Arbeitsalltag in Deutschland: lange Arbeitszeiten, Stress und Überstunden

Die Agentur für Arbeit | CC-BY Tobias M. Eckrich

Kommentare

2 Kommentare zu Arbeitsalltag in Deutschland: lange Arbeitszeiten, Stress und Überstunden

  1. Nikolo Infuente schrieb am

    Guten Tag Christiane vom Schloss,

    es ist schade, dass Sie sich in Ihrem Artikel vorwiegend auf eine Interessenvertretung (DGB) beziehen, deren demokratische Legitimität seit 2005 stark gesunken ist, weil die Mitglieder der “Einheitsgewerkschaft” den Rücken gekehrt haben. War es nicht einmal Ansinnen der PP, sich einer Klientelpolitik entgegen zu stellen?

    Ich habe auch nicht verstanden, warum Sie es für unnötig empfinden, bei Ihrer Betrachtung nicht auch Menschen in Betracht zu nehmen, die nicht beschäftigt sind, weil sie sich zum Beispiel als Freiberufler (Friseurinnen, IT-Freelancer) verdingen. Vergleicht man diese Gruppe mit derjenigen der Beschäftigten, für die in starkem Maße die gesetzlicheh Schutzbestimmungen des Arbeitsrechtes gelten, wird deutlich, dass Sie den Fokus Ihrer Betrachtung auf eine privilegierte Minderhit legen. Vermutlich sieht die Linkspartei dort die Stammwählerschaft.

    Übrigens: Viele meiner Kolleginnen und Kollegen sagen mir auch, dass sie gern zur Arbeit gehen. Tatsächlich finden viele Menschen Bestätigung und Struktur im Arbeitsalltag. Die Gleichung weniger Arbeitszeit ist gleich mehr Lebensqualität stimmt nicht.

    Die Digitale Gesellschaft ist bei der Piratenpartei nicht mehr gut aufgehoben. Ich bedauere das.

    Schönes Restwochenende,

    Nikolo

    • Christiane schrieb am

      Sehr geehrter Herr Infuente,

      die statistisch gesehen größte Anzahl der in Deutschland arbeiteten Menschen sind, wie Sie sie bezeichnen “privilegierte” Arbeitnehmer. Freiberufler und Selbstständige stellen eine Minderheit dar. Dies können Sie der folgenden Statistik entnehmen, die Ihnen als Quelle vielleicht neutraler erscheint: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/77943/umfrage/anzahl-der-erwerbstaetigen-mit-arbeitsort-in-deutschland/ Es ist daher zielführend, sich mit einem Artikel auf diese größte Gruppe der Erwerbstätigen zu beziehen. In dem Zusammenhang steht außer Frage, dass Freiberufler und Selbstständige zum Teil noch unter deutlich problematischeren Bedingungen ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Fakt ist, dass der DGB die aktuellste und umfassendste Studie herausgab. Die wesentlichen dort genannten Aspekte lassen sich aber auch an anderen Quellen nachvollziehen, die aber fragmentarischer sind (z.B. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/252939/umfrage/langfristige-beanspruchungs-und-stressfolgen-bei-arbeitnehmern-in- deutschland/ Daher sind diese Quellen für den Artikel weniger geeignet gewesen. Persönliche Erfahrungen im eigenen Umfeld halte ich in solchen Zusammenhängen nicht für repräsentativ. Arbeitszufriedenheit hängt ja von einzelnen Betrieben ab. Subjektiv scheint mir die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und die Bereitschaft Überstunden zu leisten, wobei unbezahlte Überstunden oft statistisch nicht erfasst werden, gewachsen. Die schwindende Anzahl der gewerkschaftlich engagierten Menschen ist auch darauf zurückzuführen, denn die Gewerkschaften haben in den letzten Jahren wenig, eben zu wenig für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erreicht (dies wird auch sehr knapp im Artikel angerissen). Demgegenüber steht die Furcht um den eigenen Arbeitsplatz und die Befürchtung im eigenen Betrieb als Gewerkschaftler/Querulant zu gelten. Insofern bin ich von Ihrem Vorwurf “Klientelpolitik” zu betreiben äußerst befremdet.

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