Websperren fressen ihre Kinder

Piraten-Filter | CC BY Kai Schmalenbach

Kommentare

8 Kommentare zu Websperren fressen ihre Kinder

  1. Daniel Tschernatsch schrieb am

    Nicht die Seite an sich, sondern das Wort “Cannabis” oder noch andere entsprechende Worte, die in einer gewissen Häufung im Text vorkommen, führen zur Sperrung. Da kann der Hersteller nichts mehr machen. Aber die Schule kann die Seite auf eine White-Liste stellen, da sie ganz sicher ungefährlich ist.

    • Anonymous schrieb am

      Das ganze is ne manuell gepflegte Blacklist und kein Wortfilter. Da kann der Hersteller sehr wohl etwas machen, denn der hat die Seite auf die Blacklist gesetzt. Außerdem könnte auch der Hersteller dem Wortfilter eine Whitelist beilegen, wo bekannterweise gute Websites eingetragen werden können.

      Ich war selber früher an einer Schule, die dieses Filtersystem benutzt. Der Filter schaut nicht den Inhalt der Seiten an – Er schaut nur auf die URL, und die wird gegen die Blacklist geprüft. Dabei wird auch die URL (nicht aber der Inhalt der Seite!) durch einen Wortfilter gejagt. Somit blockt der Filter auch http://elektro-porn.de/ und http://proxy.example.com/proxy.php?url=http://youtube.com/ . Aber der Filter ist nicht in der Lage, in der Seite selber nach Worten wie “Cannabis” zu suchen, denn dann müsste ich ja z.B. auch auf Wikipedia oder so Ärger bekommen haben, sobald ein bestimmtes Wort zu oft aufgetaucht ist. Aber hier ein Wahlprogramm auf die schwarze Liste zu setzen, halte ich schlicht für Verfassungswidrig. Die Behauptung, die Sperre sei mehrere Jahre alt kann nur eine Lüge sein, denn dann wäre die Sperre ja älter als die Seite.

  2. Über die “Piraten” könnte man sagen, dass sie das können, was die anderen politischen Parteien auch können, nämlich gar nichts. Für die “Finanzkrise” (korrekt: beginnende globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) gibt es keine wie auch immer geartete “politische Lösung”, weil der Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – nur solange der Vater aller Dinge sein konnte, wie es noch keine Atomwaffen gab!

    Es gibt nur genau eine technische Lösung, die wiederum das, was heute als “hohe Politik” bezeichnet wird, überflüssig macht:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/was-passiert-wenn-nichts-passiert.html

  3. Hallo, dass die Forderungen politischer Parteien den aktuellen Gesetzen nicht entsprechen, dürfte m.E. kein Grund für Zensur sein. Sonst hätte man ja immer VOR einer Änderung der Gesetze die politischen Diskussionen genau über diese Änderung abwürgen müssen – z.B. zu den §§ 175 und 218 des StGB.

    Ich denke, dass man allerdings an dem Fall schön sehen kann, dass die Art und Weise mit der Piraten-Ziele von Euch kommuniziert werden, noch optimierbar ist.

    Macht aus Euren Planzielen (konkrete Gesetzesvorhaben) lieber einen “Lernplan”, nachdem die Gesellschaft unter Beteiligung der Bürger ihre Gesetze alle nach und nach prüft.

    Viele Grüße Klaus Marwede

  4. Jörg Hoos schrieb am

    Nein es ist nicht so das der TFK Filter aufgrund einer Worthäufigkeit die Seite der Piratenpartei gesperrt hat. Der Hersteller hat dies schon mal getan und diese dann nach Protesten in die Whitelist genommen. Die Datenbank auf die der Filter lokal zugreift enthält nur URLs und IP Adressen. Die Datenbank wird täglich synchronisiert. Man sollte bedenken, dass TFK ein erhebliches Interesse gegen alle hat die Ihr Geschäftsmodel in Frage stellen. Mit einem Ahoi Jörg Hoos

  5. Izanuela schrieb am

    Ganz gleich, wie und warum es zu der Sperrung der Seite gekommen ist – der Punkt ist für mich, dass die Erwähnung des Wortes Cannabis ausreicht, um kriminalisiert zu werden. Es geht ja noch nicht einmal darum, dass die Piraten eine vollständige Legalisierung fordern würden, nein! Lediglich zu medizinischen Zwecken wird dies hier gefordert (in meinen Augen sehr tief gestapelt übrigens!). Wobei mich interessieren würde, ob dies bei den Programmen der Grünen ebenfalls vorgekommen ist – deren Forderungen gingen eine Zeit lang sogar deutlich darüber hinaus…

  6. Katrin R. Meier schrieb am

    Seid doch froh über die Sperre, denn es weckt die Neugier zu Hause mal nachzuschaun und die Eltern sind happy “mein Kind interessiert sich für Politik ” B-)

    Aus meiner Erfahrung gibt es weitaus größere Probleme mit dem derzeitigen Schulsysthem und den Inhalten. Nicht zuletzt die mangelnde Umsetzungsweise, das Interesse und Verständniss anschaulich zu wecken und darzustellen.

    Denn grundsätzlich kann man Jeden für Alles begeistern wenn ich den richtigen Weg finde.

  7. Claus Martin schrieb am

    Hallo,

    Ich bin auch gegen den Gebrauch von Drogen. Es sind keine Nahrungsmittel und führen leicht zur Abhängigkeit. Wir haben bereits genug Nikototin- und Alkoholsüchtige.

    Aber es gibt natürlich Ausnahmefälle; zum Beispiel Cannabis für krebskranke Menschen gegen ihre Schmerzen.

    Jugendliche sollten beizeiten über Drogen aufgeklärt werden und das geschieht am besten in offenen Diskussionen. Der Romantisierung von Drogen sollte entgegengewirkt werden.

    Allerdings bin ich dafür, dass bereits Drogenabhängige kostenlos geprüfte Drogen erhalten und sie so vor der Kriminalisierung bewahrt werden und die Drogenbanden ausgetrocknet werden.

    Unsere Gesellschaft muss dann eventuell riskieren, dass trotzdem Menschen durch Drogenmisbrauch ihr Leben zerstören und vorzeitig sterben.

    Das akzeptieren wir aber heute ja auch in noch viel grösserem Ausmass und mit weit grösseren Kosten für unsere Gesellschaft.

    Wir müssen von dem Irrglauben wegkommen, dass wir unsere gesellschaftlichen Probleme mit Gesetzen, Polizei und Gefängnissen lösen können.

    MfG

    Martin

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