Niedersachsenwahl – nicht gewonnen, aber auch nicht verloren


Kommentare

26 Kommentare zu Niedersachsenwahl – nicht gewonnen, aber auch nicht verloren

  1. Der Piratenpartei gelingt es nicht ihre Themen durch die Massenmedien zu transportieren. Diese berichten halt lieber über irgendwelche lächerlichen Tweets, Skandälchen oder sonstwas. Aber in aller regel eben nicht inhaltlich.

    Daher müssen die Piraten an den Massenmedien vorbei agieren, das heist eben viel öffentliche Präsenz zeigen. Nur das passiert eben nicht da man sich lieber auf Mailinglisten usw mit sich selbst beschäftigt anstatt mit kreativen Aktionen an die Öffentlichkeit zu treten.

    Zudem fehlt eine ständige Online Mitglieder Versammlung. Die Piraten versprechen Basisdemokratie, Liquid Democracy usw die Realität aber ist das nichts davon umgesetzt wurde (bisher) das kostet glaubwürdigkeit.

    • Ex-Pirat schrieb am

      Der Piratenpartei gelingt es nicht ihre Themen durch die Massenmedien zu transportieren.

      Tipp: Vorsitzende sollte knappe Sendezeit nicht mit Erzählungen aus Kinderbüchern verschwenden.

      • Ohendrik schrieb am

        ja, das ist im Kern das Thema! Medial “nicht durchkommen” ist stark untertrieben, die Partei wird offensiv und ständig wiederholt bewußt diskriminierend und falsch dargestellt. Für “die medien” ist es seit über einem Jahr einfach und klar: Piraten haben keinen Plan und kein Programm. Dazu kommen unverbesserliche Selbstdarsteller in Führungspositionen, die egoistisch zum Nachteil der Partei agieren und insgesamt nicht wirklich stark wirken! Dazu zählen auch die wischiwaschi-Einlassungen, die sehr an das Einheits-Politik blabla erinnern. KLAR SCHIFF, wählt die internen Zerstörer ab! KLARER KURS, mit starken, klaren Aussagen! VOLLDAMPF VORAUS, alle JETZT MITMACHEN!>

    • Kein Pirat schrieb am

      Tach….weiß jetzt nicht, wie ich ein Kommentar abgeben soll. Will mich jetzt auch nicht extra deswegen irgendwo anmelden, also mach ich das einfach über eine Antwort 🙂

