Das Bundesministerium für Gesundheit setzt alles auf eine Karte

eGK Transparent |CC BY | Francis-Drake

Kommentare

8 Kommentare zu Das Bundesministerium für Gesundheit setzt alles auf eine Karte

  1. Geisterfalle schrieb am

    Ich verweise darauf, dass auf dem Parteitag in Offenbach drei Anträge zur eGK nicht behandelt wurden. Es gibt aber auf Landesebene (Beispielsweise NRW und Saarland) entsprechende Beschlüsse. Die Fallen aber erfreulicherweise etwas differenzierter aus, auch wenn der Artikel schon versucht das Thema nicht ganz so einseitig zu betrachten.

    Fakt ist, dass das Projekt einen sehr schlechten Start hatte (personell und konzeptuell), die angedachte Architektur zur zentralen Datenspeicherung war da der Hauptkritikpunkt. Allerdings hat sich das Projekt auch fortentwickelt. Der Schwerpunkt liegt auf der Bereitstellung von Schlüsseln für Mehrwertdienste, die auf der Infrastruktur aufsetzen. Es gibt tatsächlich einen Bedarf an intersektoraler Kommunikation im Gesundheitswesen und die eGK schafft eine universelle Infrastruktur, um diesem Bedarf Rechnung zu tragen. Wer die eGK ablehnt sollte zumindest eine Alternative in der Tasche haben. Und da sehe ich als nicht zielführend an das Projekt pauschal einstampfen zu wollen.

    Übrigens finde ich es nicht gerechtfertigt von einer Dreiecks-Kommunikation zu sprechen, da es suggeriert, dass die Krankenkassen Zugriff auf Patientendaten erhalten. Um einen Missbrauch auszuschließen sollte allerdings überlegt werden, ob die Entwicklung nicht in eine dezentrale Richtung gehen sollte (Konzept der eGK_m+) mit großem Speicher auf der Karte.

    Übrigens weist dein Link zur Kostenexplosion nicht auf eine entsprechende Quelle. Dass es mehr Geld kostet als geplant ist aber logisch aufgrund der großen Verzögerungen.

    Ich kann in der Kommentarspalte auch nicht auf alles eingehen, aber wir sollten uns davor hüten Probleme zu vereinfachen oder die Komplexität unzulässig zu reduzieren. Dann agieren wir so, wie es den Grünen in Umweltfragen immer wieder vorgeworfen wird.

  2. LennStar schrieb am

    Allein das Passbild kostet 7,50€ pro Kopf, also grob über den Daumen gepeilt eine halbe Milliarde in Deutschland.

    Was ist eigentlich in den Fällen, in denen Apotheken etwas rausgeben, was sie nicht hätten rausgeben dürfen (Sondern nur Reformhaus X, aus Vertragsgründen)? Bisher wurde dann einfach vom Patienten der Kram zurückgegeben und er hat sein Rezept wieder erhalten. Was ist mit der Karte? Apotheke zahlt Strafe, “falsch” herausgegebenes muss vernichtet werden, Patient läuft nochmal zum Arzt etc.? Selbst wenn nur 0,01% der Ausgaben irgendwie fehlerhaft sind, sind das einige pro Tag.

  3. ft schrieb am

    ich habe die aufforderung erhalten meiner KK ein bild zu senden was passiert wenn ich das nicht mache bis meine (relativ junge) karte abgelaufen ist?

    • Ralf schrieb am

      Dann kannst Du noch mit der alten Karte zum Arzt gehen, solange die gültig ist und die eGK noch nicht an potentiell alle verteilt ist. Danach musst Du für jeden Arztbesuch einen schriftlichen Nachweis von Deiner Krankenkasse einfordern, die Du dann in die Praxis mitnehmen musst. Ergo: Irgendwann werden Verweigerer zwangsläufig Probleme haben, Leistungen zu erhalten.

      Zitat aus der Mitteilung meiner Krankenkassen: Sollten wir Ihnen keine eGK zusenden können, müsste Ihr Versicherungsnachweis zukünftig per Einzelnachweis pro Behandlung in Papierform erfolgen. Diesen müssten Sie vor jedem Arztbesuch bei uns anfordern. Die EHIC-Karte wird nach Bereitstellung der eGK an alle Versicherten nicht mehr gültig sein. In den Arztpraxen werden dann die alten Karten nicht mehr angenommen.

  4. Ralf schrieb am

    Schöner Beitrag.

    Meines Erachtens müsste noch stärker darauf eingegangen werden, dass vielen (zumeist wohl freiwillige) Daten eben nicht auf der eGK gespeichert werden, sondern in zentralen Datenbanken. Besonders bei den Krankenkassen wird oft vermittelt, dass ja alles sicher auf der Karte gespeichert sei. Damit suggeriert man, dass ich meine Daten selbst in der Hand hätte.

  5. Daniele de Lutzel schrieb am

    In Frankreich gibt es die carte Vitale, eine Karte mit Speicherchip, die die Weiterleitung der Fakturierung an die Krankenkasse automatisiert (in Frankreich zahlt der Patient, ausser in Sonderfällen, sofort die Behandlungskosten an den Arzt und bekommt diese von der Kasse teilweise ersetzt). Diese Karte speichert soweit ich weiss auch Patientendaten, bezüglich der Identität,Versicherungsform, etc. jedoch keine Krankheitsdaten. Mir (dh der Öffentlichkeit) ist unbekannt, mit welchen Schlüsseln diese wem zur Verfügung stehen. Der Träger hat keinen persönlichen Schlüssel

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