INTERNATIONALES geschrieben am: 06.07.2011 um 14:15 Uhr

“Das habe ich in Oxford so gelernt” – Chatzimarkakis gibt Sitz im Ausschuss auf

von Jan Rosenow und Markus Gerstel

“Stadt der Kopierer” – Markus Gerstel – CC BY-NC 3.0

Nach Herr Guttenberg und Frau Koch-Mehrin ist nun ‘Doktor’ Chatzimarkakis an der Reihe. Während im Hintergrund die Universität Bonn seine Dissertation überprüft, hat Herr Chatzimarkakis am 3. Juli in der Talkshow “Anne Will” eine verblüffende Erklärung für seine Art des Zitierens geliefert: Das habe er in Oxford so gelernt, da formuliere man irgendwie anders. Und dieses ganze Einrücken und Zitieren sei ja auch so sperrig.

Chatzimarkakis behauptet, dass die Art und Weise, wie er in seiner Promotion zitiert, in Oxford ganz normal sei. Diese Aussage muss jede Wissenschaftlerin und jeden Wissenschaftler verwundern. In Oxford wird, wie an jeder Uni, mit international anerkannten Zitiersystemen gearbeitet (z.B. dem Harvard- oder Chicago-System). Jeder Studierende bekommt das beigebracht, ob in Oxford oder anderswo. Besonders in England wird sehr viel Wert auf das Vermeiden von Plagiarismus gelegt. Studierenden wird von Anfang an mehrfach eingebläut, dass so etwas mit Ausschluss von der Universität bestraft werden kann. Die Universität Oxford weist auf ihrer Webseite auch explizit darauf hin dass die “Chatzimarkakis-Methode” nicht zulässig ist.

Studenten der Universität Oxford haben nun eine Gegeninitiative gestartet. Ein offener Brief an Dr. Philipp Rösler, Bundesparteivorsitzender der FDP kann mitgezeichnet werden. Auch wurde die Universität Oxford bereits informiert. (PDF)

Wie das Büro von Dr Chatzimarkakis gegenüber der Flaschenpost soeben telefonisch bestätigte, hat Dr Chatzimarkakis mittlerweile seinen Sitz als Stellvertretendes Mitglied im Europäischen Parlamentsausschuss für Industrie, Forschung und Energie aufgegeben.

Die Universität Bonn wird ihr Urteil zu den Plagiatsvorwürfen am 13. Juli verkünden.

geschrieben von: Markus Gerstel
geschrieben am: 06.07.2011 um 14:15 Uhr
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Bisher wurden 4 Kommentare geschrieben

  1. geschrieben von: ZweiPi am: 6. Juli 2011

    Die Sendung war Göttlich. Im Hinblick auf meine eigene Studienarbeit geil. Ich will seine Methode auch nehmen. Aussagen wie: “Ich habe jede Textstelle gekennzeichnet” und Domscheit-Berg: “Ja, wo hören die fremden Gedanken auf und wo fangen ihre an, sie haben keine Anführungsstriche verwendet?” (Text sinngemäß) Der Kerl hatte kein Schuldbewusstsein.


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  2. geschrieben von: Andreas Heimann am: 13. Juli 2011

    Oxford? Ich denke er hat das aus Harvard. Sagte er zumindest einmal: http://www.youtube.com/watch?v=SYeRwvheQ0U


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  3. geschrieben von: Intellectual am: 14. Juli 2011

    Die Zitierweise heißt lediglich Harvard-Zitierweise – das heißt nicht, dass er in Harvard gelernt hat. Und dass er da absoluten MÜLL redet ist natürlich klar: In der Harvard-Zitierweise (die er natürlich NICHT verwendet hat) werden ganz normal direkte Zitate mit Anführungszeichen zitiert. Dafür werden die Quellen nicht als Fußnoten, sondern im Text als (Name des Autors, Jahr, Seite) gekennzeichnet, und der vollständige Titel der Quelle kann dann im Literarverzeichnis mit diesen Informationen ausfindig gemacht werden. Das hat überhaupt gar nichts mit Anführungszeichen zu tun, und es gibt KEIN Zitiersystem, in dem direkte Zitate NICHT durch Anführungszeichen (oder aber eindeutige Einrückungen) gekennzeichnet werden.


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    • geschrieben von: Deok am: 21. März 2012

      Ahoi Piraten,ich war auch auf dem Parteitag. An sich ne super Sache. Wohl auf Grund der regen Teilnahme war es wohl etwas Chaotisch. Aber alles halb so wild.Ich muss zugeben das ich die Veranstaltung nach knapp 7 Stunden elerassvn habe, denn es nahm langsam echt schlimme Formen an. Haarspalterei bis ins letzte Aber daffcr hatte jeder die Mf6glichkeit seine Meinung kund zu tun.Werde auch beim ne4chsten Mal wieder auflaufen, und natfcrlich schauen das ich alles in meiner Macht stehende tue damit die Piraten bei den Bundestagswahlen nach vorn kommen!In diesem Sinne:Lasst uns Segel setzen!


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