      Das Problem bei vielen, nicht bei allen, Piraten ist zur Zeit, dass sie die schlechten Verlierer spielen. Die Partei selbst hätte keine Schuld, sondern es wäre eine Art Verschwörung am Laufen. Das wird euch leider noch in nächster Zeit viele Sympathiepunkte kosten, welche nun Mal auch für eine Wahl wichtig ist. Desweiteren sind eure Programme alles andere als klar. Wenn man euch auf wichtige Themen anspricht, wie z.B. die Finanzpolitik, Pflege, Schulsystem…..da kommt nix von euch. Nicht mal eine unklare Antwort kommt, sondern es wird drumherumgeredet, bis das Thema Internet und Urheberrecht wieder auftaucht. Viel lieber beschäftigt ihr euch mit solchen sinnlosen Themen wie “Zeitreisen”. Ist es da ein Wunder, dass sich der Wähler denkt: Was soll der Blödsinn….und so eine Partei will regieren? Wer ist im eurem Vorsitz…Homer Simpson? Peter Griffin? Stan Smith? Und dann das Thema “Bedingungsloses Grundeinkommen”. Als man fragte, wie dies finanziert werden solle, hieß es nur: Genauso, wie Griechenland und das ESM finanziert werden…..HAAALLLOOOHHOOOOOOO!!!! Das geht alles auf Lasten von UNS, den Steuerzahlern, falls ihr das nocht nicht ganz verstanden habt, also frage ich mich, warum sollte man für etwas eine Steuer zahlen, die man im gleichen Atemzug durch das BGE wiederbekommt. Das wäre genauso als wenn Bäcker und Metzger sich besprochen hätten gegenseitig bei sich einzukaufen….am Ende hätte keiner mehr Geld, sondern sehr viel weniger, weil es noch Nebenkosten gibt, die man zu bezahlen hat. Und der Staat hat auch seine Nebenkosten und damit meine ich jetzt nicht die Diäten der Politiker oder deren Dienstwagen, sondern sehr viele andere Dinge, wie Krankenhäuser finanzieren, Schulen so gut es geht ausstatten, Energiekosten bezahlen………………………….Derjenige, der sich so etwas wie das BGE ausgedacht hat, sollte von euch gefeuert werden. Dann noch der Blödsinn mit der kostenlosen Nutzung der Nahverkehrsmittel….wie soll denn das finanziert werden? Die Busfahrer möchten schließlich sehr gerne bezahlt werden, genauso wie die Hersteller der Busse undundund….oder sollte das auch wieder mit Steuermitteln finanziert werden? Dann müssten alle Steuerzahler ja noch sehr viel tiefer in die Taschen greifen, obwohl man eigentlich schon an der Naht angelangt ist. Und wer jetzt ankommt mit: Dann sollte Geld generell abgeschafft werden….dann würde keiner mehr zur Arbeit gehen…wozu denn…ist ja alles kostenlos. Und Tauschhandel sind genauso, als würde man mit Geld bezahlen, aber vorher benötigt man noch etwas zum Tauschen. Und dann auch noch Cannabis legalisieren zu wollen???? Habt ihr euch mal intensic mit dem Thema auseinandergesetzt? Mit einem Experten zum Beispiel? Und ich meine jetzt nicht einen Experten, der selber am Kiffen ist. Das ist dann klar, dass er das alles schönredet. Aber wart ihr mal in einer psychiatrischen Koinik? Dort laufen sehr viele Menschen rum, die einen Schaden davon getragen haben. Und auch wenn jetzt welche schreiben: Ich kiffe schon seit Jarhen…mir ist noch nix passiert. Glückwunsch, dass du Glück gehabt hast. Ich hatte auch noch nie einen Unfalll….bedeutet aber nicht, dass mich morgen kein bekiffter Vollidiot überfahren könnte. Aber das will kein Kiffer einsehen, sonst müsste sich ja dieser Mensch mit dem realen Leben abgeben und wer nicht in der Lage ist, ohne Drogen seinen spaß zu haben, ist für mich einfach nur ein Versager und ein riesiger Langweiler…sorry, ist aber so. Kurz: Solange es nicht für medizinische Zwecke ist…..WECH MIT DEM DRECH!!! Und übrigens ist es armselig, dass irgend wo ein durchgeknallter Typ auf dem Parteitag in Minirock rumrennt, damit er Aufmerksamkeit bekommt. Wer so etwas nicht kann ohne sich nackig zu machen oder als Mann mit Frauenklamotten rumzurennen (Nein, ich habe absolut gar nix gegen Homosexuelle, bin sogar der Meinung, dass sie bei der Ehe alle Rechte und Pflichten wie ien heterosexuelles Ehepaar hat, schließlich wird selbiges Bisexuellen nicht verwehrt), der leidet echt für mich unter ADS und sollte sich in Behandlung begeben. Und ihr wollt eine Abschaffung der Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen? Damit noch mehr Frauen vergewaltigt werden, noch mehr Leute brutalst überfallen werden??? Ihr vertretet immer nur eure eigenen Interessen, aber nie die des Volkes, denn wer nicht eurer Meinung ist, ist für euch ein politischer Idiot. Die politischen Idioten haben euch bei den letzten Wahlen zum Sieg verholfen….es waren einfach nur Protestwahlen, sonst nix. Und Schüler, die euer Logo ganz nett fanden und sich darüber freuten, dass ihr dass illegale Runterladen tollerieren würdet. Aber jetzt machen alle die augen auf und sagen sich:

      Das ist es mir nicht Wert!

