ihr bitte näher beschreiben, was hier der Punkt ist. Die Aussage habe ich so nicht verstanden – vor allem nicht in Kombination mit dem folgenden Satz “Und wird dieses Video nicht …”

    “Der weltweite Standard für Webzugänglichkeit wird in den Web-Barrierefreiheit-Richtlinien (Web Content Accessibility Guidelines oder W3C, WCAG 2.0) festgelegt.”

    Die offizielle deutsche Übersetzung der WCAG ist: “Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) 2.0”.

    “Es ist ebenfalls festgelegt, wie die Sanktionen auszusehen haben, wenn die Richtlinien nicht eingehalten werden.”

    Dabei handelt es sich sicher um ein Missverständnis. Könntet Ihr bitte den Passus der WCAG 2.0 nennen, auf den Ihr Euch bezieht?!

    Ansonsten kann ich den Kommentar von Wolfgang nur unterstreichen und die genannten Punkte sind noch nicht mal vollständig….

    • Francis-Drake schrieb am

      Da dieser Artikel eine Übersetzung aus der Pirate Times ist, würde ich dich bitten, dich zu Fachfragen an die am Ende des Artikels genannte Autorin Janita Top zu wenden. Wir posten die Antworten die du dazu erhältst gerne hier.

      Zur Barrierefreiheit der Flaschenpost: wir sind uns vollkommen darüber im Klaren, dass die Flaschenpost da im Moment alles andere, als Standards setzt. Wir arbeiten im Hintergrund an einer neuen, verbesserten Lösung, die dann hoffentlich den meisten, wenn nicht sogar allen Standards der Inklusion gerecht wird. Ein wenig verwundert, dass einzelne hier den Finger in die Kerbe legen, aber im Hintergrund die Arbeit an der Umsetzung eher schleppend vorankommt, weil dort von eben diesen Personen nicht mitgearbeitet wird. Deshalb noch mal ganz deutlich. Ich lese hier Kommentare, aus denen ich entnehme, dass die Schreiber mehr zum Thema wissen als wir. Wunderbar. Dann wäre in unseren Augen ein Gastartikel hilfreich. Eine darüber hinausgehende Mitarbeit werden wir ausdrücklich begrüßen.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Verbindlich einzugebende Felder werden mit diesem Zeichen kenntlich gemacht: *

Weitere Informationen

Archiv aller Artikel

  • Feinstaubsensoren
  • SH-STOPPT-CETA