Berlinwahl – zu früh, zu schlecht

Piratenpartei Berlin | CC BY Piratenpartei Deutschland

Sieben Kandidaten in Berlin | CC BY SA 2.0 Piratenpartei Berlin

Sieben Kandidaten in Berlin | CC BY SA 2.0 Piratenpartei Berlin

Die Berliner Piraten rockten den Wahlkampf. Sie waren motiviert, kreativ, man traf sie an Infoständen bis in die Morgenstunden hinein und standen gefühlt “irgendwo bei 6%”. Auch die letzte Umfrage vor der Wahl versprach 3.4% – eine Zahl, die dazu anspornt, noch ein wenig mehr zu geben statt dazu verleitet, resigniert das Handtuch zu werfen. Umso enttäuschender ist das Endergebnis mit 1.7 %.

Nun werden die verbliebenen Piraten ihre Büros im Abgeordnetenhaus räumen. Anders als erhofft, übernehmen keine frisch gewählten Piraten die Räumlichkeiten. Mit 5% hätten es sieben, vielleicht acht Piraten werden können. In der neuen Legislaturperiode sitzen nicht nur keine Piraten mehr im Stadtparlament, nein, mit dem schlechten Abschneiden scheint jeder zukünftige Erfolg in Zweifel gezogen. Ein dauerhafter Misserfolg ist bei genauerer Betrachtung jedoch keineswegs ausgemacht. In den Medien fanden wir Piraten in letzter Zeit wieder Erwähung. Nicht mit Skandalen, finsteren Tweets oder zweifelhaften Äusserungen, sondern mit Inhalten, persönlichem Einsatz und Erfolgen, die wir uns auf die Fahnen schreiben konnten.

Politiker anderer Parteien sehen den Auszug der Piraten durchaus wehmmütig, hatten die Abgeordneten doch konstruktive Vorstellungen wie die Zukunft zu gestalten sei. Dass sich dieses Bild von Partei zu Partei unterscheidet, liegt in der Natur der Sache – das verbindende Element war und ist dabei jedoch der Gestaltungswille für die kommenden Jahre. In Niedersachsen jedenfalls konnten wir bei der Kommunalwahl letzte Woche 49 Sitze holen, was sogar eine kleine Steigerung zur vorherigen Wahl im Jahr 2011 bedeutet. Auch wenn wir in Berlin nicht ansatzweise an das Ergebnis von 2011 anknüpfen können, ist der Aufwärtstrend – ganz neu bei nahe Null beginnend- nicht zu leugnen. Die Berlinwahl kam zu früh und das Ergebnis war zu schlecht.

About Michael Renner

Meine Karriere als Redakteur bei der Piratenpartei startete 2009 beim Bundesnewsletter, aus dem 2010 die Flaschenpost hervor hing. Im Sommer 2012 wurde ich stellvertretender Chefredakteur, Anfang 2014 Chefredakteur. Da die unzähligen Aufgaben an der Spitze der Flaschenpost einen Vollzeitjob in der Freizeit mit sich bringen machte ich nach zwei guten, aber auch stressigen Jahren zwei Schritte zurück und gab die Redaktionsleitung ab. Die gewonnene Freizeit wird in die Familie und mein zweites grosses Hobby, den Amateurfunk, investiert.


Kommentare

3 Kommentare zu Berlinwahl – zu früh, zu schlecht

  1. Seepferdchen schrieb am

    Die Wahlen der Gegenwart haben wir in der Vergangenheit verloren, gemeinsam mit ein paar guten Köpfen, die das Piratendasein der ständigen, teilweise auf persönlicher Ebene geführten innerparteilichen Auseinandersetzungen nicht mehr ertragen konnten. Der Micha hat schon recht – es lag nicht am aktuellen Wahlkampf. Es lag auch nicht daran, dass uns einige Medien unter “gütiger” Mithilfe von ein paar Ex-Piraten gezielt diffamiert haben. Nein – mMn haben wir vor allem die Quittung für unseren fragwürdigen Umgang MITEINANDER bekommen. Dieser Umgang ist jetzt besser geworden. Außerdem scheint die politische Agenda der PIRATEN in letzter Zeit ein paar neue Paradigmen zu beinhalten, die auch wieder mehr Wähler dazu veranlassen könnten, ihr Kreuz bei uns zu machen. Jede Menge Konjunktiv – ich weiß. Aber MACHEN müssen wir den zukünftigen Erfolg schon selbst…

    Also Kopf hoch, auch wenn der Hals, auf dem er sitzt, im Moment sehr dünn ist.

  2. Karl Bollermann schrieb am

    Niemand braucht die Piraten. [Geschmacklose Beleidigungen brauchen wir auch nicht, daher wurde dieser Teil des Kommentars gestrichen. Die Redaktion.]

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