      • Michael Renner schrieb am

        Moin,

        dein Kommentar enthält viele interessante Punkte. Ich will auf einige eingehen. Zuerst: der Medienschelte mag ich mich nicht anschliessen. Der NDR hat, anders als andere ADR-Landesanstalten, eher die negativen Seiten bei uns gesehen – eine Kampange ist aber etwas anders. Die Aufmerksamkeit, die der Piratenpartei entgegen gebracht wurde entspricht dem, was andere 2% Parteien auch bekamen. Das sinkende Interesse an den Piraten war schon zum Bundesparteitag feststellbar. Die Stimmung war sogar eher negativ – wir konnten es nicht richtig machen. Es gab in zwei Tagen 29 Beschlüsse. So viele schaffen andere Parteien selten. Schelte gab es trotzdem (nebenbei: die Bayern stimmten bei ihrem Landesparteitag vor zwei Wochen über fast 100 Anträge ab. Nur dem Donaukurier war es eine Meldung wert). Der Zeitreiseantrag in Bochum …. nun, das Positive war, dass nach der Antragsvorstellung, den vielen Comedyeinlagen am Mikrofon, die Stimmung deutlich gelöster war. So gesehen war der Antrag ein Gewinn, auch wenn das nicht das Ziel des Antrags war. Beim BGE mag und kann ich dir nicht widersprechen, beim fahrscheinlosen (!) Nahverkehr mache ich es aber gerne 😉 Der Fahrschein ist eine der Einnahmequellen im ÖPNV. Daneben gibt es andere. Schau mal auf [1] nach Details. So eindimensional ist der Plan gar nicht. Zumal noch die Ausgabenseite an anderen Stellen mit in die Rechnung fliessen. Beispielsweise die Einsparungen bei der Reaparatur der Strassen, weil mehr Bürger die Bahnen nutzen. Für München wurde es übrigens detailiert durchgerechnet. Mit dem Ergebnis: Die U-Bahnen sind eh schon an ihrer Grenze. Selbst wenn man die Taktzahl erhöht brächte es nichts, weil auch die Rolltreppen an der Grenze der Kapazität sind. Und deren Motoren doppelt so schnell laufen lassen geht nicht. Um noch einmal auf den Bundesparteitag zu kommen: Es gibt kein Gesetz gegen Männer in Netzstrümpfen – und das ist gut so. Es entspricht nicht meinem Kleidungsstil, aber wenn Lila das gerne trägt – nun gut.

        Was Kameras gegen Schlägereien und Vergewaltigungen ausrichten entzieht sich meiner Kenntnis. Wie sich diese Vorstellung halten kann ist mir ein Rätsel. Wenn es so wäre, gäbe es nicht die Fahnungsbilder der Kameras, die betrunkene und/oder frustrierte Horden Jugendlicher auf der Suche nach einem Opfer zeigen. Das Geld, das in die Kameras (zur Aufklärung) gesteckt wird, wäre besser (zur Prävention) investiert, wenn man diesen Jugendlichen eine Lebensperspektive gibt. Aber ohne etwas, das das Leben lebenswert macht, verliert auch der Gefängnisaufenthalt seinen Schrecken! Nur dass eben zusätzlich einer blutend auf dem Bahnsteig liegt.

        [1] http://bremen.piratenpartei.de/Blog/2011-10-30/fahrscheinloser-oepnv-in-bremen–einmal-durchgerechnet/

  2. Pirat12 schrieb am

    Ganz die Deutungslogik der alten Parteien, die Wahl nicht gewonnen, aber auch nicht verloren. So ein schönfärberischer Unsinn! Stimmen wurden zwar keine verloren im Vergleich zum letzten Mal, aber die Ansprüche waren natürlich dieses Mal ganz andere, zumal die Partei nun im Prinzip bekannt war. Ohne Ehrlichkeit kann die Partei gleich ganz einpacken.

