Geschlechtsneutrale Satzung – Sprachliche Inklusion/Sichtbarmachung

Inklusion By Michael Renner | CC 3.0

Kommentare

21 Kommentare zu Geschlechtsneutrale Satzung – Sprachliche Inklusion/Sichtbarmachung

  1. LennStar schrieb am

    “den Lesefluss stören und den Text verschandeln.” Widerlegung: Textverständnis

    Das hat doch überhaupt nichts miteinander zu tun! Ob ein Text handschriftlich ist oder ausgedruckt ändert auch nichts am Textverständnis, trotzdem liest sich der ausgedruckte (bei den meisten Menschen) besser. (Es kann sogar sein, dass der handschriftliche aufgrund seiner Sauklaue besser verstanden wird, weil man ihn öfter liest.)

    Es bleibt immer noch, dass der Aufwand sowohl beim lesen als auch beim schreiben größer ist, und dass alle Varianten mies aussehen – was zugegeben Geschmacks- und Gewöhnungssache ist, sich aber frühestens nach Jahrzehnten ändert. Wie viele Leute stutzen heute noch beim Schwimmmeister? Wie viele Leute haben “Probleme” mit großem Du oder Sie nach wie vielen Jahrhunderten?

  2. jp schrieb am

    Das Lesefluss und Textverständnis nichts miteinander zu tun haben wurde ja bereits oben gesagt. Außerdem ist es nicht immer so einfach einen Text mit nur Binnen-Is, etc. korrekt zu gendern. Im schlimmsten fall brauch man redundante Nebensätze oder andere Zusatzkonstruktionen.

    Wenn man das aus ideologischen Gründen nicht mit einem Text im generischen Maskulinum vergleichen will, dann vergleicht man es halt mit dem Text in der englischen Variante. Dann sieht man, dass der englische Text ohne Zusatzkonstruktionen wesentlich einfacher zu lesen, unkomplizierter, fließender und ‘schöner’ ist. Soviel dazu.

    Ich finde es aber auch schade, dass hier die ursprüngliche Intention der Satzung einfach ignoriert wird. Man wollte damals nicht Piraten und Piratinnen benutzen, weil man das als “binäre Geschlechterrollen” ablehnte. Man hat sich wohl gedacht die maskuline Form zu nutzen wäre das kleinste Übel. Vielleicht war das falsch.

    Aber wenn wir jetzt auf Binnen-I Piraten und Piratinnen, etc umsteigen, dann wird dieser ursprüngliche Aspekt komplett ignoriert. Wir schließen dann zugunsten der Frauen, die durch die Änderung wohl besser angesprochen werden, all diejenigen aus, die sich weder als ‘Pirat’ noch als ‘Piratin’ angesprochen fühlen.

    Ich denke die binäre Einteilung ist hier vollkommen falsch. Dann doch lieber Eichhörnchen oder ‘das Pirat’.

  3. jp schrieb am

    was mir da gerade noch auffällt (ernst gemeinte frage): Wie liest man eigentlich einen Text mit Binnen-Is laut? Als Sprechpause? Oder muss man dass on-the-fly in eine “x und y” Konstruktion umbauen?

    Wie liest man dann sowas: “Medienvertreter und Piraten werden gebeten” –> “Medienvertreterinnen und Piratinnen werden gebeten”

    “Medienvertreter und Medienvertreterinnen und Piraten und Piratinnen werden gebeten”?

    und ihr meint das stört den Textfluss nicht / verschandelt den Text nicht?

  4. pivo schrieb am

    Was ist mit Menschen, die sich nicht in das gängige Mann/Frau-Bild einordnen wollen? Wollt ihr die nicht nennen? Oder müssen die sich entscheiden? Oder heißt es dann Piraten, Piratinnen und Pirat(pl,neutral)? Und was ist mit denen, denen das alles viel zu hart klingt, und die sich eher als Piratchen sehen?

  5. M. R. schrieb am

    @Laura: Du hast leider immer noch nicht verstanden das es außer Männern und Frauen auch noch Zwitter gibt! Zwitter Eichhörnchen zu nennen wärend niemand um ihrer Existenz weis geht nicht. Es werden Zwittern Schwänze und Klitorise abgeschnitten, Löcher zwischen die Beine gebohrt, Hoden und Eierstöcke kastriert (sterilisiert) und anschließend werden wir mit körperfremden Hormonen vergiftet. Bitte lass Dir meine Anregung durch den Kopf gehen!! Es ist kein Angriff auf Dich!!!!!!! Wir reden hier über Zwangsgeschlechtszuweisungen!!!!!!!!!!

