Euro-Bonds: Einung Europas durch Entmachtung der Finanzminister?

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Kommentare

7 Kommentare zu Euro-Bonds: Einung Europas durch Entmachtung der Finanzminister?

  1. aloa5 schrieb am

    Ein gelungener Text welcher sicher vielen einen Überblick erlaubt.

    Die Kosten für ein Auseinanderbrechen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion, also der €-Zone, dürften die Mehrkosten von Euro-Bonds mit einem höheren, gemeinsamen Zinssatz übersteigen.

    Das kommt ganz darauf an ob die Bonds den Laden dauerhaft zusammenhalten. Das ist nämlich so: ein Rettungsschirm kostet bei Inanspruchnahme einmalig einen Betrag von X Mrd Euro. Ein auseinanderbrechen des Euro-Raumes mit einem Haircut (einem teilweisen Schuldenerlass) kostet noch einmal Gelder (ggfs. über die EZB).

    Euro-Bonds kosten (“uns”) vielleicht höhere Zinsen. Diese stellen jedoch nur ein Drittel der Bonds-Problematik dar. Das größere Problem würde sein das der Euro-Raum wenn die krisengeschüttelten Länder ihre Schulden vollständig auf Euro-Bonds-Basis umgestellt hätten wir nicht nur in Höhe des Rettungsschirmes sondern m.E. in Höhe der kompletten Staatsschulden haften (bzw. anteilig bez. Haircut).

    Größen: – Rettungsschirm aktuell 440 Mrd zzgl. fauler Staatsanleihen bei der EZB – Staatsschulden Griechenlands (rd. 300Mrd), Italiens (1,8 Billionen), Irlands, Spaniens und Portugals zusammen…. mehrere Billionen (auch wenn man eine Deckelung von 75% der durch Euro-Bonds aufnehmbaren Staatsschulden vornimmt);; wie man sieht sind die Griechen hierbei vom Volumen eher nicht das Problem bei der Geschichte

    Grüße ALOA

  2. Peter schrieb am

    Ein Aspekt der im Artikel leider viel zu kurz kommt, ist die gemeinsame Haftung aller Staaten für die Schulden aller Staaten. Nur dadurch können die Zinsen überhaupt angeglichen werden. Insbesondere haftet Deutschland für die Schulden aller Staaten die auch Euro-Bonds ausgeben dürfen. Wenn sich nun z.B. Italien für pleite erklärt, müssen die anderen Euro-Bonds-Staaten die italienischen Schulden anteilig unter sich aufteilen. Die von Deutschland zu bezahlenden Schulden (Zinsen !) würden um einen Schlag um 500 Milliarden Euro steigen. Damit stünde auch Deutschland kurz vor dem Ruin! Durch dieses Instrument hätten die hochverschuldeten Länder ein starkes Druckmittel gegen die weniger verschuldeten Länder: “Wenn wir pleite gehen, geht ihr auch pleite.” Man kann sich leicht vorstellen, dass bei Krisen in den hochverschuldeten Ländern dieses Druckmittel von diesen angewendet wird um Transferzahlungen zu erpressen. Von manchen griechischen Zeitungen wurde auch schon Deutschland die Schuld an der aktuellen griechischen Misere gegeben. Für griechische Politiker wäre es in diesem Klima deutlich einfacher gewesen deutsches Geld zu erpressen als z.B. das griechische Korruptionsproblem anzugehen. Fazit: Euro-Bonds belohnen Misswirtschaft und skrupelloses Vorgehen und bestrafen solides Wirtschaften und sind daher abzulehnen.

  3. Andena schrieb am

    Die grundsätzliche Tragik der Eurobonds ist, dass sie eigentlich nur eine Symptombehandlung des Problems Schuldendienst und Zinsbelastung der Staatshaushalte darstellen. Das ursächliche Problem – das systembedingt notwendige Scheitern einer Währungsunion mit Teilnahmeländern unterschiedlichster Wirtschaftsdynamik ohne einen funktionierenden Ausgleichsmechanismus – bleibt trotz Eurobonds weiterhin bestehen und wird auch zukünftig finanzpolitische Spannungen auf die EWWU ausüben.

    Darüber hinaus stellt die Bereitstellung von Eurobonds für insolvente Staaten einen Wechsel hin zu einer dirigistischen Staatswirtschaft bei vollständiger Ausklammerung der ansonsten so gerne beschworenen Marktwirtschaft dar. Um zu kaschieren, dass das Eurosystem nachhaltig gescheitert ist, wurde bereits die Unabhängigkeit der EZB geopfert und sie in eine politisch gewollte Bad-Bank umfunktioniert.