  3. sperling schrieb am

    Ahoi,

    die “Welt” hat es gut getroffen …

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article112930679/Tschuess-Piratenpartei-So-brauchen-wir-dich-nicht.html

    Dem kann man nichts hinzufügen, sondern draus lernen. Aber das werden wir kaum schaffen, und Verantwortung wird schon gar keiner übernehmen. Denn – da sind sich ja alle bei uns Piraten einig – schuld sind die Trolle, nicht die Leute die in der Öffentlichkeit stehen und Mist bauen.

    In jeder anderen Partei würden Köpfe rollen – bei uns wird weitergemacht, sogar die Amtszeiten werden einfach verlängert.

    Toll, so hatte ich mir das nicht vorgestellt.

    • Michel schrieb am

      Volle Zustimmung, der Artikel bringt es auf den Punkt.

      Generell finde ich übrigens, dass die Piraten in den Medien sehr gut wegkommen und verhältnismäßig viel Beachtung finden – gut! Jetzt müsste man die Bühne nur noch nutzen.

    • hi schrieb am

      Wurde die Amtszeit auf 2 Jahre verlängert? (Links) Warum spricht eigentlich keiner über die Weisband. Die könnte das Ruder doch noch mal rum reißen, wenn sie vor der Bundestagswahl wieder in Amt und Würden käme. Sie wollte doch im Januar sagen, ob sie wieder antritt!?

  4. Befürworter schrieb am

    Die Piraten haben meiner Meinung nach das beste Wahlprogramm, welches momentan im Umlauf ist. Um allerdings einen Wechsel in der niedersächsischen Politik zu veranlassen, habe ich mich gezwungen gesehen, meine stimme anderweitig zu vergeben. Trotzdem bin ich enttäuscht, dass die Piraten die 5 Prozent Marke bedauerlicherweise nicht geknackt haben.

  5. ging verloren weil die Nidersachsen zuviel Industrieschwein und Benzin verköstigen? Wohl kaum. Grund waren eher: -schlechte Presentation der Partei durch ihre “Köpfe” bundesweit und landesweit. Leute: IHR habt sie gewählt!!! -unfaire Medienpresentation ich denke die systemtragenden Medien wollen beitragen zu einem amerikanisch -neoliberales 2.block system wo kleine Nervensägparteien keinen Platz haben. 3.Lasch vorgetragene Programmatik

    Schön fand ich ja dass in letzter Minute diese arroganten, selbstzufriedenen CDUFDPkunze gekickt wurden…..durch die nicht weniger hoffärtigen Roten (Steinreich…) Zuletzt: der genannte Weltartikel. Habe versucht einen comment zu posten: nicht möglich. So siieht es mit der Meinungsvielfalt in der neoliberalen demokratie aus!!! Übrigens hhat YAHOO DE (nicht in anderen Ländern!) seine Kommentarfunktionen für politische Artikel GESPERRT. So können Lügen und Halbwahrheiten ungehindert in die Wursthirne der Masse gelangen.

    • hi schrieb am

      Der Grund, warum nur eingeschränkt politische Kommentare gesetzt werden dürfen, ist, um Substantive wie “Wursthirne” nicht verbreiten zu müssen. Vielleicht erst mal an der Ausdrucksweise arbeiten!

  6. Michel schrieb am

    Schade, das Ergebnis. Man muss den Bürger aber auch mitnehmen: Wenn sich keiner überwacht fühlt, hilft das Starkmachen gegen Überwachung auch nichts. Und nein, das Problem ist nicht, dass die Bürger die Überwachung nicht sehen, sondern dass das z.Zt. einfach ein unwichtiges Thema ist.

    Warum nicht stärker die sozialen Programmpunkte wie Mindestlohn, Mindestrente, BGE in den Vordergrund stellen?

    Aber vor allem: Klar sagen, was die Piraten wollen und was nicht – das nimmt die Angst und schärft das Profil.