  6. thomas schrieb am

    Drei Dinge: a) ich fühle mich weder von Pirat noch von Piratin angesprochen, ich fühle mich mit meinem Vornamen angesprochen, bitte nehmt den also jedes mal entsprechend auf. b) ich finde es unpiratig und leider typisch für die Initiatorinnen, dass auf Kritik nicht eingegangen wird. Das ist typisch traditionell, denn die Texte werden von vielen gelesen, aber nur wenige lesen auch die Komentare. c) Die Leseverständnis vs. Lesegeschwindigkeit ist den Autorinnen natürlich bekannt. Sie nutzen das, um eine ihnen unliebsame Tatsache hinwegzulügen. Das ist ein beliebtes rhetorisches Mittel und leide fallen viele darauf hinein. Entsprechend wäre, ich postuliere, dass auf dem Mond die Nazis regieren und er etwa 3476 km im Durchmesser hat und belege das dann mit Verweis auf Wikipedias Mondseite, wo der Durchmesser erwähnt wird.

    Nee, danke. Wissenschaftlich geschulten Menschen passieren solche Fehler auch nicht, das sind bewusst gewählte Formulierungen und ich finde das extrem scheiße. Dass solche Leute die Partei repräsentieren und als Piratin in Talkshows gehen ist unerträglich. Bleibt doch bitte bei den Grünen, wenn ihr nur machtgeil seid.

  7. Markus schrieb am

    In einem Text, der durch leseflussstörende Fremdzeichen schlecht lesbar ist, wird behauptet, dass genau das nicht der Fall ist. Dabei ist der Text doch selbst das beste Beispiel, dass das schlicht reines Wunschdenken ist.

    Danke für die Demonstration.

    Zum Schluss noch eine Frage. Sind den Verfasserinnen der Inhalt der Texte wirklich so wenig Wert, dass sie es in Kauf nehmen, dass sich die zwanghafte Unterscheidung zwischen Mann und Frau in den Vordergrund drängt? Also eine Parteisatzung ist mir ehrlich gesagt zu wichtig, als dass ihr Inhalt durch die permanente Geschlechtsunterscheidung in den Hintergrund gedrängt wird.

  8. Fred Haussmann schrieb am

    “Geschlechtergerechtigkeit” ist eine genderistische Tarnvokabel für die Institutionalisierung von Femifaschismus/feministischem Sexismus. Wenn die Piraten sich auf dieses sattsam bekannte Spielchen einlassen, verlieren sie eines ihrer zentralen Unterscheidungsmerkmale gegenüber etablierten Parteien des linken Spektrums. Wieso sollte ich mich als Mann für eine weitere grundsätzlich männerfeindlich eingestellte Partei interessieren – geschweige denn, meine Wahlentscheidung zu ihren Gunsten treffen?

  9. mike schrieb am

    Wie bitte? ‘femifaschismus’? Triff dich mit Piraten im echten Leben, arbeite irgendwo mit und entscheide dann was du von den Piraten hälst.

    Alles andere – Vergiss es.

  10. Jacob schrieb am

    Liebe Autorinnen, das ist doch völliger Unfung. Was sollen den Piratinnen/Piraten sein? Piratinnen geteilt durch Piraten? Und was ist das Ergebnis? Und was ist Pirat*innen? Ein Produkt? Interessanter Aspekt, wenigsten wird damit die Kinderfreundlichkeit etwas herausgestellt. Oder eine Faltung? Oder etwas ganz anderes?

    Wer in der Piratenpartei ist, weiß natürlich, wie er Strings am Rechner beschreibt (schon um das Klischee zu bedienen). Deshalb sollte natürlich ein regulärer Audruck benutzt werden, der auf “Piratinnen” oder “Piraten” paßt. Wir können uns ja darauf einigen, daß er nicht von “/” geklammert sein muß.

    Vorschläge:

    Pirat[innen]*en Problematisch, weil außer Piratinnen und Piraten auch noch Piratnen u.ä. zugelassen werden.

    Pirat.*en Noch schlimmer. Läßt noch mehr zu, z.B. Piratten oder Piratauken.

