Piratige 5 Minuten: Aktion Gelbe Karte an die Bundeskanzlerin

An Infoständen hat man wenig Erfolg, ältere Menschen für die Ziele der Piratenpartei begeistern zu wollen. Deren Alltagsprobleme sind weit entfernt von Überwachung, Internetsperren und was sonst noch im Parteiprogramm steht. Was dagegen oft Interesse weckte, war die Aussage wir sind die Partei, die sich um die Zukunft Ihrer Enkel sorgt. Diesem Versprechen verdanke ich viele interessante Gespräche. Da war viel Sorge zu spüren wie das alles weiter gehen soll. Sicher kam aus dieser Ecke bei der Bundestagswahl 2009 auch die eine oder andere Wählerstimme für uns. Nun sollten wir Piraten uns fragen was können wir für unsere Großeltern tun? Gerade im Bereich der medizinischen Versorgung und der Pflege liegt so manches im Argen!

Mit einer Pressekonferenz hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) in Berlin seine Aktion “Die Gelbe Karte an die Bundeskanzlerin” gestartet. Auslöser ist die desolate Situation in vielen Bereichen der Pflege, gekennzeichnet durch Versorgungsdefizite und immensen Arbeitsdruck für immer weniger qualifizierte Mitarbeiter. Die daraus resultierende Gefährdung für Patienten und Pflegebedürftige ist hoch. Der Pflegenotstand ist längst da, die Betroffenen erleben dies täglich.
 Die Folgen für schlecht versorgte hilfebedürftige Menschen durch erschöpfte, ausgebrannte Pflegekräfte sind inzwischen ganz offensichtlich. In Anbetracht ihrer Gesamtverantwortung für die Politik der Bundesregierung, mittlerweile bereits in der zweiten Amtsperiode, zeigt der DBfK Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel jetzt die Gelbe Karte.
Die Gelbe Karte kann als E-Card – werden elektronisch gezählt – (oder per Post) an das Bundeskanzleramt geschickt werden. Kreuzt an, was ihr der Bundeskanzlerin mitteilen wollt, und sendet die Gelbe Karte ab!

About Michael Renner

Meine Karriere als Redakteur bei der Piratenpartei startete 2009 beim Bundesnewsletter, aus dem 2010 die Flaschenpost hervor ging. Im Sommer 2012 wurde ich stellvertretender Chefredakteur, Anfang 2014 Chefredakteur. Da die unzähligen Aufgaben an der Spitze der Flaschenpost einen Vollzeitjob in der Freizeit mit sich bringen machte ich nach zwei guten, aber auch stressigen Jahren zwei Schritte zurück und gab die Redaktionsleitung ab. Die gewonnene Freizeit wird in die Familie und mein zweites grosses Hobby, den Amateurfunk, investiert.


Kommentare

2 Kommentare zu Piratige 5 Minuten: Aktion Gelbe Karte an die Bundeskanzlerin

  1. Ahoi, ältere Leute haben ein Problem mit der laufenden Änderung des Grundgesetzes. Wenn man das an Info Ständen sagt, fangen sie an zu fragen, warum werden diese Gesetze geändert. Wenn man es ihnen dann erklärt wegen der Überwachung, die ist ohne Änderung nicht möglich, gibt das gute Gespräche. Es ist mir dann schon passiert, das sie zusätzlliche Flyer für ihre Bekannten wollten.

    Bis dann LG von Richter169

  2. Oibelos schrieb am

    Im Wahlprogramm für Rheinland-Pfalz haben wir zum Thema Pflege einen, wie ich finde, sehr guten Abschnitt (ist ja auch von mir 🙂

    http://wiki.piratenpartei.de/RP:Landtagswahl_2011/Wahlprogramm/Offiziell#Pflege

    Kostendruck und Gewinnstreben haben in vielen Pflegeeinrichtungen dazu geführt, dass die Pflegebedürftigen unter Umständen leben müssen, die ihre Menschenwürde verletzen.

    Wir wollen dafür sorgen, dass ruhigstellende Medikamente nur verabreicht werden, wenn dies dem Wohl des Pflegebedürftigen dient, oder zum Schutz der Pflegenden absolut notwendig ist. Auch das Fesseln ans Bett (“Fixierung”) soll nur zulässig sein, wenn es zum Schutz des Pflegebedürftigen oder der Pflegenden unumgänglich ist.

    Um dies zu erreichen, setzen wir uns für eine ausreichende Personalausstattung in der Pflege ein, für effektivere Kontrollen und dafür, dass dabei nicht nur Zahlen geprüft, sondern auch Bewohner der Pflegeeinrichtung befragt werden. Angehörigenbeiräte sehen wir als weiteres sinnvolles Mittel, Qualität und Menschlichkeit in der Pflege zu fördern.

    Die Würde des Menschen ist das höchste Gut in unserem Grundgesetz und muss auch in der Pflege oberstes Gebot sein.

    Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) prüft Pflegeeinrichtungen und erstellt die sogenannten “Einrichtungsbezogenen Pflegeberichte”. Diese dürfen nach derzeitiger Gesetzeslage nicht veröffentlicht werden. Wir wollen dagegen eine Pflicht zur Veröffentlichung einführen. Durch solche Informationen können sich die Verbraucher ein Bild von der Qualität einzelner Pflegeeinrichtungen machen. So entsteht Druck auf die Pflegeeinrichtungen, Missstände zu beseitigen und Qualität zu erhöhen.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Verbindlich einzugebende Felder werden mit diesem Zeichen kenntlich gemacht: *

Weitere Informationen

Archiv aller Artikel

  • Feinstaubsensoren
  • SH-STOPPT-CETA