  7. Pingback: And the Winner is: Rotgrün | Jasminrevolution

  8. Burdak schrieb am

    So sieht die Wirklichkeit aus und ihr wollt es nicht kapieren. Solange es zumindest in der Parteiführung keine geordneten Strukturen gibt und dem Vorstand nicht erlaubt ist Themen mit eigenen Aussagen in die Öffentlichkeit zu bringen, wird es nichts mit den hochfliegenden Plänen. Basisdemokratie ist in Ordnung, aber auch die Basis muß endlich begreifen, dass es mehr bedarf als unsinnige Parteitage ohne Ergebnis. Ich war eigentlich überzeugt davon, dass es die Piraten schaffen könnten ein Kontrapunkt zu den Etablierten zu werden. Aber solange Figuren wie Ponader und Co. die Piraten nur zur Selbstverwirklichung benutzen und keine ordentliche politische Arbeit möglich ist, wird es ein Nullsummenspiel.Findet einen Weg zueinander und gebt euren gewählten Vertretern mehr Vertrauen. Ohne ein Minimum an ordentlichen Strukturen ist nichts mehr möglich. Betreibt endlich ordentliche Politik in eurem eigenen Umfeld und nutzt die Stammtische nicht nur zum gemütlichen Beisammensein. Ich bin wieder ausgetreten nachdem klar war, dass gewisse Leute nicht zu Gesprächen bereit sind und ihre Einstellung auch nicht ändern wollten.

  9. Wenn das ganze politische Spektrum nach links rückt und dabei die Piraten noch die SED Nachfolger links überholen wollen, dann sind sie schlicht überflüssig. Sie müssen erklären, warum eine weitere linke Partei neben Grünen, SPD, Die Linke noch gebraucht wird, wobei es schon schwer genug ist, den Unterschied zwischen schwarzgelb und rotgrün zu erkennen. http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/01/19/kommentieren-sie-uns-den-unterschied-zwischen-schwarzgelb-und-rotgrun/

  10. AHOY.

    Wie gehts euch nach NS? Gut.

    Gerade gelesen: Air Berlin Mitarbeiter sollen 5% Lohn verzichten . 900 Stellen werden abgebaut. Inzwischen haftet jeder Arbeiter für die Managementfehler seiner Bosse. Und alle PIGS-staaten haben mit ihren Staatsapparat reduziert. Z.B. Portugal : -7% Gehalt. (was mir wenig vorkommt) und mehr Stunden (was nicht mit Leistung gleichzusetzen ist!)

    Hat D nicht ein ähnliches Problem? Verschuldung, Arbeitslosigkeit, Geldmangel an vielen Enden, und eine super arbeitende Bürokratie von BAFIN bis Berliner Flughafen. (Jeder Häuslebauer wird mehr kontrolliert als diese Schnappsnasen)

    Sodann meine Frage: warum ist es nicht möglich , eine programmatische Forderung nach mehr Effizienz und geringerer Kosten des Staatsapparats zu formulieren? Meritokratie statt Bürokratie. Senken der Gehälter und Rentenbezüge der politischen Beamtenschaft. Umleitung der eingesparten Summen in echte Investitionen / soziale Brennpunkte. Würden sich die Piraten nicht abheben von den 5 etablierten Parteien? Würde man da keine Stimmen bekommen?

    Es sind hier ja ein paar Staatsangestellte in der Runde. Vielleicht können die sich ,mal selbstkritisch äussern…