    .* Naja, wenigstens konsequent, und spricht alle an. Sogar die Eichhörchen.

    Pirat(|inn)en Problematisch, weil das weibliche Unterscheidungsmerkmal in Klammern steht. Das wirkt degradierend. Ansonsten geht es in die richtige Richtung.

    (Pirat|Piratinn)en Schon besser. Aber was soll denn bitte eine “Piratinn” sein? Und der weibliche Teil sollte natürlich zuerst genannt werden, das sind sonst schlechte Manieren.

    (Piratin|Pirat)((?<!n)n)en Ja, keine "Piratinn" mehr. Fast perfekt, nur etwas unleserlich, und nicht jede Engine hat Lookbehind implementiert.

    Piratinnen|Piraten Perfekt. Ist am einfachsten, und sieht am besten aus. Mein Favorit.

    Jetzt, da das geklärt ist: Bitte keine Binnen-Is, "/" oder "*" mehr. Danke.

    🙂

    • Syd Mounep schrieb am

      Wenn man schon eine Diskussion mit regulären Ausdrücken trollt, sollte man dabei keine Anfängerfehler machen: Pirat[innen]en ist schon deshalb Unfug, weil eine Zeichenklasse nicht mehrfache Instanzen desselben Zeichens enthalten muss oder sollte. Die korrekte Form ist Pirat[ein]en.

      • thomas schrieb am

        Unfug, weil eine Zeichenklasse nicht mehrfache Instanzen desselben Zeichens enthalten muss oder sollte

        Und deshalb funktioniert es nicht? Ist das Ergebnis nun verfälscht? Oder ist deine Definition von “Unfug” nur Unfug?

  11. Fips schrieb am

    Liebe P´s, ich persönlich könnte mich auch mit Piratauken anfreunden. Piratsen und Piratoten sind Pirouetten um eine Sprache, die an dieser Stelle getrollt werden sollte. Seien wir doch kreativ und erfinden etwas neues! Das würde einer Horizonterweiterung entsprechen, die zum Programm passt. ;>)

  12. Wido Günther schrieb am

    Hi Ho,

    Ihr schreibt: ‘Zum Selbstversuch: Lest den folgenden Satz: “An der mehrstündigen Operation waren 5 Ärzte beteiligt”. Na, an wieviele Ärztinnen habt Ihr gedacht? Je nach verwendetem Begriff assoziiert man mit einem generischen Maskulinum also doch eher Männer.’

    Wenn ich ehrlich bin, habe ich weder an Frauen, noch an Männer, sondern an 5 Menschen gedacht, die den Beruf Arzt ausüben.

    Redet doch bitte nicht von “man”, wenn Ihr Euch meint. Ihr lest, da waren nur männliche Mediziner anwesend und beschwert Euch, dass Ihr bei dem Text nicht erkennen könnt, dass auch Ärztinnen dabei gewesen sein könnten, die an der OP teilgenommen haben. Das ist auch völlig unerheblich, da bei einer OP nur das Ergebnis zählt.

    Ich glaub, in Wahrheit seit Ihr nämlich auch Sexisten. Weil jedes Wort, dass einen maskulinen Titel hat, schlecht ist. Ist Euch schon mal aufgefallen, das der Plural immer feminin ist? Ich habe noch keinen Menschen gehört, der sich darüber beschwert hat.

    der Arzt, Singular männlich die Ärztin, Singular weiblich die Ärzte, Plural (nicht bekannt ob nur aus Männern oder nur aus Frauen, oder aus Männern und Frauen gemischt bestehend, da unerheblich)

    der Kollege, Singular männlich die Kollegin, Singular weiblich die Kollegen, Plural (nicht bekannt ob nur aus Männern oder nur aus Frauen, oder aus Männern und Frauen gemischt bestehend, da unerheblich)

    Nennt mir doch mal schnell, ohne nachzugucken, wie das männliche Gegenstück zur Hebamme heisst. Ein Tipp: Es ist nicht der Geburtshelfer. 🙂

    Bin ich jetzt ein Sexist, weil ich nicht nur von einer Welt träumen möchte, in der alle Menschen erst einmal gleich sind? Ich bin der Meinung, ich habe diese Welt durchaus beschritten und ich bin nicht alleine. Es müssen nur die anderen folgen. Ein Mensch kann sich bei mir allein durch sein tun (dis-)qualifizieren. Genauso wenig, wie ich danach beurteilt werden möchte, dass ich ein Gehänge zwischen meinen Beinen trage, beurteile ich auch keine anderen Menschen nach dem Geschlecht.