    Die Alternative zur künstlichen Verlängerung der Euro-Krise ist relativ einfach und für Griechenland vergleichsweise schmerzlos: – Neue griechische Währung einführen (drachme oder Phönix) – Umschlüsselung aller Schulden von Euro auf die neue Währung, ggf Schuldenschnitt – Abwertung um 50% gegenüber dem Euro

    Die Wahrscheinlichkeit, dass sich alle 17 Euro-Länder langfristig darauf einlassen, bei eigenen finanzpolitischen Schwierigkeiten eine Dauersubvention der Südländer zu unterstützen, ist denkbar gering. Die ersten Länder (Slowakei & Finnland) haben sich bereits von dem Automatismus abgewandt, die nächsten werden in Kürze folgen. Am Ende steht eh die Insolvenz einer Reihe von Euro-Ländern an, über die Euro-Bonds kann man sich jetzt vielleicht ein bisserl Zeit teuer erkaufen, verhindern wird man das Ende dieses Eurosystems allerdings nicht.

    Gruß, Andena

  4. Karl Marx reloaded, not really helpfully schrieb am

    Was für ein Schwachsinn, ich bin Weltbürger lebe zufällig in Europa und deshalb gut. Wenn man/frau zum Marxismus zurückkehren will, bitte… Aber überlegt dochmal, wer den Euro-Junker gewählt hat… Ich bin Basisdemokrat, deshalb missfällt mir alles was “unter Zeitdruck” durchgesetzt werden soll. Europa hat viel zu wenig Demokratie,jetzt soll noch das Parlament in Deutschland entscheidungslos gemacht werden. Solange ich keinen Euro Politiker wählen darf, sind die Politiker mir suspekt(Euro-Gruppe,bla… !!!) Das erinnert alles an eine Drückerkolonne, die schnelles Geld machen muss. NEIN DANKE

  5. Karl Ruhe schrieb am

    Karl M. hat es oben getroffen, auch ich bin, wie sicher die Mehrheit, gegen eine EU-Diktatur, das kann mit Volksentscheiden belegt werden. Froh hätten wir sein können das wir den Kaiser los geworden sind, jetzt begibt man sich freiwillig in eine neue EU-Knechtschaft, das Geld regiert mit Lobbyisten. Einige verwechseln auch, Deutschland ist nicht der Eurogewinner (s. der verheimlichte Supergau http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-22479/debatte-der-verheimlichte-super-gau_aid_625051.html Auch er erteilt Nachhilfe, Prof. Sinn http://tinyurl.com/c7299af , sondern der grosse Verlierer, einige zählen scheinbar zu den unter 10%, die Mrd. in ihre Taschen stecken. Sollen doch einmal alle ihren grossen Nutzen auf einen Tisch legen und diesen dann solidarisch verteilen. Auf Platz 22 im Lebensstandarf sind wir gefallen, jedes 6. Kind ist von Armut bedroht … Mit Geldgierigen klapp solidarisch nie, der EU-UdSSR ergeht es wie dem Ostblock, da hätte es sogar klappen können, Banken, Betriebe, Bodenchätze,… waren angeblich Volseigentum und häten wieder verwendet werden können, es mussten aber Mill. Nichtstuer mit durchgefüttert werden und der richtige Leistungsanreiz fehlte. Was wird es jetzt, eine Tranfer-EU, lange dauert es nicht mehr, dann kommt eine verstärkte Inflation oder gar eine Weltwirtschaftskrise, wie in den 20-ziger Jahren, dann sind Verschwender, auch unser Staat die 2 Bill. + X Schulden los und der kleine Mann sein mühsam Erspartes. Die EU ist der grösste Betrug am Steuerzahler, eine Umverteilung von arm zu reich. In nichts ist man sich einig, nicht einmal ei der lächerlichen Transaktionssteuer nur für Zocker von 0,1%. Aber sicher schnell “alternativlos” bei bei einer höheren MWSt, als 19%. Merkt denn keiner, was bei uns alles passiert, Grundsteuer hoch, Schwimmbäder, Theater,… zu, Strassen “top”, beim Länderfinanzausgeich mucken viele, aber der grössenwahnsinnige Deutsche will die halbe EU retten. In Wahrheit die Bankster. Wer den grossen Nutzen hat, muss ordentliche Steuern zahlen, gerechte Löhne zahlen, damit die Leute kaufen können. Sote jetzt die vielen Pleiteländer, die zum Sparen gzwungen werden, etwa mehr importieren, die rosigen Zeiten sind vorbei, sogar da macht der Schäuble Mrd.-Schulden, evtl. zahlen wir dann allein die Strafen und da die Pleiteländer kein Geld haben, diese indirekt mit. Beim Zusammenbruch tragen wir dann dereren -zig Mrd oder gar Bill. auch noch. Beim 50% Schuldenschnitt sind doch garantiert Bürgschaftsgelder bereits dabei?

    Hoffentlich erkennen das die Piraten, dann könnten sie die Grünen,… weit überholen und ich würde sie wählen.

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