  11. Pingback: Internet ist auch nicht alles: Piratenpartei vor dem Absturz?

  12. bratenbengel schrieb am

    Ich gratuliere erst einmal zu dem Ergebnis der Piraten in NDS. Nun sollte ermittelt werden warum keine Steigerung möglich war. Das gekämpft wurde kann man nicht bestreiten, aber wurde auch mit den richtigen Argumenten, den vielen anderen Möglichkeiten des Medienangebotes und klaren Visionen gekämpft. Steht man in den diversen AG’s nicht zu sehr im Dunkel der Kommunikation mit dem Bürger? Wie erreichbar ist der Bürger, wenn man kein Internet benutzt? Sind die Piraten zu langsam oder zu unklar bei der Veröffentlichung von genauen Aussagen und/ oder hört man sie nicht, weil sie in der Sache zu leise sind? Ich habe heute mal in Mumble Stunde um Stunde gewartet ob eine Wahlnachlese stattfindet. Es war erschreckend stumm. Und genau das ist es. Nach den internen Parteiquerelen wurde es so still, dass der Aufschlag einer Stecknadel auf den Teppich wie der Knall einer Atombombe geklungen hätte. Diese Stille mag vielleicht gewollt sein, aber sie ist mittlerweile unerträglich. ACTA, Internetzensur, Transparenz usw. ist nicht alles. Jetzt können wir sehen, dass auch ein Parteiprogram nicht alles ist. Sozial- Liberal muss zukünftig ganz konkrete Aussagen umfassen. Was wollen wir genau ändern? Welche Lösungsansätze bieten wir den Medien als Futter an, damit die Bürger wieder diskutieren. Unsere Stärke bestand immer darin, dass wir eine Sachlage mit Hinterfragen angingen und jetzt fragen wir nicht mal mehr laut nach irgendwas. Unendliche, Geld zehrende und profillose Parteitage ohne handfeste Ergebnisse für eine reale Umsetzung von Plänen, weil keine Pläne mehr da sind. Und es ergibt sich noch eine entscheidende Frage für die Zukunft dieser Partei. Sprechen wir eigentlich so, das uns die Bürger verstehen. Wenn studierte Parteimitglieder bei ihren Ausführungen z.B. in einer Wirtschafts- AG nicht bemerken, dass sie mit ihren Fachbegriffen die Menschen überfordern und/ oder mit einer neuen Steuerformel für die Einkommenssteuer daher kommen ohne zu begreifen, dass diese Formel genau so unverständlich für den Bürger ist, dann landen wir auf dem Müll der politischen Geschichte. Und ich sehe auch in der politischen Führung durch den Bundesvorstand eine erhebliche Schwäche der Piratenpartei. Ein Bundesvorstand darf und muss unangenehme Sichtweisen offen ansprechen. Selbst auf die Gefahr hin, dass sie nicht wieder gewählt werden. Herr Ponader mag vielleicht anecken, aber er hatte wenigstens dafür gesorgt, dass wir und die Bürger darüber nachdenken mussten welche Rolle das Aussehen, die Herkunft von Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit und das persönliche Auftreten in der Öffentlichkeit spielt. Plötzlich duckten sich all die jenigen ab, die wir als Vorstände auf Bundesebene gewählt hatten, nur um nicht anzuecken. Anecken ist aber unsere piratige Natur schon immer gewesen. Anecken mit Stil ist die nächste Stufe und das auch mit knallharten Fakten in der Argumentation. Weichspülen kann jeder. Hart schrubben ist jedoch nicht jedermans Sache. Piraten sind eben nicht JEDERMAN! Nun liegt NDS direkt vor der Haustür von Hamburg und ihr könnt mir glauben, wenn ich sage, dass man die Piraten aus NDS nicht gehört hat. Einen Kilometer von mir (HH) entfernt ist ein großer Verkehrsknotenpunkt in NDS. Ich habe dort nicht einen Wahlstand der Piraten gesehen. Plakate mit schlauen Sprüchen, sonst nichts. Damit kann kein Bürger etwas anfangen. Ich möchte beinahe wetten, dass wir bei der Preisverleihung für die besten Parteiwerbeplakate den Sieg holen würden, aber vor Ort mit dem Bürger sprechen liegt uns offensichtlich nicht. Dort müsste man ja darauf antworten, warum wir ein BGE anstreben. Oder wie wir das mit dem fahrscheinlosen ÖPNV regeln wollen. In den AG’S wird sich langsam zu tode diskutiert. Im Netz ist man hoch angesehen wenn man offen zeigt, dass einem eine Rakete in der Kinderstube hochgegangen ist und deshalb jegliche Umgangsformen vermissen lässt (Shitstorm). Klar und deutlich in der Sache zu sein und ein politisches Profil anzubieten, dass den Bürger mitnimmt und einbindet, ist Stück für Stück abhanden gekommen. Was wäre es für eine klare politische Aussage, wenn wir dem Bürger sagen würden wie wir unsere hauptamtlichen Funktionäre gedenken zu entlohnen. Z.B.: “Wer als Pirat in ein Feierabendparlament wie in Hamburg zieht, hat einen ausgeübten Beruf und erhält den Satz eines H IV Empfängers als finanziellen Ausgleich für seine parlamentarische Tätigkeit zu seinem regulären Erwerbseinkommen. Wer als Abgeordneter im Bezug von Sozialleistungen steht, dem werden diese ohnehin von seinen Abbgeordnetendiäten abgezogen, sodass er wenigstens in der Zeit als gewählter Abgeordneter ein angemessenes Einkommen über H IV erzielt.” Wie?, würde jetzt der Bürger fragen. Ein Abgeordneter der Piraten erhält nur ca. 750,00 € als Aufwandsentschädigung? Was geschieht denn mit dem Rest der tatsächlich ihm zustehenden Gelder? Aha! da geht es dann schon los. Was soll man darauf antworten. Ab in die Parteikasse? Spende für die Staatskasse zur Finanzierung von Sozialprogrammen?