    Naja egal, ich weiß jetzt schon, dass ich Euch nicht von Eurem Pfad abbringen kann und mir jetzt bestimmt, wenn überhaupt, eine Standpauke anhören darf. Aber das ist nun mal meine Meinung und dazu stehe ich.

    Gruß

    Wido.

    P.S. Ich bin derzeit übrigens in Elternzeit. Ich genieße es, nicht arbeiten zu müssen und bei meiner Tochter zu sein. Da meine Liebste beträchtlich mehr Geld nach Hause bringt als ich, übernehme ich sogar mehr Elternzeit als sie. Was bin ich jetzt für Euch? Ein fortschrittlicher Vater, der daheim bleibt, weil seine Frau arbeiten will? Oder der Pascha, der seine Frau von Ihrem Kind trennt, um sie arbeiten zu schicken, um selbst nicht arbeiten zu müssen?

  13. lotta schrieb am

    Ich empfinde es als unglaublich anstrengend, dass wir diese Diskussion alle paar Monate von vorne fuehren muessen. Wir haben eine geschlechtsneutrale Satzung. Darueber bin ich auch sehr froh. Und ich bin absolut dagegen, sie mit irgendwelchen unsinnigen Wortkonstrukten zu verschandeln.

  14. thomas schrieb am

    Wirklich ärgerlich und bezeichnend finde ich, dass sich die Autorinnen hier nicht der Diskussion stellen. Tja, war wohl nichts mit Online und Diskussion. Hier werden die Weichen gestellt für Hinterzimmer-Klüngelei, aus der dann irgendwas erwächst, was verordnet und von 10 Leuten im LF abgesegnet werden soll (viel mehr haben ja noch keinen Zugang), anstatt das ganze zur Diskussion zu stellen und sich an dieser Diskussion auch zu beteiligen. Das klingt in der Tat ziemlich “normal” und typisch nach Parteiarbeit der traditionellen Variante.

  15. Wildvögelein schrieb am

    Seit Jahren ärgere ich mich schon über diese Verhunzung der Sprache, nur weil eine Handvoll von uns Frauen einen Minderwertigkeitskomplex haben und hinter dem altüberlieferten generischen Maskulin einen Anschlag des Patriarchates auf die armen Unterdrückten Frauen vermutet. Entscheidend ist immer der Begriff, den man von einem Wort hat. Wenn die Mehrheit früher hinter “die Bürger des Landes” alle Menschen, Frauen und Männer verstanden hat, so haben es diese Über-Emanzen jetzt leider geschafft, daß es zu einer Begriffsverwirrung gekommen ist und von einigen der generische Maskulin so, von anderen aber anders verstanden wird. Sprache ist dazu da, einander zu verstehen. Das funktioniert aber nur, wenn die Menschen für ein und das selbe Wort auch den selben Begriff haben. Jeder versuch, daß zu ändern erinnert mich an George Orwells “Neusprech” und “Doppeldenk.” Eine Handvoll Aktivistinnen (hier mit -innen, weil explizit nur die weiblichen gemeint sind)wollen also der Mehrheit vorschreiben, was sie bei bestimmten Worten gefälligst zu denken haben. Als selbstbewußte Frau finde ich solche Bevormundung unerhört und die selbstgefälligen Verschandelungen unseres Kulturerbes “Sprache” nur lächerlich, peinlich und völlig überflüssig.

  16. Sprechsucht schrieb am

    Schade, dass es immer noch Piraten gibt, die in der Schule nicht aufgepasst haben und den Unterschied zwischen Genus und Sexus nicht kennen. ‘Pirat’ ist als generisches Maskulinum nämlich nur vom Genus her männlich, während der Sexus unberührt bleibt. Eine Geschlechtsneutralisierung ist deshalb unnötig, dumm und steht im Widerspruch zur deutschen Sprache und zur Logik.

    ps: Es gibt übrigens auch generische Feminina, die ebenso zur deutschen Sprache gehören und nicht wegneutralisiert werden dürfen. Als Spontanbeispiele fallen mir ‘Person’, ‘Geisel’ oder ‘Katze’ ein.

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