Warum der Name “Piratenpartei”?




Kommentare

6 Kommentare zu Warum der Name “Piratenpartei”?



  1. Schöner Beitrag 😉

    Man kann der Argumentation ja noch einen kleinen Teil hinzufügen:

    Richtige Piraten im 16. Jh. hatten ein ähnliches Los wie die politischen Piraten heute (quantitativ, nicht qualitativ, die von heute werden ja nicht gehängt 😉 ). Von der Öffentlichkeit gebrandmarkt, von den Staaten gejagt und missverstanden sowieso. Die, die freiwillig Pirat wurden, taten dies aus Trotz gegen die etablierte Gesellschaft, und die anderen hatten gar keine Wahl, weil sie durch Armut und Gefängnis dazu getrieben wurden.

    So könnte man heute jeden, der viel online aktiv ist und ab und zu mal was kopiert, durchaus als Piraten bezeichnen, denn genau auf diese User hat es die Industrie ja abgesehen. Sie machen die Raubkopierer für ihre Misere verantwortlich und glauben, mit Strafverfolgung und der Gründung von irgendwelchen Behörden könnte man das Problem lösen. Damals war es der Galgen, heute sind es Geldbußen und Beugehaft. Einen allzugroßen Unterschied sehe ich da nicht. Quantitativ, nicht qualitativ.

    Und genau deshalb, und aus all den anderen genannten Gründen, ist der Name “Piratenpartei” wohl der beste, den man hätte wählen können.

    Das Wunschkind

  2. suchenwi schrieb am

    In unseren Wahlkämpfen BTW 09 und LTW BaWü 2011 haben wir viele Infostände gehabt, und oft kam beim Gespräch mit dem Bürger die Rede auf den Namen. Meine Standardargumentation, die sich dabei entwickelte, ist: “PIRATEN ist ein komischer Name für eine Partei? Vor 80 Jahren war UHU auch ein komischer Name für einen Alleskleber. Inzwischen ist er einfach eine wohlbekannte Marke geworden.” Wenn einer dann noch Interesse hat, erkläre ich in Kurzform die schwedische Vorgeschichte wie oben, und verweise auf Piratenparteien in über 40 Ländern und ihre Wahlkämpfe und teils schon kommunale Erfolge, in Winterthur und der Tschechischen Republik. Obwohl wir in den letzten Wochen vor der BaWü-Wahl jeden Samstag einen Infostand hatten, kam die Frage nach dem Namen zuletzt übrigens immer seltener. Zumindest in Konstanz kennt man uns und unsere “Marke” wohl allmählich.

  3. Benedikt Trümer schrieb am

    Der Name “Pirat” bezeichnet eine Person, die Seeräuberei betreibt. Jemand, der sich als “Pirat” bezeichnet, vergleicht sich mit einer Person, die gegen internationales See- und Handelsrecht verstößt!!!! Bitte korrigiert mich/ korrigieren Sie mich, wenn ich da etwas falsch verstanden haben sollte. Die Swastika ist in Deutschland verboten, aber wieso um Himmels Willen darf man sich öffentlich als Partei “Pirat” nennen?????? MfG Bene(dikt)

    • Sperling schrieb am

      Die Bezeichung “Pirat” wurde von gewissen Kreisen der Rechtverwerter als herwürdigende Bezeichung für das kopieren von Daten benutzt um verbal/mental eine Gleichsetzung mit Seeäubern, die ja tatsächlich etwas entwendeten, zu bilden. Daher auch Begriffe wie “Raubkopie” oder “digitaler Raubzug”. Aber ähnlich wie “Made in Germany” wurde Pirat, dieser Diffamierung zum trotz, ein Markenzeichen.

      Das ist mittlerweile weltweit so – dazu gibt es gerade in letzter Zeit ein Paar nette Artikel hier in der Flaschenpost, bitte einfach lesen 🙂

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