    Das war nur ein Beispiel. Fangen wir doch mit dem BGE bei uns an und werben damit: “Das BGE beginnt im Parlament!” Das wäre doch mal was konkretes.

    Ich höre aber schon den Aufstand von denen die so eine Idee für unmöglich halten und dagegen wären. Man kann doch nicht… da stehen Gesetze gegen… das wäre ja eine Benachteligung von diesem oder jenem… das hat mit BGE nichts zu tun…usw. Und im Netz wäre der Shitstorm noch schlimmer. Mich persönlich jucken solche Angriffe und Argumente nicht, weil sie mir zeigen, dass da jemand wohl in der falsche Partei wäre. Fazit: Einfache, klare und verständliche Aussagen mit vielen verständlichen Beispielen, umsetzbare und realistische Ziele für die nahe Zukunft und weniger Utopie. Offene Vergleiche zum Nachdenken anbieten. Und wenn ein Funktionär der Piraten eine Frage in den Medien beantworten soll und kommt durch ständiges dazwischen reden nicht zu seiner Aussage, dann muss er auch mal einen Jourmalisten zur Brust nehmen können und ihn direkt fragen ob ihn überhaupt etwas von seinen Fragen interssiert, dass diese benatwortet werden sollten. Ich sehe nicht, dass es in Hamburg demnächst anders laufen wird als in NDS. Und wir haben m.E. einen guten und kompetenten Landesvorsitzenden gewählt.

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  14. Ceterum Censeo schrieb am

    An der Wahlplakaten lag es nicht. Die waren super. Ansonsten lag es an so ziemlich allen. 1) Wer Personen aufstellt, die ihrer Selbstdarstellung nach augenscheinlich vom Rand der bürgerlichen Gesellschaft kommen, wird ergo auch nur dort Wähler finden. 2) Wer ein Programm aufstellt, dass so auch von den Linken stammen könnte, der grenzt sich weiter auf das Spektrum vom linken Rand ein. Übrigens: Dieser ist bereits gut besetzt 😉 3) Wer eine klare Linie zu bundespolitischen Fragen hat, aber außer wagen Leitlinien keine konkreten landespolitischen Aussagen macht, wird in einer Landtagswahl in einem Flächenland wie Niedersachsen scheitern.

    Meine Meinung: 3) sei Euch verziehen, ich finde ja: Eine junge Partei darf sich auf Kernthemen beschränken, statt mit Gewalt zu jedem Thema halbgaren Blödsinn zu verzapfen. 2) hier macht ihr m.E. genau den genannten Fehler. Wenn es ums Internet, Urheberrecht geht, seit ihr so präzise und abwägend aber bei der Hälfte der anderen Themen gebt ihr die klassischen naiven Gutmenschen… 1) Euch ist schon klar, dass die Bevölkerung den Eindruck hat, das BGE würde von Euch deshalb gefordert, damit 80% der Piraten endlich ein gesichertes Auskommen haben, oder? Wenn ich mich in meinem gutbürgerlichen Bekanntenkreis als Anhänger der Piraten bekenne, konnte ich bisher nur Kopfschütteln ernten.

  15. ottoaktiv schrieb am

    Hallo Piraten Würde Sagen seit einiger Zeit befindet ihr Euch in einem schweren Seegang. Also ich bin kein Mitglied von euch. Auch nicht von einer anderen Partei. Ihr habt jedoch meine Sympathie und im September habt ihr ein Paar Stimmen mehr. Was ich immer wieder feststellen muss, ist, dass es viele Kritiker gibt. Dabei halte ich von Unterstützung eigentlich mehr. Das politische Geschäft ist brutal. Da muss man sich mit dem wie, warum und wieso, in aller Ruhe analytisch mit auseinandersetzen. Gegenseitige Kritik sei angebracht aber nicht in der Art, dass der Gegner daraus euer nächsten Schritt schon aushebeln kann. Euer Gegner ist euer Feind. Ihr passt mit Euerem vergangenen Erfolg letztens nicht in die Planungen der großen Parteien. Insbesondere nicht in Die der dunklen Seite dieses Geschäfts. Es geht um Macht und Geld, um viel Geld! Da kannst Du nicht naiv in ein Haifischbecken setzen. Vor Kurzem war die Rede von Köpfen. Die habt ihr ja letztes Jahr mehr oder weniger demontiert. Herr Ponader, der schon durch seine öffentliche Auftritte sehr viel Sympathie eingefahren hatte, wurde zurückgepfiffen. Herr Ponader hatte sehr viel zur Verständigung für die Piraten, z. B. bei Lanz u.a. usw. beigetragen. Sein ganzes Auftreten war bei den Leuten auch rhetorisch, schon sehr professionell und vertrauenswürdig rüber gekommen. Seine Meinung war gefragt! Christopher Lauer, bei dem man schon gesehen hat, dass er für Auseinandersetzung prädestiniert ist, wäre so ein Kopf. Der muss mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden. Um jetzt nur mal zwei zu nennen. Im Gegensatz zu dem Parteivorsitzenden, der wie ein ungeübtes Mäuschen auftritt und bei dem bei mir der Eindruck entstanden ist, dabei sein ist alles. Jedenfalls gibt er sich ziemlich angepasst und unterwürfig. Das ist meiner Meinung nach der falsche Eindruck, den die Piraten nicht hinterlassen dürfen. Da fehlt kontroverser Power. Gerade jetzt wird es starke Auseinandersetzungen geben im Bereich soziales, Stichwort Hartz4. Das ist eines der wichtigsten Themen, zumindest für ca. 25% der Bevölkerung (inkl. Familienangehörige), die mittlerweile von einer Verrohung des Arbeitsmarkts betroffen sind. In dieser Gruppe befinden sich nach meinen Erkenntnissen die meisten Nichtwähler, die schon lange nicht mehr an Gerechtigkeit in Deutschland glauben, was ja auch eine Tatsache ist. Stichwort- organisierter Sklavenmarkt und Perspektivlosigkeit. Da müsst ihr glaubhaft punkten, da habt Ihr ein Monopol, denn die anderen sind da nicht mehr glaubwürdig. Ihr müsst Sagen, für was sich Ihr steht und was sich ändern soll. Diese Botschaft muss in jeden Haushalt zementiert werden. Hier müsst zusätzliche Aktionen machen. Beispiel Ralph Boes, den kennt mittlerweile ganz Deutschland. Der hat für das Thema bedingungsloses Grundeinkommen innerhalb weniger Zeit mehr Werbung gemacht, als alle anderen seither. Alleine schon die Tatsache, dass er es auf die Titelseite der Bildzeitung gebracht hat, war ein Glanzstück. Also Mädels und Jungs wetzt die Messer, setzt den Schuss vors Bug. Denkt an das Zitat von Christian Morgenstern „Wer den Weg nicht kennt, wird das Ziel nicht finden”! Viel Glück

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